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Sonntag, 4. März 2012

Innovativ ohne Akademiker

Die EU-Kommission hat wie auch schon im Vorjahr die Schweiz an die Spitze des globalen Rankings betreffend Innovation gesetzt. Und dies, obwohl die Schweiz die tiefste Akademikerquote hat.

  1. Gute Ideen haben nicht zwingend etwas mit einem akademischen Titel zu tun, sondern vor allem mit Kompetenz. Wer ein Problem lösen will, muss es verstehen. In diesem Punkt stehen praxiserfahrene Berufsleute den Akademikern nicht nach, dem hiesigen Berufsbildungssystem sei Dank. Ein Grossteil der Patente stammt von kleinen und mittleren Unternehmen.
  2. In der Hochschulforschung wiederum entscheidet Qualität und nicht Quantität. Die Schweiz hat hohe Hürden für Studierende und stellt damit sicher, dass ihre Hochschulabsolventen etwas auf dem Kasten haben. 
Michael Furger in der NZZaS vom 12.2.12, Seite 21.

Sonntag, 29. Januar 2012

PISA offenbart keine Bildungsprobleme, sondern...

Die PISA-Studie wurde 2000 von der OECD ins Leben gerufen um das Bildungskompetenz global vergleichbar zu machen. Anfänglich sorgte man sich bereits um die Lesekompetenz der Schweizer Schüler. Nun hat sich diese aber merklich verbessert. Wurde die Ausbildung verbessert? Waren die Lehrer zur gezielten Förderung fähig? Alles nein.
In Anlehnung an mid in der NZZaS vom 29.1.12, Seite 61.

Wie in so vielen Angelegenheiten, haben wir auch in diesem Fall kein Bildungsproblem, sondern ein Migrationsproblem. 70% der schlechten Leseleistungen gehen auf das Konto der Migrantenkinder. Da wir nun mir deutsche Migranten haben, steigen auch die Sprachkompetenzen.

Also, bevor wir über Bildung, Infrastruktur, Sozialhilfe, Gesundheitswesen und v.a. über Kosten zu sprechen beginnen, sollten wir mal das Migrantenproblem angehen!

Mittwoch, 22. Juni 2011

Das Ende der Wissenschaft

Noch nie flossen so viele Milliarden in die Forschung, noch nie wurden so viele Studien publiziert - und noch nie kam so wenig dabei heraus wie heute. Die moderne Wissenschaft ist in eine Sackgasse geraten

Behauptet man, es sei noch zu früh für derartige Erkenntnisse, muss man leider eingestehen, dass auch weitere Petabytes an Daten die Genetik und die Neurowissenschaften nicht weiterbringen werden. Biologen könnten das Genom jeder einzelnen Art, mit der wir den Planeten teilen, entschlüsseln. Dies würde aber lediglich bestätigen, dass sie alle aus den gleichen Genen bestehen. Gleichzeitig bliebe jedoch die Frage offen, wie diese Gene die einzigartigen Formen und Eigenschaften dieser Kreaturen bestimmen. Das Gleiche gilt für die Untersuchungen des Gehirns. Millionen von Hirnscans bei Versuchspersonen, die einen hüpfenden roten Ball beobachten, werden nicht erklären können, wie neuronale Schaltkreise erfassen, dass der Ball rot und rund ist und hüpft.

Der Kontrast zu den intellektuellen Errungenschaften der Nachkriegszeit ist also eklatant. Kosmologen erklären die Geburt des Universums, und Geologen messen die Bewegung der Kontinente bis auf den Zentimeter. Da verwundert es, dass Genforscher uns nicht sagen können, warum Menschen sich von Fliegen unterscheiden, und dass Neurowissenschafter nicht wissen, wie wir uns eine Telefonnummer merken.
James Le Fanu in der NZZaS vom 19.06.2011, Seite 52f.

Mittwoch, 1. Juni 2011

Blondine triumphiert über Akademiker

Gerade Akademikern sollte das Lachen über Daniela Katzenbergers pointierte Doofheit im Halse stecken bleiben. Denn deren kichernder Aufstieg ist ein Sieg über bürgerliche Werte wie Bildung, Leistung, Diskretion und die Vorstellung, dass Frauen auch öffentlich intelligent sein dürfen.
Henriette Kuhrt in der NZZaS vom 29.05.2011, Seite 69.

