Sonntag, 11. September 2011

Mythos: Frauen in der Opferrolle

Frauen sind in der Mehrheit
  • als Tagesschausprecherinnen
  • unter den Lehrern
  • bei den Medizinern
  • im Bundesrat
  • an den Universitäten
Lohndiskriminierung?
Studie des Büros BASS, 2008
  • absoluter Lohnunterschied beträgt knapp 20%
  • Unter Berücksichtigung der Qualifikation, Branche, etc. weniger als 10%
  • Oft fehlen den Frauen wegen der Kinderpause einige Jahre Berufserfahrung.
  • Würden Frauen tatsächlich bei gleicher Leistung billiger arbeiten, würden gewinnstrebende Firmen längst mehr Männer durch Frauen ersetzen.
instrumentalisierte Opferrolle bringt moralische Macht
Die französische Philosophin Elisabeth Badinter resümierte bereits 2004: «Der Feminismus hat die ideologische Schlacht gewonnen. Er verfügt heute über eine beträchtliche moralische Macht und die Fähigkeit, Schuldgefühle zu erzeugen.» Die Professorin an der Pariser Eliteuniversität Ecole polytechnique zählt notabene selbst zu den Feministinnen, ihr Buch «Mutterliebe», in dem sie den an­geborenen mütterlichen Instinkt in Abrede stellt, löste 1980 eine breite Kontroverse aus. Heute kritisiert sie die einseitige Opferhaltung der Frauen – obwohl sich diese politisch ausgezahlt habe: «Diese systematische Viktimisierung hat natürlich auch ihre Vorteile. Zunächst einmal fühlt man sich sofort auf der richtigen Seite der Barrikade. Nicht nur, weil das Opfer immer recht hat, sondern auch, weil es im selben Masse Mitleid erweckt, wie der Täter gnadenlosen Hass auf sich zieht.»

Justiz - Rechtssprechung:

  • Milde bei Bestrafungen
  • Im Vorteil bei Scheidungen und Sorgerechten

Ausbildung

  • weibliche Eigenschaften wie brav zuhören und auswendig lernen werden gefördert
  • männliche Eigenschaften wie Initiative werden medizinisch unterdrückt (Ritalin)
  • Mädchen  entsprechen dem Anforderungsprofil
  • Buben werden zu Mädchen gemacht

Darstellung des Mannes als Mangelwesen
Das traditionelle Männerbild wird überall kritisiert; Männer werden als Defizitwesen hingestellt, die schon mit grossen Defekten auf die Welt gekommen sind und eigentlich alles nur falsch machen.
Walter Hollstein, Sozialwissenschaftler

Wieso sind denn Frauen in Top-Kaderpositionen immer noch in der Unterzahl?
Frauen wollen solche Top-Jobs gar nicht (...) Immer wieder bin ich in den vergangenen Jahren Frauen begegnet, die mich irritiert haben. Klug und gut ausgebildet waren sie, traten selbstbewusst und eigenständig auf [. . .]. Und plötzlich scherten sie aus – verabschiedeten sich von ihren früheren Wünschen und Ambitionen und wählten ein klassisch weibliches Lebensprogramm. (...) Die Frauen würden aus Bequemlichkeit ihre Mutterrolle überhöhen und sich mit Teilzeitjobs, die unter ihren Möglichkeiten liegen, zufriedengeben. Dafür seien weder die Männer noch die Gesellschaft verantwortlich, sondern die Frauen selbst.
Bascha Mika, Feministin und frühere Chefredaktorin der linken Tageszeitung in ihrem kürzlich erschienenen Buch «Die Feigheit der Frauen»

Indirekt bestätigen Wirtschaftsvertreter Mikas These. Headhunter betonen immer wieder, dass Frauen sehr gefragt seien, dass die Firmen noch so gerne mehr Frauen im Verwaltungsrat oder in der Geschäftsleitung sähen, sich aber kaum welche finden liessen – trotz unzähliger Mentor- und Förderprogramme.

