Das Jerusalem-Syndrom ist eine akute Psychose, die Dutzende Pilger jedes Jahr heimsucht. (...) Bald tragen sie lange weisse Gewänder und glauben, sie seien der Messias, die Jungfrau Maria, ein Apostel oder auch Gott selbst.
«Es ist ein sehr dramatischer Zustand, der aber nach ein paar Tagen mit Beruhigungsmitteln abklingt.»
Rund um das Jahr 2000 waren es so viele, das die geschlossene Psychiatrie Kfar Shaul einmal drei Jungfrauen Maria gleichzeitig beherbergte. Auch ein Messias wurde schon einmal zu einem anderen aufs Zimmer gelegt. Sie beschuldigten sich dann gegenseitig, Betrüger zu sein.
Katz unterscheidet zwei Typen der Kranken: Das sind diejenigen, die Jerusalem verrückt macht, und andererseits die Verrückten, die es nach Jerusalem zieht. Erstere leiden am reinen Jerusalem-Syndrom, sie sind Touristen ohne psychiatrische Vorgeschichte. Die zweite Gruppe sind Menschen, die bereits krank sind. Vom Jerusalem-Syndrom spricht Katz nur bei der ersten Gruppe. Krank werden meist gläubige Protestanten aus ländlichen Gebieten in Skandinavien und den USA. Bei den amerikanischen Gläubigen sind besonders oft Mitglieder der Pfingstgemeinden betroffen.
Gregory Katz, dem Direktor der psychiatrischen Notaufnahme des Kfar-Shaul-Spitals gab Auskunft an Silke Mertins, in der NZZaS vom 4.4.10, Seite 6.
Mittwoch, 7. April 2010
Jerusalem-Syndrom
Dienstag, 21. Juli 2009
Ultraorthodoxe Juden in Israel
Die Frommen misstrauen der Obrigkeit zutiefst, sie verachten die Nichtreligiösen, und sie lehnen den Zionismus, die jüdische Nationalbewegung, vehement ab. Einen jüdischen Staat zu schaffen, bevor der Messisas gekommen ist, ist ihrer Ansicht nach Gotteslästerung.
"Sie fühlen sich überlegen, denn sie glauben sich Gott nahe", sagt Ira Sharkansky, Politologe an der Hebräischen Universität Jerusalem. Sie seien isoliert, sprächen Jiddisch statt Hebräisch - die heilige Sprache solle nicht durch , den Alltagsgebrauch beschmutzt werden.
Sie haben ausserdem eigene Schulden, Läden und Kleidung. Die Ultraorthodoxen
zahlen keine Steuern, snid vom Militärdienst befreit und leben mit ihrer Kinderschar von Sozialleistungen.
Silke Mertins in der NZZaS vom 19.07.2009, Seite 4.