Donnerstag, 19. Mai 2011

Geistige Behinderung (Glaube) verunmöglicht weltweit führende Forschung

Kaust: King Abdullah University of Science and Technology bei Jidda
  • Das Land verdient täglich 1 bnUSD durch Ölexporte
  • 7 bnUSD soll der König in die Universität investiert haben
  • Offiziell bekanntes Stiftungsvermögen: 10 bnUSD
  • Inoffizielles Stiftungsvermögen: eher 20 bnUSD – und damit hinter Harvard die zweitreichste Hochsuchle der Welt

Die Labors sind mit einem Budget ausgestattet, das praktisch unbeschränkte Forschung erlaubt. Während an jeder anderen Universität Professoren viel Zeit damit verbringen, Anträge für Forschungsgelder zu schreiben, erhalten die Kaust-Wissenschafter Carte blanche.

Neben dem Jahressalär von rund 150 000 Dollar für ein Mitglied des Lehrkörpers kommen Zehntausende von Dollars Spezialprämie dazu; eine Auslandentschädigung» etwa und ein Bonus für die Vertragsunterzeichnung - alles steuerfrei. Professoren und Verwaltungskader beziehen Villen mit Meerblick. Doktoranden und Studenten bewohnen Einzelappartments mit Marmorböden und erhalten nebst kostenlosem Studienplatz einen Monatslohn von 1500 bis 2000 Dollar. Medizinische Versorgung und Lebensversicherung sind gratis, Flüge ins Heimatland werden bezahlt. Schulen mit westlichem Bildungsanspruch stehen bereit. Es gibt Sportzentren, einen Strand, einen Golfplatz, Kinos, Restaurants. Akkurat angeordnete Palmenalleen säumen die Uferpromenade. Ein Campus wie ein Ferienresort. Sogar die strengen religiös motivierten Regeln für die saudische Bevölkerung wurden für die westliche Forschergemeinde ausser Kraft gesetzt. Frauen dürfen Auto fahren, sich ohne Schleier zeigen, die Geschlechtertrennung ist aufgehoben.

Viele saudische Studenten können da nicht mithalten. Das saudische Bildungssystem sei nicht auf Forschung ausgerichtet, sondern aufs Auswendiglernen, sagen Professoren. An den Schulen dominiert die Beschäftigung mit dem Koran. Der für die Forschung wichtige kritische Ansatz fehlt.

Michael Furger in der NZZaS vom 15.05.2011, Seite 24ff.

Aus meiner Sicht ist es kein Zufall, dass sich die Kaust ausschliesslich auf Naturwissenschaften und Technologie ausrichtet. Geisteswissenschaftliche Entwicklungen sind in muslimischen Ländern nicht erwünscht und aufgrund des religiösen Korsetts auch nicht umsetzbar.

Auch wenn aus dem ganzen geisteswissenschaftlichen Apparat nur ein kleines Liedchen wie "Die Gedanken sind frei…" herauskommen würde, wäre diese grundlegende Schranke überwunden. Tut es aber nicht. Und damit ist der Fortschritt in gläubigen Ländern blockiert – auch in reichen.

Donnerstag, 14. April 2011

We’re in a Bubble called Higher Education (Peter Thiel)

A college degree has long been considered a golden ticket to success in this country. But with the current economic recession, some question whether obtaining a college degree is worth going into debt.

a college education does not guarantee a high paying job. So is it really worth it to go to college during an economic downturn?

It's pretty clear nowadays a college education doesn't always get you a job, but it almost always gets you in debt.

http://www.npr.org/templates/story/story.php?storyId=112432364

Instead, for Thiel, the bubble that has taken the place of housing is the higher education bubble. “A true bubble is when something is overvalued and intensely believed,” he says. “Education may be the only thing people still believe in in the United States. To question education is really dangerous. It is the absolute taboo. It’s like telling the world there’s no Santa Claus.”

Like the housing bubble, the education bubble is about security and insurance against the future. Both whisper a seductive promise into the ears of worried Americans: Do this and you will be safe. The excesses of both were always excused by a core national belief that no matter what happens in the world, these were the best investments you could make. Housing prices would always go up, and you will always make more money if you are college educated.

Like any good bubble, this belief– while rooted in truth– gets pushed to unhealthy levels. Thiel talks about consumption masquerading as investment during the housing bubble, as people would take out speculative interest-only loans to get a bigger house with a pool and tell themselves they were being frugal and saving for retirement. Similarly, the idea that attending Harvard is all about learning? Yeah. No one pays a quarter of a million dollars just to read Chaucer. The implicit promise is that you work hard to get there, and then you are set for life. It can lead to an unhealthy sense of entitlement. “It’s what you’ve been told all your life, and it’s how schools rationalize a quarter of a million dollars in debt,” Thiel says.