Alle Indikatoren weisen darauf hin: Die Benachteiligung der Frau ist nur noch ein Mythos. Gleichstellungsbüros und Frauenprotesttage dienen dazu, diesen aufrechtzuerhalten. Und das gelingt höchst erfolgreich.
Rico Bandle in der WeWo24.11, Seite 44ff.

Schwarze Musik prägt Sozialverhalten

Texte von Pop-Songs enthalten immer häufiger explizit sexuelle Botschaften. Zu diesem schluss kommen Forscher der Mormonen-Hochschule Brigham Young University in Utah, nachdem sie Inhalte von Songs untersuchten, die in den letzten 50 Jahren in der US-Hitliste "Billboard Hot 100"  besonders beliebt waren ("Sexuality & Culture", online).

Sexuell aufgeladene Texte würden eher von "männlichen und nichtweissen Künstlern" geschrieben. Laut den Wissenschaftlern besteht die Gefahr, dass solche Texte junge Männer dazu verleiten, sich sexuell aggressiv zu verhalten. Jungen Frauen werde dagegen der Eindruck vermittelt, ihr Wert in der Gesellschaft bemesse sich daran, wie viel sexuelles Vergnügen sie anderen bereiten.
pim. in der NZZaS vom 11.9.11, Seite 65.

Samstag, 10. September 2011

Staatsinterventionen zerstören die Marktlogik

Heute ist die Verschuldung nicht mehr ereignisbezogen. Wir haben eine chronische Unterfinanzierung für all das, was der Staat leisten und bieten will. Und er will nicht nur sehr viel, sondern immer mehr. Da seine Einnahmen nicht ausreichen, um die Leistungen zu finanzieren, nimmt er mehr Geld in die Hand, als er sich mit Steuern beschaffen kann. Auf diese Weise entsteht die historisch einmalige Situation, dass der Staat in Konkurrenz zur privaten Wirtschaft Kapital sucht. Das kann sich negativ auswirken, weil der unproduktive Staat produktive Investitionen verdrängt. --> crowding out.

Man hat versucht, den Bedenken und Ängsten, vor allem denjenigen der Deutschen, die an der Mark festhalten wollten, durch die Einführung der Maastricht-Kriterien Rechnung zu tragen. Zu den Beruhigungspillen zählte auch die sogenannte No-Bailout-Klausel . . .

Durch den Sozialstaat und die antizyklische Konjunkturpolitik nimmt die Staatquote zu.

antikapitalistischen Putsch:
Wenn bestimmte Geschäfte oder Firmen in der Krise pleitegehen, gehört es zur kapitalistischen Logik, dies geschehen zu lassen. Wenn die Politik das verhindert, zerstört sie die Gesetze des Kapitalismus. Wenn der Staat entscheidet, welcher der Marktakteure überleben soll und welcher nicht, weicht er von den Kernprinzipien der Marktwirtschaft ab.
Werner Plumpe, Wirtschaftshistoriker im Interview von Pierre Heumann in der WeWo24.11, Seite 50ff.

