Dass man wegen der strengen Religionsvorschriften in Saudi-Arabien weder Alkohol, Drogen, Pornografie noch Schweinefleisch an Bord nehmen darf, mag man noch begreifen. Neuerdings ist es aber auch ausdrücklich verboten, religiöse Utensilien mitzuführen, die nicht islamisch sind. Erlaubt sind also Koran, Gebetskette oder Rosenwasser. Wer aber ein Neues oder Altes Testament, ein Kruzifix, Jesus-Figuren oder einen David-Stern ins Königreich einführen will, macht sich strafbar.
Pierre Heumann in der Weltwoche 36.07, Seite 26.
Donnerstag, 20. September 2007
"moderne" Saudis
Sascha in der Weltwoche
Das von Alex Bauer geführte Interview mit Frau Stocker zeigt doch eindeutig deren Unwillen, die katastrophalen Zustände in ihrem Departement zu verbessern. Sie weigert sich immer noch, zu konkreten Fällen Stellung zu nehmen, und bezieht sich auf den Persönlichkeitsschutz der Betrüger, sprich Kriminellen. Es ist eine Frechheit, auf Kosten der Steuerzahler das Recht auf Persönlichkeitsschutz der Bekämpfung des Sozialhilfemissbrauchs vorzuziehen.
Kritik an Ikonen
Liberal ist, wer dem Staat nicht zur Last fällt.Falsch: Anti-Etatismus ist nicht gleich liberal. Auch ein liberaler Staat kann gewisse Dinge fördern (z.B. Kinder) und andere einschränken (z.B. Abgase). Dieser regulatorische Eingriff widerspricht liberalen Grundsätzen nicht.
Roger Köppel
Wenn wir den Glauben weggeben, können wir nicht überleben als Gesellschaft. Der christliche Bezug wird aber aus der EU-Verfassung gestrichen.Das ist auch gut so! Eine moderne Wertegesellschaft ist nämlich nicht an Glaubensvorstellungen gebunden. Der gemeinsame Nenner ist die kulturelle Übereinstimmung - welche zwar durchaus religiöse Wurzeln haben kann, in dieser Form aber nicht modern wäre.
Eva Herman
Mittwoch, 19. September 2007
CH-Wahlkampf in US-Style
"SVP wählen, heisst Blocher stärken". Mit diesem Slogan führt die Blocher-Partei in der heissen Phase der eidgenössischen Wahlen eine Kampagne, als ob es um die Präsidentschaft der USA ginge. Jeder SVP-Parlamentarier ist ab sofort nicht mehr Volksvertreter, sondern Wahlmann für Blocher.
Im Kampf um die Aufmerksamkeit des Stimmbürgers sind Sex-Affären hier zu Lande (noch) tabu; weniger Hemmungen haben selbst Mittepolitiker, die Faschismus-Keule einzusetzen.
Andreas Durisch in der SonntagsZeitung vom 16. September 2007, Seite 23.
ZHAW-Uhr-Ausgaben
Ein Wettbewerb in der Weltwoche verrät, wieviel die ZHW, bzw. ZHAW für Uhren ausgibt. Die School of Management mag ja ein schönes und modernes Gebäude haben, doch hier haben Sie es definitiv übertrieben: Im Treppenhaus hängen 4 Stück von diesem Exemplar.Trotzdem ich also einiges an Semestergebühren, Prüfungskopiengebühren und Nachholprüfungsgebühren (jawohl, wir befinden uns mitten im staatlichen Gebührendschungel) bezahle, werde ich wohl nur knapp 2 Uhren sponsoren können.
Auch wenn die ZHAW mit blühenden Immatrikulationszahlen immer mehr Kohle vom Kanton Zürich in den Arsch geschoben bekommt, könnte man die Ausgaben doch etwas kontrollieren, bzw. die Gebühren senken - schon rein aus ideologischen Gründen. Wir sind hier schliesslich nicht an einer Sozialarbeiterschule und der Chef heisst auch nicht Monika Stocker, sondern ist ein ehemaliger BCGler!
Etatismus in CH-Zeitungen
- Coop-Carrefour-Transaktion
- Klimapolitik von Leuenberger
- Frage des persönlichen Waffenbesitzes
- Von-Roll-Übernahme
- Diskussion um den Steuer -und Standortwettbewerb.
- Tages-Anzeiger: 90%
- Südostschweiz: 50%
- St. Galler Tagblatt: 40%
- Der Bund: 30%
- Neue Luzerner Zeitung: 25%
- Aargauer Zeitung: 25%
- Basler Zeitung: 20%
- Neue Zürcher Zeitung: 5%
Clubboykott
Ich bezahle bei einem ordentlichen Clubbesuch locker 80 bis 100 CHF. Der schweizerische Durchschnittskonsum in Clubs beträgt aber ca. 30 CHF - und das gilt als hoch. Das "Problem" sind jene, die gratis reinkommen oder gratis "saufen". Das sind meist kleine, dumme Schlampen. Man lässt ein paar solche rein und hat zu Hauf Deppen wie mich drin, die ihre Kohle dort liegen lassen.
