Dienstag, 26. Januar 2010

Blairs Verdienst für eine Rede

Der britische Ex-Premier Tony Blair hat bei einer Hedge-Fund-Firma eine 90-minütige Rede zur weltpolitischen Lage gehalten - und dafür 340'000 Franken kassiert.
Blick am Abend vom 26.01.10 zitiert The Independent

Sonntag, 24. Januar 2010

Ärtzelöhne

  • Hausarzt FMH: 195'000 CHF
  • Durchschnitt aller Ärzte: 215'000 CHF
  • Neurochirurg: 390'000 CHF
  • Radiologe: 380'000 CHF
  • Augenarzt: 340'000 CHF
Chrisine Brand in der NZZaS vom 24.01.10, Seite 21.


Und das ganze wird finanziert durch die immer steigenden Krankenkassenprämien!

Fussball: gähn

  • 13'500 Karten kann der Schweizerische Fussballverband für die drei Vorrundenspiele des Nationalteams an der WM in Südafrika verkaufen.
  • 706 Tickets sind bisher verkauft.

  • Global: 3 Millionen Karten
  • 675'000 Karten sind bereits verkauft.

Mal abgesehen davon, dass Fussball grösstenteils eine langweilige Sportart ist, ist es auch ein Irrtum, mit solchen Events in der Dritten Welt etwas anzukurbeln. Ist zwar gut gemeint, doch das wird ein Desaster: Unfälle im Stadion, Ausschreitungen, Kriminalität, etc.

Haiti: Voodoo- und Sklavenmentalität

Voodo heisst: Je m'en fous. --> Ich gebe einen Deut auf die Sklavenhändler, die Plantagenbesitzer, die Kolonisatoren, die Missionare, den Rationalismus, den Kapitalismus, die ganze verdammte weisse, westliche Kultur.
Max Beauvoir, Voodoo-Priester, vor ein paar Jahren in Prt-au-Prince zu David Signer

Zweifellos gibt es bis heute unter den Haitianern einen Reflex, alles, was mit Moderne, Fortschritt, Rationalität und Effizienz zusammenhängt, mit der westlichen Kultur in Verbindung zu bringen und deshalb als fremd zu verdächtigen oder abzulehnen.
Religionswissenschaftler sprechen von einem "dependenten Menschenbild":
Der Gläubige kann nichts bewirken, in Anbetracht der Übermacht der Realität. Planung ist folglich sinnlos, Kontrolle unmöglich --> Keine Selbstverantwortung. (Erinnert an kommunistische Realitäten)
"M'pa kapab" ("ich bin nicht fähig dazu") und "Se pa fôt mwen" ("es ist nicht mein Fehler") sind fast die häufigsten Kreal-Sätze, die man zu hören bekommt - vor allem, wenn jemand etwas nicht auf die Reihe bekommt.
Sklavenmentalität
Verantwortlich ist der andere, besonders der Chef.
Arbeit ist Zwangsarbeit, ein freier Mensch arbeitet nicht.
Voodoo ist eine Religion der [Anm. geistig] Armen und Unterdrückten. Sie predigt gegenseitige Hilfe und Solidarität, ist aber nicht aufstiegsorientiert. Eher geht es um GLEICHheit in der Misere. Allzu Ehrgeizige werden neidisch beäugt, nach dem Muster: Wenn ich schon arm bin, soll's dem anderen nicht besser gehn.
Die erneuerte Abhänigigkeit:
Arbeitslosigkeit: 50-70%
Die meisten leben von Überweisungen von arbeitenden Verwandten im Ausland oder von der Entwicklungshilfe.
Haiti ist gegenwärtig im Begriff, erneut zu einer Art Kolonie der ausländischen Helfer zu werden.

David Signer in der NZZaS vom 24.01.10, Seite 67.

"Doktor Sudaro"

Ich hatte drei Ziele im Leben.
  1. Generalstabsoffizier
  2. eine Führungsposition
  3. ein Doktorat.
Ich habe alles erreicht.
Tiziano Sudaro

Dr., Executive MBA, Oberst i Gst, Chef Strategieplanung Verteidigung, Armeestab.
Zuvor in der Privatwirtschaft, langjährige Erfahrung im Strategiemanagement.
Zum Autor von "Der Strategie Check" in Military Power Review vom 2/2009, Seite 3ff.

