Montag, 21. Februar 2011

Demonstrationen im Nahen Osten / Nord-Afrika


Quelle: Max Borowski in der NZZaS vom 20.02.2011, Seite 4f

Migration könnte gut sein - ist aber schlecht

In den Migrations-Empfänger-Staaten gehört jedenfalls die Gender-Gerechtigkeit zu den absoluten Verlierern des Prozesses; kein Wunder, wenn immer mehr Repräsentantinnen des klassischen Feminismus sich mit der Migration – insbesondere auch aus der Welt des Islam – schwer tun. Radikaler Feminismus und Rechtspopulismus wird die ‚Sensationsehe‘ der zweiten Dekade des 3. Jahrtausends sein.

Wir können zunächst relativ gesichert davon ausgehen, dass der Import von Arbeitskräften in der Weltwirtschaft leider nachteilige Auswirkungen auf die Lebensqualität und Gender-Beziehungen hat. (...) Dieses alles deutet darauf hin, dass im Westen auf der Seite der politischen Linken die so genannten ‚neuen sozialen Bewegungen‘ von Ökologismus und Feminismus weiter geschwächt werden, und die MigrationspessimistInnen weiter erstarken.

Ökonomenstimme Arno Tausch, 21.02.2011

D: Gründe für politischen Rücktritt

Anscheinend sollen die folgenden Taten Gründe darstellen, ts:
Fest steht, es gab Politiker, die haben ihr Amt aus nichtigeren Gründen aufgegeben: eine schwarz beschäftigte Putzfrau, eine Urlausreise auf Kosten eines Tourismusunternehmens oder der Privatkredit eines PR-Beraters. Der ehemalige Bundeswirtschaftsminister Jürgen Möllemann stürzte Anfang der 90er Jahre über einen Briefkopf des Ministeriums, auf dem er sich für die geschäftlichen Interessen eines Verwandten eingesetzt hatte. Der sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf konnte sich nicht mehr im Amt halten, weil publik geworden war, dass er an der Kasse eines Möbelhauses mit Hinweis auf sein Amt um einen Rabatt gefeilscht hat.
...und diese nicht, ts:
Auf der anderen Seite gab es ebenso Politiker, die wesentlich schwerere Vorwürfe politisch ausgesessen und ihre politische Karriere fortgesetzt haben, die trotz Meineides Minister wurden, denen eklatante politische Fehlentscheidungen, die finanzielle Begünstigung von Parteifreunden oder die massive Verschwendung von Steuergeldern wenig anhaben konnten. Der ehemalige hessische Ministerpräsident Roland Koch zum Beispiel überlebte die schwarzen Kassen seines CDU-Landesverbandes. Koch wurde gar der Lüge überführt, er hatte illegale Zuwendungen an die Partei als „jüdische Vermächtnisse“ deklariert. Johannes Rau blieb Bundespräsident, obwohl er als Ministerpräsident von Nordrhein-Westfahlen zusammen mit seinem Kabinett in eine Flugaffäre um die Westdeutsche Landesbank verwickelt war. Den Fraktionsvorsitzenden der Linken Gregor Gysi wiederum stört es wenig, dass seine Stasi-Kontakte im SED-Staat seit Jahren aktenkundig sind.

Auch der grüne Außenminister Joschka Fischer sah sich nicht zum Rücktritt gezwungen, nachdem er einräumen musste, im Straßenkampf in Frankfurt in den siebziger Jahren einen Polizisten verprügelt zu haben.
Cicero

Warum eine Offiziersschule eine brauchbarere Qualifikation ist als ein Doktortitel


Ausgangslage: Der allseits beliebte und erfolgreiche Verteidigungsminister Deutschlands Karl-Theodor zu Guttenberg hat Teile seiner Dissertation aus nicht zitierten Quellen. Damit verstösst er gegen eines der höchsten Gesetze der Wissenschaftlichkeit.

Einwand von dzi:

- Sowie Karrieren in der Armee... Solange die Besten danach streben, sind sie ein Indikator der Fähigkeiten.

- Armee, vor 40 Jahren - die Besten; jetzt - eine bessere Arbeitslosenversicherung

- Doktorate, vor 10-20 Jahren - Joe Ackermann und Co; jetzt - immer noch viele Gute...

Einspruch: Die zentrale Frage ist, woher kommen mehr brauchbare Leute?

Dr-Titel werden zu einem grossen Teil an Mediziner vergeben. Deren Mehrwert ist oft gering. Der Versorgungsstand in der Schweiz erfüllt bei weitem auch ohne den Diss-Aufwand den medizinischen Minimalstandard. Was darrüber hinausgeht führt in seltenen Fällen zur Verbesserung der Menschheit im sichersten Fall jedoch zu Mehrkosten im Gesundheitswesen.