Oslo Massaker ist ein politischer Warnruf

Die Tat des Massenmörders von Oslo ist politisch und reflektiert das ­Versagen der Einwanderungs- und Integrationspolitik europaweit. 
Dieses Massaker war kein gewöhnlicher Amoklauf an einer Schule mit blinder Gewaltanwendung, sondern ein genau geplantes Verbrechen mit klarer politischer Zielrichtung. Es war gerichtet gegen die Arbeiterpartei, die Norwegens Politik seit langem dominiert, gerichtet auch gegen Europa, das mit seiner illusionären Einwanderungspolitik und Multikulturalismus-Doktrin wachsenden Widerstand hervorruft. Das Manifest des Täters im Internet lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. 
Heute gelten 10 Prozent der Bevölkerung als Ausländer. Fremdenfeindlich sind die wenigsten Norweger. In der Regel betrachten sie die Einwanderung als kulturelle Bereicherung. Doch ­Nationalisten sind viele, am Primat der norwegischen Rechtsordnung und politischen Kultur lassen sie nicht rütteln. 
Eine norwegische Umfrage hat in diesem Monat ergeben, dass die Hälfte der Befragten die Grenzen für zusätzliche Einwanderung schliessen möchte und ungefähr gleich viele die bisherige Integration der Ausländer als missglückt betrachten. 
...die Ängste in der Bevölkerung vor übertriebener Überfremdung aufnehmen. Wenn sich die politische Elite – Konservative, die Mitte-Parteien, die Linke­ – in vornehmer Zurückhaltung gefällt und weltfremden Illusionen huldigt, bereitet sie nur den Boden für wachsenden politischen Protest. 
Mehr Offenheit? Auch in Norwegen wurde Toleranz als kultureller Rückzug missverstanden. Eine deutsche Debatte über Leitkultur wurde nie geführt. Mehr Humanität? Ja, natürlich, so lange sie nicht in Naivität mündet, 
Wenn real existierende Probleme geleugnet oder nicht zur Kenntnis genommen werden, weil sie nicht ins gedrechselte Weltbild passen, gedeiht der Extremismus. Es wäre gefährlich, wenn nun eine Rückkehr zu bequemen Illusionen die Folge der norwegischen Tragödie ­wäre. Das Massaker ist ein Warnruf. Er sollte ernst genommen werden. 
Hansrudolf Kamer in der WeWo30/31.11

Islam - Islamismus

Kommentatoren meinen, dass keinesfalls alle Muslime unter "Generalverdacht" gestellt werden dürfen; und vor allem müsse man fragen, warum sie so geworden sind und so gehandelt haben. Hatten sie eine schwere Kindheit? Sind sie gekränkt, gedemütigt worden? Wurden ihre Grosseltern aus der Heimat vertrieben.
Henryk M. Broder in der WeWo30731.11, Seite 28.

Ausländeranteile in der Schweiz


  • 22.1% Ausländeranteil an der Schweizer Bevölkerung
  • 43.0% Ausländeranteil in der Schweizer Arbeitslosenversicherung
  • 71.6% Ausländeranteil in Schweizer Gefängnissen

Ausländeranteile an Schulen in Schweizer Städten:

  • 23.8% Schweizerischer Durchschnitt
  • 48.3% Genf
  • 47.3% Lausanne
  • 40.6% Freiburg
  • 35.3% Lugano
  • 34.8% Basel
  • 29.7% Biel
  • 29.5% Zürich
  • 28.6% St. Gallen
  • 26.3% Winterthur
  • 26% Bern
  • 23.8% Luzern

Aus SVP-Klartext vom Juli 2011

Dienstag, 6. September 2011

Heilige oder Hure

Der altbekannte Dualismus zwischen Hure und Heiliger müsse überwunden werden, sagen sie, ein Stereotyp, der einen Konflikt in der weiblichen Sexualität konstatiert und dazu geführt hat, dass man Frauen traditionell nur eine der beiden Identitäten zugestand, nämlich entweder die als sexuelles Wesen oder diejenige als asexuell und selbstlos gedachte Mutter.
Michèle Binswanger auf dem Mamablog

Montag, 5. September 2011

Vorbild Bern (im 18. Jahrhundert)

  • grösster republikanische Stadtstaat nördlich der Alpen
  • unterhielt eine der grössten Armeen Europas
  • schwamm in überflüssigem Geld
  • zeitweise der grösste Einzelinvestor auf dem Finanzplatz London.
  • Nur 0.5% Beamte
  • Grosse Gewerbefreiheit
  • Keine Einkommens- und Vermögenssteuer
  • In 84 von 96 Jahren Überschuss in der Staatskasse, das Gegenteil vom heutigen Standard, dem Defizit!

Einnahmen aus

  • dem Salzverkauf (einem staatlichen Monopol)
  • den Zinsen des angehäuften Barvermögens
  • Gebühren sowie aus dem Zehnten der Bauern.

