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Freitag, 11. November 2011

Fairtrade und Freetrade

Bei dieser Werbung stellt sich mir die Frage: Was ist Faierer Handel?
  • Unfair ist, wenn jemand erfolgreich wirtschaftet und dann durch eine höhere Instanz enteignet wird, z.B. um unproduktive Versager zu subventionieren.
  • Fair ist, wenn sich die globalen Anbieter in einem freien Markt ohne Handelshemmnisse, mit gleich langen Speeren gegenüber stehen und vollen Marktzugriff auf sämtliche Märkte haben.
Diebezüglich darf man dem Fastenopfer recht geben: westlicher Agrarprotektionismus trägt massiv zur Rückständigkeit anderer Regionen bei.

Donnerstag, 10. November 2011

Schulden sind eine Mentalitätsfrage

Italien hatte seine Staatsfinanzen noch nie im Griff. Das Gleiche gilt für Griechenland, welches in den letzten zweihundert Jahren fünfmal bankrott gegangen ist.

Der Konkurs ist eine Konstante in den Siesta-Staaten. Es ist naiv zu glauben, durch den Wechsel einiger Politiker, welche die neuen Vertärge in Brüssel unterzeichnen werden, dass damit die jahrhunderte alte, vielleicht fast jahrtausend alte Mentalität des Bankrott-gehens, des Verschulden, der Abwertung der eigenen Währung, dass das alles irgendwie weggezaubert wird.

Es wird alles unternommen werden, um Italien zu halten. Eine kurzfristige Stabilisierung dürfte erreicht werden. Aber langfristitg laufen wir mit der EU gegen die Realität an. Man kann aus Italien und Griechenland keine deutsche Kraft- und Kampfmaschine machen, in wirtschaftlicher Hinsicht.
Roger Köppel in der Morgenkolume aur Radio1.



Der Politologe Nikiforos Diamandouros wies schon vor Jahren auf die Kluft zwischen den modernen Säkularen und dem orthodox geprägten, klientelistischen und vordemokratischen Milieu hin. Aber das Verrückte ist: In Gesprächen, Berichten und Blogs sehe ich, dass diese rückständige Gesinnung bei den 20- bis 30-Jährigen leider stärker ist denn je. Sie geht auch einher mit einer egoistischen, defensiven Haltung. Es ist eben einfach - aber unverantwortlich - zu sagen: Wir zahlen die Schulden nicht zurück, das geht uns alles nichts an.

Die Jugendlichen sind in diesem System des Klientelismus aufgewachsen.Sie haben anders als ihre Elterngeneration kaum mehr Ideologien. Ob gut oder schlecht, eine Generation früher gab es wenigstens eine Vorstellung von politischen Alternativen. Viele Jugendliche in Griechenland bestehen auf den Annehmlichkeiten des kapitalistischen Systems - und lehnen gleichzeitig den Kapitalismus ab. Viele Griechen denken immer noch, sie könnten einfach den Atem anhalten, sich nicht mehr bewegen - und warten, bis die Krise vorbei ist. Aber das Schlimmste ist: Der überaus harte Sparkurs, den Griechenland befolgen muss, würgt nicht nur die Wirtschaft ab, er fördert auch diese passive und defensive Haltung, die aus dem klientelistischen Geist geboren wurde.

Anna Triandafyllidou, griechische Soziologieprofessorin in Florenz, im Interview mit Thomas Isler in der NZZaS vom 06.11.11

Samstag, 3. September 2011

Südkoreanische Abscheu von Nordkorea

Die Südkoreaner sehen die Nordkoreaner kaum noch als ihre Brüder und Schwestern, und die Katastrophe im Norden ist ihnen auch ziemlich egal. Sie haben Angst, dass eine Wiedervereinigung den Süden seinen Wohlstand kosten würde.
Kim Sang Hun, südkoreanischer Menschenrechtsaktivist 
Viele Südkoreaner sehen nordkoreanische Flüchtlinge als Alkoholiker, tendenziell kriminell, arbeitsscheu und abhängig von Regierungsunterstützung.
Studie der NGO International Crisis Group
Nordkoreaner finden im Süden nicht das Leben, welches sie sich erhofft haben. Dazu erfahren sie noch die Verachtung ihrer neuen Mitmenschen. Das drängt sie zusätzlich ins Abseits.

Diese Spannungen im Süden treten auf bei 20'000 Flüchtlingen aus dem Norden. Das sind 0.05% der nordkoreanischen Bevölkerung.

In Anlehnung an Bernhard Bartsch in der NZZaS vom 28.8.11, Seite 6.

