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Dienstag, 21. Februar 2012

200 mCHF Mehreinnahmen für Ärzte durch Medikamentenverkauf

Nettoverdienst der selbstdispensierednen Ärzte, sprich aus Medikamentenverkauf in der Schweiz.
  • 2010: 214 mCHF
  • 2008: 212 mCHF, allerdings wäre auf 2010 eine Reduktion um 20% erwartet gewesen, da die Margen gesenkt wurden
  • Diese gut 200 mCHF müssen längerfristig eingespart werden – durch eine Änderung der Anreize, dass Ärzte nicht mehr aufgrund ihres Umsatzes verkaufter Medikamente verdienen, sondern aufgrund eines auszuhandelnden Tarfisystems.
    Pascal Holenstein in der NZZaS vom 19.02.2012, Seite 11.

Donnerstag, 31. März 2011

Frauen opfern Unanbhängigkeit von Roche

Innert 4 Jahren verlor Maja Oeri die Hälfte ihres Vermögens (1bn CHF). Jetzt tritt sie aus dem Aktionärspool aus. Damit verliert die Allianz der Roche-Erben das alleinige Sagen.

Paul Sacher galt als autoritärer Familienherrscher und war während 20 Jahren an der Macht. Gemäss Basler Klatsch befand er Frauen nur für eines als wirklich brauchbar. Zusammen mit Fritz Gerber als Konzernchef und Verwaltungsratspräsident garantierte er die Stabilität von Roche. In all den Jahren unter Sacher und Gerber hatte die junge Generation nichts zu sagen, die Frauen schon gar nicht. Das hat schon zu Frustration geführt.

In Anlehnung an Birgit Voigt in der NZZaS vom 27.03.2011, Seite 37.

Mittwoch, 10. März 2010

Handelsbilanz Lybien Schweiz Januar 2010

Lybien --> Schweiz
71 Mio. CHF Öl (mehr als das Doppelte im Vorjahr)

Schweiz --> Lybien
27 Mio. CHF Pharma- und Chemieprodukte
1.3 Mio. CHF Schweizer Uhren
total 29 Mio. (+248% gegenüber Vorjahr)

Michael Kuhn im Blick am Abend vom 2.03.10, Seite 5.

Dienstag, 16. Juni 2009

Lohnschere 2008



  1. Credit Suisse 195

  2. Novartis 177

  3. ABB 158

  4. Roche 135

  5. Zurich 98

  6. Nestlé 83

  7. Lindt 83

  8. SwissLife 54

  9. UBS 51
http://www.travailsuisse.ch/de/system/files/Beilagen+2009.pdf

Montag, 11. Mai 2009

3 NZZ-Vorschläge zur Reform des Gesundheitswesens

Zulassung von Parallelimporten
Pharmaprodukte von der Zulassung der Parallelimporte auszunehmen, wie es das Parlament beschlossen hat, nützt allein der Pharmaindustrie, sonst niemandem.
Aufhebung des Vertragszwangs zwischen Krankenkassen und Leistungserbringern
Von der Aufhebung des Vertragszwangs hätte kein Arzt etwas zu befürchten, der seine Patienten professionell und effizient behandelt. Im Kampf um die Erhaltung einer geschützten Werkstatt operieren die Ärzteorganisationen erfolgreich mit dem Schlagwort der "Wahlfreiheit" - das hohl ist, denn auch ohne Vertragszwang könnten die Patienten zwischen Hunderten von Ärzten wählen (die sie, nebenbei bemerkt, kaum kennen). Es geht bei dieser Reform vor allem darum, jene Ärzte auszusortieren, denen es an Fachkompetenz und Kostenbewusstsein gebricht.
Praxisgebühr

Die Praxisgebühr erhöht den administrativen Aufwand, wie es sich für eine staatliche Massnahme gehört. Sie setzt aber an der richtigen Stelle an, denn ein Grundübel des Schweizer Gesundheitssystems liegt darin, dass die Versicherten nahezu unbeschränkt Leistungen in Anspruch nehmen können, ohne die finanziellen Konsequenzen zu spüren. Ist die Franchise bezahlt, machen sich nicht wenige Leute auf zur grossen Einkaufstour auf dem Gesundheitsmarkt. Niemand hindert sie daran, die Kosten bezahlen andere, und oft sind diese Leute physisch kerngesund. Die Praxisgebühr ist eine Massnahme hin zu mehr Selbstverantwortung. Es kann nicht schaden, wenn man sich überlegen muss, ob ein Besuch beim Arzt wirklich nötig ist. Die Gebühr von 30 Franken ist eher zu tief angesetzt. Nur wenn die Patienten finanziell stärker in die Pflicht genommen werden, entwickeln sie ein Bewusstsein dafür, wie viel medizinische Leistungen effektiv kosten. Gleichzeitig steigt der Druck auf die Parlamentarier, tiefgreifende Reformen nicht länger zu vertändeln.

