Posts mit dem Label Glück werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Glück werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 13. Mai 2012

Bruno S. Freys Glücksforschung

  • Kunst: Kunstwerke seien schlechte Investments, weil ein Teil der Rendite psychologischer Natur sei
  • Terror: Abschreckung bringe wenig, sinnvoller seien Resozialisierungsmassnahmen
  • Wirkung von Leistungslöhnen: sie könnten kontraproduktiv sein, weil die Eigenmotivation sinkt
  • Macht Geld glücklich? Ja, bis zu einem gewissen Mass.
  • Macht Schönheit glücklich? Ja, aber nicht sehr. Andere Faktoren sind wichtige
  • Warum schauen wir so häufig fern? Weil der Nutzen des TV-Konsums sofort eintritt, während die Nachteile erst später spürbar werden.
  • Warum sind die Schweizer so glücklich mit ihrem Staat? Wegen der direkten Demokratie, die die Freiheit der Bürger erhöht.
  • Warum sind Selbstän­dige glücklicher als Angestellte, die im Schnitt weniger arbeiten und mehr verdienen? Weil ihnen Autonomie wichtiger ist als der Lohn.
  • «Rational Choice» (eine Theorie, mit der Ökonomen politische Vorgänge erklären wollen). Als junger Professor wies Frey empirisch nach, dass staatliche Eingriffe – anders als von Keynesianern gepredigt – die Wellentäler der Konjunktur nicht einebnen, sondern im Gegenteil wesentlich zum Auf und Ab der Wirtschaft beitragen.
Christoph Landolt in der WeWo18.12, Seite 40ff

Sonntag, 17. Juli 2011

Obedient Wives Clubs

In Jordanien, Indonesien oder Malaysia müsste man leben. Da nämlich soll es bald schon gar keine sozialen Missstände mehr geben. Nur noch Frieden, Glückseligkeit, ja Ekstase gar. Wie in Tausendundeiner Nacht. Dank Frauen, die immer willig sind. Und in muslimischen «Obedient Wives Clubs» lernen, wie das mit dem Bedienen männlicher Bedürfnisse richtig geht. Also wie sie «eine gute Hure für den Ehemann» sein können, so die internationale Vizepräsidentin Rohaya Mohamad. Ein Beispiel: Hat er Lust, sie aber keine? Nicht einfach hinhalten! Sondern rein in die Spitze, vielleicht eine Bauchtanz-Nummer hinlegen, nett mit dem Po wackeln, weg mit dem Fummel, und hopp. So ähnlich meinen die Klub-Frauen, nicht nur die eigene Ehe, nein, Gesellschaften als Ganzes gar in ein Idyll verwandeln zu können. Weil, so die Logik, nichts anderes als weiblicher Ungehorsam der Ursprung allen Übels sei. Wo aber die Frau dem Mann alles recht mache, seien Probleme wie häusliche Gewalt, Prostitution oder Menschenhandel, schwupps, gelöst. Wie in einem Märchen, in dem am Ende alle glücklich sind. Also alle Männer, auf Erden und im Himmel oben.
Carole Koch in der NZZaS vom 17.7.2011, Seite 63.

Montag, 20. Juni 2011

Vier Regeln für mehr Erfolg

Chancen maximieren und erkennen: Glückskinder sind gute Netzwerker. Durch viele Beziehungen erhöhen sie die Chance, dass es zu einem glücklichen Zufall kommt. Sie sind aber auch offener und lockerer als Pechvögel. Diese entspannte Lebenseinstellung führt dazu, dass weniger Chancen verpasst werden. Denn wer sich zu stark auf eine Aufgabe fokussiert, sieht nur, wonach er sucht, und nicht, was sonst noch alles möglich wäre. Weil sie weniger ängstlich sind, sind Glückspilze gut darin, unerwartete Gelegenheiten zu erkennen und am Schopf zu packen.

Auf die Intuition hören: Anscheinend verlassen sich Menschen mit viel Glück im Leben mehr auf ihr Bauchgefühl. Viele leeren immer wieder ihren Kopf, um so die Intuition besser wahrzunehmen, sie meditieren zum Beispiel.

