Wer mir weismachen will, dass Frauen gleich wie Männer oder alle Kulturen ebenbürtig sind, reizt mich zum Widerspruch. Und wenn ich höre, Begabtenförderung untermaure lediglich soziokulturelle Vorurteile, sehe ich rot. Solche bequemen Denkmodelle verneinen die wunderbare Komplexität unserer menschlichen Gemeinschaft. Politische Korrektheit ist eine Geissel unserer Demokratien und eine Gefahr für die Wissenschaft.
Gottfried Schatz, Biochemiker, im Interview von Alex Reichmuth in der WeWo2.12, Seite 46.
Freitag, 13. Januar 2012
Politische Korrektheit bremst unsere Gesellschaft
Freitag, 12. August 2011
Mittwoch, 22. Juni 2011
Das Ende der Wissenschaft
Noch nie flossen so viele Milliarden in die Forschung, noch nie wurden so viele Studien publiziert - und noch nie kam so wenig dabei heraus wie heute. Die moderne Wissenschaft ist in eine Sackgasse geraten
Behauptet man, es sei noch zu früh für derartige Erkenntnisse, muss man leider eingestehen, dass auch weitere Petabytes an Daten die Genetik und die Neurowissenschaften nicht weiterbringen werden. Biologen könnten das Genom jeder einzelnen Art, mit der wir den Planeten teilen, entschlüsseln. Dies würde aber lediglich bestätigen, dass sie alle aus den gleichen Genen bestehen. Gleichzeitig bliebe jedoch die Frage offen, wie diese Gene die einzigartigen Formen und Eigenschaften dieser Kreaturen bestimmen. Das Gleiche gilt für die Untersuchungen des Gehirns. Millionen von Hirnscans bei Versuchspersonen, die einen hüpfenden roten Ball beobachten, werden nicht erklären können, wie neuronale Schaltkreise erfassen, dass der Ball rot und rund ist und hüpft.
Der Kontrast zu den intellektuellen Errungenschaften der Nachkriegszeit ist also eklatant. Kosmologen erklären die Geburt des Universums, und Geologen messen die Bewegung der Kontinente bis auf den Zentimeter. Da verwundert es, dass Genforscher uns nicht sagen können, warum Menschen sich von Fliegen unterscheiden, und dass Neurowissenschafter nicht wissen, wie wir uns eine Telefonnummer merken.
James Le Fanu in der NZZaS vom 19.06.2011, Seite 52f.
Donnerstag, 19. Mai 2011
Geistige Behinderung (Glaube) verunmöglicht weltweit führende Forschung
- Das Land verdient täglich 1 bnUSD durch Ölexporte
- 7 bnUSD soll der König in die Universität investiert haben
- Offiziell bekanntes Stiftungsvermögen: 10 bnUSD
- Inoffizielles Stiftungsvermögen: eher 20 bnUSD – und damit hinter Harvard die zweitreichste Hochsuchle der Welt
Aus meiner Sicht ist es kein Zufall, dass sich die Kaust ausschliesslich auf Naturwissenschaften und Technologie ausrichtet. Geisteswissenschaftliche Entwicklungen sind in muslimischen Ländern nicht erwünscht und aufgrund des religiösen Korsetts auch nicht umsetzbar.Die Labors sind mit einem Budget ausgestattet, das praktisch unbeschränkte Forschung erlaubt. Während an jeder anderen Universität Professoren viel Zeit damit verbringen, Anträge für Forschungsgelder zu schreiben, erhalten die Kaust-Wissenschafter Carte blanche.
Neben dem Jahressalär von rund 150 000 Dollar für ein Mitglied des Lehrkörpers kommen Zehntausende von Dollars Spezialprämie dazu; eine Auslandentschädigung» etwa und ein Bonus für die Vertragsunterzeichnung - alles steuerfrei. Professoren und Verwaltungskader beziehen Villen mit Meerblick. Doktoranden und Studenten bewohnen Einzelappartments mit Marmorböden und erhalten nebst kostenlosem Studienplatz einen Monatslohn von 1500 bis 2000 Dollar. Medizinische Versorgung und Lebensversicherung sind gratis, Flüge ins Heimatland werden bezahlt. Schulen mit westlichem Bildungsanspruch stehen bereit. Es gibt Sportzentren, einen Strand, einen Golfplatz, Kinos, Restaurants. Akkurat angeordnete Palmenalleen säumen die Uferpromenade. Ein Campus wie ein Ferienresort. Sogar die strengen religiös motivierten Regeln für die saudische Bevölkerung wurden für die westliche Forschergemeinde ausser Kraft gesetzt. Frauen dürfen Auto fahren, sich ohne Schleier zeigen, die Geschlechtertrennung ist aufgehoben.