He thinks it’s fundamentally wrong for a society to pin people’s best hope for a better life on something that is by definition exclusionary. “If Harvard were really the best education, if it makes that much of a difference, why not franchise it so more people can attend? Why not create 100 Harvard affiliates?” he says. “It’s something about the scarcity and the status. In education your value depends on other people failing. Whenever Darwinism is invoked it’s usually a justification for doing something mean. It’s a way to ignore that people are falling through the cracks, because you pretend that if they could just go to Harvard, they’d be fine. Maybe that’s not true.”

Poke a small but solid hole in this Ivy League bubble by convincing some of the most talented kids to stop out of school and try another path. The idea of the successful drop out has been well documented in technology entrepreneurship circles.

“20 Under 20″ program The idea was simple: Pick the best twenty kids he could find under 20 years of age and pay them $100,000 over two years to leave school and start a company instead.

That hints at another interesting distinction between the housing bubble and the education bubble: Class. The housing bubble was mostly a middle-class phenomenon. Even as much of the nation was wrapped up in it, there was a counter narrative on programs like CNBC and in papers like the Wall Street Journal pooh-poohing the dumb people buying all those condos in Florida. But with education, there’s barely any counter-narrative at all, because it is rooted in the most elite echelons of the upper class.
Sarah Lacy

Mittwoch, 10. November 2010

Sarrazins Thesen: Deutschland im Niedergang

Thilo Sarrazin geht davon aus, dass die Deutschen zu wenig Nachwuchs haben und deshalb mit jeder Generation ein Drittel weniger werden als in der Generation zuvor. Der Gesellschaft drohe zudem der geistige Abstieg, schreibt Sarrazin, da die bildungsfernen Schichten mehr Nachwuchs hätten und Intelligenz «zu 50 bis 80 Prozent erblich» sei.

Die Probleme einer schrumpfenden und dümmer werdenden Gesellschaft könnten auch nicht mit Einwanderung ausgeglichen werden, da Deutschland auf die falsche Art von Einwanderung setze. Die muslimischen Immigranten - in erster Linie Türken - sind laut Sarrazin überdurchschnittlich häufig arbeitslos, sie beziehen überdurchschnittlich viele Sozialleistungen, ihre Kinder sind an den Schulen unterdurchschnittlich erfolgreich. Sie seien zudem häufiger kriminell als die Deutschen und hätten mehr Kinder. Sarrazin rechnet hoch, dass in Deutschland Personen aus muslimischen Ländern bald in der Mehrzahl sein könnten.

Thilo Sarrazin schlägt vor, dass künftig nur noch «Spezialisten am oberen Ende der Qualifikationsskala» einwandern dürfen. Für Zugewanderte ohne ausreichende Sprachkenntnisse sollen Deutschkurse für obligatorisch erklärt werden. Ab dem dritten Lebensjahr sollen Kinder den Ganztageskindergarten besuchen. Der Familiennachzug soll erschwert und der Bezug von Sozialleistungen an strikte Bedingungen geknüpft werden.

Thomas Isler in der NZZaS vom 7.11.2010, Seite 24f.

Samstag, 6. November 2010

Zurück zu einer konservativen Schulpolitik

Hier bin ich der Meinung der SVP:
  • Fokussierung auf messbare Leistungen
  • Mundartunterricht, seperaten Deutschunterricht für Fremdsprachige, im Kindergarten nur Mundart.
  • Stopp bei der Integration von schwachen Schülern (Der Einbzug schwacher Schüler senkt das Klassenniveau, kein integrativer Unterricht)
Hier ist's etwas komplizierter, weshalb ich zu den schwammigen Positionen der FDP stehe:
Lehrermangel: Die SVP will Teilzeitstellen im Lehrerberuf abschaffen. FDP, SP und CVP wollen bessere Berufsperspektiven und mehr Quereinsteiger. Die SP fordert zudem höhere Lehrerlöhne. CVP und FDP kritisieren wie die SVP die Akademisierung der Lehrerbildung.

Frühe Bildung: Die SVP wehrt sich gegen die Frühförderung und gegen die Basisstufe (Verschmelzung von Kindergarten und Schule). SP und CVP setzen auf die frühe Förderung und die Basisstufe. Die FDP ist bei der Basisstufe skeptisch.
In Anlehnung an Michael Furger und Markus Häfliger in der NZZaS vom 24.10.2010, Seite 11.