Glück erwarten: Die Glückspilze sind überzeugt, dass ihnen das Glück zusteht. Sie erwarten, dass ihnen die Zukunft viel Gutes bringt. Diese Überzeugung wird zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung.

Lernen, mit Pech umzugehen: Auch Glückskinder haben Pech im Leben. Doch sie wenden psychologische Tricks an, damit sich das Pech anders anfühlt: Sie sagen sich, dass alles hätte schlimmen kommen können, denken nicht länger über ihr Unglück nach und bringen die Situation wieder unter Kontrolle.

Simone Schmid zitiert Richard Wiseman in der NZZaS vom 19.06.2011, Seite 49ff.

Sonntag, 10. Oktober 2010

Momente der reinen Seligkeit

Es gibt immer wieder Augenblicke, wo ich an die Geborgenheit in beheizten Räumen denke, während draussen Schnee fällt, an den Kuss, der sich umso wärmer anfühlt, je kälter die Luft ist, an das klare Licht von Herbst und Winter, und dann denke ich, diese Jahreszeiten sind eigentlich auch ganz schön. Und dann wird es einmal mehr Sommer, und ich merke, dass das grosser Quatsch ist. Es gibt nur diese eine Jahreszeit. Die richtig ist. Die glücklich macht. Die alles gut macht.
Die Momente, in denen ich das verstehe, sind solche, an die ich mich erinnern werde, wenn mir dereinst jemand in irgendeinem mentalen Training sagen wird, ich solle mir ein Bild der reinen Seligkeit vergegenwärtigen. Es sind Momente, in denen die Hitze des Tages langsam abklingt, das Licht nicht mehr weiss gleisst, sondern gelb und sanft wird und die ersten Bierflaschen aneinanderklirren. In diesen Momenten ist viel Wasser, Fluss- oder Seewasser, und Badebekleidung. Die Haut ist trocken und sauber, oberflächlich kühl nach dem letzten Bad, der Schweiss und das Büro und die fettige Sonnencreme sind abgewaschen. Da sind nicht mehr: alle, die weg mussten, die Kinder heimbringen; abholen; zu einem wichtigen Abendtermin; eine Serie schauen. Es ist gut so. Da sind: Freunde, gern auch Bekannte, aber sogar Fremde sind einem nah in diesen Momenten. Der Sommer kann das.
Menschen sehen schön aus in diesem Licht. Es verfängt sich in den Haaren der Frauen, es gibt keine Frisuren mehr, nur noch Haare, was sie halt sind. Augenfarben verändern sich, vielleicht sieht man sie auch zum ersten Mal. Dieses Licht zeichnet die Kantigkeit der Männer weich. Das Gegenteil von dem passiert, was weibliche Journalistinnen aus Unzufriedenheit mit sich selber während dieser Zeit so verzweifelt postulieren — Schlankheit sei nun ein für alle Mal out, Rundungen und Weiblichkeit in: In diesen Momenten gibt es keine Diktate mehr, keine Evaluation, nur noch Körper, Männer und Frauen, was sie halt sind. Alle Wangen leicht gerötet, vielleicht wegen zu viel Sonne, wahrscheinlich wegen der Seligkeit. Verliebte haben rote Wangen. Vielleicht fühlt man sich selber verliebt, nur weil die anderen verliebt aussehen. Der Sommer kann das.
Es gibt nichts zu tun an solchen Frühabenden, als wie ein Kaltblüter dazuliegen und alles aufzusaugen, was man braucht. Die Zeit schmilzt. Nichts ist mehr wichtig, ausser genau dort zu sein. Man wird zurückversetzt in die Kindheit, in die schiere Freude am Sommer. Sommer hiess zwar vor allen Dingen grosse Ferien damals, denn Jahreszeiten sind Kindern egal. Aber er bedeutete schon damals genau dasselbe wie heute: der Ausblick auf zurechtgebogene Regeln, auf länger Aufbleiben, auf draussen sein mit Freunden, auf Quatsch machen, Spass haben. Sommer ist der Ausnahmezustand, der eigentlich Normalfall sein sollte. Wir legen uns auf den Boden, in allen anderen Jahreszeiten eine unvorstellbare Sache. Wir denken nicht mehr so sehr an die Zukunft, es geht nur noch um die endliche Unendlichkeit dieser Monate, im Hinterkopf die Erfahrung und Shakespeare: Denn kurz nur währt des Sommers Herrlichkeit. Wir werden wieder zu Menschen in dieser magischen Zeit. Nur der Sommer kann das.

