Montag, 27. August 2007

Sozialneid und scheinbare Zufriedenheit

Die Autorin schreibt über den unterschiedlichen Flugkonfort in den verschiedenen Flugklassen. Zuerst erfreute sie sich der Busniessclass und wurde auf einem späteren Flug von der Economyclasse traumatisiert. (Sie hat wohl noch nie in einem kalten Eisenbahnwagen übernachtet oder eine mehrstündige Verschiebung bei Regen in einem 10DM durchgemacht :-P).
Businessclass fand in einem Liegestühlchen statt, mit erlesenen geschmeidigen Flugbegleiterinnen, Tiefschlaf und guter Laune nach der Landung.
"Geld macht doch glücklich", war ihr Fazit um der Economyclass zu entkommen. Sie geht noch weiter und vermutet eine Verschwörung hinter diesem Klassenpreissystem:
Sozialneid. Ein Komplott von Industrie und Terrorismus? Demütigung des Individuums bis zur Unerträglichkeit. Unzufriedenheit nährt Kaufverhalten.
Doch der gemeine Mensch resigniert und geht auf Distanz, wenn auch unbewusst.
Wir mümmeln uns ein in unsere täglichen Lügen, in unseren dünnmaschigen Mantel scheinbarer Zufriedenheit.
Sibylle Berg in der NZZaS vom 26.08.2007, Seite 71.

Politik, Geschlecht und Quoten

60.2 Prozent der Schweizer sind laut einer repräsentativen Isopublic-Umfrage bei 1029 Personen an Politik interessiert. Grosse Unterschiede gibt es zwischen den sozialen Schichten: 82.5% der Gutsituierten bezeichneten sich als interessiert oder sehr interessiert. Bei den weniger Begüterten lag der Anteil bei 48.2%. Nach wie vor scheint Politik eher Männersache zu sein. 65.8% der Männer und nur 54.6% der Frauen gaben an, interessiert oder sehr interessiert zu sein. 71.2% der Befragten glauben, durch Abstimmen und Wählen Einfluss auf die Politik nehmen zu können.
Aus 20min vom 20.08.2007, Seite 6.
Also, nichts da mit den "urbanen, jungen Frauen", wie sie die CVP fokussiert. Der "weisse, heterosexuelle Mann bleibt die Körnung der Schöpfung" (Sibylle Berg in der NZZaS vom 26.08.2007) :-P.
Das Absurdeste an der Quotendiskussion wurde mir erst kürzlich bewusst: Man will Frauen durch Quoten in Ämter hieven, wo Qualifiziertere den Vorrang geniessen würden, obwohl es mehr Frauen als Männer gibt!

Greis boykotiert Weltwoche

Greis ruft zum Boykott der Weltwoche auf. So offen und liberal diese selbst ja ist, lädt sie ihn natürlich gerne zum Gespräch um seine Beweggründe zu erfahren:
Weil es der Weltwoche gelingt, beim urbanen Mitte-links-Publikum die Ideen der SVP salonfähig zu machen. (...) Und das macht sie erfolgreich.
Greis im Interview mit Peer Teuwsen in der WW34.07, Steite 10.

Gynäkologie und Erotik

Man findet ja diverse Filmdokumentationen darüber im Internet. Doch diese Aussage eines Gynäkologen trifft den Nagel auf den Kopf, abschliessend:
Doktor Struben, Hand aufs Herz, haben Sie bei einer hübschen Patientin noch nie an einen Quickie auf der Praxisliege gedacht? "Ob eine Frau attraktiv ist oder nicht, tut beim gynäkologischen Untersuch nichts zur Sache", sagt er. "Ich schaue mir einen Gebärmutterhals an - und der sieht bei allen gleich aus." Da sei kein Funken Erotik. Ach, kommen Sie, meine Herren! Wenn ein Mann einer Frau zwischen die Beine fasst, kann man das Sexuelle doch nicht wegdiskutieren. Braneti - er spielt mit einer Spirale - kontert: "In der Gynäkologie hat es im Gegenteil weniger Erotik als an anderen Orten. Erotik entsteht aus der Fantasie, der gynäkologische Untersuch hingegen stellt einen vor nackte Tatsachen."
Stefanie Rigutto in der WW33.07, S. 42ff.

