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Dienstag, 26. Mai 2009

homo deliricus (=ungefähr "Der Wahnsinnige")

Der kühl-rationl handelnde "homo oeconomicus" soll durch ein realistischeres Modell ersetzt werden, finden Akerlof und Shiller: In Anlehnung an John Maynard Keynes und die moderne Verhaltensökonomie glauben sie, dass Volkswirtschaften zu Exzessen, Manien und Panik neigen, wenn sie sich selbst überlassen sind. Ursache dieser Instabilitäten seien die "animal spirits", die Urinstinkte, die je nach kursierenden Geschichten einmal euphorisch sind, um darauf in depressive Grundstimmung verfallen zu können. Durch den Herdentrieb verstärke sich sowohl die Boomphase wie auch der rezessive Abschwung.
Daniel Hug in der NZZaS vom 24.5.09, Seite 43.

Mittwoch, 24. September 2008

Die finanzielle Krise

1990 veröffentlichte der 2006 verstorbene Harvard-Ökonom John Kenneth Galbraith eine historische Übersicht über die schwersten Finanzkrisen der letzten 400 Jahre (A Brief History of Financial Euphoria). Dabei hat er einen übereinstimmenden Ablauf ausfindig machen können:
  1. eine Finanzinnovation: eine leichte Abwandlung eines bestehenden Finanzinstruments weckt neue Hoffnungen
  2. eine spekulative Blase: neue Einschätzungen, welche durch fundamentale Veränderungen gekennzeichnet sind
  3. bewunderte Schlüsselfiguren sind taktangebend: ihr finanzieller Erfolg wird ihrer aussergewöhnlichen Intelligenz zugesprochen
  4. der grosse Knall: in kurzer Zeit kommt es zu drastischen Preiskorrekturen
  5. Phase des Ärgers: Es entfachen Diskussionen über Regulierung und Reformen
In Anlehnung an Daniel Heller in der NZZaS vom 21.9.08, Seite 39.