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Mittwoch, 21. März 2012

Überholte Gesundheitsdefinition

Die Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.
Aus der Verfassung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom 22.07.1946
Mit dieser Definition und dem heutigen etatistischen Selbstbedienungsverständnis, ist unser Gesundheitswesen nicht finanzierbar. Es braucht
  • eine neue Definition von Gesundheit, oder
  • eine Gesundheitsversorgung/-garantie, welche sich auf das Überleben konzentriert, oder
  • eine geringere Anspruchshaltung an den Staat, mehr Eigenständigkeit.

Donnerstag, 10. Februar 2011

knappe Mittel im Gesundheitswesen

Wo sollen die knappen Ressourcen im Gesundheitswesen eingesetzt werden?
In einem Pflegeheim mit 11 Pensionären bricht nachts ein Feuer aus. Geliches geschiet in derselben Nacht in einem Heim mit 10 Kleinkindern - in derselben Gemeinde. Die lokale Feuerwehr hat aber nur ein Löschfahrzeug: Wohin schicken Sie es?
Es braucht Kriterien, die sagen, welche Patienten bevorzugt behandelt werden sollen:
  • derjenige, der am meisten von der Behandlung profitiert,
  • derjenige, der für seine Angehörigen wertvoll ist (Mutter mit drei kleinen Kindern), oder
  • derjenige, der der Volkswirtschaft am meisten bringt?
  • Oder derjenige, der am meisten leidet?
Gordana Mijuk und Charlotte Jacquemart in der NZZaS vom 6.2.2011, Seite 28f.
Mein Punkt: Derjenige, der die Allgemeinheit am wenigsten kostet. Privat finanziert ist auch das unsinnigste möglich - die öffentlichen Kassen werden aber nur bis zu einem Maximalbetrag von bspw. 50' GBP (National Health Service in England) belastet.

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Mehr Optionen im Gesundheitswesen

Nur eine klare Trennung von privater, halbprivater und allgemeiner Versicherung ist gerecht und sorgt für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen.
Die Prämien steigen stets, doch sie decken noch längst nicht die effektiven Kosten.
Das Schweizer Gesundheitswesen ist gut und teuer. Das Preis-Leistungsverhältnis ist aber bedenklich schlecht, im Verhältnis zu den Kosten relativ bescheidene Qualität.

Fehlender Wettbewerb und eine falsch angesetzte Finanzierungsstruktur machen es ineffizient.
Cédric A. George in der NZZaS vom 6.12.09, Seite 21.

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Reförmchen im Gesundheitswesen

Der Nationalrat hat diverse falsche Sachen beschlossen:
  • Die Einführung einer Praxisgebühr wurde abgelehnt. Mit einer Franchise von 2500 CHF würde ich mich sogar für eine ebenso hohe Praxisgebühr einsetzen.
  • Die Krankenkassen müssen einen kostenlosen, telefonischen Beratungsdienst für alle Versicherten einrichten. Ist eine gute Massnahme, doch dass dies ein Müssen ist, ist falsch.
  • Kassen dürfen nicht mehr via Versicherungsprovisionen und Telefonwerbung „gute Risiken“ sprich junge, gesunde Leute jagen. Schade: Ich möchte in eine Versicherung mit vielen jungen Männern und wenig alten Frauen. Die Prämien würden einen Bruchteil betragen...
  • Die Kosten für das Ausstellen eines Arztzeugnisses für weniger als drei Tage werden weiterhin von den Kassen übernommen: Das ist ja geradezu eine Einladung, sofort zum Arzt zu rennen...
  • Der Vertragszwang zwischen Krankenkassen und Ärzten soll auch 2012 noch bestehen. Ein ganz grosser Fehler!
Wenigstens wurde die Aufstockung der Prämienverbilligungen um 200 Mio. CHF abgelehnt. Die Prämienverbilligungen müssten drastisch reduziert werden. Erst dann wird einer Mehrheit bewusst, welch finanzielles Fiasko unser Gesundheitswesen darstellt und wie gross der Handlungsbedarf ist.

In Anlehnung an Deborah Rast im 20min vom 10.09.09, Seite 10.

Spital: Leistungen finanzieren statt Kosten abgelten

Die neue Spitalfinanzierung ab 1. Januar 2012 will Preise für Leistungen bezahlen statt einfach Kosten abzugelten.

Unter der neuen diagnosebasierten Vollpauschale fressen nicht die Grossen die Kleinen, sondern die Schnellen die Langsamen. Früher lautete die Devise, Wir sind ein Universitätsspital, wir machen alles, und wir können alles. Heute gilt die Devise, wir machen nur noch das, was wir besser können als andere. Und dort, wo wir nicht so gut sind, kooperieren wir mit jenen, die es besser können.
Prof. Dr. Jörg F. Debatin, Vorsitzender des Vorstands des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf

In einem solchen Entschädigungssystem wird es nicht darum gehen, Spitalgrössen zu betrachten, sondern Leistungsspektren.