Michèle Roten im Tagi-Magi vom 24.7.10

Dienstag, 17. August 2010

10 Habits of Happy Couples

  1. Go to bed at the same time
  2. Cultivate common interests
  3. Walk hand in hand or side by side
  4. Make trust and forgiveness your default mode
  5. Focus more on what your partner does right than what he or she does wrong
  6. Hug each other as soon as you see each other after work
  7. Say “I love you” and “Have a good day” every morning
  8. Say “Good night” every night, regardless of how you feel
  9. Do a “weather” check during the day
  10. Be proud to be seen with your partner

von Mark Goulston

Samstag, 27. März 2010

Elite: Eine Frage der Haltung, nicht der Ausbildung

Nicht berufliches Können befähigt zur Elite. Es ist eine bestimmte Haltung. Ein Wille, sich für den Gang der Dinge überhaupt zuständig zu fühlen. Ein Stil, von sich ab- und aufs Allgemeine hinzusehen. Ein Format, nicht bloss auf der Welt zu sein, um «splendid» über die Runden zu kommen, das eigene mickrige Glück zu hätscheln, sondern die gemeinsamen Angelegenheiten in Schwung zu bringen — gegen die Tendenzen des Einfältigen, Engstirnigen, Geschmacklosen. (..) Ich handle, als handle ich stellvertretend für die Menschheit. «Kants Kategorischer Imperativ». So sieht die seelische Verfassung der Elite aus.

Kann man die lernen? Teilweise. Bedingung ist, dass wir aufhören, so ein Theater um Fachkompetenzen zu machen. An Hochschulen holt man sich heute ein Kompetenzen-Portfolio. Können können. Als käme es darauf an, Kompetenzen zu haben (die jeder Depp hat). Entscheidend ist, was wir mit ihnen anzufangen wissen.

Kann man die Person bilden? Hoffentlich. Manches ist Vorgabe, Erziehung: Charakter, Selbstvertrauen, Charme. Leute mit geglückter Herkunft, die wissen, woher sie kommen, wer sie sind, wissen auch schneller, wohin sie steuern wollen. Üben müssen alle, die zur Elite zählen wollen. Fachkompetenzen ersetzen nicht Exerzitien in personalen Stärken. Gruss an Peter Sloterdijk. Üben macht Meister. (...) Alles, was Eliten auszeichnet lässt sich kaum schulen. Üben durchaus.

Wer nichts als Kompetenzen mit sich herumträgt, schwimmt nur mit im Strom des Branchenwissens, wie weit vorn auch immer, ein Fisch, kein Steuermann. Eine Elite, die dem Namen gerecht wird, schwimmt nicht mit noch gegen den Strom. Sie bestimmt die Strömung. Dazu braucht sie den Blick vom Ufer, Augenmass für die Tunlichkeit der Stromrichtung, den Willen, die Richtung zu ändern.

