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Donnerstag, 5. Januar 2012

Deutsche Studenten kosten auch im Ausland


Deutsche Studierende gefährden die Qualität der Bildung an niederländischen Universitäten und kosten das kleine Land Millionen von Euro.
Halbe Zijlstra, niederländischer Staatssekretär für Bildung, Kultur und Wissenschaft

Ein Student koste die Niederlande jährlich 6000 Euro, und da deutlich mehr Ausländer in den Niederlanden eingeschrieben seien, als Niederländer im Ausland studierten, ergebe sich für das Land daraus ein jährlicher Fehlbetrag von 90 Millionen Euro.
  • 42% der ausländischen Studenten in Holland sind Deutsche
  • 31% der ausländischen Studenten in der Schweiz sind Deutsche
  • 10% der ausländischen Studenten in Österreich sind Deutsche
 Anna Chudozilov in der NZZ vom 03.01.2012

Mittwoch, 20. April 2011

Wer wandert ein?




Hochqualifizierte
Es ist unbestritten: Die Personenfreizügigkeit hat Arbeitskräfte mit guter Bildung angelockt. Die grösste Gruppe der Einwanderer sind seit einigen Jahren die Deutschen. Von den 134 200 Einwanderern im Jahr 2010 kamen 30 700 (23 Prozent) aus Deutschland. Sie sind überdurchschnittlich gut gebildet. Fast 60 Prozent verfügen über einen Hochschulabschluss oder eine höhere Berufsbildung (siehe Grafik). Ähnlich sieht es bei den Franzosen aus, die 9 Prozent der Einwanderer ausmachen.

Unqualifizierte [Anm: ca. 100'000!!!]
Durch die Personenfreizügigkeit strömen aber auch unqualifizierte Ausländer in die Schweiz, und das nicht zu knapp. Sie stammen vor allem aus Süd- und Osteuropa. Die zweitgrösste Einwanderungsgruppe mit rund 13 000 Personen (10 Prozent) im letzten Jahr sind die Portugiesen. Fast zwei Drittel von ihnen haben nur die obligatorische Schule besucht, haben also keine Berufslehre oder Maturitätsschule absolviert (siehe Grafik). Das Bundesamt für Migration stellt in einem Bericht 2010 zudem fest, dass portugiesische Kinder überdurchschnittlich häufig Sonderklassen und Sekundarschultypen mit tiefem Niveau besuchen. Bloss rund die Hälfte der Portugiesen sagt von sich, die Lokalsprache gut zu beherrschen. Ähnlich schlecht gebildet sind die Einwanderer aus der Türkei und dem Balkan. 53 Prozent von ihnen haben lediglich die obligatorische Schule besucht. Über alle Ausländer in der Schweiz gesehen, können 30 Prozent nur einen Abschluss der obligatorischen Schule vorweisen.

Familien
Wer in der Schweiz als Ausländer eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung hat, kann seine Familie ins Land holen. Dies gilt etwa für sämtliche Ausländer, die durch die freie Personenfreizügigkeit aus EU- und Efta-Ländern einreisen. Sie dürfen nicht nur ihre Ehegatten und Kinder bis 21 Jahre einreisen lassen, sondern auch die eigenen Eltern und Grosseltern sowie jene des Ehepartners. 34 000 Personen sind im Jahr 2009 auf diese Weise in die Schweiz gezogen. Weitere rund 10 000 Personen kommen durch Eheschliessungen mit Schweizern oder durch den Familiennachzug von Schweizern ins Land.

Studierende
Seit der Bologna-Reform sind die Schweizer Universitäten mit ihrer hohen Qualität, den tiefen Gebühren und den fehlenden Selektionsinstrumenten zum Ziel für ausländische Studierende geworden. Rund 29 400 sind derzeit eingeschrieben. Das entspricht einem Anteil von 22 Prozent. Die meisten Studierenden (31 Prozent) kommen aus Deutschland. Weitere 8000 Ausländer studieren an Fachhochschulen. Der Anteil der ausländischen Hochschüler wächst rasant. Die Zahl hat sich innert neun Jahren mehr als verdoppelt; allein in den letzten drei Jahren betrug der jährliche Zuwachs 10 Prozent. Der Trend dürfte anhalten. Die Zahl der Universitäts-Studierenden soll laut einer Prognose des Bundesamtes für Statistik (BfS) bis 2019 von 131 500 auf 145 500 steigen. Stark dazu beitragen soll gemäss BfS der Zustrom aus dem Ausland.

Asylsuchende
Rund 37 500 Ausländer befinden sich derzeit in der Schweiz, weil sie Asyl suchen. Sie stammen im Wesentlichen aus Afrika, Asien und den Ländern des ehemaligen Jugoslawien. 23 500 von ihnen sind vorläufig aufgenommen. Ihr Aufenthalt wird nur jeweils für 12 Monate bewilligt, und Arbeit ist nur mit einer speziellen Bewilligung möglich. Bei den anderen Asylsuchenden ist das Verfahren hängig. Daneben leben in der Schweiz rund 23 600 anerkannte Flüchtlinge (Stand Ende 2009). Sie besitzen eine Aufenthaltsbewilligung und dürfen arbeiten. Letztes Jahr erhielten rund 3100 Asylsuchende den Status eines anerkannten Flüchtlings.

Gordana Mijuk und Michael Furger in der NZZaS vom 17.04.2011, Seite 24f.

Mittwoch, 11. August 2010

WEIRD

Viele psychologische Studien sind nicht repräsentativ, weil sie fast nur Studenten und Gebildete untersuchen.

Die Abkürzung steht für Menschen aus westlichen, gebildeten (engl. educated), industrialisierten, reichen und demokratischen Gesellschaften.

96% der Teilnehmer an psychologischen Studien zwischen 2003 und 2007 stammen aus Nordamerika, Europa, Australien und Israel.

Verstärkt wird dieses Problem durch den Umstand, dass innerhalb der "sonderbaren" WEIRD-Probanden eine noch speziellere Gruppe die Mehrheit bildet - nämlich junge Psychologiestudenten. "Im Journal of Personality and Social Psychology" waren gemäss Arnets Untersuchung bis zu 80 Prozent der Studienteilnehmer Studenten in den ersten Semestern.

Patrick Imhasly in der NZZaS vom 4. Juli 2010, Seite 49.

Montag, 1. Februar 2010

Kosten ausländischer Studenten in der Schweiz

Anzahl ausländischer Studenten in der Schweiz
  • 1997: 12'400
  • 2009: 30'500
Gemäss einer Hochrechnung der "NZZ am Sonntag" verursachen die Studierenden aus dem Ausland Bildungskosten von jährlich 560 Millionen Franken.
Michael Furger in der NZZaS vom 31.1.10, Seite 1.

Freitag, 28. August 2009

Samstag, 4. Oktober 2008

68er als Symptom, nicht die Ursache

Auch die Vorstellung, die 68er hättn freizügige Lebensverhältnisse installiert, ist abwegig. (...) Die Studenten haben immer schon freizügiger gelebt als der Rest. Die Reformwelle der sechziger Jahre läuft in einem Land ab, das Mängel hat, aber sehr reformwillig ist. Und die 68er sind ein Symptom dieser Veränderungswelle und nicht die Ursache. (...) Mir kamen die 68er, mal ganz ehrlich, wie eine postpubertäre Reaktion vor, der man mit Geduld begegnen musste.
Hans-Ulrich Wehler im Interview mit Philipp Gut und Peer Teuwsen in der WW38.08, Seite 54ff.