Die akademischen Titel und militärischen Auszeichnungen, mit denen der grossgewachsene Tessiner Tiziano Sudaro, demnächst 44 Jahre alt, sich schmückte, sind ebenso zahlreich wie dubios. Er firmierte als Dr. rer. pol., gab vor, in Oxford einen Master of Business Administration (MBA) sowie an der Universität Harvard einen Master-Abschluss erworben zu haben, tapezierte seine Büros mit Oxford- und Cambridge-Wimpeln und einer Hisbollah-Fahne, belegte den Tisch mit CIA-Mäppchen und schmückte schliesslich seinen massigen US-Geländewagen des Typs «Hummer» mit Insignien der Elite-Fallschirmgrenadiere des Aufklärungsbataillons 17.
Philipp Gut und Andreas Kunz in der WeWo2.10, Seite 30f.

Das Institut für Politikwissenschaft der Uni St. Gallen pries ihn auf der Website als "Experten" für das Center for Security Economics und Technology an.
Philipp Gut und Andreas Kunz in der WeWo2.10, Seite 30f.
Wie konnte es geschehen, dass der Blender und Fälscher sich jahrelang in sensibelsten Bereichen der Verwaltung bewegen konnte und dort eine glänzende Karriere hinlegte?
Nach mehreren Assessments und Personensicherheitstests hat es für mich keinen Anlass gegeben, an der Echtheit der angegebenen wissenschaftlichen Qualifikationen zu zweifeln. Man hätte den Schwindel vielleicht früher entdeckt, wenn Herr Sudaro einen schlechten Job gemacht hätte. Er hat aber einen guten Job gemacht.
Divisionär Jakob Baumann, Linienvorgesetzter, zitiert von Philipp Gut in der WeWo3.10, Seite 10f.
Moral von der Geschicht'?
Die Aussagekraft und Bedeutung akademischer Qualifikationen wird mit zusätzlichen, wirklichen und wichtigen Anforderungen an ein Stellenprofil marginal. Was wirklich zählt: Überzeugungskraft, Auftreten, Identifikation mit dem Arbeitsbereich, Generalstabsoffizier. Auch "Elite-Schulen" wie die UniSG haben das offensichtlich und erwartungsgemäss nicht kapiert.

Wieso Mànner mit einem Kind einen Bierbauch bekommen

Auch die Herren nehmen zu. Wenn die Dame sich um ihre vorehelichen Pflichten kümmert, führt das beim Herrn zu einem Abbau hormoneller Überschüsse. Und wenn das Testosteron runtergeht, nimmt das Bäuchlein zu. --> Wenn das erste Kind geboren wird, kriegen auch die meisten Männer einen Bierbauch.

Männer interessieren sich eher für junge Frauen als für neugeborene Scheisserchen. (...) Mit der Geburt sinkt der Testosteronspiegel beim Mann schlagartig ab. Wenn Sie den Hahn kastrieren, wird er fett. Und der Mann mit Nachwuchs wird häuslich.
Udo Pollmer, Chemiker und Ernährungsexperte, im Interview von Daniela Niederberger in der WeWo2.10, Seite 48ff.

CO2-Ausstoss im internationalen Vergleich

  • Schweiz: 5.8t/Kopf
  • Russland: 8.2t/Kopf
  • Deutschland: 14.6t/Kopf
  • USA: 20.2t/Kopf
Alex Baur in der WeWo2.10, Seite 24ff.
Wie prioritär ist die Reduktion des CO2-Ausstosses daher in der Schweizer Politik?

Amtsmüder Leuenberger

Versagen in verwantwortlichen Sachbereichen
  • Strommarktliberalisierung: Die Preise werden um rund einen Drittel sinken. Falsch angegaben, Ziel nicht erreicht.
  • Personalentscheide: einfallslos und unglücklich: Gygi und Béglé.
  • Südanflüge: konnte sich nicht durchsetzen
  • "Vision Zero": realitätsfremd. kommt nicht weiter, da dies mit seiner Immigrationspolitik kollidieren würde: Raser...
  • Radio- und Fernsehgesetz: Konzessionsvergabe und Billag...
  • ständige Forderungen nach neuen Steuern, Lenkungsabgaben, neue Gebühren, Road-Pricing,...

Amtsmüdigkeit
[Vermehrte Zitate aus der Bibel können als] Kapitulationserklärung eines Politikers [gedeutet werden], der schon lange nicht mehr an die gestaltende Kraft der Politik glaubt und nur noch auf Wunder hofft.