"Das einträglichste Publikum ist zwischen 18 und 20 Jahre alt. Sie gehen sehr regelmässig an Partys, sind aber auch sehr untreu", sagt Jane Wakefield vom Verein Petzi, der rund siebzig Schweizer Klubs vertritt.Aus diesem Alter bin ich ja raus - und inzwischen auch etwas realisitscher geworden. Denn die Schlampen gehen offensichtlich nicht mit denselben Absichten in die Klubs:
"Sex, wieso? In den Klubs bekommst du tausend Komplimente und wirst von jenen bewundert und begehrt, die du auch heiss findest." Das sei ein Riesenkick und eigentlich fast besser als Sex.
Franziska K. Müller in der Weltwoche 35.07, Seite 28ff.
Dienstag, 18. September 2007
Entsexualisierung der Gesellschaft
"Sex ist eigentlich nicht so mein Ding. Sex ist eigentlich ziemlich blöde. Menschen beim Sex sehen unwürdig aus und benehmen sich unzivilisiert bis bescheuert." (2)Gründe für die Sättigung:
- Drastik: Sexuelle Darstellungen, auch drastische, hatten einmal eine ernst zu nehmende Funktion im Kulturkampf gegen überkommende Moralvorstellungen und Prüderie.(1) Dieser Kampf ist abgeschlossen. Die Drastik wurde bedeutungslos.
- Tabubruch: Die Tabus wurden alle aufgebrochen.
- Leistungssport: Der Flirt zwischen Pop und Pornographie hat sich zum lasziven Imperativ ausgewachsen, dem nur die erotisch Fittesten noch folgen können. (...) Was 1969 (...) spielderisch begann, ist heute zum Wettbewerb der simulierten Orgasmen und des künstlichen Gestöhns geworden... Popkultur als sexueller Leistungssport.(1)
- Körpernorm: Die Differenz, die wahre Würze der Sinnlichkeit, ist am Schwinden.(1)
Die Pornographisierung des Alltags, die Kommerzialisierung der Liebe, Sexualneid und Leistungsdruck, die Angst vor dem ersten Mal, die inzwischen an eine ADSL-Verbindung gekoppelte Erektionsfähigkeit des Mannes...(2)Robert Menasse beschreibt in seinem Buch (3) die kritisch-komische Geschichte eines 68ers, der den gesellschaftlichen Wandel hautnah miterlebt hat:
Von der Utopie der befreiten Sexualität zum zwanghaften Antispiessertum.
"Ich hatte nie ein so exzessives Sexualleben wie jetzt, wo Sex mich langweilt", seufzt Nathan. "Es gibt wahrscheinlich keinen Antrieb, der so gewaltig ist wie der, der in einem Mann zu glühen beginnt, wenn er die Lust verloren hat in einer Gesellschaft, die nicht einmal einen Liter Mineralwasser verkaufen kann, ohne die Ware erotisch zu besetzen."(1) Sven Boedecker, Eva Hess, Christian Hubschmid und Matthias Lerf in der SonntagsZeitung vom 16. September, Seite 49ff.
"Was wir für Befriedigung halten, ist nur körperliche Erschöpfung", schlimmer noch: Leistungssport und Lüge der Konsumgesellschaft.
(2) Helmut Ziegler in der SonntagsZeitung vom 16. September 2007, Seite 51 über das Buch von F. Moldenhauer & T. Uebel (Hg.): "Sex ist eigentlich nicht so mein Ding". Eichborn, 246 S., 28,90 CHF.
(3) Martin Halter im Tagesanzeiger vom 17. September 2007, Seite 45 über das Buch von Robert Menasse: Don Juan de la Mancha oder Die Erziehung der Lust. Roman. Suhrkamp, Frankfurt 2007, 276 S., 33 CHF.
Fehleinschätzungen zum Mobilfunk
Eine Studie schätzte das Potential für das Jahr 2000 auf nicht mehr als 20'000 Abonnementen.so Walter Heutschi, ehemaliger PTT-Mann, zu den Aussichten für potentielle Mobilfunkkunden in der Schweiz. Tatsächlich sind es nun aber über 4 Millionen Kunden (Faktor 200 verschätzt!).
Ausserdem werden jährlich eine Milliarde Handys gekauft und 7 Milliarden SMS verschickt.Die Karriere der "Telegramme für das Natel D", wie es der "Blick" Ende 1996 nannte, ist wohl einigen bekannt: Der ursprünglich als Abfallprodukt kostenlos angebotene SMS-Dienst entwickelte sich zu einem der wichtigsten Umsatzbringer. Ich schreibe ca. 150 SMS pro Monat, ca. 250 mal mehr als der weltweite Durchschnitt.
Michael Soukup in der SonntagsZeitung vom 16. September 2007, Seite 12.
Convenience-Boom
Läden, die Produkte zum sofortigen Konsum anbieten, von Bier über fertig gerüsteten Salat bis zum marinierten Kotelett - Convenience-Läden - wachsen seit Jahren überdurchschnittlich. Von 2000 bis 2006 hat sich ihr Umsatz schätzungsweise verdoppelt.
Andrea Fiedler in der SonntagsZeitung vom 16. September 2007, Seite 69.
