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Montag, 20. August 2012

Utopische Gesundheitsvorstellungen

Der Begriff Gesundheit wurde von der Gesundheitsbehörde der UNO (WHO) 1946 wie folgt definiert:

Gesundheit ist ein Zustand vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen.

Diese Definition [ist] inhaltlich falsch: Das Erlangen von „vollständigem (insbesondere sozialem) Wohlbefinden“ schiesst weit über das angepeilte Ziel hinaus. So müssten beispielsweise schwierige berufliche und politische Verhältnisse bereits als gesundheitliche Beeinträchtigung gelten, und dasselbe träfe für jedes noch so geringes Unwohlsein zu.

Die obige Definition führt zu unrealistischen Erwartungen an die Medizin, und sie entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als die Ursache der Finanzierungskrise westlicher Gesundheitssysteme.

Piet von Spijk, studierter Mediziner und Dozent für „Philosophie und Medizin“ an der Universität Luzern, in der NZZaS vom 22.07.12, Seite 52.

Montag, 14. Mai 2012

Unaufhaltsam steigende Gesundheitskosten

Quelle: NZZaS vom 13.05.2012

Es ist sehr schade, dass Managed Care nicht zustande kommen wird. Ich stimme trotzdem immer noch dafür.
  • Die SP ist dagegen, weil sie eine Einheitskasse möchte.
  • Die SVP ist dagegen, weil sie das Obligatorium aufheben möchte.
Beide Vorschläge sind besser als der aktuelle Zustand, doch unrealistisch in der Umsetzung.

Entscheidend ist aber die Gesundheitslobby mit den FMH-Ärzten und Gregor Lutz als Schlüsselperson um die SVP vom günstigen Weg abzubringen. Obwohl keine guten Argumente gegen die Vorlage vorliegen, genügt ein Augenzwinkern der Ärtzelobby und frühere Befürworter springen ab, die Sache kommt nicht zustande.

Das Argument mit der freien Arztwahl ist lächerlich: Wer will, kann auch künftig. Es ist nicht zulässig, dass dies aus dem für alle obligatorischen Beitrag finanziert werden soll, im Gegenteil!

Freie Arztwahl in der obligatorischen Grundversicherung ist wie ein selbst ausgewähltes, teures Interieur im Gefängnis: Wer draussen ist, kann sich kaufen was er will. Wenn die Allgemeinheit dafür aufkommen soll, wird das nötigste geliefert um den Staat schlank zu halten.

Mittwoch, 21. März 2012

Überholte Gesundheitsdefinition

Die Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.
Aus der Verfassung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom 22.07.1946
Mit dieser Definition und dem heutigen etatistischen Selbstbedienungsverständnis, ist unser Gesundheitswesen nicht finanzierbar. Es braucht
  • eine neue Definition von Gesundheit, oder
  • eine Gesundheitsversorgung/-garantie, welche sich auf das Überleben konzentriert, oder
  • eine geringere Anspruchshaltung an den Staat, mehr Eigenständigkeit.

Montag, 27. Februar 2012

Kostenentwicklung bezahlter Dienstleistungen

Psychiater sollen künftig nicht mehr über einen Arzt aufgerufen werden können, sondern direkt durch den Patienten. Zudem sollen die Kosten durch die obligatorische Grundversicherung gedeckt werden. Wie dürften sich die Kosten in der Folge entwickeln?


Kosten 2009
  • Physiotherapie: 755 mCHF
  • Psychotherapie: 209 mCHF
Die Kasse zahlt, also gönnt man sich mal eine Therapie.
Peter Keller in der WeWo8.12, Seite 10.
Ist ja gut und recht, dass es Psychiater gibt - ist auch toll, dass man sich entsprechend versichern kann. Was gar nicht geht ist, dass einige beknackte Nüsse die Kosten aller obligatorisch Versicherten in die Höhe treiben.

Dienstag, 21. Februar 2012

Gigantische Gesundheits-Kosten


Quelle: NZZaS vom 19.02.2012, Seite 11

Samstag, 19. November 2011

Gender Budgeting


  • AHV: Weil Frauen länger leben, fliessen ihnen 56% der AHV-Auszahlungen zu (4 Mrd. CHF mehr als die Männer). Weil sie nur 38% der Erwerbstätigenarbeit leisten, tragen die Frauen jährlich 9 Milliarden weniger zur Finanzierung der AHV bei --> 13 bnCHF, bzw. eine gute Milliarde jeden Monat.
  • 70% der Ergänzungsleistungen zur AHV (4,1 bnCHF) gehen an die Frauen.
  • EO: 876 mCHF an Soldaten und Soldatinnen, 725 mCHF, bzw. 45,3% gehen an Mütter --> jährlicher Unterschied von 120mCHF.
  • Krankenkasse: Frauen verursachen viermal so hohe Krankheitskosten wie die Männer - und zahlen die gleichen Prämien.
  • Die Zahl der Studentinnen übersteigt mittlerweile jene der Kommilitonen.