Lügen

Zum Lügen braucht es immer zwei: Einer der lügt und einer der's glaubt.
Homer Simpson

Beschiss

Beschiss ist es erst, wenn es jemand merkt.
Al Bundy

Sonntag, 26. August 2007

Coop und Carrefour, bzw. die Weko

Coop hat Carrefour gekauft. Dies macht nicht sonderlich Sinn, denn von den 12 Läden kann Coop nur 4 wirklich übernehmen. Bei den anderen muss sich Coop einmieten. Coop kauft also Umsatz und nicht Substanz, könnte man meinen. Angesichts der mageren Margen im Detailhandel ist der Preis von 470 Mio. CHF für 1 Mrd. zusätzlichen Umsatz aber ziemlich teuer, denn Coops Nettomarge beträgt 2 Prozent. D.b. einen Mehrgewinn von 20 Mio, bei einem Übernahmepreis von bereits erwähnten 470 Mio. CHF. Da geht doch was nicht auf!

Coop-Chef Loosli soll zur Bedingung gemacht haben, dass diese Übernahmeentscheidung gefällt wird, bevor die Weko über den Kauf von Denner durch die Migros befindet. Coop wird mit Carrefour zum dominierenden Verkäufer von Markenartikeln. Diese faktische Monopolstellung darf die Weko nicht zulassen. Loosli hofft, dass damit auch die Denner-Übernahme durch die Migros scheitert. Mal kucken ob seine Strategie aufgeht...

Markus Gisler in der SonntagsZeitung vom 26. August 2007, Seite 57.

Subventionen und Staat

Ich will nicht von Subventionen und Staat abhängig sein, das verdirbt den Charakter.
Ulrich Gygi, Chef der Post

Tja, ab und zu haben diese SP-Typen tatsächlich den Durchblick. Aber eben nur ab und zu und bestimmt nicht alle! :-).

Samstag, 25. August 2007

Umverteilung und Steuerwettbewerb

Economiesuisse belegt in einer Studie:
1. Es findet in diesem Land keine Umverteilung von Wohlstand von unten nach oben statt. Im Gegenteil. Wenige Reiche und die Unternehmen kommen für mehr als die Hälfte unserer Staatsausgaben auf. Sie werden über Gebühr geschröpft.
2. Es gibt keinen ruinösen Steuerwettbewerb, kein "race to the bottom", wie ihn die Linke seit Jahr(zehnt)en betont.

Die Schlussfolgerung: Wenn das hochmobile, begüterte und unternehmerische Segment unseren Staat finanziert, kann der Sinn der Politik nicht darin bestehen, diese Wohlstandsquellen durch Regulierungen, Steuern und Abgaben trockenzulegen.
Roger Köppel in der WW34.07, Seite 66.

Sonntag, 19. August 2007

"Weltmacht Schweiz"

Der Spiegel bezeichnete die Schweiz amüsierend als Weltmacht. Dies aber nicht ohne Grund. Die Schweizer machen 0.1 Prozent der Weltbevölkerung aus doch generieren 0.8 Prozent des weltweiten Volkseinkommens. Die Schweiz hat die tiefste Arbeitslosenquote, das höchste Lohnniveau und prozentual am meisten Millionäre. "Sonderfall Schweiz" eben :-).

15 Ständeratssitze mehr?

Die 10 kleinsten Kantone der Schweiz haben weniger als 600'000 Einwohner und 16 Ständeräte. Die 10 grössten Städte haben über 1.2 Mio Einwohner und haben keinen Ständeratsitz. So fordert der Präsident der SP Schweiz, Hans-Jürg Fehr, 2 Ständeratssitze für die fünf grössten Städte und einen Ständerat für die "zweiten fünf grössten" Städte. Eigentlich eine gute Idee - und auch gerecht, denn das Ständemehr scheint mir schon etwas überholt zu sein, v.a. wenn man die Tendenzen der Urbanisierung kennt. Doch für Fehr geht es nicht um Gerechtigkeit, sondern um die Macht der linken Politik. Denn je grösser die Stadt ist, desto rot-grüner ist sie.

Auftrag des Sozialstaates

Der Auftrag des Sozialstaates ist es, den Schwächeren die Chance zu eröffnen, eine selbstständige Existenz aufzubauen. Stattdessen ist er zum Instrument einer umfassenden Sozialpolitik geworden mit zwei Zielen. Erstens: Korrektur marktwirtschaftlicher Prozesse, Enteignung. Zweitens: Gleichschaltung der Gesellschaft, Einebnung von Unterschieden, Gleichheit.
Roger Köppel in der Weltwoche 32.07 auf Seite 66 zitiert Walter Schmitt Glaeser in der Frankfurter Allgemeinen.

