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Samstag, 26. Juni 2010

Türkei profiliert sich fernab der EU

Eine [EU-]Vollmitgliedschaft ist angesichts der Haltung einiger europäischer Regierungen ohnehin ungewiss und sicher in weiter Ferne.

Wir brauchen die EU nicht mehr.
Suat Kiniklioglu, türkischer Parlamentarier, AKP

Immer klarer zeigt sich, dass der Westen sich den Erdogan gedacht hat, den er gerne gehabt hätte, und Erdogan in diese Rolle geschlüpft ist, weil sie ihm nützte. Doch die westliche Kultur ist ihm im Grunde immer fern geblieben. Der Absolvent einer Predigerschule kommt aus einem sehr einfachen Quartier in Istanbul. Eine Welt, in der alles an seinem Platz ist - religiös, patriarchal, bodenständig.

Gegen aussen ist Erdogan mittlerweile sowieso eine Art Superstar der islamischen Welt geworden, einer der Israel in die Schranken weist und die USA herausfordert.

Jan Keetman in der NZZaS vom 20. Juni 2010, Seite 6.

Mittwoch, 20. Februar 2008

Ausländerproblem in Deutschland

Auch Deutschland spürt die Folgen der Massenmigrationen der 90er-Jahren. Doch wird wahrscheinlich nichts passieren (Denn schlimmer noch als die Ausländerkriminalität ist die Ausländerfeindlichkeit, in deren Geruch niemand geraten möchte.).
Muslime machen mit etwa 3,5 Millionen die Hälfte aller Migranten aus, es sind Aleviten, Schiiten und Sunniten aus rund vierzig Ländern, die meisten aber aus der Türkei. Wenn allerdings von «Menschen mit Migrationshintergrund» die Rede ist, denen bei der «Integration» geholfen werden muss, sind fast immer türkische Muslime gemeint, ab und zu auch Russlanddeutsche, aber nie Armenier, Polen oder die vielen Migranten aus Asien. Übrigens auch nie Exil-Iraner, die sich durch eine extreme Unauffälligkeit auszeichnen.
Henryk M. Broder in der WW7.08, Seite 16.
Erdogan forderte bei seinem Besuch in Deutschland türkische Schulen und Universitäten. Seine Reden waren ausschliesslich auf türkisch - keine deutsche Übersetzung. Es wurde nicht einmal der Versuch unternommen, sich den Deutschen verständlich zu machen. Zur Krönung meinte er noch:
Assimilation ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Erdogan, türkischer Ministerpräsident, auf seinem Deutschlandbesuch zu den türkischen Migranten sprechend.
So schliesst Broder
Am besten wäre es, wenn die Deutschen, um sich zu integrieren, Türkisch lernen würden.