Rekurse und Anwälte die Leitplanken fest. Nicht bestandene Examen an Schulen und Hochschulen werden mit Anwälten durchgefochten. Bezüger von Sozialhilfe erscheinen mit Anwalt am Schalter. Trölerische Baurekurse verhindern viel wirtschaftliches Wachstum, so etwa den Bau von 4000 Wohnungen allein in Zürich.
Wie in der EU und in den USA gilt ihnen der Buchstabe, nicht das Augenmass. (...) Miliztauglich sind solche Gesetze überhaupt nicht mehr, der Bürger kann sich nur mit Juristen behelfen. Ein Jurist im Supergericht beschäftigt fünf Juristen bei Firmen, Bürgern und anderen Behörden.
Als Alternative, und wie früher, muss die Verwaltung mehr Ermessen pflegen dürfen. Sie kann dann unbürokratisch handeln, sie wird auch intern schlanker, braucht weniger Prozesse, Belege, Sitzungen, Koordinationen.
Beat Kappeler in der NZZaS vom 31.01.10, Seite 38
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Mittwoch, 3. Februar 2010
lähmende Juristen
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Sonntag, 27. Juli 2008
Ein behindertes Kind
über das Resultat einer Fruchtwasserpunktikon zur Abklärung der Trisomie 21:
Helen Schönholzer hadert mit ihrem Mann. Er möchte das Kind behalten. Sie ist wütend: «Wieso wolltest du dann den Test? Gibst du deinen Job auf? Was wird aus unserem Leben?» Es sind erschöpfende Nächte, die das Paar im Wohnzimmer verbringt, sie reden im Kreis herum. Das hilflose Bündel wird alle Kraft aufzehren. Das Glück wegschnappen. Die Zukunft vernichten. Und was bekommen sie dafür? Nichts, weil nichts zurückkommen kann. Wie wird sein Leben sein? Eingeschränkt. Was denken die Leute? Ein Kind, das nicht hätte sein müssen.
Wildfremde Leute sehen in den Babywagen und fragen Suzette Oeschger: «Konnte das nicht verhindert werden?»
Franziska K. Müller in der WW27.08, Seite 38ff
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