Viel Landbesitz war nach der Reformation von der Kirche zum Staat gekommen. Land konnte aber auch von den regierenden Familien gekauft werden. Der Zehnte war eigentlich ein Bodenzins. Nicht-Bauern zahlten nichts. Ausserdem kam der Zehnte auf den staatlichen Feldern hauptsächlich den Gemeinden zugute, die daraus die Armenfürsorge bezahlten. Der Zehnte war, in heutigen Begriffen, Zins auf Bodenkapital, und er bediente AHV, IV, Arbeitslosenkasse und Sozialhilfe.

Vor der heutigen westlichen Defizitwirtschaft hielt der bernische Staat seine Einnahmen und Ausgaben im Gleichgewicht, besser noch: Er erzielte im 18. Jahrhundert während 84 von 96 Jahren gar einen Überschuss. Dadurch wuchsen das Staatsvermögen und das Barvermögen im Schatzgewölbe. Die Zinserträge darauf bestritten allein schon 17% der Staatseinkünfte.

...investierte in London, machte bei der South-Sea-Spekulation mit, gewann das Siebenfache der Einlage und war auch nach dem Einbruch der Hausse der grösste einzelne Investor in der South Sea Company. Aktien der Bank of England wurden gekauft und einige Darlehen an den englischen König und den Kaiser gegeben. Nie mehr aber gab man dem französischen König Geld, der hatte früher nicht zurückgezahlt.

Der bernische Staat legitimierte sich durch sein diskretes Walten, seine Sparsamkeit und durch die Überschüsse. Nur 0,5% der Bevölkerung stand im Staatsdienst. Der Rest genoss eine ziemlich grosse Gewerbefreiheit.

Beat Kappeler in der NZZaS vom 04.09.2011, nimmt Bezug auf das Buch von Stefan Altorfer-Ong: Staatsbildung ohne Steuern. Politische Ökonomie und Staatsfinanzen im Bern des 18. Jahrhunderts. Hier+Jetzt, 2010. 340 S., Fr. 48.-.

Massiv zunehmende Verschuldung auf allen Kanälen

Daniel Hug in der NZZaS vom 04.09.2011, Seite 33 zitiert S. G. Cecchetti, M. S. Mohanty, F. Zampolli: The real effects of debt. August 2011.

Samstag, 3. September 2011

Mad Men - gute alte Zeiten

Was Sie Liebe nennen ist von Leuten wie mir erfunden worden, um Strümpfe zu verkaufen.
Donald Draper, Hauptperson 
Hauptschauplatz ist die Werbeagentur Sterling Cooper in New York zu Beginn der sechziger Jahre. Sterling Cooper sitzt, wie alle erfolgreichen Werbefirmen New Yorks, an der Madison Avenue. Daher der Titel der US-Serie. Die Werber sind fast durchgehend weiss und männlich, rauchen so unaufhörlich, dass einem beim Zusehen die Augen tränen, und genehmigen sich schon morgens einen Whisky. Über Mittag treffen sie sich häufig mit heimlichen Geliebten, abends ist ein Abstecher in den Strip-Klub beliebt, bevor sie nach Hause in die Vorstadt fahren. 
Sehnsucht nach der Frau von früher
Das weibliche Personal der Agentur ist vorwiegend zum Tippen und zur Versorgung der Männer angestellt. Ausserdem sehen die Männer gern und unverhohlen auf die Brüste in den spitzen Büstenhaltern. Pose ist wichtiger als Inhalt, Stil erfolgreicher als Haltung. Die schamlos und genüsslich zelebrierte Entwürdigung von Frauen, die ungenierten Witze über Juden und Schwule, eine Moral, die von politischer Korrektheit Jahrhunderte entfernt scheint. 
Es gibt diese männlich geprägte Hierarchie ja nach wie vor, sie ist nur nicht mehr so sichtbar. Ich denke, das ist ein Grund, warum die Serie so viele Menschen anspricht. Das Verhältnis zwischen Mann und Frau ist fairer, aber auch komplizierter geworden. Jetzt muss man diese komischen Verhandlungen führen. Viele Männer fühlen sich heute entmannt und wertlos. Sie wollen ihre Familien ernähren und die Entscheidungen fällen. Da gibt es eine ziemliche Nostalgie.
Jon Hamm spielt Don Draper
Beatrice Schlag in der WeWo34.11, Seite 62f.