"Diktatorisch verfügtes Expertenrecht"

Roger Köppel kritisiert die schleichende Übernahme von EU-Recht in die Schweiz, wie es Blocher in seiner 1. August-Rede aufgriff:

Er [Blocher] kritisiert die Tendenz, dass nicht gewählte, internationale Gremien in dubiosen Verfahren verbindliches Recht sprechen am Volk und seinen Vertretern vorbei. In der EU ist dies längst der Fall. Nicht die nationalen Parlamente, sondern ernannte Kommissare und Regierungspolitiker der Mitgliedstaaten (Exekutiven) bestimmen. Über 80 Prozent der jährlich verabschiedeten, für Deutschland gültigen Gesetze werden in Brüssel gemacht. Der Bundestag hat nichts zu sagen.
Roger Köppel in der Weltwoche 32.07 auf Seite 66.

Völkerrecht wird immer mehr vom Recht der Völker zu dem der Funktionäre.
Max Frenkel in der WW33.07, Seite 13.

Wieso die Flat-Tax der richtige Ansatz ist.

Im Grundsatz jedoch bündelt das System die beiden (…) Bestrebungen. Nämlich erstens Effizienz – dank unkomplizierter Steuererklärungen, mehr Steuerdisziplin, entlasteter Steuerämter. Und zweitens Gerechtigkeit. Denn wer profitiert von den Schlupflöchern im heutigen Abzugsdschungel? Vor allem die Spitzenverdiener.
Ralph Pöhner in der WW33.07, Seite 8

Weiter habe ich ja schon einmal ausgeführt, dass eine degressive Steuer gleich unfair wie eine progressive Steuer ist. Das einzig faire ist eine lineare Steuer, wie es die Flat Tax eben will, inkl. einem Abzug beim Einkommen um tiefere Einkommen zu entlasten. So soll es geschehen!

Eine Freundin ist 50'000 USD wert

Ökonomen haben den Wert eines aktiven Sexuallebens auf 50'000 Dollar veranschlagt. Das ist doch Nonsense.
Gemäss der Studie müssten sexuell inaktive Menschen im Schnitt 50'000 Dollar mehr verdienen, um mit ihrem Leben gleich zufrieden zu sein wie solche, die nicht asketisch leben.

Mathias Binswanger im Interview mit Victor Weber in der SonntagsZeitung vom 12. August 2007, Seite 52.

Das finde ich mal eine lustige Zahl. Was mit Opportunitäten nicht alles berechnen kann… :-) Dann bringt der Ökonome Binswanger aber noch zwei andere interessante Punkte zur Sprache:

Wissenschaftler gehen davon aus, dass es drei wesentliche emotionale Kategorien gibt, die in der Beziehung zwischen Mann und Frau eine Rolle spielen und demzufolge das Glück ausmachen: Sex, gegenseitige Anziehung und Geborgenheit beziehungsweise Sicherheit.

Die Wirtschaft will Effizienz und Profit, doch die sind letztlich ökonomisch nur sinnvoll, wenn sie zum Wohlbefinden beitragen.

Antiblocher Calmy-Rey

Die Weltwoche zieht mir zu fest über Calmy-Rey her. Doch Denis von Burg und Michael Lütscher gehen sie in der SonntagsZeitung vom 5. August 2007 auf Seite 16 etwas objektiver an:

Calmy-Rey preist einen „mulikulturellen Patriotismus“, aus meiner Sicht eine Illusion, oder anders formuliert, „mauert sich Calmy-Rey in linkem Weltverbesserertum ein. Im Bezug auf den Irak mit einer Prise ideologischem Antiamerikanismus“. Sie wird damit zur „Ikone eines sozialliberalen Patriotismus“, eine „Kultfigur des Anti-Blocher-Lagers“. Sie hat eine „Stellung als Alptraum rechtskonservativer Männerbünde gefestigt“. Da sie geschickt wusste, wie sie sich am 1. August auf dem Rütli inszenieren konnte, vergleicht sie Mörgeli in der Weltwoche als „La petite Blocher“. „Häme sollte es sein; zu lesen ist Ärger über eine, die es auch kann.

Weltwoche – Fachblatt für rechte Ideologie


Die SonntagsZeitung vom 12. August 2007 bezeichnet die Weltwoche auf Seite 52 als „Fachblatt für rechte Ideologie“. Logisch, dass sie zu meiner Pflichtlektüre gehört :-). Roger Köppel lässt die Weltwoche auch Sonntags in Bäckereien auflegen und konkurriert so die Sonntags Presse. Weiter scheut er sich nicht davor an wichtige Stellen auch Gratisexemplare zuzustellen, z.B. in das SP-Generalsekretariat. Sie erhalten bereits zwei Gratisexemplare :-D.

