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Montag, 7. März 2011

Guttenberg entlarft den akademischen Dadaismus

Man mag seinen Umgang mit der Krise kritisieren, seine Salamitaktik der Entschuldigungen war wohl falsch, aber Hand aufs Herz: Ein Freiherr aus uraltem Geschlecht, der sich selber zum Denkmal der Ehrlichkeit und der Glaubwürdigkeit erklärt hat, kann nicht einfach hinstehen und den Leuten sagen, er habe seine Doktorarbeit flächendeckend abgeschrieben. Viel zu gut weg kamen bisher die deutschen Professoren, die sich wortreich über den Flunkerbaron empören durften. Zur Erinnerung: Sie gaben Guttenberg die Höchstnote «summa cum laude» für eine Dissertation, die nach dem Urteil der Süddeutschen Zeitung schwer lesbar ist und keine fassbare These formuliert. Die angeblich unbestechliche Wissenschaft liess sich von dem geborenen Strahlemann genauso blenden wie seine Fans. Auch das ist erfreulich: Künftig werden die von Titeln so leicht beeindruckbaren Deutschen mit helvetischer Nüchternheit auf ihre Doktoren und auf ihre Adeligen blicken. Guttenberg hat vielen Leuten die ­Augen geöffnet.
Roger Köppel in der WeWo9.11

Samstag, 24. Juli 2010

Cristiano Ronaldo – die Pfeiffe

Er kostete 135 Mio. Franken Ablöse, Real Madrid zahlt ihm rund 20 Mio. Fr. Gehalt pro Jahr, Nike rund 10 Mio. Fr. Sponsorengeld – dennoch ist Cristiano Ronaldo der Loser der WM: Nach dem Aus gegen Spanien (0:1) rotzte er wie ein pubertierender 13-Jähriger Richtung Kamera, pöbelte gegen Journalisten und Trainer Carlos Queiroz. Inzwischen ist noch Verzweiflung hinzugekommen: „Ich fühle mich am Boden zerstört, total verzweifelt und unvorstellbar traurig“, verkündete der Portugiese auf seiner Internetseite. Seine WM-Bilanz: nur ein Tor, dafür 22 Hackentricks allein beim 7:0 gegen Nordkorea. Ronaldo – nur ein Blender.
Pavo Prskalo im Blick am Abend vom 1. Juli 2010, Seite 9.

Mittwoch, 10. März 2010

CD mit Bankdaten von deutschen Politikern

Die Libertäre Plattform behauptet jedenfalls in Besitz dieser zu sein.
Und wenn auch nicht: Die Existenz der offiziell ergaunerten und verhehlten CD ist bisher auch noch nicht bestätigt. Also: Wenn die einen bluffen, können das die anderen schon lange.

Sonntag, 24. Januar 2010

"Doktor Sudaro"

Ich hatte drei Ziele im Leben.
  1. Generalstabsoffizier
  2. eine Führungsposition
  3. ein Doktorat.
Ich habe alles erreicht.
Tiziano Sudaro

Dr., Executive MBA, Oberst i Gst, Chef Strategieplanung Verteidigung, Armeestab.
Zuvor in der Privatwirtschaft, langjährige Erfahrung im Strategiemanagement.
Zum Autor von "Der Strategie Check" in Military Power Review vom 2/2009, Seite 3ff.

Die akademischen Titel und militärischen Auszeichnungen, mit denen der grossgewachsene Tessiner Tiziano Sudaro, demnächst 44 Jahre alt, sich schmückte, sind ebenso zahlreich wie dubios. Er firmierte als Dr. rer. pol., gab vor, in Oxford einen Master of Business Administration (MBA) sowie an der Universität Harvard einen Master-Abschluss erworben zu haben, tapezierte seine Büros mit Oxford- und Cambridge-Wimpeln und einer Hisbollah-Fahne, belegte den Tisch mit CIA-Mäppchen und schmückte schliesslich seinen massigen US-Geländewagen des Typs «Hummer» mit Insignien der Elite-Fallschirmgrenadiere des Aufklärungsbataillons 17.
Philipp Gut und Andreas Kunz in der WeWo2.10, Seite 30f.

Das Institut für Politikwissenschaft der Uni St. Gallen pries ihn auf der Website als "Experten" für das Center for Security Economics und Technology an.
Philipp Gut und Andreas Kunz in der WeWo2.10, Seite 30f.
Wie konnte es geschehen, dass der Blender und Fälscher sich jahrelang in sensibelsten Bereichen der Verwaltung bewegen konnte und dort eine glänzende Karriere hinlegte?
Nach mehreren Assessments und Personensicherheitstests hat es für mich keinen Anlass gegeben, an der Echtheit der angegebenen wissenschaftlichen Qualifikationen zu zweifeln. Man hätte den Schwindel vielleicht früher entdeckt, wenn Herr Sudaro einen schlechten Job gemacht hätte. Er hat aber einen guten Job gemacht.
Divisionär Jakob Baumann, Linienvorgesetzter, zitiert von Philipp Gut in der WeWo3.10, Seite 10f.
Moral von der Geschicht'?
Die Aussagekraft und Bedeutung akademischer Qualifikationen wird mit zusätzlichen, wirklichen und wichtigen Anforderungen an ein Stellenprofil marginal. Was wirklich zählt: Überzeugungskraft, Auftreten, Identifikation mit dem Arbeitsbereich, Generalstabsoffizier. Auch "Elite-Schulen" wie die UniSG haben das offensichtlich und erwartungsgemäss nicht kapiert.

Montag, 8. Dezember 2008

geleveragte Wallstreet

Wie verdeutscht man dieses englische Verb "korrekt" in eine Adjektiv?
Wenn die Flut zurückgeht, zeigt sich, wer nackt geschwommen ist. Nun stellen wir fest, dass die Wall Street ein Nudisten-Strand war.
Warren Buffett auf CNBC am 22.8.08.