Mittwoch, 10. November 2010

Rückständiger Osten - immer noch

Die Arbeitsproduktivität in den neuen Bundesländern stagniert, wie die Löhne, bei etwa 75 Prozent der Leistung im alten Westen. Jeder dritte Euro, der im Osten ausgegeben wird, wurde nicht dort erwirtschaftet, stammt aus Transferleistungen. Die Arbeitslosigkeit und die Zahl der Hartz-IV-Empfänger sind etwa doppelt so hoch wie im Westen.

Und dennoch blieben begründete Zweifel, ob die ostdeutschen Bundesländer ganz ohne Hilfen auskommen könnten. Vieles spricht dafür, dass sie durch die lange Förderzeit dauerhaft an den Tropf gewöhnt worden sind. Diese Einsicht will gegenwärtig niemand den Deutschen zumuten.

Die Vereinigung hat zunächst die Staatsgläubigkeit gestärkt, hat in beiden Landesteilen nostalgische Stimmungen befördert und eine Kultur der gegenseitigen Schuldzuweisungen hervorgebracht. Entweder war der arrogante Wessi schuld, oder der faule Ossi begriff wieder einmal nichts – Hauptsache, man konnte weiterjammern und mit dem Finger auf andere zeigen.

Jens Bisky in der WeWo40.10, Seite 52f.

Donnerstag, 16. September 2010

bildungsferne, rückständige Migranten

Political correctness ist eine Gefahr für jede Demokratie, weil sie zum Gleichdenken zwingt. Der amerikanische Journalist Walter Lippmann sagte: «Wo alle gleich denken, denkt keiner sehr viel.» Wie viel sinnvoller wäre es doch gewesen, nicht über Minarette, sondern über schärfere Massnahmen gegen Zwangsehen abzustimmen!

Die meisten der heutigen muslimischen Gesellschaften vertreten weder eine Trennung von Staat und Religion noch die Gleichberechtigung aller Religionen. Damit verhindern sie demokratische Meinungsbildung, Weltoffenheit und wirtschaftliche und soziale Entwicklung. Wenn Familienbande, persönliche Beziehungen und der Primat religiöser Doktrin wichtiger sind als Können und Motivation, wird Bildung als Instrument des sozialen Aufstiegs weitgehend irrelevant.

Ähnlich wie bei den Muslimen in Deutschland scheinen auch bei den «Hispanics» in den USA extrem starke Familienbande, Traditionshörigkeit, starres Festhalten an der eigenen Sprache und fundamentalistisch geprägtes Religionsverständnis die Bildungsfreudigkeit und den sozialen Aufstieg zu behindern.

Gottfried Schatz im Interview von Francersco Benini in der NZZaS vom 5.9.10, Seite 19.

Freitag, 23. Juli 2010

Kanun

mittelalterlichen Gesetze des Kanun
gelten im Norden Albaniens in unterschiedlichen Versionen seit über fünfhundert Jahren

Besonders verbreitet ist bis heute der "Kanun des Leke Dukagjini", der in rotem Einband in jeder Buchhandlung in Albanien zu finden ist. Seine 1262 Artikel regeln alle Aspekte des Zusammenlebens - unter anderem sieht der Kanun auch Zwangsverheiratung und Blutrache vor.

Manchmal geht das Morden so lange weiter, bis es keine Männer mehr in der Familie gibt.

Lange ruhten die archaischen Gesetze. Das kommunistische Regime unter dem Diktator Enver Hoxha hatte in den vierziger Jahren jede Form von Selbstjustiz verboten und den Einfluss des Kanun zurückgedrängt. Doch Anfang der neunziger Jahre, als in Albanien der Kommunismus zusammenbrach, versank das Land in Anarchie.

Greta Taubert auf cicero

Mittwoch, 26. Mai 2010

Burka und Religionen überwinden

Die Burka steht für eine rückständige Mentalität. Die Trägerin sagt damit: „Ich lebe in meiner eigenen Welt. Mich verbindet mit euch nichts, nicht einmal ein Blick.“

Wie wurde das Christentum aufgeklärt? Die katholische Kirche hat nicht freiwillig die Macht abgegeben, sie wurde entmachtet, weil die Menschen frei sein und selber denken wollten. (…) Wir müssen die Unantastbarkeit der Religion brechen. Der Islam ist nicht dazu gemacht, in der modernen Welt eine politische oder juristische Rolle zu spielen.
Hamed Abdel-Samad im Interview mit Daniel Glaus in der WeWo19.10, Seite 32.

