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Dienstag, 6. März 2012

Westliche Männer in Schanghai

unreflektierte Begeisterung der Chinesen für Ausländer

«Laowai» bedeutet so viel wie «alter, ehrwürdiger Fremder» - das Wort zeugt vom Respekt, den Chinesen von jeher Fremden, besonders Weissen, entgegenbringen.

Schanghai ist im Gegensatz zu Peking relativ westlich.

[Die französische Konzession in Schanghai] verströmt etwas vom Flair des alten Schanghai der zwanziger und dreissiger Jahre, als die Stadt wegen ihrer Bordelle, Opiumhöhlen und Freizügigkeit berüchtigt war.

Einsam doch mit Annehmlichkeiten wie kurzen Affären und langen Barbesuchen in den Tag hineinleben.

Hoffnung, Frauen und ein hohes Mass an persönlicher Freiheit. Die chinesische Regierung ist vielleicht repressiv, aber sie schert sich nicht um das, was wir hier tun: Auf der Strasse Alkohol trinken, Joints in Bars rauchen, mich jeden Abend mit einer anderen Frau treffen - all das geht hier leichter als daheim.
Bradley
Schanghai macht Männer zu unerträglichen Wesen. Kaum eine der Frauen interessiert sich für chinesische Männer, aber fast jeder «Laowai- Dude» hat ständig wechselnde Affären mit Chinesinnen. Das schafft ein Ungleichgewicht zugunsten der Männer. Die geben sich gar keine Mühe mehr. Macht korrumpiert, auch sexuelle Macht. Mich rempeln Typen an, die sich daheim nicht trauen würden, mir einen Drink zu kaufen.
Kathryn

Gefühlte 80 Prozent der Laowai-Glücksritter sind männlich. Vielleicht, weil Männer abenteuerlustiger sind, vielleicht, weil sie hier Frauen bekommen, die daheim zwei Ligen über ihnen spielen. «Viel junge Chinesinnen sind neugierig, manche reizt der westliche Lebensstil - und Europäer sehen in ihren Augen einfach besser aus», sagt Mu Lei, genannt «Eddy».

Die meisten Ausländer kämen, um hier für ein paar Jahre viel Geld zu verdienen. Wer das nicht schaffe und dann nicht rechtzeitig gehe, dem bleibe nur noch die Möglichkeit, eine chinesische Frau zu heiraten.

Philipp Mattheis in der NZZaS vom 04.03.2012, Seite 79ff.

Freitag, 29. April 2011

Männliches Fremdgehen ist dumm (und häufig)

Warum ist jemandem, der so weit oben ist, Fremdgehen ein so grosses Risiko wert? Sie waren dort oder auf dem Weg dorthin, wofür sie jahrelang all ihre Energie und ihren Ehrgeiz investiert hatten. Und dann trafen sie nicht etwa die Liebe ihres Lebens. Sie wollten nur Sex mit jungen Frauen, denen sie zufällig begegnet waren.

Psychologen, Soziologen, Evolutionsbiologen und Hirnforscher suchen seit Jahren nach Antworten auf die Frage, warum Männer Affären nicht widerstehen können, die sie Paarbeziehung, Familie und Vermögen kosten können.

Nichts erschüttert und gefährdet eine Beziehung auch nur annähernd so heftig wie entdeckte oder eingestandene Untreue. Dennoch gehen - je nach Umfrage, deren Ergebnissen Wissenschaftler mit Vorsicht begegnen - zwischen 40 und 70 ­Prozent aller liierten Männer mindestens einmal fremd. Die meisten von ihnen haben keinerlei Absicht, sich von ihrer Partnerin zu trennen.

Affären kommen in glücklichen wie in unglücklichen Beziehungen vor. Und es ist wichtig, klar zu sagen: Mit einer Affäre zündelt man. Das kann einen Flächenbrand geben, der nicht mehr zu kontrollieren ist. Man weiss es am Anfang nicht.
Ulrich Clement, deutscher Paar­therapeut

Beatrice Schlag in der WeWo12.11.

Sonntag, 27. Februar 2011

Bedingungen für "nur Freunde" zwischen Mann und Frau

  • Eine Frau und ein Mann, die sich einst körperlich attraktiv fanden, jedoch den richtigen Zeitpunkt für eine Beziehung verpasst haben. (Oft, weil einer der beiden in einer Beziehung war.) Denn ist ein bestimmtes Mass an Vertrautheit erreicht, nimmt das erotische Prickeln in der Regel ab.
  • Freunde, die gegengeschlechtliche Rollen einnehmen: Der Mann verhält sich eher weiblich, die Frau männlich.
  • Freunde, die sich zwar durchaus gegenseitig angezogen fühlen, aber sich bewusst sind, dass durch eine Affäre die Freundschaft verloren ginge - was sich unter dem Strich nicht rechnen würde.
  • Freunde, die aus moralischen Überlegungen ihre Gefühle unterdrücken (weil der Freund zum Beispiel eine Familie hat).
  • Eine Frau und ein Mann, die einst kurz etwas miteinander hatten, doch der Sex war so schlecht, dass sich eine Wiederholung des Experiments ausschliesst. (Weiter müsste geklärt werden, ob eine Affäre generell den Boden für eine Freundschaft ebnen kann. Gehen nicht gerade Männer entspannter mit Frauen um, denen sie sexuell nichts mehr beweisen müssen?).
Philippe Zweifel im Tagi vom 22.02.2011