Francesco Benini in der NZZaS vom 10.5.09, Seite 15.

Mittwoch, 18. März 2009

Betrug im europäischen Gesundheitswesen

Die Mehrzahl der EU-Länder investiert jedes Jahr zwischen 3% und 10% ihres BIP in die Gesundheit. Schätzungsweise wird in der EU jedes Jahr 1 Billion Euro für das Gesundheitswesen ausgegeben.

Mehr als €1 Billion wird in jedem Jahr in Europa für die Gesundheitsvorsorge ausgegeben.Die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika schätzt, dass zwischen 3% und 10% an Kosten im Gesundheitswesen in jedem Jahr durch Betrug verlorengehen. Falls man diese Zahlen auf den Gesundheits- und Krankenversorgungssektor in Europa überträgt, so wird damit gerechnet, dass in jedem Jahr ca. €30 Milliarden und €100 Milliarden verlorengehen könnten.
Europäische Konferenz über Betrug und Korruption im Gesundheitswesen – 18./19. Oktober 2004 in Bratislava (European Healthcare Fraud and Corruption Network, EHFCN)


Dienstag, 3. März 2009

Novartis sinkt


Die Gründe:
  • starker Dollar, und Novartis eicht alles darauf
  • Obama gegen überteuerte Medikamente
  • Verluste auf Beteiligungen

Montag, 10. März 2008

Roche vs. Novartis

Nach der Ablösung der UBS an der Spitze durch die CS, scheint dieser Wechsel auch im Pharma-Bereich stattgefunden zu haben:
Mitarbeiter: 98'788 (Novartis), 78'604 (Roche)
Umsatz: 43.8 Mrd. CHF (Novartis), 46.133 Mrd. CHF (Roche)
Gewinn: 7.096 Mrd. CHF (Novartis), 11.4 Mrd. CHF (Roche)
Vasilije Mustur in 20min vom 31.1.08, Seite 17.

Sonntag, 6. Januar 2008

Novartis

Die Pharmabranche ist mir deshalb suspekt, weil sie ihr Geld wesentlich in der Gesundheitsbranche "verdient", welche in der Schweiz mit einem Krankenkassenobligatorium, staatlich/juristisch unterstützt wird. Weitere rechtliche Hürden (Parallelimporte, Patente, etc.) verzerren den Markt weiter, so dass die Pharmariesen unter diesem Schutz abkassieren können.

Trotz diesem rechtlichen Schutz und der grossen Zukunft, die dieser Branche prophezeit wird, serbelt der Aktienkurs von Novartis seit Beginn vor sich hin. Die Ausreden bisher:
Die Investoren trauten der jungen Sandoz/Ciba-Fusion noch nicht (1998). Patente liefen aus, wichtige Arzneien mussten ersetzt werden (1999, 2000). Die ganze Börse fuhr in den Keller (2001, 2002). Die ganze Pharmabranche lahmte (2005, 2006).
Rot eingezeichnet eine eigene Approximation von Daniel Vasellas Entlöhnung (letztes Gehalt ca. 44 Mio CHF, verzwanzigfacht in den letzten 10 Jahren). Klar, die Konzernergebnisse wurden jährlich besser und Vasella konnte sogar oft zweistellige Wachstumraten ausweisen, doch sollte sein Gehalt nicht trotzdem noch in irgendeiner Relation zum Aktienkurs stehen?

Doch niemand bedroht Vasellas Stellung:
- Im Management: Vasella äusserte in Finanz und Wirtschaft den Wunsch "mehrere interne Kandidaten aufzubauen und zur Auswahl zu haben"...
- Im Verwaltungsrat: Normalerweise erlaubt dieser dem Präsidenten eine doppelt so hohe Entlöhnung wie dem Durchschnitt. Bei Novartis verdient Vasella drei mal soviel.
- Im Aktionariat:
153 000 Aktionäre hat Novartis, keiner davon ist nur annähernd in der Lage, Druck anzudrohen, keine Gruppierung kann bei der rigiden Stimmrechtsbeschränkung zur Widerstandsbewegung erwachsen: Wer mehr als zwei Prozent der Stimmen einbringen will, braucht das Plazet des Verwaltungsrats unter Daniel Vasella.
Also wird Vasella auch die nächsten Jahre walten (gewählter CEO bis 2009, gewählter VR-Präsident bis 2010). Jetzt hat er die Chance, seine Entlöhnung zu begründen...
Schliesslich stecken fast alle grossen Pharmakonzerne im Umbruch, die Branche erwartet Druck auf ihre Umsätze. (..) Denn alte Medikamente sind schwerer zu ersetzen, neue Wirkstoffe sind aufwendiger zu entdecken und haben es obendrein auch immer schwerer, die Zulassung der Behörden zu bekommen.