...seine Unlust am politischen Disput mit zunehmender Penetranz zur Schau stellt und seine Energie auf das Verfassen geistreicher Blogs und Reden zu konzentrieren scheint...

Ein politischer Chef, der sich nicht ins Tagesgeschäft einmischt und die Verantwortung noch so gerne an Mitarbeiter delegiert, ist der Darling jedes Chefbeamten.

Die harten Kontroversen scheuend, hat sich der Politprediger eingebunkert in seinem Palast, wo er über biblischen Sprüchen und eleganten Formulierungen brütet.

Wer findet ausserhalb der geschützten Werkstatt der Verwaltung schon Verwendung für einen Moritz Leuenberger?

Alex Baur in der WeWo2.10, Seite 24ff.

Vereinbarkeit von muslimischen und westlichen Werten

Religionsfreiheit wird im Islam nicht voll akzeptiert. Die westliche Tradition der Verweltlichung - Säkularisierung - gilt als Ausdruck von Gottlosigkeit. Es bleibt die Aufgabe des islamischen Staates, eine göttliche Ordnung zu verwirklichen.
Roger Köppel zitiert aus einer neuen Dissertation in der WeWo2.10, Seite 5.

Béglés Inputs für die Post

Wenn die Richtung eines Unternehmens neu bestimmt werden muss, kommt es immer zu Reibereien. Kreative Süannungen gehen allen wichtigen Eentscheidungen voraus. Das ist gut so. Der Chef ist zu loben für die Bewegungen, die er in Gang setzte. --> Schöpferische Unruhe.

Am Service Public will Béglé unbedingt festhalten. (...) Aus unternehmerischer Sicht liegt hier ein Denkfehler vor: Defizitäre, marode Teile einer Firma müssen saniert, nicht subventioniert werden. In kranken Bereichen sind radikale Massnahmen gefragt: Kostensenkngen und/oder bessere Leistungen. Es ist keine schlüssige Strategie, das schwindende Briefgeschäft künstlich auf einem Niveau zu halten, das der Markt nicht mehr hergibt.
Roger Köppel in der WeWo2.10, Seite 5.

Freitag, 22. Januar 2010

Schweizer Staatsverschuldung

Man betrachte die dramatische Entwicklung in den 90er-Jahren: Das Resultat der "Koalition der Vernunft" (SP, CVP, FDP). Ein klares Zeichen für den Irrweg der FDP.

Im internationalen Vergleich noch relativ gut, doch trotzdem miserabel. Gerne träume ich abermals die Vision, wenn der Staat Vermögen hätte, könnte er seine Infrastruktur finanzieren und mit den Zinsen auf dem Vermögen seine Bürger kostenlos leben lassen.

überdurchschnittliche Zuwanderung in die Schweiz

Absurdität militärischer Ränge

Es war einmal, als ein Offizier noch ein Vorbild war. Die Identifikation, das Erstrebenswerte ging verloren:


Oberstleutnant!


Hauptmann!

Quelle: Armee aktuell

Post-Lösung

Meine Lösung für die Neuausrichtung der Schweizerischen Post
  1. IPO und Privatisierung: Die Besitzer müssen Druck auf das Betriebsergebnis ausüben.
  2. Redimensionierung des Poststellennetz und Zusammenarbeit mit bestehender Infrastruktur (Dorfladen, Kiosk, Tankstelle, etc.): Das Netz im Sinne des Service Public (bis vor jede Haustüre), ist zu teuer und daher nicht wirtschaftlich. Es gibt befriedigende Alternativen.
  3. Übergang von der physischen zur digitalen Post: Fokus auf elektronische Dienstleistungen: günstiger, schneller, komfortabler, grösserer Kundennutzen, umweltfreundlicher, etc.
Leider geht es nicht um die beste Lösung, sondern um einen demokratischen Kompromiss. Da haben viele Leute ein Mitspracherecht, die keine Ahnung haben was wirtschaftlich ist und ideologisch verblendet über die Unmöglichkeit einer Finanzierung klagen.

PS: Die PR-Experten für Béglé kosteten 4000 CHF/h...

zickige Blondinen

Blondinen - ob natürlich oder gefärbt - geniessen mehr Aufmerksamkeit und werden auch besser behandelt als ihre dunkelhaarigen Mitstreiterinnen. Bekommen sie dann für einmal nicht, was sie wollen, sind sie entschlossen, dies zu ändern - mit allen Mitteln.