Ludwig Hasler, Publizist und Philosoph, lebt in Zollikon. Sein jüngstes Buch: «Die Erotik der Tapete. Verführung zum Denken», Huber-Verlag, 4. Auflage 2009

Samstag, 6. Februar 2010

positive Psychologie

Die positive Psychologie unterscheidet nach ihrem Begründer Martin Seligman und in Anlehnung an die Philosophie 6 Tugenden, denen sie 24 Charakterstärken zuordnet:
  1. Weisheit und Wissen mit Kreativität, Neugier, Urteilsvermögen, Liebe zum Lernen und Weisheit.
  2. Mut mit Tapferkeit, Ausdauer, Authentizität und Enthusiasmus.
  3. Menschlichkeit mit Bindungsfähigkeit, Freundlichkeit und Sozialer Intelligenz.
  4. Gerechtigkeit mit Teamwork, Fairness und Führungsvermögen.
  5. Mässigung mit Vergebungsbereitschaft, Bescheidenheit, Vorsicht und Selbstregulation.
  6. Transzendenz mit Sinn für das Schöne, Dankbarkeit, Optimismus, Humor und Spiritualität.
Kathrin Meier-Rust in der NZZaS vom 24.01.10, Seite 55ff
Tests mit individuellen Auswertungen auf charakterstaerken.org

Mittwoch, 18. November 2009

Sackgasse Opferhaltung

Wenn eine Frau sagt, sie finde keine Liebeserfüllung, weil sie vor 40 Jahren missbraucht worden sei, versuche ich, ihr klarzumachen, dass Opferhaltungen nicht der Hauptgewinn im Leben sind.
Eleonore Höfner im Interview mit Martin Helg in der NZZaS vom 15.11.09, Seite 77.

Dienstag, 27. Oktober 2009

glücklich sein

Was heisst für mich Glück? Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Ich marschiere zum Beispiel sehr gern um den Greifensee. Es regnet, und ich setze mich in Niederuster auf eine Bank. Dort gibt es keinen Kiosk, wo man Wienerli kaufen kann. Ich esse sie im Regen - und bin glücklich.
Hans Vontobel, 92, der älteste Banker der Schweiz, im Interview mit Christian Dorer und Daniel Imwinkelried in der MZ vom 24.08.09, Seite 3.

Dienstag, 14. Juli 2009

Postfeminismus

Es ist geradezu paradox: Die weiblichen Singles in den Dreissigern gehören zur ersten Generation von Frauen, die alles dürfen, wofür ihre Mütter und Grossmütter gekämpft haben: wählen, studieren, verhüten, alleine am Tresen einer Bar ein Bier trinken, abtreiben, Karriere machen. Doch gerade das, worauf sie heute nicht mehr angewiesen sind, fehlt offenbar zu ihrem Glück: ein Mann, eine Familie. Die Frauen sind selbständiger, unabhängiger geworden und dadurch offenbar auch einsamer. Die Emanzipation frisst ihre Kinder.

Auch Natascha T. kann sich sehr genau an die Losung erinnern, welche die frauenbewegten Mütter den Mädchen einimpften: «Kind, lern was Anständiges, damit du nie von einem Mann abhängig wirst.» Brav haben die Töchter sich an das gutgemeinte Rezept gehalten, um heute zu erkennen, dass die Einsamkeit der Preis der Freiheit ist.
Nicole Althaus und Bettina Weber in der WW22.09, Seite 30.

Freitag, 1. Mai 2009

Die Schweiz im internationalen Vergleich anno 2005


Früher zogen Staaten gegeneinander in den Krieg, heute messen sie sich in Ranglisten


Marco Morelli in der SonntagsZeitung vom 31.7.05, Seite 11ff.

Freitag, 12. Dezember 2008

Wie gehts es eigentlich André Usala?

André Usala, 39, leidet. In einem Beitrag der «Rundschau» zum Thema «Renten-Missbrauch» schildert Usala seinen ganz persönlichen Weg zur IV-Rente. Er habe schon immer Probleme mit Leuten gehabt, die Autorität ausstrahlen. Deshalb war ihm ein Leben als Angestellter nicht länger zuzumuten.
Christoph Mörgeli in der WW42/03.