Beruf der Nationalratskandidaten

Welchen Beruf üben die Nationalratskandidaten aus?
  • Viele Bauern in der SVP.
  • Am meisten Arbeitslose in der SP.
  • Viele Anwälte überall.
  • Mehr Unternehmer bei der SVP als bei der FDP.
  • Funktionäre und Staatsangestellte bei den Linken.

Quelle WeWo35.11, Seite 26.

Duplik auf "Kosovaren schlitzen Schweizer auf"

Die negativen Meldungen in den Medien über das Schaffen einiger Kosovaren in der Schweiz häufen sich. Die SVP passt ihre Inserate entsprechend an. Naim Malaj, Botschafter des Kosovo, meldet sich zu Wort:
Die kosovarischen Gemeinde (...) kann nicht verstehen, dass aufgrund von Einzelfällen nun eine ganze Volksgruppe angeklagt wird.
Man nennt dies "statistische Auffälligkeit"
man darf nicht Rückschlüsse auf die ganze Diaspora ziehen.
Darf man das nicht, weil das Diktat der Stunde danach politischer Korrektheit verlangt? Ist diese wichtiger, als Probleme zu lokalisieren und an der Wurzel zu beheben?
Ich finde diese Inserate inakzeptabel und gefährlich. (...) Wie sollen sich [die 200'000 Kosovaren in der Schweiz] heimisch fühlen, wenn sie immer mit den gleichen negativen Vorurteilen konfrontiert werden? (...) Mit solchen Kampagnen gibt man ihnen aber das Gefühl, ausgeschlossen zu sein. Für den sozialen Zusammenhalt im Land ist das sicherlich nicht förderlich.
Die ach so "heimischen" Kosovaren in der Schweiz tun nicht all zu viel für den sozialen Zusammenhang: sind eher unter sich, sprechen die wahrlich heimische Sprache und zelebrieren ihre fremdländischen Feste und Gebräuche auch in der Schweiz. Sie grenzen sich selbst wesentlich intensiver von der Schweiz ab, als dies ein paar SVP-Plakate zu tun vermögen.
Ich wünschte mir, dass die SVP auch einmal über die positiven Beispiele berichtet, von denen es sehr viele gibt. Denken Sie nur einmal an die Fussball-Nati, in der etwa Xherdan Shaqiri eine tragende Rolle spielt.
Fussball?! Ist das alles? Welche vielen positiven Beispiele denn noch? Ist Fussball überhaupt eine bewundernswerte Leistung?
NZZ: Trotzdem: Laut Statistik werden Kosovaren häufiger kriminell als Schweizer.Ich erachte solche Vergleiche als wenig zielführend. Ich finde es problematisch, dass man sofort Rückschlüsse auf die Nationalität zieht, wenn ein Kosovare eine Straftat begeht. 
Falsch: Ein Problem zu lokalisieren und konzentriert angehen zu können ist Voraussetzung zur Lösung. Und dies zu lösen muss das Ziel sein.
Diese Tat hat nichts mit einer kosovarischen Wertvorstellung zu tun. Ein solcher Mord wird auch in Kosovo bestraft. Es ist keineswegs so, dass man solche Verbrechen dort im Namen alter Kodizes beklatscht. 
Falsch: Historisch belegbar sind entsprechende Kodizes. Soziologisch erwiesen ist die gegenwärtige Aktualität in entsprechenden Kreisen.

Interview von Daniel Friedli in der NZZaS vom 28.2.11, Seite 11.