Urs Paul Engeler in der WeWo46.11, Seite 16f.

Mittwoch, 14. September 2011

überteuerte Ärtze kosten jährlich 100 Mio. CHF

Nicht jeder tanzt so auffällig aus der Zahlenreihe wie er. Hausarzt X mit Praxis auf dem Land ragt mit dreimal so hohen Kosten wie seine Fachkollegen aus der Statistik. Er gibt doppelt so viele Medikamente pro Patient ab, und Konsultationen dauern bei ihm überdurchschnittlich lange. Gehäuft handelt es sich um Notfälle und Vorbesprechungen. Seinen Patienten verordnet der Landarzt unüblich oft Spirometrien - ein eher kostspieliges Verfahren zur Messung des Lungenvolumens.

Verdacht
Dieser Arzt «macht sich Patienten», wie sich Markus Caminada, Leiter Wirtschaftlichkeitsprüfungen bei Santésuisse ausdrückt.

Betroffene Ärzte:
  • nicht die Hausärzte
  • sondern die Onkologen (Rund 30% der Onkologen mit eigener Praxis sind statistisch auffällig.)
  • Hämatologen
  • Chirurgen
Betroffene Kantone:
  • Jura
  • Wallis
  • Freiburg
Statistik
13 Prozent von fast 20 000 erfassten Ärzten mit eigener Praxis stellten im Jahr 2009 Rechnungen aus, welche mindestens 30 Prozent über dem kantionalen Durchschnitt der Fachgruppe liegen.

Von 2563 statistisch auffälligen Ärzten im Jahr 2009 mussten sich schliesslich aber nur 54 vor Gericht verantworten. Rückforderungssumme beträgt etwa 3 Millionen. Das entspricht gerade mal 0.15 Promille der jährlichen Ausgaben der Krankenversicherungen von weit über 20 Milliarden Franken – lächerlich.

Sparpotenzial:
In einer konservativen Schätzung geht Santésuisse von Einsparungen von mindestens 100 Millionen Franken pro Jahr aus, die so realisiert werden können.

Katharina Bracher in der NZZaS vom 11.09.2011, Seite 15.

Sonntag, 17. Juli 2011

Prostitution staatlich geregelt in Tunesien

In Tunesien ist die Prostitution gesetzlich erlaubt - eine Ausnahme in der arabisch-islamischen Welt. Die Bordelle sind seit 1942 etabliert. Sie unterstehen offiziell den Diensten des Gesundheitsministeriums und der Kontrolle durch das Innenministerium, das den Preis pro Anschaffung festlegt. Gegenwärtig sind es 10 Dinare (6 Schweizer Franken). Die 238 offiziell registrierten Prostituierten haben ein Anrecht auf regelmässige Arztbesuche und besitzen einen Gesundheitsausweis.
zzs in der NZZaS vom 17.7.11, Seite 4.
Die Unruhen in Nordafrika sind keine Demokratiebewegungen. Sie verhelfen u.a. auch den islamistischen Extremisten Vorschub. So bedrohen diese die Prostituierten und wollen Bordelle in Brand setzen. Skuril: Die arabischen Feministinnen schlagen sich auf die Seite der Prostituierten :-)

Sonntag, 19. Juni 2011

Gegen ein Regime der Verbote - auch bei Alkohol

Sorgt sich nun unsere Gesundheitspolitik um Alkoholkranke und Koma-Trinker, wendet sie ihre Teilnahme mit Recht an hilfsbedürftige Gruppen. Nimmt sie aber deren Exempel, um auch gleich die Mehrheit mit Restriktionen zu belegen, so verdient dies Widerspruch. Jugendschutz und Aufklärung sind gut, übergreifende Gängelung ist übel. Unsereins ist beim Trinken schon mit einem Schwips zufrieden. Doch gegen das Regime der Verbote würden wir jederzeit ein Recht auf Rausch behaupten
Joachim Güntner in der NZZ 121 vom 25.05.2011, Seite 49.
Buchtipp: Peter Richter, Über das Trinken.