... allfällige Spitalschliessungen werden (...) anhand eines regulierten Wettbewerbs um Preise und Qualität stattfinden.
Willy Oggier in der NZZaS vom 30.08.09, Seite 17.

Mittwoch, 18. März 2009

Betrug im europäischen Gesundheitswesen

Die Mehrzahl der EU-Länder investiert jedes Jahr zwischen 3% und 10% ihres BIP in die Gesundheit. Schätzungsweise wird in der EU jedes Jahr 1 Billion Euro für das Gesundheitswesen ausgegeben.

Mehr als €1 Billion wird in jedem Jahr in Europa für die Gesundheitsvorsorge ausgegeben.Die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika schätzt, dass zwischen 3% und 10% an Kosten im Gesundheitswesen in jedem Jahr durch Betrug verlorengehen. Falls man diese Zahlen auf den Gesundheits- und Krankenversorgungssektor in Europa überträgt, so wird damit gerechnet, dass in jedem Jahr ca. €30 Milliarden und €100 Milliarden verlorengehen könnten.
Europäische Konferenz über Betrug und Korruption im Gesundheitswesen – 18./19. Oktober 2004 in Bratislava (European Healthcare Fraud and Corruption Network, EHFCN)


Mittwoch, 9. Juli 2008

falsche Schlussfolgerung: Ruf nach mehr Regulierungen

Ein fantastisches Interview mit Rudolf Strahm in der Weltwoche! Er erkennt die anstehenden Probleme und deren Ursachen. Und ausnahmsweise handelt es sich bei ihm nicht um einen hochdekoriertern Militär mit Doktorwürden in Wirtschaft oder Juristerei. Noch erstaunlicher: Strahm ist SP-Mitglied! Deshalb stimme ich dann auch überhaupt nicht seinem Ruf nach mehr Regulierungen zu:


Finanzplatz, Banken
Von den Finanzmärkten kommen grosse Risikobelastungen auf die Realwirtschaft zu. Der Finanzplatz Schweiz ist nicht nur ein Segen und ein Wohlstandsfaktor, sondern vor allem ein hochgradiges Risiko für die Konjunktur.
-->Es braucht mehr regulatorische Eingriffe in die Finanzmärkte...
Falsch, neue Regeln sind hier kontraproduktiv.


technologische Fortschritte
Weltweite technologische Entwicklungen soll man nicht bremsen, aber man muss sie sozial flankieren. Um mitzuhalten, braucht es eine Art "schöpferische Zerstörung" von Unternehmen, die zwar Arbeitsplätze vernichtet, aber im Gegenzug neue schafft.
keine "soziale Flankierung", sondern Eigenverantwortung der Wirtschaftssubjekte bei Ihrer beruflichen Ausrichtung ist gefragt.


Kosten des Gesundheitswesens
Unser Gesundheitswesen ist noch immer viel teurer als im Ausland. In vielen kleinen Spitälern herrschen Überkapazitäten. Die Lohnsummen - nicht das Lohnniveau sind zu hoch, die Medikamente zu teuer, die Verkaufsmargen der Ärzte zu gross. Das Gesundheitswesen ist ein 55-Milliarden-Brocken, der dringend stärkere Preisregulierungen erfordert.
Rudolf Strahm im Interview mit Philipp Gut und Andreas Kunz in der WW27.08, Seite 46ff
Richtig, das Gesundheitswesen ist zu teuer. Doch die Preise sinken nicht mit noch mehr Regulierungen und Schutzmechanismen, sondern mit mehr Wettbewerb.


Dahinter stecken zwei verschiedene Meschenbilder:

nach Bevormundung lechzend und Obrigkeitsgläugbig
vs.
selbsständig und initiativ

Samstag, 28. Juni 2008

Das 3-Märkte-Modell im Gesundheitswesen

Das Einzige, was erfahrungsgemäss funktioniert ist der Markt, weil er unmittelbar und rasch das Angebot so steuert, wie es die Nachfrage will. Auf dem Markt herrscht Altruismus: Ein Anbieter muss einem Nachfrager einen Mehrwert bietet, seinen Bedarf decken, um zum Zuge zu kommen. Der Nachfrager entscheidet, mit wem er einen Vertrag abschliesst. Dann - erst dann - sind die Patientinnen und Patienten wieder entscheidend. Und damit die medizinischen Kosten nicht aus dem Ruder laufen braucht es auch zwischen den Ärzten und den Kassen einen Markt, sprich: die Vertragsfreiheit. Und damit die Kassen nicht zu allmächtig und deren administrative Kosten nicht steigen braucht es zwischen den Patienten und den Kassen einen Markt und Vertragsfreiheit. Es entstehen drei Märkte: Ärztemarkt, Kassenmarkt und Gesundheitsmarkt. Sie steuern sich gegenseitig und vor allem richten Sie das Angebot nach der Nachfrage aus. Die drei freien Märkte bedingen sich gegenseitig. Es gibt keinen Grund irgend einen dieser drei Märkte in mittelalterlicher Manier zu privilegieren, weil dann das Ganze sofort aus dem Gleichgewicht fällt.
Ordnungspolitischer Blog