Sonntag, 26. September 2010

Problem: zurückgebliebene Osteuropäer

Die Ausweisung von Roma ist blosse Symptombekämpfung.
Um die verfolgte und verarmte Minderheit der Roma ans moderne europäische Leben und dessen wirtschaftliche Chancen heranzuführen, hilft vor allem Bildung. Am besten in ihren Herkunftsländern. Das hat die EU längst erkannt. Der Europäische Sozialfonds stellt twa Rumänien allein zwischen 2007 und 2013 vier Milliarden Euro für entsprechende Projekte zur Verfügung. Das Land hat bis jetzt nur ein Prozent dieser Summe abgerufen. Da liegt das Problem.
tis. in der NZZaS vom 19.9.10, Seite 19.

Montag, 26. Juli 2010

Education in "Brave New World"

Humanistische Bildung ist gesellschaftlich nicht gewünscht, da sie den Menschen zum Nachdenken anregt und ihm eine kritischere Sicht auf die Welt ermöglicht. Da es nicht im Interesse der Allgemeinheit ist, den Menschen für die Defekte dieser Gesellschaft zu sensibilisieren, wird jede Bildung, die sich auf kulturelle Überlieferung stützt, unterdrückt.
Unwissend und glücklich? Das Glück des Dummen? Stop thinking...?

Samstag, 24. Juli 2010

Hayek zum Glauben an Titel

Wenn Sie einen Esel an die Musikhochschule nach Salzburg schicken, machen Sie keinen Mozart aus ihm. Und wenn Sie ein Kamel an die Harvard-Universität schicken, wird daraus kein Henry Ford.
Nicolas Hayek, 1928-2010

Dienstag, 15. Juni 2010

Gesellschaftliche Kosten/Nutzen von (Un-)Bildung

Bildung, so zeigte sich nun, ist nicht nur für den Einzelnen profitabel, wie man schon lange weiss: Die individuelle Bildungsrendite beträgt in der Schweiz 7 bis 9 Lohnprozente pro Jahr Bildung. Sondern ihr Effekt auf das BIP-Wachstum übersteigt diese individuelle Rendite bei weitem: «Auch jene, die sich nicht bilden, profitieren von der Bildung jener, die sich bilden», formuliert es Stefan Wolter. Diese Tatsache rechtfertigt die öffentliche Finanzierung von Bildung. Sie rechtfertigt es aber auch, den Spiess umzudrehen und die Kosten von Nicht-Bildung zu berechnen: «Wenn Bildung zu Wachstum führt, dann führt Nicht-Bildung zu entgangenem Wachstum, das heisst zu einem Schaden für die Gesellschaft, die für die negativen Folgen dieser Nicht-Bildung aufkommen muss: für Arbeitslosigkeit etwa oder Sozialhilfe», sagt Wolter. Damit ist es nicht mehr reine Privatsache, ob sich ein 14-jähriger Schüler in der Schule anstrengt oder nicht, mit seinem Nicht-Lernen schadet er der gesamten Gesellschaft.
Kathrin Meier-Rust in der NZZaS vom 13.06.2010, Seite 57ff.

Mittwoch, 26. Mai 2010

Religion: etwas für Alte, Frauen und Ungebildete

Quelle: Matthias Herren in der NZZaS vom 23.05.2010, Seite 12.

Wissenschaft in China

Waren vor neun Jahren 5 Millionen Studierende an chinesischen Universitäten eingeschrieben, bevölkern heute 25 Millionen die Hörsäle, und in den Labors forschen 1,5 Millionen Wissenschafter.

Macht euch bereit für Chinas Wissenschafts-Dominanz. Noch vor 2020 überholt China die USA - die Welt wird eine andere sein.
Jonathan Adams, Forschungsdirektor bei Thomson Reuters, in einem Artikel im «New Scientist»

Chinas grösstes Problem ist aber der Innovationsmangel. (...) Man scheut Grundlagenforschung. Das Risiko ist zu gross, ein Scheitern gefährdet die Karriere. Das Grundübel ist die Finanzierungspolitik. Die Forscher kriegen jeweils nur für zwei, drei Jahre Geld zugesprochen und sind zum Erfolg verdammt. Zwar hat die Regierung jüngst ein Gesetz erlassen, wonach Misserfolg akzeptabel ist. Aber für Cao Cong liegt das Problem tiefer: «Die chinesische Tradition lautet: Du sollst deinen Lehrer ehren, nicht herausfordern.»

