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Donnerstag, 19. Mai 2011

Geistige Behinderung (Glaube) verunmöglicht weltweit führende Forschung

Kaust: King Abdullah University of Science and Technology bei Jidda
  • Das Land verdient täglich 1 bnUSD durch Ölexporte
  • 7 bnUSD soll der König in die Universität investiert haben
  • Offiziell bekanntes Stiftungsvermögen: 10 bnUSD
  • Inoffizielles Stiftungsvermögen: eher 20 bnUSD – und damit hinter Harvard die zweitreichste Hochsuchle der Welt

Die Labors sind mit einem Budget ausgestattet, das praktisch unbeschränkte Forschung erlaubt. Während an jeder anderen Universität Professoren viel Zeit damit verbringen, Anträge für Forschungsgelder zu schreiben, erhalten die Kaust-Wissenschafter Carte blanche.

Neben dem Jahressalär von rund 150 000 Dollar für ein Mitglied des Lehrkörpers kommen Zehntausende von Dollars Spezialprämie dazu; eine Auslandentschädigung» etwa und ein Bonus für die Vertragsunterzeichnung - alles steuerfrei. Professoren und Verwaltungskader beziehen Villen mit Meerblick. Doktoranden und Studenten bewohnen Einzelappartments mit Marmorböden und erhalten nebst kostenlosem Studienplatz einen Monatslohn von 1500 bis 2000 Dollar. Medizinische Versorgung und Lebensversicherung sind gratis, Flüge ins Heimatland werden bezahlt. Schulen mit westlichem Bildungsanspruch stehen bereit. Es gibt Sportzentren, einen Strand, einen Golfplatz, Kinos, Restaurants. Akkurat angeordnete Palmenalleen säumen die Uferpromenade. Ein Campus wie ein Ferienresort. Sogar die strengen religiös motivierten Regeln für die saudische Bevölkerung wurden für die westliche Forschergemeinde ausser Kraft gesetzt. Frauen dürfen Auto fahren, sich ohne Schleier zeigen, die Geschlechtertrennung ist aufgehoben.

Viele saudische Studenten können da nicht mithalten. Das saudische Bildungssystem sei nicht auf Forschung ausgerichtet, sondern aufs Auswendiglernen, sagen Professoren. An den Schulen dominiert die Beschäftigung mit dem Koran. Der für die Forschung wichtige kritische Ansatz fehlt.

Michael Furger in der NZZaS vom 15.05.2011, Seite 24ff.

Aus meiner Sicht ist es kein Zufall, dass sich die Kaust ausschliesslich auf Naturwissenschaften und Technologie ausrichtet. Geisteswissenschaftliche Entwicklungen sind in muslimischen Ländern nicht erwünscht und aufgrund des religiösen Korsetts auch nicht umsetzbar.

Auch wenn aus dem ganzen geisteswissenschaftlichen Apparat nur ein kleines Liedchen wie "Die Gedanken sind frei…" herauskommen würde, wäre diese grundlegende Schranke überwunden. Tut es aber nicht. Und damit ist der Fortschritt in gläubigen Ländern blockiert – auch in reichen.

Donnerstag, 13. Mai 2010

fehlende Xenophobie: eine Erbkrankheit (Williams-Beuren-Syndrom)

Menschen mit diesem Syndrom gehören zu den freundlichsten Wesen auf Erden. «Sie sind extrem an anderen Leuten interessiert», sagt Andreas Meyer-Lindenberg aus Mannheim. Sie gelten deshalb als hypersozial. «Sie unterhalten sich mit jedem, egal wie abschreckend er sich verhält oder abstossend er aussieht.» Soziale Furcht ist ihnen fremd.

Und dies alles wegen einer genetischen Veränderung: Typischerweise fehlen den Betroffenen auf dem Chromosom 7 über 20 Gene, was eine Reihe medizinischer Folgen hat. Dazu gehören unter anderem eine geistige Behinderung, Hör-, Seh- und Herzprobleme sowie ein charakteristisches «Elfengesicht» mit einer breiten Stirn, einem kleinen Kinn, vollen Lippen, vorstehenden Wangenknochen und einer kleinen, kugeligen Nasenspitze. Kinder mit dem Williams-Syndrom sind zugleich ausgesprochen musikalisch und verfügen über ein ausgeprägtes Rhythmusgefühl.

Wie zu erwarten war, brachten die Kinder ohne Erbkrankheit positive Eigenschaften überdurchschnittlich häufig mit Personen weisser Hautfarbe in Verbindung, die negativen Charaktere hingegen assoziierten sie mit Menschen dunkler Hautfarbe. Anders die Kinder mit Williams-Syndrom. Sie zeigten keine Bevorzugung ihrer eigenen ethnischen Gruppe.

Gegen Geschlechterstereotype hingegen waren auch die Kinder mit Williams-Syndrom nicht gefeit. So antworteten sie bei Fragen wie: «Wer repariert das Auto?» oder «Wer kocht das Essen?» nicht anders als die gesunden Kinder. «Dies deutet darauf hin, dass den verschiedenen Stereotypen unterschiedliche Hirnmechanismen zugrunde liegen», sagt Meyer-Lindenberg.

Theres Lüthi in der NZZaS vom 25.4.10, Seite 62f.

Donnerstag, 25. Juni 2009

5% sind invalid - viel oder wenig?

Seit Mitte der 80er-Jahren hat sich der Anteil der IV-Renter an der Schweizer Bevölkerung rund verdoppelt: Heute bezieht jede 20. Person eine Invalidenrente. (20min)