Es gibt auch Naturwissenschaftler, welche doktorieren. Das sind wesentlich weniger und deren Aussicht auf bahnbrechende Innovationen / Quantensprünge ist massiv höher.

Und dann gibt es da noch die Sozial- und Geisteswissenschaften: Hier werden auch viele Doktortitel vergeben. Jedoch handelt es sich nicht um eine binäre, wahr-falsch, 1-0 Wissenschaft. Es werden keine neuen Tatsachen geschaffen sondern lediglich Thesen erzählt. Und genauso kann man das Gegenteil behaupten, umfangreich umschreiben und dafür die "höchsten akademischen Würden" ernten. Diese sind deshalb fragwürdig.

Im Gegensatz zu einer Offiziersschule: Auch hier muss man allerdings die verschiedenen Schulen unterscheiden: Versörgeler, Teliphönler oder Sanitüten: Klar hebt sich dort der Offiziersstand auch vom Fussvolk ab, jedoch nicht gleich und auf einem tieferen Niveau wie bei anderen Waffengattungen wie Infantrie, MLT, Fliegertruppen oder Artillerie - den Hauptkampfmitteln der Armee.

Man lernt zu strukturieren und planen, ist fähig vor ein paar Leuten eine Idee klar zum Ausdruck zu bringen und hat ein systematisches Vorgehen. Es ist mir immer wieder eine Freude, mit Offizieren zusammenzuarbeiten. Die fail-rate ist wesentlich geringer als bei Doktoren, insb. von "irgendwelchen" Sozialwissenschaften...

Sonntag, 20. Februar 2011

weibliche Russinnen, unisexuelle Europäerinnen

Im Westen scheinen manche Frauen nicht mehr allzu grossen Wert auf ein gepflegtes, weibliches Auftreten zu legen. Täuscht der Eindruck?
Ich teile den Eindruck. Der Stil ist unisexuell geworden. Nur wenige Länder, darunter die lateinamerikanischen und die osteuropäischen, kennen noch grosse Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Das finde ich richtig und gut so. Sonst werden wir alle zu Aliens mit ununterscheidbaren Gesichtern.

Welches sind die entscheidenden Unterschiede zwischen Mann und Frau?
Die Hosen.
Anna Netrebko, Opernsängerin, im Interview von Philipp Gut in der WeWo vom 10.2.2011, Sonderheft der russischen Kultur in der Schweiz 2011, Seite 10f.

Schweiz: beste Voraussetzungen für Revolution

Ernst Nobs begleitete Lenin eines schönen Sommernachmittages im Jahre 1916 auf einem Spaziergang am Zürichsee.
Ich glaube, die Schweiz ist das revolutionärste Land der Welt. Ich meine das ernst [...], ich habe gelesen, dass euer Staat euch Gewehre und sogar Munition nach Hause mitgibt. Das tut in der ganzen Welt keine andere Regierung. In Anbetracht der grossen Anzahl von Soldaten in Gewerkschaften, sind die Schweizer Gegebenheiten günstige Umstände, um zum sofortigen bewaffneten Aufstand und gewaltsamen Umsturz aufzurufen.
Lenin, erwähnt von Michail Schischkin in der WeWo vom 10.2.2011, Sonderheft der russischen Kultur in der Schweiz 2011, Seite 10f.

Samstag, 19. Februar 2011

Kinder führen zum Verlust der individuellen Freiheit

Heutzutage wollten alle möglichst viele Freiheiten, wobei die Kinder als Vervollständigung des persönlichen Lebensglücks verstanden würden. Sind sie dann mal da, müssen wir erschreckt erkennen, dass diese Kinder uns in unserer Freiheit einschränken.

…vor dem Hintergrund des westlichen Anspruchs, alles planen und kontrollieren und sich selbst optimal verwirklichen und Spass haben zu können, gibt es keine vernünftigen Argumente dafür, Kinder in die Welt zu stellen.

Warum kriegen wir sie dann trotzdem? Weil wir den diffusen Wunsch haben, zu lieben und gebraucht zu werden.

Die Frage ist, wie wir reagieren, wenn die Kinder einmal da sind. Denn persönliche Freiheit ist schön und gut, aber erst mal weg, wenn man Kinder hat. Und dabei geht es nicht in erster Linie um die Zeit, die man für Kinder aufbringen muss, es geht um etwas Tieferes. Um Verantwortungsgefühl, Bindung, Vepflichtung. Man kann versuchen, sich davon zu emanzipieren, um wieder zu seinem alten leben zurückzukehren.