Die Innovationsgesellschaft widerspricht den chinesischen Harmonievorstellung. Das Bildungssystem ist immer noch weitgehend auf Auswendiglernen ausgerichtet. Der Lerneifer ist vorhanden, doch herrscht methodischer Mangel. Gleichzeitig sind die Aufnahmekriterien der Universitäten überaus streng. Nur die Fleissigsten kommen an die renommierten Schulen. Aber sind sie auch die Besten? Cao Cong verneint: «Nur Widerspruch generiert neue Ideen.»
Matthias Daum in der NZZaS vom 23.05.2010, Seite 53

Mittwoch, 14. April 2010

kriminelles Millieu der Entwicklungsländer in Industrieländer exportiert

"Heute leben rund 9 von 10 Kindern, die jünger als 15 Jahre alt sind, in Entwicklungsländern", sagt Jack Goldstone. "Diese Länder weisen auch in Zukunft die höchsten Geburtenraten auf." Weil solche Nationen ökonomisch schwach sind und die Menschen dort wenig Chancen auf Bildung und einen Job haben, nehme die Migration in die Industrieländer massiv zu. Politisch brisant wird Goldstones Analyse, wenn er festgestellt, dass diese Mechanismen stark zum Tragen kommen.

"Wenn die Menschen in den Städten keine ökonomischen Perspektiven haben, gibt es Probleme", sagt Goldstone. "Verarmte und wuchernde Städte sind ein Nährboden für Kriminalität und internationalen Terrorismus."
Patrick Imhasly in der NZZaS vom 7.03.10, Seite 62f.

Mittwoch, 7. April 2010

erotisches Kapital

"Erotisches Kapital" hat mit gutem Aussehen zu tun, geht aber darüber hinaus: Auch "Ausstrahlung, Charme, sexuelle Kompetenz und Fruchtbarkeit" gehören dazu. Menschen mit grossem erotischem Kapital, so Hakim, seien überzeugender als andere und würden als aufrichtiger und kompetenter wahrgenommen. Folglich falle es ihnen leichter, Freunde, Ehepartner und Jobs zu finden, zudem verdienten sie mehr. Der Bonus sei so gross, dass er Assets wie Intelligenz, soziale Klassenzugehörigkeit oder Selbstvertrauen in den Schatten stellen könne.
Catherine Hakim, britische Soziologin an der London School of Economics im "European Sociological Review" zitiert von Martin Helg in der NZZaS vom 4.4.10, Seite 73.

Samstag, 27. März 2010

Elite: Eine Frage der Haltung, nicht der Ausbildung

Nicht berufliches Können befähigt zur Elite. Es ist eine bestimmte Haltung. Ein Wille, sich für den Gang der Dinge überhaupt zuständig zu fühlen. Ein Stil, von sich ab- und aufs Allgemeine hinzusehen. Ein Format, nicht bloss auf der Welt zu sein, um «splendid» über die Runden zu kommen, das eigene mickrige Glück zu hätscheln, sondern die gemeinsamen Angelegenheiten in Schwung zu bringen — gegen die Tendenzen des Einfältigen, Engstirnigen, Geschmacklosen. (..) Ich handle, als handle ich stellvertretend für die Menschheit. «Kants Kategorischer Imperativ». So sieht die seelische Verfassung der Elite aus.

Kann man die lernen? Teilweise. Bedingung ist, dass wir aufhören, so ein Theater um Fachkompetenzen zu machen. An Hochschulen holt man sich heute ein Kompetenzen-Portfolio. Können können. Als käme es darauf an, Kompetenzen zu haben (die jeder Depp hat). Entscheidend ist, was wir mit ihnen anzufangen wissen.

Kann man die Person bilden? Hoffentlich. Manches ist Vorgabe, Erziehung: Charakter, Selbstvertrauen, Charme. Leute mit geglückter Herkunft, die wissen, woher sie kommen, wer sie sind, wissen auch schneller, wohin sie steuern wollen. Üben müssen alle, die zur Elite zählen wollen. Fachkompetenzen ersetzen nicht Exerzitien in personalen Stärken. Gruss an Peter Sloterdijk. Üben macht Meister. (...) Alles, was Eliten auszeichnet lässt sich kaum schulen. Üben durchaus.