Südkoreanische Abscheu von Nordkorea

Die Südkoreaner sehen die Nordkoreaner kaum noch als ihre Brüder und Schwestern, und die Katastrophe im Norden ist ihnen auch ziemlich egal. Sie haben Angst, dass eine Wiedervereinigung den Süden seinen Wohlstand kosten würde.
Kim Sang Hun, südkoreanischer Menschenrechtsaktivist 
Viele Südkoreaner sehen nordkoreanische Flüchtlinge als Alkoholiker, tendenziell kriminell, arbeitsscheu und abhängig von Regierungsunterstützung.
Studie der NGO International Crisis Group
Nordkoreaner finden im Süden nicht das Leben, welches sie sich erhofft haben. Dazu erfahren sie noch die Verachtung ihrer neuen Mitmenschen. Das drängt sie zusätzlich ins Abseits.

Diese Spannungen im Süden treten auf bei 20'000 Flüchtlingen aus dem Norden. Das sind 0.05% der nordkoreanischen Bevölkerung.

In Anlehnung an Bernhard Bartsch in der NZZaS vom 28.8.11, Seite 6.

Bauernfinanzierung: Einzonungsgewinne erübrigen Direktzahlungen

Die Auswüchse der protektionistischen SVP-Bauernflügels führen zu jährlichen Direktzahlungen an die Bauern in Milliardenhöhe. Was bei der Finanzierung der teuren Bauern vergessen wird, sind die Grundstückgewinne, welche die Einzonung von Agrarland bringen: über 2 Mrd. CHF. Ich fordere die Abschaffung der Direktzahlungen unter dem Verweis auf diese Gewinne.




NZZaS vom 28.8.11, Seite 13.

Euro-Korsett berstet bei Wetterumschwung

Die Zinssätze von 10jährigen Staatsanleihen verdeutlichen, worum es sich beim Euro handelt: Um ein politisches Korsett, resultierend aus dem Willen einen gemeinsamen europäischen Nenner herbei zu zwingen, unter Ausblendung wirtschaftlicher Realitäten, der folglich nur bei schönem Wetter vor sich hin derben kann, jedoch spätestens bei einer echten Konfrontation mit der Realität zu Grabe getragen werden muss.


NZZaS vom 28.8.11, Seite 33.

medizinische Übervorteilung der Frauen

Man könnte nun annehmen, dass Männer, da sie riskantere Berufe und eine geringere Lebenserwartung haben, eine bessere medizi­ nische Versorgung geniessen. Weit gefehlt. In jedem modernen Staat werden Frauen sehr viel besser medizinisch versorgt als Männer. 
Je mehr Geld für die medizinische Versorgung von Frauen ausgegeben wird, desto länger leben sie. Je höher ihre Lebenserwartung, desto mehr sind sie auf ärztliche Versorgung ange­ wiesen. Zwei Drittel der gesamten Summe, die in den USA im Jahr 2000 in den Gesundheitssektor flossen, kamen Frauen zugute. 75 Pro­zent der Ausgaben für medizinische Forschung wurden für Frauenkrankheiten aufgewendet. Für die Entwicklung von Therapien gegen Brustkrebs wird viermal mehr ausgegeben als für die gegen Prostatakrebs. Während jede achte Frau zu Lebzeiten an Brustkrebs er­ krankt, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mann an Prostatakrebs erkrankt, bei eins zu sechs. Ist das keine Diskriminierung? 
Ob in der Medizin oder in vielen anderen Be­reichen – diejenigen, die den Mythos von der Unterdrückung, Ausbeutung und Diskrimi­nierung der Frau in die Welt gesetzt haben, hätten den Goebbels­-Preis für lügnerische Propaganda verdient. (...) Die femi­nistische Legende hat schon allzu lange allzu viele Leute in die Irre geführt. Es ist höchste Zeit, diese Legende als das zu enttarnen, was sie in Wahrheit ist – die Lüge des Jahrhunderts.
Martin van Creveld in der WeWo35.11.Seite 48f.

Freitag, 2. September 2011

Kauft sich die SVP mit 200bnCHF die Wahlen?

