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Montag, 13. April 2009

Vortrag Dr. Eugen Haltiner

Der efficiency club Luzern hat letzte Woche im Casino Luzern einen Vortrag mit Dr. Eugen Haltiner, Verwaltungsratspräsident der FINMA durchgeführt. Er ist sympathischer, als er in den Medien dargestllt wird (v/o Chanel, Scaphusia). Die unpopulären Entscheidungen, die die FINMA in letzter Zeit zu treffen hattte, sind durch die Wahl der am wenigsten schlechten Option aus einer Auswahl nur schlechter Optionen zu begründen.

Besonders das Grüne Licht für die Auslieferung von 255 Kundendaten der UBS gab mir zu denken, werden hier doch Grundrechte wie das Recht auf Schutz der Privatsphäre gestört, wie auch Prinzipien des Rechtsstaates gebrochen durch Nicht-Einhalten des vereinbarten Amtshilfeweges. Jedoch muss man sich vor Auge führen, dass sogar die UBS-internen Untersuchungen bei diesen Dossiers Steuerbetrug ausfindig machen konnten. Es fehlte also lediglich ein richterlicher Beschluss, der dies bestätigt hätte und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch getan hätte, wenige Tage später.

Bedenklich ist allerdings die Macht einer Androhung einer Strafanzeige durch das Departement of Justice. Schon alleine die Strafanzeige und die Nähe zum Lizenzentzug der UBS in den USA, hätte die UBS in den Ruin gezogen und damit auch den Finanzplatz sowie die Realwirtschaft der Schweiz. Mit diesem Instrument setzt sich die USA über sämtliche internationalen Abkommen hinweg und proklamiert sich schamlos als DIE Supermacht, die sie eigentlich nicht mehr wäre.

Dagegen ist die Schweizer Politik machtlos. Trotzdem hat es sich Haltiner nicht nehmen lassen auch noch etwas zum Dilantismus ebendieser zu sagen - als Privatperson:
Es gibt heute kaum mehr eine Schweizer KMU, welche im mittleren bis höheren Kader keine Ausländer beschäftigt. Das ist gut so. Wir brauchen diese Internationalität und Verknüpfung.
Mankiw's. Principle #5: Trade can make everyone better off.
Im Gegensatz zur Internationalisierung der Wirtschaft, ist eine Provizinalisierung der Politik erkennbar. Kaum ein Parlamentarier hat die internationale Erfahrung, welche ein Manager heute mit bringt, obwohl diese Erfahrung auch bei Politikern immer wichtiger wird.

Dienstag, 22. Juli 2008

"Nötigung"

  • Verurteilungen 1991: 300
  • Verurteilungen 2006: 800

  • Verzeigungen 1991: 500
  • Verzeigungen 2006: 1800

Auswuchs einer Mimosengesellschaft: Die Verzeigungen bei der Körperverletzungen haben sich verdreifacht, immer mehr Untaugliche, mehr psychisch invalide, mehr üble Nachrede, etc. Nötigung ist bspw. wenn eine Frau von einem Mann mit dem Messer an der Kehle aufgefordert wird, ihm einen zu blasen, ansonsten sie aufgeschlitzt wird. Das ist Nötigung. Ein paar SMS verschicken unter falschem Namen... das ist lächerlich und grenzt an Rechtsmissbrauch.
Bei den Nötigungsfällen geht es sehr oft um Alltagsfälle, zum Beispiel um zu nahes Auffahren auf der Autobahn.

Eine Strafanzeige wegen Nötigung erlaubt auch elegant, einen Kontrahendten unter Druck zu setzen und eigene privatrechtliche Interessen durchzusetzten. Und zwar ohne finanzielle Aufwendungen, da Nötigung ein Offizialdelikt ist und in jedem Fall ein Strafverfahren eröffnet werden muss.
Marcel Niggli, Strafrechtsprofessor an der Universittät Freiburg
Viele Strafverfahren werden eingestellt, weil sich die Vorwürfe als haltlos erweisen oder weil Anzeigeerstatter und Angeschuldigter sich aussergerichtlich finden. Das Opfer zieht seine Strafanzeige zurück, der Angeschuldigte zahlt Geld. Siehe Armeechef Roland Nef.
Lukas Häuptli in der NZZaS vom 20.7.08, Seite 9.
Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren gegen Nef eingestellt.