Habe ich nicht ein Recht darauf, dass es mir gut geht?
André Usala

Für mich ist das kein Missbrauch, wenn man ein System geschickt nutzt.
Beatrice Breitenmoser, IV-Verantwortliche

Sonntag, 27. Juli 2008

Ein behindertes Kind

über das Resultat einer Fruchtwasserpunktikon zur Abklärung der Trisomie 21:
Helen Schönholzer hadert mit ihrem Mann. Er möchte das Kind behalten. Sie ist wütend: «Wieso wolltest du dann den Test? Gibst du deinen Job auf? Was wird aus unserem Leben?» Es sind erschöpfende Nächte, die das Paar im Wohnzimmer verbringt, sie reden im Kreis herum. Das hilflose Bündel wird alle Kraft aufzehren. Das Glück wegschnappen. Die Zukunft vernichten. Und was bekommen sie dafür? Nichts, weil nichts zurückkommen kann. Wie wird sein Leben sein? Eingeschränkt. Was denken die Leute? Ein Kind, das nicht hätte sein müssen.

Wildfremde Leute sehen in den Babywagen und fragen Suzette Oeschger: «Konnte das nicht verhindert werden?»
Franziska K. Müller in der WW27.08, Seite 38ff

Freitag, 11. Juli 2008

Ungleichheiten belasten Linke

Nach den Ergebnissen der Sozialpsychologie sind Konservative auch stärker motiviert, die bestehende Ordnung zu verteidigen und als fair wahrzunehmen. Sie neigen eher dazu, Ungleichheiten in der Gesellschaft zu rechtfertigen und auf moralisch akzeptable Ursachen zurückzuführen. Linke, die die Idee der sozialen Gerechtigkeit auf ihre Fahnen geschrieben haben, sind vielleicht deshalb unglücklicher, weil es ihnen nicht gelingt, Abweichungen vom Ideal zu verschmerzen.

Linke betrachten Ungleichheiten bei Einkommen und Status als so problematisch, dass diese sie auch in ihrer privaten Sphäre unglücklich machen können. Selbst wenn es einem sehr linksorientierten Menschen gesellschaftlich und materiell gutgeht, sieht er die grossen Unterschiede zwischen Reichen und Armen als Indikator dafür an, dass etwas in der Gesellschaft, in der er lebt, falsch und unfair ist. Das wirkt sich deutlich auf das persönliche Lebensglücksgefühl aus.
Christian Bjørnskov, dänischer Ökonom

Rolf Degen in der WW25.08, Seite 13

Donnerstag, 10. Januar 2008

unbeschränkt Gutes tun

«Denn wer kämpft für das Recht, der hat immer recht.»
aus einem SED-Parteilied der ehemaligen DDR

Wahrscheinlich wagt man es (...) schon gar nicht mehr, Aktivitäten in Frage zu stellen, die doch offensichtlich das Gute wollen.
Max Frenkel in der Weltwoche 2.08.
Gut wäre doch, wenn alle Menschen einen guten Lebensstandard haben. Also lasst uns soviel umverteilen, bis alle glücklich sind.
Genau!

Montag, 1. Oktober 2007

abergläubige Burma-Militärs

Der Aberglaube unter Burmas Militärregenten hat Tradition. Seit Beginn der Militärdiktatur 1962 sind die Juntamitglieder überzeugt, dass Wahrsagerei den Fortbestand ihre Herrschaft sichere. Jeder Clan innerhalb des Militärregimes hat seinen Familien-Astrologen. Und die Armee beschäftigt ihre eigenen Tierkreis-Experten.

Der erste Diktator Ne Win, der die Massaker von 1988 befahl und danach abtrat, glaubte dermassen an das Glück von Zahlen, dass Burma von der Ne-Wins-Glückszahl neun beherrscht werden sollte. Die Geldscheine über 10, 50 oder 100 Kyat wurden abgeschafft und durch solche über 9, 45 und 90 Kyat ersetzt. Nur weil diese Zahlen durch neuen teilbar sind. Praktisch über Nacht liess Ne Win den Linksverkehr auf Burmas Strassen zu Rechtsverkehr umstellen. Ein Wahrsager hatte ihn dazu ermahnt. Ne Win war so abergläubisch, dass er sogar rückwärts über Brücken ging.

Daniel Kestenholz in der SonntagsZeitung vom 30.09.07, Seite 11.