Der Westen regelt gesellschaftliche Dinge immer über Rechte anstatt über Pflichten. Genau darum ist wahrscheinlich auch die Familie im Westen ein Auslaufmodell: Weil jeder nur zu seinem eigenen Recht kommen will und ganz vergisst, dass es vielleicht auch Pflichten gibt.
Kurt Haerri im «Club»
Ist es denn unser aller Pflicht, Kinder in die Welt zu setzen?
Die Persönliche Freiheit kann warten.
Muss sie sogar?
Michèle Binswanger im Mamablog

Mittwoch, 16. Februar 2011

feige Frauen flüchten in traditionelle Rolle

Hormongebeutelte Wohlfühlwesen seien wir Frauen, zu bequem, um für sich selber zu sorgen, zu faul, um berufliche Ziele zu verwirklichen. Statt uns im Arbeitsleben, in freier Wildbahn gegen die Männer durchzusetzen, machten wir es uns lieber in der traditionellen Rolle gemütlich. Dass so wenig Frauen in wirtschaftlichen Spitzenpositionen zu finden sind, liegt also nicht an der berühmten gläsernen Decke, sondern daran, dass die Frauen gar nicht erst unter der gemütlichen Bettdecke hervorkriechen, um sich die Hände im wirtschaftlichen Wettbewerb schmutzig zu machen. Nach dem Studium wird eine Familie gegründet, schnappt die Mutterfalle zu, taumeln die Frauen auf einer Latte-Machiato-Rampe ins Nichts. Weil sie zu feige sind.

Die These, dass die Frauen sich selber im Weg stehen ist nicht ganz neu und hat natürlich einen wahren Kern. Wir wissen, dass Frauen nicht nur keine Karriere machen können, weil es ungünstige Strukturen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie gibt. Sondern dass sie es vielfach auch einfach nicht wollen. Oder nicht genug wollen. Allerdings ist daran nicht nur die «Mutterfalle» schuld, sondern auch andere Dinge. Vielen Frauen ist ein gepflegtes Sozialleben und persönlicher Freiraum wichtiger als Status und Geld, weshalb sie vor dem Opfer an privater Zeit, das jede Karriere einfordert, zurückschrecken.

Ideologisch gesehen ist es natürlich ganz schlecht, wenn die Frauen, die so lange dafür gekämpft haben, nicht an den Herd verbannt zu werden, nun freiwillig seinen Trost suchen. Das zementiert die Geschlechterrollen,

Volkswirtschaftlich macht es wenig Sinn, Frauen durchs kostenintensive Bildungssystem zu schleusen, nur damit sie dann jahrelang auf Spielplätzen herumhängen.

Michèle Binswanger im Mamablog, sinniert über das Buch von Bascha Mika: «Die Feigheit der Frauen: Rollenfallen und Geiselmentalität. Eine Streitschrift wider den Selbstbetrug», C. Bertelsmann Verlag, 256 Seiten

Ägyptische Hoffnungen werden unerfüllt bleiben

Ein Damm ist gebrochen. Nichts wird wieder so sein wie bisher.
Tariq Ramadan in der NZZaS vom 13.2.2011, Seite 7.

Doch nach dem Beben am Nil wird man das Gefühl nicht los, dass sich die tektonischen Platten in der arabischen Welt verschoben haben.
Mohamed Mohieddin, 59, Soziologieprofessor

In ihrem Kern ist die Bewegung nationalistisch, bezieht ihre Kraft aus dem jungen Volk. Religiöse Ideen haben die Träger des Wandels ebenso wenig im Sinn wie regionalstrategische Gedanken. "Frei sein", skandieren die Jungen. "Bildung", "Arbeit" und "Wohlstand" sind die Losungsworte der Stunde.
Urs Gehriger in der WeWo5.11, Seite 12ff.

