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Samstag, 24. Dezember 2011

Glücklich priviligierte Babyboomer

Wir sind zu spät. Knapp nur, um ein Vierteljahrhundert vielleicht, aber zu spät. Das grosse Los haben nicht wir gezogen, sondern die in den Nachkriegsjahren geborenen Babyboomer.

Sie hatten oder haben: eine sorglose Kindheit ohne Leistungszwang. Eine Jugend mit Pille, aber ohne Aids. Einen Job mit eigener Sekretärin. Steil steigende Löhne. Geschäftsreisen in der Businessclass. Einflauschiges Altersfürsorge-Kissen (das wir für sie polstern). Und zu allem Überfluss gab es noch kein Handy, also keine Kontrollanrufe von daheim und keinen Zwang, Twitter-Botschaften abzusetzen. Verglichen mit diesen Glückskindern sind wir Galeeren-Häftlinge.

Martin Helg in der NZZaS vom 18.12.11, Seite 77f.

Donnerstag, 3. Februar 2011

Führt Freiheit und Selbstverwirklichung zu Dekadenz und Niedergang?

die beiden Töchter mit Drohungen und drakonischen Strafen zu Höchstnoten und musikalischen Spitzenleistungen drillen. Amerikanische Eltern dagegen verweichlichen ihren Nachwuchs mit gutgemeinter Laschheit und übertriebenem Lob für kleinste Leistungen.
Erziehungsratschläge einer chinesischstämmigen Professorin aus Yale: Battle Hymn of the Tiger Mother.

Thomas Isler in der NzzaS vom 23.01.2011, Seite 17.

Samstag, 27. März 2010

Neuro-Enhancer

Indem immer wieder suggeriert wird, dass sich viele Menschen Vorteile im gesellschaftlichen Konkurrenzkampf verschaffen, indem sie leistungssteigernde Drogen nehmen, wird dem Publikum zweierlei vermittelt: dass es solche Substanzen gibt und dass die anderen sie schon nehmen, man also besser mitzieht.
Nicolas Langlitz in der NZZaS vom 14.03.10, Seite 75.

Dienstag, 16. Dezember 2008

(mutmassliche) Wirtschaftskriminelle

  1. Michael Milken: "König der Junk-Bonds": Betrug und Insiderhandel. Spezialität: Kursmanipulationen. Wurde in einem Vergleich für ein paar hundert Millionen USD zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt.
  2. Jérôme Kerviel: Investmentbanker bei der Société Générale probierte seine Verluste zu verstecken und beeindruckende Performances auszuweisen: 4.9 Mrd. EUR Verlust
  3. Bernard Madoff: Schneeballsystem (Neugeldzufluss direkt als Cash-Flow weitergeleitet), "The Jewish bond": viele Gelder von Rentern in Florida ;-), Die Madoff Investment Securities war im Besitz einer erstklassigen Makler-Lizenz, das SEC erteilte ihm einen Persilschein.
  4. Bernhard Ebers: Anlegerbetrug und Bilanzfälschung im grossen Stil bei WorldCom. Die Investoren verloren 11 Mrd. USD
  5. Werner K. Rey: konstruierte ein Finanzimperium, Spezialität: kreative buchhalterische Bewertung von Kunst. Schaden: ca. 280 Mio. CHF.
  6. Dieter Behring: glaubte, den "genetischen Code der Börse" geknackt zu haben. Scheint wohl eher eine Umverteilung gewesen zu sein von Neugeldern, welche teilweise als Dividenden weiter geleitet wurden. 200 Mio. CHF lösten sich in Luft auf.
In Anlehnung an Markus PuntasBernet und Markus Städeli in der NZZaS vom 14.12.08, SEite 39.