Viele saudische Studenten können da nicht mithalten. Das saudische Bildungssystem sei nicht auf Forschung ausgerichtet, sondern aufs Auswendiglernen, sagen Professoren. An den Schulen dominiert die Beschäftigung mit dem Koran. Der für die Forschung wichtige kritische Ansatz fehlt.
Michael Furger in der NZZaS vom 15.05.2011, Seite 24ff.
Auch wenn aus dem ganzen geisteswissenschaftlichen Apparat nur ein kleines Liedchen wie "Die Gedanken sind frei…" herauskommen würde, wäre diese grundlegende Schranke überwunden. Tut es aber nicht. Und damit ist der Fortschritt in gläubigen Ländern blockiert – auch in reichen.
Dienstag, 10. Mai 2011
Dadaismus akademischer Leistungen
dass man die Begutachtung von Doktorarbeiten künftig der Internet-Gemeinde überlassen sollte statt den Professoren, die eingereichte Arbeiten offenbar nicht einmal mehr lesen.
Andreas Hirstein in der NZZaS vom 8.5.11, Seite 19.
Donnerstag, 3. Februar 2011
Uni-Rankings
Schanghai-Ranking bewertet v.a. die Forschungsleistung, unter anderem anhand der Zahl von Nobelpreisträger oder von wissenschaftlichen Publikationen.
Times Higher Education misst auch Faktoren für die universitäre Lehre - ähnlich dem U.S. News & World Report.
Warum soll eine Schweizer Hochschule für teures Geld ein ausländisches Forscherteam beschäftigen? «Die ETH erinnert etwas an den Fussballclub Manchester United», sagt Bildungsökonom Stefan Wolter. «Sie ist Weltspitze, aber es spielen kaum Schweizer mit.» Die Frage sei: Was ist das Interesse der Schweiz, solche Forschung mit Steuergeld zu finanziere? Wolter vermisst fundierte Daten darüber, was die Spitzenforschung der Schweiz volkswirtschaftlich bringt. «Wichtig wäre zu wissen, ob die talentierten Doktoranden in der Schweiz bleiben und einen Beitrag zur Wirtschaft leisten.»
Zahlen dazu gibt es in der Tat nicht. Die ETH Zürich geht davon aus, dass die Hälfte der Ausländer nach dem Studium im Land bleibt.
Michael Furger in der NZZaS vom 23.01.2011, Seite 24.
Dienstag, 7. September 2010
Montag, 8. Februar 2010
Datenklau bei Climategate
Professor Stefan Rahmstorf, wie Stocker massgeblich an der Ausarbeitung des 4. Sachstandsberichts des IPCC ("Weltklimarat") beteiligt, sah "aus ethischen Gründen" davon ab, die durch einen "kriminellen Akt beschafften Mails" überhaupt zu lesen.Das wäre doch auch eine Lösung für die deutschen Steuervögte, nicht?
Hanspeter Born in der WeWo4.10, Seite 42ff.
Freitag, 25. Dezember 2009
jugendliche Gründe fürs Trinken
- Knaben: stellen ihre Männlichkeit unter Beweis, positionieren sich innerhalb der Hierarchie in einer Gruppe
- Mädchen: trinken, um sich für ihre Taten nicht rechtfertigen zu müssen. (Zum Beispiel, wenn sie einen Mann anmachen wollen. Oft tun sie deshb auch nur so, als wären sie betrunken.) --> "Alles Schlampen ausser Mutti"? :-)
2min vom 24.12.09, Seite 8.Ich liebe Studien, welche meine Vorurteile stützen, welche dadurch zu wissenschaftlichen Tatsachen werden :-).