Donnerstag, 13. Mai 2010

Herkunft von "Schweizer" Muslimen

Heute leben in der Schweiz 350 000 bis 400 000 Muslime (5 Prozent), die aus über hundert Ländern stammen. Die meisten von ihnen sind keiner muslimischen Organisation angeschlossen. Rund 50 000 Muslime praktizieren ihren Glauben, 10 000 gelten als strenggläubig. In die Schweiz kamen die Muslime in mehreren Einwanderungswellen. Die ersten muslimischen Gastarbeiter reisten - angeworben durch die Wirtschaft - Ende der sechziger Jahre ein, zunächst aus der Türkei, später auch aus dem ehemaligen Jugoslawien. Die meisten wollten möglichst rasch und etwas reicher nach Hause zurückkehren. Doch viele blieben. Gegen Ende der siebziger Jahre zogen sie aufgrund eines neuen Gesetzes Frauen und Kinder in die Schweiz nach. Die dritte Einwanderungswelle hatte politische Gründe: Während des Balkankrieges suchten viele Muslime aus dieser Region Asyl, später kamen Flüchtlinge aus Afrika hinzu. Heute stammt mehr als die Hälfte der Muslime in der Schweiz aus den Ländern Ex-Jugoslawiens, rund jeder fünfte Muslim aus der Türkei. Nur 5,6 Prozent stammen aus der arabischen Welt.

Mittlerweile wird die zweite und die dritte Generation in der Schweiz geboren. Die Geburtenrate der muslimischen Frauen ist fast doppelt so hoch wie die der Schweizerinnen. Daher ist die muslimische Bevölkerung auch jünger: Die Hälfte ist unter 25 Jahre alt. Während 1970 weniger als drei Prozent der Muslime Schweizer waren, sind es heute deutlich über zehn Prozent.
Christine Brand und Michael Furger in der NZZaS vom 18.4.1, Seite 22f.

Zwangsehen in der Schweiz

Besonders betroffen sind Jugendliche aus der Türkei, aus Sri Lanka und aus dem Kosovo.

Gründe:
  • Finanzielle Interessen der Eltern, bzw. der Verwandtschaft
  • Religiöser Fanatismus
  • Rückständige Tradition
Für viele Betroffene – meist junge Frauen der zweiten Migrantengeneration – beginnt mit der Heirat erst der schlimmste Teil ihres Martyriums: sexuelle Nötigung, häusliche Gewalt und gesellschaftliche Gettoisierung.
Luca Cirigliano in der WeWo16.10, Seite 49.

Mittwoch, 7. April 2010

Immigration von zurückgebliebenen Gläubigen


Quelle: Matthias Herren in der NZZaS vom 4.4.10, Seite 11

Beide markierten Stellen sind auf Migrationsströmungen zurück zu führen. Migration bringt also nicht nur mehr Arbeitskräfte, sondern auch mehr rückständiges, voraufklärerisches Gedankengut und entsprechende Werte.

Donnerstag, 11. Juni 2009

politisch korrete Meinung zu Familien

  1. Der Staat hat Kinderkrippen zu fördern.
  2. Berufstätige Mütter sind bessere Menschen als Mütter, die zu Hause für ihre Familien sorgen.
  3. Der Staat hat dafür zu schauen, dass es möglichst viele berufstätige Mütter gibt, wobei die Erziehung der eigenen Kinder nicht als Beruf gilt, sondern als Ausdruck eines rückständigen, vorsintflutlichen, unemanzipierten Menschenbilds, in dessen Zentrum die Hausfrau als intellektuell überfordertes Opfer einer männerdominierten Zwangsordnung betrachtet wird.
  4. Ein Verstoss gegen diese unbezweifelbaren Gewissheiten lässt auf eine frauenfeindliche, ja menschenverachtende Gesinnung schliessen.
Roger Köppel in der WW22.09, Seite 7.

Sonntag, 7. September 2008

Ölreichtum und arabische Rückständigkeit

Irgendwann frage ich, warum die arabischen Länder trotz Ölreichtum derart zurückgeblieben seien. Sei, die Araber, pariert er, hätten die höchstentwickelte Sprache der Welt, und die Sprache folge bekanntlich dem Hirn. Ihre Zungen seien aktiv, aber nicht ihre Hände, sie liebten es nicht, hart zu arbeiten. Und sie seien leicht erregbar. Ein böses Wort, und sie explodierten. Der ständige Streit verhinderte die Einheit.
Eugen Sorg in der WW30.08, Seite 32.