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Dienstag, 19. Oktober 2010

Ist Statistik Hokuspokus?

In Israel sind am Samstagabend exakt die gleichen sechs Lotto-Zahlen gezogen worden wie im Vormonat. Rein statistisch gesehen ist das beinahe unmöglich.
Israelische Medien berichteten am Sonntag, insgesamt 95 Teilnehmer hätten richtig auf die gleichen Zahlen wie bei der Ziehung am 21. September getippt: 13, 14, 26, 32, 33 und 36.
Nur drei von ihnen wählten jedoch die richtige Zusatzzahl 2. Sie bekommen jeweils einen Gewinn von 4 Millionen Schekel (umgerechnet gut 1 Million Franken).
Der israelische Statistikprofessor Zvi Galula sagte der Nachrichtenseite «ynet», die Wahrscheinlichkeit eines solchen Ergebnisses binnen weniger Wochen betrage 1 zu 4 000 000 000 000.
Der israelische Lottoverband beteuerte jedoch, es sei alles mit rechten Dingen zugegangen. In der «Welt des Glücks» sei eben alles möglich, hiess es in einer Mitteilung des Verbands.

Auch bei den Wahrscheinlichkeiten des Zusammenbruchs von Grossbanken täuschte man sich: Sie sind häufiger als erwartet. Und wenn jetzt sogar noch das Lotto, als ein sehr "reines" statistisches Umfeld, diese Unterschätzte Häufigkeit bestätigt, fragt sich, wie aussagekräftig die Statistik wirklich ist.

Samstag, 27. März 2010

Einschätzung der Bedrohung

...ist eine schwierige Sache, wie die publizierte Europakarte von André Blattmann bewies. Doch auf was müsste man achten? Hier waren seine Vorschläge gar nicht so abwägig:
Aufgelistet und erörtert werden unter anderem Naturkatastrophen, militärische Angriffe, Nötigung mit wirtschaftlichen Mitteln, Hacker-Attacken, Terrorismus, organisiertes Verbrechen, Zerfall staatlicher Strukturen, sogenannte "failed states".
In der Blattmann-Analyse wird umgehend angefügt, dass die Eintretenswahrscheinlichkeit nicht exakt bestimmbar ist.
Stefan Bühler und Andreas Schmid in der NZZaS vom 21.03.10, Seite 11.

Donnerstag, 11. Dezember 2008

zu revidierende Wirtschaftstheorie

Nach dem Schwarzen Schwan, hört man auch hier Kritik an den gängigen mathematischen Modellen, welche der Wirtschaft zugrunde liegen:
Die heute gängige Wirtschaftstheorie geht davon aus, dass die Zukunft messbar ist und dass Unsicherheit auf messbare Wahrscheinlichkeit reduziert werden kann. Ich halte dies für falsch. Meiner Meinung nach ist dies eine der Schwächen der Mainstream-Wirtschaftstheorie, die der Ideologie des freien Marktes zugrunde liegt (…) Die Theorie des freien Markts nimmt einen viel höheren Grad von Sicherheit an, als er existiert.
Robert Skidelsky im Interview mit Hanspeter Born in der WW49.08, Seite 58ff.