Mittwoch, 9. Juli 2008
Wissenschaft zum Eigennutz
Es wird unheimlich viel Schrott publiziert, der mit einer praktischen Anwendbarkeit nichts mehr zu tun hat.
Rudolf Strahm im Interview mit Philipp Gut und Andreas Kunz in der WW27.08, Seite 46ff
Mancher Forscher sucht nach Möglichkeiten, seine Publikationsliste aufzublasen.
publish or perish: Veröffentliche Artikel in Fachzeitschriften oder du gehst unter.
Forscher erhöhen ihre Artikelzahl auf verschiedene Weise. Neben dem Abschreiben ist Folgendes beliebt:Andrea Six in der NZZaS vom 6.7.08, Seite 67
- Salamitaktik: Ergebnisse werden zerlegt; Daten als "kleinste publizierbare Einheit" veröffentlicht.
- Ehrenautorschaft: Der Institutsleiter erwarete, ohne fachlichen Beitrag als Autor genannt zu werden.
- Tauschgeschäfte: Ein Betreuer "erkauft" sich die Erstautorenschaft. Der Mitarbeiter darf dafür an einen Kongress.
- Duplikate: Ergebnisse werden gleichzeitig bei mehreren Zeitschriften eingereicht. Eine Studie ergab, dass im Online-Archiv Medline mehr als 200'000 der 8,7 Mio. Arbeiten Duplikate sind.
Mittwoch, 5. März 2008
"Wissenschaft"
Das Gesetz des «erkenntnisleitenden Interesses», die Regel also, wonach pekuniäre und politische Motive das Tun und Lassen der Forscher und der Lehrer steuern (...) Die öffentliche Meinung [nimmt] die Naturwissenschaften bislang von dieser Befangenheit aus; Physiker, Chemiker, Ingenieure profitierten (meist zu Unrecht) bis heute von den Gütesiegeln Genauigkeit, Unbestechlichkeit, reine Wissenschaftlichkeit.
Die professoralen Huldigungen [Anm: Hier der Ehrendoktor von Al Gore, verliehen durch die EPFL] illustrieren das Verhältnis zwischen den Geistesarbeitern und der Macht: Die Wissenschaft war immer die Hure der Politik.
Urs Paul Engeler in der WW10.08.
Sonntag, 6. Januar 2008
Religion ist überholt
So wie die Alchemie die Vorläuferin der Chemie war, ist Religion eine Vorform der Philosophie. Die Philosophie kommt nicht mehr um die Fakten der Wissenschaft herum. Die moderne Biologie kann belegen, dass Moral ein evolutionäres Programm ist. Die Menschen haben ohne Mathematikbuch herausgefunden, dass 2 + 2 = 4 ist, genauso braucht es keine Bücher aus dem ersten Jahrhundert, um uns zu sagen, was gut und böse ist. Wir kommen alle als Atheisten zur Welt, nachher entscheidet das religiöse Umfeld, woran wir zu glauben haben.
Beda M. Stadler, Direktor des Insituts für Immunologie an der Universität Bern in der Weltwoche 1.08, Seite 42f.
Sonntag, 7. Oktober 2007
Plagiator Putin
Einer der prominentesten Plagiatoren neuerem Datums ist Wladimir Putin. Im Jahre 1997 reichte er kurz vor der Wahl zum russischen Präsidenten seine wirtschaftswissenschaftliche Dissertation ein. darin soll er Teile einer Studie verwendet haben, die er bei Quellenangaben unterschlug.Das finde ich super:
Barnaby Skinner in der SonntagsZeitung vom 7. Oktober 2007, Seite 121.
- Erstens führt er den wissenschaftlichen Apparat vor, welcher dem Selbstzweck verfallen zu sein scheint. Was sollen solche Titel heute noch beweisen? Wo liegt deren persönlicher und wissenschaftlicher Mehrwert? Dieser ist überbewertet. Es gibt mittlerweile eine Fülle von Bachelorabschlüssen und jeder kann irgendwo einen Dr. erwerben.
- Und zweitens sieht er es ein bisschen lockerer mit den Copyrights - wie auch bei MP3s - was ich heute eine begrüssenswerte Ausnahme finde. Musik- und Flimkonzerne verdienen durch diesen Schutz unangemessen viel Geld.