Kauft sich die SVP Wahlen und Abstimmungen? Das ist die Lebenslüge jener, die ihre Hoffnungen regelmässig an den Urnen enttäuscht sehen. Tatsache ist: Die Milliarden Christoph Blochers und seines Parteikollegen Walter Frey würden nicht ausreichen, um gegen die geballte Negativpropaganda anzukommen, die in den grossen Schweizer Verlagshäusern bis hin zum Staatsfernsehen der SRG seit Jahren über die SVP verbreitet wird. Rechtzeitig zum Wahlfinale schwenkt auch der auflagenstarke Ringier-Konzern wieder auf seine eingeübte Anti-SVP-Linie ein. Würde man die publizistische Gratiswerbung für die Mitte-links-Parteien in Inseratefläche um rechnen, käme vermutlich ein grösserer Betrag zusammen als das Wahlkampfbudget der in den Redaktionen ungeliebten Volkspartei. Kürzlich berichtete die Sonntagszeitung, die SVP unterhalte eine Stiftung für Wahlzwecke mit einem «Umsatz» von über 200 Millionen Franken jährlich. Auch hier sollte der Eindruck bewirtschaftet werden, dass die Partei ihre Erfolge durch einen unanständig hohen Einsatz finanzieller Mittel erzielt. Die Meldung wurde in allen Zeitungen des Tamedia-Konzerns, zu dem die Sonntagszeitung gehört, empörungsfördernd wiederholt. Auf genauere Nachfrage allerdings stellte sich heraus, dass die Meldung falsch war und die betreffende «Stiftung für eine bürgerliche Politik» über ein Gesamtvermögen von lediglich 104 000 Franken verfügt, also rund 2000-mal weniger als der offensichtlich fantasierte «Umsatz».
Roger Köppel in der WeWo35.11, Seite 5.

immer mehr Millionäre in Asien




Laut einer Studie von Julius Bär wird es bis im Jahr 2015 im Grossraum Asien 2,82 Millionen Millionäre geben – davon knapp die Hälfte in China, berichtet «ABS-CBN». Insgesamt werden die reichen Asiaten ein kumuliertes Vermögen von 8,8 Billionen Dollar zusammenbringen.

Hinter China wird Indien mit rund 400'000 HNWIs am zweitmeisten Millionäre stellen, gefolgt von Südkorea mit rund 310'000 Reichen. Neben den bekannten Wachstumsländern finden sich auf der Liste von Julius Bär auch die Philippinen. Bis 2015 soll es dort 38'000 Millionäre geben.
finews

Dienstag, 23. August 2011

Peter Kurer zum automatischen Informationsaustausch

Wäre ich ein Zyniker, würde ich sagen: [Der automatische Informationsaustausch] ist die einfachere Lösung, weil er sowieso nicht funktioniert. Das haben auch die Engländer und die Deutschen gemerkt. Die sagen sich doch: Die superkorrekten Schweizer sind die besseren Steuereintreiber als unsere eigenen Steuerbürokraten, die bis heute den automatischen Informationsaustausch nicht einmal innerhalb der EU wirklich zum Laufen gebracht haben.

Peter Kurer im Interview von Peter Burkhardt und Beat Schmid im Sonntag.

Selbstwahrnehmung von Politikern

Narzismus und Realitätsverlust: Der "Höhenrausch" gemäss Jürgen Leinemann


…wenn Politiker abheben, wenn sie denken, die Einladungen als Ehrengast gälten
ihrer Person und nicht dem Amt, wenn sie Privilegien vollständig in ihr privates
Leben integrieren.

Einflussfaktoren auf die Wirkung eines Politikers am TV – gemäss Kommunikationsexperten:



  • 7% Worte und Aussagen

  • 38% Stimme

  • 55% Aussehen, Gesten, Mimik und Körperhaltung

    Wäre ich nicht gewesen, hätte ein anderer meine Arbeit getan. Es ist wie in einem Theater: Der Text und die Handlung sind vorgegteben, die Rollen werden immer wieder neu besetzt. Einige spielen ihre Rolle gut, aber wenn sie nicht mehr da sind, übernimmt sie ein anderer.
    Markus Notter

    Michael Furger in der NZZaS vom 21.08.2011, Seite 28f.