Dienstag, 10. Juni 2008

Hirslanden publiziert seinen Geschäftsbericht nicht

Weil wir ein privates Unternehmen sind. Und weil die Resultate völlig verzerrt würden, da die Spitäler der öffentlichen Hand auf intransparente Art aus verschiedenen Töpfen gespeist werden. Unsere Kalkulationen würden mit Sicherheit falsch interpretiert und politisch ausgeschlachtet. Denn es gibt Politiker, die wollen nicht, dass man im Gesundheitswesen Geld verdient. Das Ziel wäre nur, uns kaputtzumachen, um die lästige Konkurrenz loszuwerden.
Robert Bider, Chef der Privatklinikgruppe Hirslanden, im Interview mit Charlotte Jacquemart und Birgit Voigt in der NZZaS vom 8.6.08, Seite 53.

Montag, 31. März 2008

Gesundheitswesen

Nach über 30 Jahren Sparmassnahmen aller Art buttern wir dieses Jahr 58 Milliarden Franken ins Gesundheitswesen. Jahr für Jahr sind es fast 2 Milliarden mehr - ohne entsprechenden Nutzenzuwachs. Das Preis-Leistungs-Verhältnis sinkt. Das Gesundheitssystem ist immer noch ein Reich der Verschwendung. Seit Jahren ist es das zweit- oder drittteuerste Gesundheitswesen der Welt. Länder mit gleich guter Versorgung zahlen dafür 10 bis 30 Prozent weniger.

Krankenkassen sollen nicht mehr verpflichtet sein, die Leistungen aller Ärzte zu übernehmen. Sie sollen wählen dürfen, mit welchen Ärzten sie keinen Vertrag abschliessen.
Gerhard Kocher, Gesundheitsökonom, in der NZZaS vom 30.3.08.

Dienstag, 11. März 2008

Abstimmung am 1. Juni 2008

SVP-Initiative «für demokratische Einbürgerungen»: Nein. Die Einbürgerung ist ein Verwaltungsakt und muss begründet werden können. Bei einer Wahl durch den Pöbel ist Willkür nicht auszuschliessen, vgl. entsprechendes Bundesgerichtsurteil.

Volksinitiative «Volkssouveränität statt Behördenpropaganda» oder «Maulkorb-Initiative»: Nein. Der Bundesrat soll informieren dürfen - ja, er muss sogar! Absolute Transparenz! Jegliches Redeverbot führt zu massiven Verzerrungen und alles anderem als optimalen Ergebnissen.

neuer Gesundheitsartikel in der Bundesverfassung, Gegenvorschlag zur inzwischen zurückgezogenen SVP-Initiative «für tiefere Krankenkassenprämien»: Ja. Das Gesundheitswesen der Schweiz braucht noch etliche Reformen, bzw. Revolutionen. Den Krankenkassen mehr Macht bei der Spitalfinanzierung zu geben ist ein möglicher Schritt zur Durchbrechung starrer, planwirtschaftlicher Strukturen, welche die Kosten ausufern lassen.

Dienstag, 15. Januar 2008

15 Mrd. für Psychos

  • 15 Milliarden CHF kosten psychiatrisch-neurologische Erkrankungen die Schweiz jährlich = 2000 CHF pro Kopf, entspricht 16 Prozent des gesamten Gesundheitswesens
  • Dennoch werden die Kosten der psychiatrischen und neurologischen Erkrankungen wahrscheinlich noch unterschätzt
  • Die häufigsten psychiatrischen Erkrankungen sind Angsterkrankungen mit 710'000 Fällen, während Migräne mit 630'000 Fällen die häufigste neurologische Erkrankung ist.
NZZ gestützt auf eine Berechnung der Universität Zürich
Maurus Kunz merkt folgendes zum NZZ-Artikel an:
Eine Person mit einer schwerwiegenden Neurose braucht oftmals eine lebenslange Begleitung um den Alltag zu bewältigen.
Ich bin nicht bereit immer mehr Krankenkassenprämien zu bezahlen, damit solche Personen ihren "Alltag bewältigen" können. Ich verlange wieder einmal eine strikte Kürzung des Krankenkassenkatalogs.