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Mittwoch, 20. Juli 2011

50 Milliarden Franken Euro-Verluste der SNB

Mit jedem Rappen, den der Franken gegenüber dem Euro hinzugewinnt, steigt der Verlust der Schweizer Nationalbank (SNB) um 1.2 Milliarden CHF.

Die Euro-Positionen wurden zu einem Klumpenrisiko.

  • Verluste auf Euro-Positionen 2010: 33bnCHF --> 4250 CHF/Kopf
  • Verluste auf Euro-Positionen anfangs 2011: 17bnCHF im Totalen: 7000CHF/Kopf

50 bnCHF, das sind:

  • 8 mal den Verteidigungshaushalt
  • 2 mal die Ausgaben für die soziale Wohlfahrt
  • 7 mal die Auslagen für Bildung und Forschung
  • x mal die NEAT
  • 60% der jährlichen Steuereinnahmen des Bundes
  • fast 2 mal die AHV-Ausgaben
  • 4 mal die IV
  • mehr als 2 mal die Gesundheitskosten

    Pierre Heumann in der WeWo26.11, Seite 29.

Sonntag, 17. Juli 2011

SNB: Rückbesinnung wäre notwendig

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat verschiedene Aufgaben. Eine ist die Erhaltung der Preisstabilität. Mit dem Untergang des Euro sah sich das Direktorium deshalb unter Zugzwang und kaufte in bester Absicht (Entschleuigung der Euro-Abwertung) in desaströsem Ausmass die substanzlose Fremdwährung. Die Euro-Abwertung ist unaufhaltsam. Es bestehen starke Zweifel ob der Sinnhaftigkeit der Währungskäufe. Die enormen Währungsverluste kompensieren nicht für die etwas langsamere "Franken-Aufwertung". Mittlerweile hat sich die SNB dermassen übernommen und einseitig exponiert, dass das Fremdwährungsexposure zu einem Klumpenrisiko verkommen ist. Damit gefährdet sie einen ihrer weiteren Aufträge: Lender of Last Ressort. Ohne Eigenkapital kann sie auch nicht mehr intervenieren. Bei einer privaten Bank würde eine Sanierungsversammlung eröffnet. Einzigartig hat die SNB die Möglichkeit zur Eigenfinanzierung Geld zu drucken. Das aber wiederum würde die Preisstabilität beeinflussen und einem ihrer Aufträge widersprechen. Mit der SNB verhält es sich wie mit den meisten staatlichen Institutionen: Ihre Arbeit ist dann am besten, wenn man davon kaum was mitbekommt. Für eine erfreuliche Aufgabenausführung ist die SNB aber definitiv zu oft in der Presse.

Sonntag, 19. Juni 2011

falsche Anlagestrategie der Zentralbanken bedroht Finanzsystem

  • Die Schulden der Staaten
  • Die schlechten Papiere der illiquiden Banken
Das alles liegt nun in den Kellern der zwei Notenbanken Amerikas und Europas.
Die Schweizerische Nationalbank hat für etwa 200 Mrd. Fr. Papiere aufgekauft, die auf Dollars und Euro lauten - und deren grösster Posten offenbar deutsche Staatsanleihen sind. Aber die Transparenz darüber ist weit entfernt von dem, was man von Grossbanken fordert.
Das Eigenkapital der US-Notenbank beträgt 1.96% der Bilanzsumme - weniger als jede Grossbank in der Finanzkrise. Ein kleiner Wertverlust, und sie hat kein Kapital mehr.
Studie der Euro Pacific Capital
Man stellt in Fachkreisen entsetzt fest, dass nicht die privaten Grossbanken, sondern die Zentralbanken «too big to fail» geworden sind. Auch die Schweizerische Nationalbank hat mit heute 16% Eigenkapital an der aufgeblasenen Bilanzsumme weniger, als sie mit warnendem Zeigfinger für private Grossbanken fordert.

Imperien verlieren zuerst die Selbstdisziplin, dann die Finanzen, später den Rest.

Beat Kappeler in der NZZaS vom 12.05.2011, Seite 33.

Montag, 11. Februar 2008

UBS a.o. GV vom 27. Feb. 08

Das Risikomanagement hat eigentlich zum Ziel, der Bank genügend Eigenmittel zu sichern, damit diese in Zeiten, in denen ein Schadensfall eintritt, nicht bankrott geht. Wenn jedoch diese Mittel dann im gegebenen Fall ausgeschüttet werden müssen, entsteht trotzdem ein Loch und eine Unsicherheit auf dem Markt.

Nun plant der Verwaltungsrat der UBS, dieses Loch mit Geldern aus Singapur und dem Nahen Osten zu füllen, eine Quasi-Staatsgarantie. Eine ziemlich billige "Lösung" und eines Bankers nicht würdig, vergleichbar mit den Schreien nach Liquiditätsspritzen von Nationalbanken am Anfang der Subprime-Krise.

Doch dieses "niedere" Vorgehen mit dem Streichen sämtlicher Boni abzustrafen wäre falsch:
Eine Bonuszahlung hängt ab von der eigenen Leistung, von der Leistung der Sparte und vom Unternehmenserfolg. In diesem Fall könnte man für die ersten beiden Bereiche etwas bezahlen. Doch der Unternehmenserfolg war negativ, also müsste diese Null sein.
Andreas Keller, AAM Privatbank, im Cash-TV vom 10.2.08 auf SF2.