Dienstag, 15. Februar 2011

Youth Bulge

Ein youth bulge liegt überall dort vor, wo die 15-24-Jährigen mindestens 20 Prozent, bzw. die 0- 15-Jährigen mindestens 30 Prozent der Gesamtgesellschaft ausmachen.
Gary Fuller

Zu viele Junge sind ein grundlegendes Strukturelement kollektiver Aggressivität.
Gaston Bouthoul

rückständige wirtschaftliche Strukturen (z.B. in Form hoher Arbeitslosigkeit)in Kombination mit grossem Jugendanteil mit mangelnden Zukunftsaussichten und einem schwachen politischen System stellen eine explosive Mischung dar.
Henrik Urdal
--> Unzufriedneheit, Enttäuschung, Frustration, Gewalt
Wenn große Teile der männlichen Jugend zwar ausreichend ernährt sind, aber keine Aussicht haben, eine angemessene Position in der Gesellschaft zu finden, stehe ihnen als einziger Weg die Gewalt offen.
--> Voraussetzungen für Bürgerkrieg, Völkermord, Imperialismus und Terrorismus
Gunnar Heinsohn
Klassischerweise schweift unser Blick diesbezüglich auf islamistische und afrikanische Staaten. Darin leben 2 Mrd. Menschen, wovon 300 Millionen junge Männer im Alter von 15 bis 30 Jahren sind.
Wikipedia
Das grosse Töten bei Revolutionen setzt erst nach dem Sieg ein. Wenn nicht genug gesellschaftliche Positionen frei werden für die jungen Revolutionäre, wenn die obsiegende Jugend merkt, dass man freie Wahlen nicht essen kann. Tatsächlich liegt da ein grosses Potenzial für Enttäuschungen. Bereits schwellen die Flüchtlingsströme aus Tunesion an.
Thomas Isler in der NZZaS vom 13.02.2011.

Skopje, Mazedonien Harte Jungs im Dooflauf. Albaner und Mazedonier nehmen den Streit um den Bau eines Museums zum Anlass für eine Art Gang-Krieg. Der Rüpel links hat ein Messer, jener rechts einen Schlagstock in der Hand. (Keystone, Blick)

Montag, 14. Februar 2011

Rolf Eden

Zum Wesen eines Playboys
Das ist doch schlimm, wenn man sich nur auf eine, oder drei Damen konzentrieren soll. Außerdem ist das doch eine Horizonterweiterung. Das sind bei mir ja alles junge Damen. Da sehe ich dann: Was ist gerade in, was ist gerade modisch angesagt, über was unterhalten die sich? Das ist alles sehr interessant für mich, diese junge Generation zu verstehen. Wenn ich dann mal Eine wieder loswerden will, sage ich ihr das nie direkt, ich bin ja Gentleman. Ich mache das so, dass sie am Ende denkt, sie wollte selbst gehen. Übrigens wollen die meisten Frauen ab 30 ohnehin eine Familie, dann finden sie einen Idioten der sie heiratet, und verlassen mich. Hier zum Beispiel (er zeigt auf das gerahmte Bild eines blonden Fräuleinwunders auf seinem Schreibtisch), die Uschi, auf einmal war sie weg und hat geheiratet.
Die schönen Seiten als Sinn des Lebens
Sinn des Lebens ist für mich, nur schöne Sachen zu erleben. Und keine traurigen Sachen. Keine Krankenhäuser, keine Beerdigungen. Und wenn Leute irgendwelche größeren Sorgen haben, dann gebe ich ihnen Geld, aber ich will nichts damit zu tun haben, nichts davon hören, und nichts davon sehen. Ich bin mir sicher, dass die traurigen Sachen auch das Leben kürzer machen. (...) aber ich persönlich will nichts mit solchen [traurigen] Leuten zu tun haben. Weg davon. Dann bleibe ich gesund und fröhlich. Ich bin Egoist. Ich mache nur die Sachen, die gut für mich sind, nicht für andere.
Leid und Suizid
Wenn man vorher weiß, dass Menschen schon krank auf die Welt kommen, dann sollte man den Leuten doch das Leid ersparen. Und wenn einer sagt, er will nicht mehr leben, dann soll man ihm dabei helfen.

Rolf Eden im Interview mit Constantin Magnis in Cicero.

dritte abrahamitische Religion

Wir leiden schon unter der dritten abrahamitischen Religion, deren Vertreter seit Jahrzehnten nur Ansprüche stellen, ohne sich selber nach aussen zu öffnen.

Freitag, 11. Februar 2011

Aufklärung als Schlüssel zum Erfolg in arabischen Staaten

Nicht das christliche Abendland hat uns gerettet, sondern die Aufklärung vor dem christlichen Abendland. Und genauso wird es -nach vielen Krisen und Rückfällen -in den arabischen Ländern sein. Die Jungen werden den religiösen Habakuk vergessen.
Peter Bodenmann in der WeWo6.11, Seite 24
Gute Überlegungen allerdings mit der Falschannahme, dass Muslime reif für eine Aufklärung seien...