Carlos Slim ist Mexiko

Carlos Slim ist Herr über gut zweihundert Unternehmen, deren Börsenkapitalisierung ein Drittel des mexikanischen IPC-Index ausmacht. Sein Vermögen (59 Milliarden Dollar) entspricht 7 Prozent von Mexikos Bruttoinlandprodukt, John D. Rockefeller erreichte in den USA zu den besten Zeiten 2,5 Prozent.

Er ist damit der reichste Mann der Welt. Er trägt Anzüge von der Stange und feilschte in Venedig zwei Stunden um den Preis einer Krawatte. Ihm wird ein Zahlenfetischismus unterstellt, was ihn weltfremd erscheinen lässt. Unter anderem macht er mit hohen Telefontarifen und dem Verhindern von Wettbewerb sein Geld.

Sandro Benini in der WW33.07, Seite 14f.

Konzentration bedeutet:

  1. Ganz bei einer Sache sein
  2. Innerlich zur Ruhe kommen
  3. Für äussere Ruhe sorgen
  4. Sich nicht unterbrechen lassen
  5. Mit sich allein sein können
  6. Eins nach dem anderen tun
  7. Einen kühlen Kopf bewahren
  8. Sich intelligent organisieren
  9. Die Primetime nutzen
  10. Sich klug konditionieren
  11. Eine Beziehung zur Sache schaffen
  12. Ein forderndes Nahziel setzen
  13. Sich durch Visualisierung vorbereiten
  14. Mit einem inneren Ruck beginnen
  15. Ausdauer entwickeln
  16. Geistig flexibel bleiben
  17. Sich rechtzeitig eine Pause gönnen
  18. Flow erleben

Sich besser konzentrieren heisst… (2006) von Verena Steiner. Pendo Verlag München und Zürich.

Meine schönste Militärwoche

Ich habe nun doch auch schon über 200 Diensttage hinter mir, doch eine so schöne Woche hatte ich noch nie im Militär. Ich war abdetachiert - als einziger Freiwilliger von unserer Kompanie - zur Verfügung der Sendung "Stunt Hero" des Schweizer Fernsehen. Die drehen da mehrere Episoden an Stunts, und diese vierte Folge befasste sich mit militärischem Häuserkampf.

Das Militär (WK-Soldaten des Pz Gren Bat 28) stand unter dem Kommando von Oberstleutnant Pellegatta, dem höchsten Verantwortlichen der Schweizer Armee betreffend Häuser- und Ortskampf (HOK). Um auf dem neusten Stand der Dinge zu sein, wurden wir an Waffen ausgebildet, die noch nicht einmal in den aktuellen Rekrutenschulen im Einsatz sind. Ich bin jetzt also up-to-date mit
  • Irritationskörpern; 1-, 2- und 9-Knall: Es knallt, blitzt und es gibt eine Druckwelle. Sie wird verwendet um einen Raum zu säubern. Im Gegensatz zur Handgranate, welche früher standardmässig zum Einsatz kam, ist dies meine erste nicht letale Waffe.
  • Kommandosturmgewehr: Eigentlich wie das normale Sturmgewehr, einfach etwas kürzer und damit handlicher im engen Häuserkampf. Vielleicht wird das zur Standardausrüstung der Pz Grens.
  • Pyranha: Dieser nur leicht gepanzerte Radschützenpanzer ist für die mechanisierte Infantrie gedacht. Bereits eine 30mm-Kanone kommt aber durch die Wand durch. Das ist nicht die Zukunft der wertvollen Pz Grens. Diese werden auch künftig in der neusten Anschaffung der Schweizer Armee transportiert: im modernen und gut gepanzerten Schützenpanzer 2000, aka CV9030.
  • Leichtes Maschinen Gewehr (LMG): Das ist die Krönung. Ist etwas schwerer als das Sturmgewehr, hat ein Magazin für 200 Schuss und Munitionsbänder, wie man sie aus Rambo kennt. Künftig wird immer einer pro Schützenpanzer mit diesem Superding unterwegs sein :-).
Nebst der interessanten und Lehrreichen Ausbildung vom Chef persönlich, hatten wir die ganze Kaserne Walenstadt für uns alleine, wir assen immer im Restaurant, hatten jeden Abend Ausgang (Bis auf Donnerstag (*) habe ich es immer auf deutlich über * gebracht. Zeiten wie an der HSG (*)!), 100m zum See (jeden Abend ein erfrischendes Bad) und bis auf Donnerstag hatten wir auch immer super Wetter. Einfach toll!

Zu Stunt-Hero schreibe ich dann auch noch was. Am 18. September beginnt die Show, jeweils Diensttags ab 20 Uhr auf SF2. Folge 4 nicht verpassen!