Eine Blondine realisiert gar nicht, dass sie in der Regel wie eine Prinzessin behandelt wird.
Aaron Sell, Psychologie und Studienleiter an der University of California in Santa Barbara im 20min vom 20.01.10, Seite 2.

Zahlen zu Schweizer Gefängnissen

  • 2009: mehr als 6000 Personen im Gefängnis in der Schweiz (+5% im Vergleich zum Vorjahr)
  • Belegungsrate: 91%
  • inhaftierte Frauen: 5.8 --> 6.1%
  • Hauptgründe: Vermögens- und Drogendelikte
  • inhaftierte Ausländer: 69.7 --> 70.2%
Deborah Rast im 20min vom 20.01.10, Seite 6.

Unfälle im StrassenverkehrSchweiz

Rückgang Schwerverletzte und Getöteter im Strassenverkehr zwischen 1997 und 2007:
  • Deutschschweiz: -21%
  • Tessin: -10%
  • Westschweiz: -7%
Ursache Alkohol
  • Deutschschweiz: 11%
  • Romandie: 20%
  • Tessin: 19%, 32% nicht angeschnallt
Studie der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) im 20min vom 20.01.10, Seite 7

Überholte Stereotypen? Nicht mehr zeitgemässe Klischees?

feministisch geprägte Gegenwart

Männer kämen heute zu kurz, sagt der Soziologe Walter Hollstein. Die Gesellschaft werte Männlichkeit als pathologische Abweichung, schreibt der Psychiater Anthony Clair im Buch «Männer haben keine Zukunft». Jungen Männern fehle es an Widerstand, deshalb sei ihr Anteil an Schweizer Mittelschulen auf bis zu 35 Prozent gesunken, bemerkt der Jugendpsychologe Allan Guggenbühl. Viel Fachkompetenz ist im wachsenden Chor der Männer versammelt, die die Marginalisierung männlicher Werte beklagen.

[Der ehemalige Luzerner SVP-Politiker René Kuhn] prangert Ungerechtigkeit an, wo von Gleichbehandlung die Rede war:
  • beim Rentenalter,
  • bei den Witwenrenten oder
  • beim Scheidungsrecht.
Er wettert gegen
  • Gleichstellungsbüros,
  • feministische Sprachregelungen,
  • häusliche Gewalt von Frauen und
  • die Benachteiligung von Knaben in der Schule.
David Signer in der NZZaS vom 17.01.10, Seite 67.

Auch keine freie Rede im Web 2.0

Über 600 User machen sich in einer Facebook-Gruppe über einen behinderten Mann lustig. (...) "Ned ganz 200" sei er. Ausserdem stinke der "Pyjamachinese", der immer "so wirrs Züg" vor sich hinbrabble.
Früher beschimpfte man Behinderte auf dem Pausenplatz als "Möngi". Heute macht man sich halt auf Facebook über die Schwachen lustig."
Mark Zumbühl, Sprecher von Pro Infirmis

Die Facebookgruppe ist Ausdruck einer neuen Generation, die einen völlig anderen Umgang sowohl mit der eigenen als auch der fremden Privatsphäre pflegt.
Kurt Rossi, PR-Berater

Kommentare wie "dä huere Chines" verstossen gegen die Rassismusstrafnorm. Solche Offizialdelikte können mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren bestraft werden.
David Gibor, Strafrechtsexperte
Désirée Pomper in 20min vom 21.01.08, Seite 6

Zensur englischer Klischees über Deutsche

Der englische Werberat hat einen Radiospot auf Eis legen lassen, weil sich mehr als ein dutzend Menschen darüber beschwert hatten, dass deutsche Bürger als "streitlüsterne Tyrannen" hingestellt würden.

Die Werbung wurde von einer Onlinestellenbörse geschaltet. Dabei redet ein Mann mit seinem Boss, der ihn dann in deutscher Sprache anschreit. Dann folgt der Slogan der Börse: "Ist ihr Chef etwas tyrannisch? Finden Sie ihren perfekten Chef auf der größten Online-Jobbörse Großbritanniens".

Der Werberat begründete die Absetzung des Werbespots damit, dass sich einige Menschen dadurch beleidigt fühlen könnten.
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