Notwendigkeit einer kontrollierten Immigration

Für einen Ausländer gibt es keinen einzigen Grund, nicht hierherzukommen. Löhne, Steuern, Sozialwerke, Schulen, Krankenversicherungen, Infrastrukturen und politische Stabilität -alles ist besser als überall sonstwo.
Christoph Mörgeli in der WeWo6.11, Seite 24

Pressegesetz

Jedes Presseförderungsgesetz dieses Planeten besteht aus drei Teilen.
  • Teil 1 beschreibt, dass vielfähltige Medien ganz wichtig sind für Meinungspluralismus und Demokratie.
  • Teil 2 beschreibt die Unterstützung für Medien wie tiefe Steuern, verbilligte Transporet und direkte Subventionen an jene, die Teil 1 besonders gut umsetzen.
  • Teil 3 beschreibt dann die staatlichen Überwachungs-und Kontrollmechanismen, die meist als sogenannte Qualitätssischerung getarnt sind.
Kurt W. Zimmermann in der WeWo6.11, Seite 25

Aussichtsloses Ägypten

Würden durch eine neue Regierung die Probleme des Landes gelöst?
Die Erwartungen an die künftige Regierung sind jenseits der Realität. Keine neue Regierung kann die Jobs schaffen, die es braucht. Sie kann auch nicht das Problem der Jugendarbeitslosigkeit lösen.
Erich Gysling im Interview von num im Blick am Abend vom 11.2.11, Seite 2.

Donnerstag, 10. Februar 2011

europäischer Währungsfonds aka europäische Schuldenagentur

Irland hatte bis 2008 einen der grössten Haushaltsüberschüsse in der EU. Die Iren hatten alles richtig gemacht, mit Steuererleichterungen das Wachstum gefördert, so dass niedrigere Abgaben zu insgesamt höheren Steuereinnahmen führten.

Das Problem war nur, dass Irland die Kontrolle über seine Geldpolitik abgetreten hatte. In Zeiten des Booms konnte praktisch jeder irische Wirtschaftsexperte sehen, dass der Leitzins angehoben werden musste. Aber natürlich gab es keine irischen Zinsen mehr, sondern nur die Zinsen der Euro-Zone, diktiert von den Bedürfnissen der Kernländer. Irland musste eine katastrophale prozyklische Geldpolitik verfolgen.
Daniel Hannan in der WeWo5.11, Seite 43.

europäische Integration

Die heutigen Probleme gehen darauf zurück, dass die EU zuerst die wirtschaftliche Integration erfolgreich hätte abschliessen müssen und erst dann die politische hätte angehen sollen. Erst am Schluss dieses Weges hätte dann eine gemeinsame Währung gestanden. Qualität und Quantität sind eben nicht das Gleiche. Das gilt auch für die einzelnen EU-Mitglieder.
Hans-Ulrich Doerig im Interview von Carmen Gasser und René Lüchinger in der WeWo5.11, Seite 48ff

geschlechsneutral? wtf!

Wenn ich mit den Kindern Spital spiele, muss ich aufpassen, meiner Tochter nicht die Rolle der Krankenschwester zuzuweisen, sondern jene des Arztes, und meinem Sohn die Pflegearbeit! Sich geschlechtsneutral zu verhalten, ist harte Arbeit. Sie geschieht nicht von alleine.
Sandrine Devillard, Senoior-Partnerin bei McKinsey (80%-Pensum) im Interview von Charlotte Jacquemart und Gabriela Weiss in der NZZaS vom 6.2.2011, Seite 40.

knappe Mittel im Gesundheitswesen

Wo sollen die knappen Ressourcen im Gesundheitswesen eingesetzt werden?
In einem Pflegeheim mit 11 Pensionären bricht nachts ein Feuer aus. Geliches geschiet in derselben Nacht in einem Heim mit 10 Kleinkindern - in derselben Gemeinde. Die lokale Feuerwehr hat aber nur ein Löschfahrzeug: Wohin schicken Sie es?
Es braucht Kriterien, die sagen, welche Patienten bevorzugt behandelt werden sollen:
  • derjenige, der am meisten von der Behandlung profitiert,
  • derjenige, der für seine Angehörigen wertvoll ist (Mutter mit drei kleinen Kindern), oder
  • derjenige, der der Volkswirtschaft am meisten bringt?
  • Oder derjenige, der am meisten leidet?
Gordana Mijuk und Charlotte Jacquemart in der NZZaS vom 6.2.2011, Seite 28f.
Mein Punkt: Derjenige, der die Allgemeinheit am wenigsten kostet. Privat finanziert ist auch das unsinnigste möglich - die öffentlichen Kassen werden aber nur bis zu einem Maximalbetrag von bspw. 50' GBP (National Health Service in England) belastet.