Sonntag, 22. Mai 2011

mangelnde Selbstdisziplin als Ursache für Unterschicht

Die mangelnde Bildung zeigt sich vielerorts als Begleitung der Schwächen. Doch sie steht nicht am Anfang der Ursachenkette, wenn es etwa um die höhere Sterblichkeit der Ungebildeten geht. Denn die Statistiken zeigen klar, dass diese Schicht wenig Selbstdisziplin in allen Lebensbereichen zeigt. Frauen dieser Schicht sind doppelt so häufig übergewichtig, Männer treiben zwei- bis dreimal weniger Sport als besser Gebildete.

Frühere Studien zeigten auch eine höhere alkohol- und verkehrsbedingte Sterbehäufigkeit dieser Gruppen. Das heisst, es gilt nicht die Ursachenkette «arm, ungebildet, benachteiligt», sondern «wenig Selbststeuerung im Leben bei Bildung und parallel überall sonst», also eine Art Selbstselektion im Lebensstil statt Kausalität.
Beat Kappeler in der NZZaS vom 22.5.11, Seite 33.

Samstag, 25. September 2010

Gesunder Alkoholkonsum

Machen Abstinenzler seltener blau als Schluckspechte?

Das wollen wir hoffen. In Finnland wurden Alkoholkonsum und krankheitsbedingte Fehlzeiten von rund 6500 Männern und Frauen vier Jahre lang registriert. Doch es kam anders als erwartet. Abstinenzler – darunter keine »trockenen Alkoholiker« – meldeten sich bei ihrem Arbeitgeber sogar häufiger krank als Kollegen, die pro Woche bis zu einer Flasche Whisky leerten. Wenn wir den Abstinenzlern nicht eine schlechte Arbeitsmoral unterstellen wollen, bleibt nur der Schluss, dass sie kränker sind als ihre pichelnden Kollegen. Wer von der Arbeit gestresst nach Hause kommt, entspannt sich bei einem Gläschen; wer sich dies verwehrt, wird häufiger krank und braucht dann Pillen und Psychiater.

Quelle: Vahtera, J. et al.: Alcohol intake and sickness absence: a curvilinear relation. American Journal of Epidemiology 2002; 156: 969–976

Aus "Wer gesund lebt, ist selber schuld" von Udo Pollmer und Monika Niehaus liegt im BLV Verlag vor. Publiziert auf
cicero.de.

Beziehung beeinflusst Hormonhaushalt

Seit ich mit meinem Lover zusammen wohne, habe ich vier Kilo zugenommen. Warum?

Wer mit seinem Liebsten in eine gemeinsame Wohnung zieht, nimmt häufig ein paar Kilo zu. Aber nicht, weil die beiden ab jetzt nur noch vor dem Fernseher sitzen und Chips knuspern, sondern weil der Körper der Frau für die erwartete Schwangerschaft noch ein paar Extrapfunde zulegt. Damit’s ein Prachtkerl wird, kommen zwei Kilo auf die linke und zwei auf die rechte Pobacke. Auch bei den Herren wird der Bauch manchmal etwas runder. Wenn sich die junge Dame mit der nötigen Hingabe ihren vorehelichen Pflichten widmet, baut sie bei ihrem Partner einen hormonellen Stau ab. Wenn das Testosteron sinkt, werden die Herren etwas stämmiger.
Aus "Wer gesund lebt, ist selber schuld" von Udo Pollmer und Monika Niehaus liegt im BLV Verlag vor. Publiziert auf cicero.de.

entering australia

If you are granted an eVisitor the following conditions will apply to you:
  • you must not engage in any studies or training for more than three months;
  • you are free from tuberculosis when you travel to, and enter, Australia; and
  • you have no criminal convictions for which you have been sentenced for a total combined period of 12 months or more, whether or not the sentence/s were served.
aus den Bedingungen zur Beantragung eines Visums für Australien. So sollte dies die Schweiz auch handhaben. Die Folgen wären:

--> Keine teure Finanzierung ausländischer Studenten
--> keine Kranken, massive Reduktion der Gesundheits- und IV-Kosten
--> 80% geringere Gefängnisauslastung

Dienstag, 15. Juni 2010

Merkmale von niedrigem sozialökonomischem Status

In Schottland pflegen praktisch alle Erwachsenen einen ungesunden Lebensstil. Zu diesem Schluss kommen Forscher der Universität Glasgow. Sie haben die Daten von 6500 Personen untersucht und fanden, dass 97,5 Prozent mindestens einen Risikofaktor aufwiesen: Entweder rauchten sie, tranken zu viel Alkohol, ernährten sich ungesund, waren übergewichtig oder körperlich inaktiv. 55 Prozent von ihnen meldeten drei Risikofaktoren oder mehr («BMC Public Health», online). Das Vorhandensein mehrerer Risikofaktoren korrelierte mit einem niedrigen sozioökonomischen Status.
tlu in der NZZaS vom 13.06.2010, Seite 61