Montag, 17. September 2007
KPT Einzeltraining
Kommilitonin
So kann dem Semesterbeginn doch noch etwas Gutes abgerungen werden.
Montag, 10. September 2007
Neues Osama-Video
Das Video enthält keine Drohungen, stattdessen rügt es den fehlgeleiteten Krieg im Irak und die angeblich von mächtigen Unternehmen beherrschte Demokratie der USA.
Martin Suter in der SonntagsZeitung vom 9. September 2007, Seite 11.
Diese Anschuldigungen finde ich berechtigt und konstruktiv. Die Verteufelung von Osama ist so undifferenziert, pauschalisierend subjektiv und teilweise massiv von Eigeninteressen getragen, wie jene an den Nazis.
Dabei muss man Osama in einem Punkt schlicht und einfach zustimmen – wenn auch einige etwas länger dafür brauchen:
Der Krieg gegen den Irak war der grösste aussenpolitische Fehlentscheid in der Geschichte der Amerikaner.
Harry Reid, demokratischer US-Senator
Oder wie man 1995 erfahren durfte
Wir lagen falsch. Schrecklich falsch.
Robert McNamara, US-Verteidigungsminister zur Zeit des Vietnamkrieges
Rorschacher war das Problem
Den Drogenhänlder José Manuel Ramos gegen Holenweger einzuspannen war ein verfehltes Vorgehen. Ebenso wie die Forderung nach 905'000 CHF Abgangsentschädigung, falls er sich ohne grosses Aufsehen zurückziehen würde. Beides ging nicht auf und deshalb ist Rorschacher nun draussen.
Alle dem nicht zur genüge, kommt jetzt auch noch die GPK-Subkommissionspräsidentin Lucrezia Meier-Schatz und tritt unprofessionell mit „Spekulationen und Verdächtigungen“ an die Öffentlichkeit und ignoriert dabei Stellungsnahmen des EJPD. Dies ist der gefundene Nährboden für Christoph Mörgeli ist. Der läuft auf Tele Züri natürlich zur Höchstform auf.
Nun haben wir den Seich: Alle sind aus dem Hüsli. Die SVP erkürt den „Geheimplan“ zum primären Wahlkampfthema und konnte einen Zustupf von 1,2 Mio. CHF zu Gunsten ihrer polemischen Kampagnen verbuchen. Holenweger ermittelt auf eigene Faust, sogar in den USA und Meier-Schatz muss polizeilich bewacht werden. Und das alles nur wegen dem eingebildeten und ungeeigneten Juristen Rorschacher.
Gestützt auf die SonntagsZeitung vom 9. September 2007. Andreas Durisch (S. 23), Christoph Lauener (S. 3), Martin Stoll (S. 3) und Andreas Windlinger (S. 2).
Fehlentscheid
- Er führt zu einem Ergebnis, das den ursprünglichen Absichten völlig entgegenläuft.
- Er muss schon zu seiner Zeit, nicht erst im Nachhinein, als kontraproduktiv erkannt worden sein.
- Es muss eine praktikable Handlungsalternative gegeben haben.
Peter Häusermann in der SonntagsZeitung vom 9. September 2007, Seite 21.
Sabo und das Ende des Katholizismus
Die römisch-katholische Kirche ist eine absolutistische Monarchie. Die Punkte, die Sabo kritisiert, sind Teil ihres Selbstverständnisses: Unfehlbarkeit des Papstes, klare Hierarchiestrukturen, Priesterzölibat. (…) Wer ist mit der katholischen Lehre und katholischen Prinzipien nicht identifizieren kann, soll aus der Kirche austreten. Auch als Priester.
Jean François Tanda in der SonntagsZeitung vom 9. September 2007. Seite 23.
Das sehe ich auch die einzige Lösung im Umgang mit institutionalisiertem Glauben: Der Austritt. Nur „dumme“, nicht aufgeklärte und nicht säkulare Menschen glauben! Bei Muslimen, die mit ihrer Zeitrechnung 622 Jahre hinterher hinken ist eine solche Geisteshaltung noch eher erklärbar, wenn auch nicht entschuldbar. Doch hier in der modernen Welt… !?
Also, wer noch nicht aus der Kirche ausgetreten ist, soll dies tun.
Donnerstag, 6. September 2007
Sozialtopologie
Sie arbeiten am geographischen Institut der Universität Zürich und betreiben dort das Nationalfonds-Projekt SOTOMO. Hier noch eine weitere schöne Grafik zur politischen Situation in der Schweiz:Mittwoch, 5. September 2007
politische Landkarte Schweiz
Wie erwartet ist die FDP am fortschrittlichsten, die SP und die Grünen sind konservativer als die Mitteparteien und linker (also extremer) als die SVP rechts ist und die CVP ist ziemlich profillos (relativ weit gestreut).
Bei der Wahl von Blocher und Merz in den Bundesrat, sprach man von einem Rechtsrutsch. Doch nach Analyse von Michael Hermann blieb dieser Rutsch aus - ganz im Gegenteil zu den linken 90ern, wo es tatsächlich linker wurde.