Wer nichts als Kompetenzen mit sich herumträgt, schwimmt nur mit im Strom des Branchenwissens, wie weit vorn auch immer, ein Fisch, kein Steuermann. Eine Elite, die dem Namen gerecht wird, schwimmt nicht mit noch gegen den Strom. Sie bestimmt die Strömung. Dazu braucht sie den Blick vom Ufer, Augenmass für die Tunlichkeit der Stromrichtung, den Willen, die Richtung zu ändern.

Ludwig Hasler, Publizist und Philosoph, lebt in Zollikon. Sein jüngstes Buch: «Die Erotik der Tapete. Verführung zum Denken», Huber-Verlag, 4. Auflage 2009

Sonntag, 28. Februar 2010

Warum Frauen weniger Karriere machen

Die Zahlen sind eindeutig. «Bei der Allgemeinbildung auf Sekundarstufe II liegen die Quoten der Frauen deutlich höher als jene der Männer», weiss das Bundesamt für Statistik (BfS). 58 Prozent der Jugendlichen, die eine gymnasiale Matura ablegen, sind weiblich. Während die Maturaquote (der Anteil der Jugendlichen eines Jahrgangs, die ein Gymna- sium abschliessen) im Jahr 2008 bei den Männern bei 16,3 Prozent lag, betrug sie bei den Frauen 23,3 Prozent, also satte 7 Prozent mehr. Bereits seit 1993 bringen die Gymnasien mehr Mädchen als Knaben hervor. Das BfS geht davon aus, dass die Entwicklung in Richtung einer Feminisierung der Gymnasien weitergeht und die Maturaquote bei den Frauen bis in acht Jahren 25 Prozent betragen wird.
Frauen...
  1. wählen die falschen Studien.
  2. sind weniger präsent auf dem Arbeitsmarkt.
  3. meiden Vollzeitjobs
  4. widmen sich Kindern und Familie
  5. sind weniger mobil
  6. haben weniger Selbstbewusstsein
  7. scheuen die persönlichen Kosten einer Karriere
  8. weichen Konflikten und harten Entscheiden aus
  9. fühlen sich in Grossfirmen weniger wohl
  10. haben alternative Aufstiegsmöglichkeiten

1. Frauenanteil verschiedener Studienrichtungen
  • bildnerisches Gestalten: 78%
  • moderne Sprachen: 76%
  • Philosophie, Pädagogik und Psychologie: 75%
  • Musik: 69%
  • Physik und Mathematik: 21%
  • Wirtschaft und Recht: 42%
  • Gesundheitlich-soziale Richtungen: 80%
3. Teilzeitarbeit
  • bei Frauen: 57%
  • bei Männern: 13%
  • Gefordert für Topjobs: über 100%...
10. Alternativen
Doch statistisch ist das Bild klar und einseitig: Frauen, die einen Mann heiraten, der weniger verdient als sie, sind höchst selten. Sie orientieren sich auf dem Heiratsmarkt ökonomisch und sozial nach oben – ein Weg, der für Männer praktisch verschlossen ist.
Philipp Gut in der WeWo7.10, Seite 30ff.

Sonntag, 21. Februar 2010

Was Paare verbindet

Eine Studie der Universitäten Genf und Lausanne unter 1074 Paaren zwischen 1999 und 2004 ergab folgendes:

+ Beide haben die gleiche Nationalität
+ Beide haben keine Scheidungen hinter sich
+ Er ist mindestens fünf Jahre älter als sie
+ Sie ist gebildeter als er
- Die Partner stammen aus verschiedenen Kulturkreisen
- Er hat eine Scheidung hinter sich
- Sie ist fünf Jahre älter als er
- Beide haben geringe Bildung

Silvia Tschul im Blick am Abend vom 19.02.10, Seite 13.

Freitag, 19. Februar 2010

Kosten der Schulabbrecher

In der Schweiz schmeissen jährlich rund 5000 Jugendliche die Schule hin.

4 Typen von Schulabbrechern:
  • Rebellen: 34%
  • Schulversager: 28%
  • Schulmüde: 25%
  • Aussenseiter: 13%
Die Abbrecher kosten den Staat einen gewaltigen Betrag. Gehe man davon aus, dss die Ausbildungskosten in den Sand gesetzt seien, entstehen laut Margrit Stamm (Forschungsteam Uni Freiburg) Kosten von über 400 Millionen Franken - künftige Sozialkosten noch nicht mitgerechnet.
FEB im 20min vom 10.02.10, Seite 7.