Samstag, 22. Mai 2010

kranke Romands


Quelle: Benjamin Tommer in der NZZaS vom 16.05.2010, Seite 8, bzw. BfG

Mittwoch, 28. April 2010

krankes Krankensystem in der Schweiz

In der Schweiz zahlen offenbar immer weniger Leute ihre Krankenkassenprämien. Laut einer Umfrage von "Sonntag" bei den fünf grössten Krankenkassen mussten im letzten Jahr alle Kassen zusammen hochgerechnet 550'000 Versicherte betreiben. Das schlägt sich in den offenen Rechnungen nieder: Alle Ausstände betragen rund 620 Mio. Franken. Die Folge 220'000 Versicherte waren von einem Leistungsstopp betroffen.
20min vom 26.04.10.

Sonntag, 28. Februar 2010

Moderne Fussballer

Die neuen, überwiegend ausländischen Spieler haben andere Wertvorstellungen als ihre alten englischen Kollegen. Früher gab es zwei Sorten Fussballer: den einen, der gern mal ein Glas trank, und den Trinker. Die Besten waren oft Alkoholiker – George Best, Paul Gascoigne und Jim Baxter beispielsweise, während Bobby Moore und Bryan Robson, die grossen Kapitäne der Nationalmannschaft, Grenzfälle waren. Doch die neuen ausländischen Trainer wie Arsène Wenger brachten auch so radikale Vorstellungen wie jene mit, dass gelegentlicher Verzehr von Gemüse nicht schade und dass man nüchtern generell besser spiele. Viele ausländische Fussballer, selbst Nichtmuslime, trinken keinen Tropfen Alkohol. Wenn Fussballspieler heute eine Therapie machen, dann eher wegen ihres Hangs zum Glücksspiel als wegen Trunksucht.
Simon Kuper in der WeWo6.10, Seite 42ff.

Sonntag, 10. Januar 2010

Partner macht dick

Forscher an der University of Queensland in Australien haben über 6000 australische 18- bis 23-jährige Frauen mit einem Durchschnittsgewicht von 64 Kilogramm während 10 Jahren beobachtet. Ihre Resultate wurden im American Journal of Preventive Medicine, veröffentlicht:

Das Gewicht der Frauen 10 Jahre später:
  • mit Partner und mindestens einem Kind: +9kg
  • mit Partner und ohne Kind: +7kg
  • ohne Parter, kinderlos: +5kg

Sonntag, 3. Januar 2010

Telemedizin

Medgate und Medi24 bieten in der Schweiz medizinische Beratung am Telefon an.
  • Medi 24 beschäftigt 100 Mitarbeiter und beantwortet jährlich 400'000 Anfragen rund um die Uhr.
  • Das durchschnittliche Gespräch dauert 7 Minuten.
  • In 94 Prozent der Fälle würde ein Notfalldienst eines Spitals die gleichen Ratschläge erteilen.
  • 62 Prozent der Patienten können sich nach dem Anruf selber behandeln.
  • Nur bei 8.35 Prozent der Anrufe handelt es sich um Notfälle.
  • 90 Prozent der Anrufer befolgen die telefonischen Ratschläge, ein traumhaftes Ergebnis verglichen mit Haus- oder Spitalärzten
Telecare-Rate (der Anteil von Fällen, welche allein per Telefon gelöst werden)
  • Medgate: 60 Prozent
  • Medi24: 30 Prozent
Annegret Czernotta in der NZZaS vom 3.1.10, Seite 53.

Mittwoch, 19. August 2009

Alkoholkonsum in der Schweiz

  • 1 Mio. Personen trinken episodisch zu viel
  • 200'000 Personen trinken chronisch zu viel
  • 300'000 Personen weisen einen episodischen Alkoholüberkonsum auf
  • 5'000 Personen sterben jährlich an den Folgen des Alkoholkonsums
  • 12'000 Personen an indirekt alkoholbedingten Krankheiten
  • 22 Mio. CHF werden täglich für alkoholische Getränke ausgegeben
  • 12 Mrd. CHF (1/4 der Gesundheitskosten) sind auf den "Spass am Glas" zurück zu führen
  • 100 Mrd. CHF jährliche Folgekosten […das wäre dann ein guter Viertel der Volkswirtschaft – Man tut wahrscheinlich gut daran, nicht alles hier zu glauben.]

    Peter Holenstein in der WW33.09, Seite 33, gestützt auf die neusten Zahlen der SFA