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Mittwoch, 20. Juni 2012

Bankgewinne ans oberste Mgmt statt zur EK-Sicherung

Quelle: NZZaS vom 17.06.2012, Seite 29.

Statt die bescheidener gewordenen Gewinne der Banken zur Stärkung und Sicherung des Eigenkapitals, zur Reservebildung zu verwenden, wird umso mehr an die Mitarbeiter ausgeschüttet. Diese Milliarden gehen sicher nicht an Leute, welche nicht einmal einen 13. Monatslohn erhalten... Das oberste Management verfügt über diesen Topf und steht deshalb auch in der Verantwortung für die Aktionärsreaktionen auf solche Entscheide.
Verdienen die Top-Shots wirklich, was sie verdienen?Diese grossen Lohnunterschiede sind fragwürdig. Es ist auch ein Unterschied, ob jemand Angestellter oder Besitzer eines Unternehmens ist. Wenn Sie selber Geld in die Hand nehmen und Risiken eingehen, ist es normal, dass Sie den Gewinn und die Dividenden einkassieren. In den letzten Jahren gab es jedoch etliche CEOs, die sich ebenfalls als Besitzer gefühlt haben. Das führte zu einer massiven Selbstüberschätzung. Nun schlägt das Pendel zurück.
Eric Syz im Interview mit finews.ch

Donnerstag, 3. Mai 2012

Grübels Kommentare zu 10 Stichworten

  1. Facing Risk: Wir gehen für lange Zeit in eine risikoscheue Phase.
  2. Bankgeheimnis: In unserer technologisierten Welt ist kein Platz mehr für Geheimnisse.
  3. Bonuszahlungen: Ein Ausläufer, in ein paar Jahren nicht mehr interessant.
  4. Verhältnis Schweiz/Deutschland: Wird sich entgegen den Erwartungen erheblich verschlechtern.
  5. Bankmanager der Zukunft: Mittelmässig, risikoscheu.
  6. Finanzmarktsteuer: Wenn man sonst nicht mehr weiter weiss, greift man zur Steuer.
  7. Euro/Franken-Untergrenze: Die Todsünde der freien Schweiz.
  8. Euro-Rettungsschirme: Notwendiger Transfer.
  9. Europäische Union in 10 Jahren: Weniger demokratisch, wirtschaftlicher Neuanfang.
  10. Börsenjahr 2012: Besser als erwartet.

Montag, 26. März 2012

CS-Bonus, -Malus

Man liest sehr populär in den Headlines jeweils von astronomischen Vergütungen, nicht jedoch von der Kehrseite.

Ich befürworte die variable Entlöhnung. Der Staat sollte höchstens ein paar Rahmenbedingungen vorgeben. Doch wenn nun hohe Kader zu einem grossen Anteil variabel entlöhnt werden, inkl. Sperrfristen (finde ich auch gut), dann laufen Sie auch Gefahr, auf diesen Anteilen Verluste einzufahren - Teil des Spiels:
Walter Berchtold
Seine Anteile fielen 2010 bereits von 25,7 Millionen auf 14,7 Millionen Franken im Wert. Der nahm 2011 weiter auf 7,7 Millionen Franken ab.

Brady Dougan
Sein Wertverlust machte 2010 sogar 70 Prozent oder fast 22 Millionen aus. 2011 verlor er nochmals fast 60 Prozent auf seinen Bonusansprüchen. Diese waren per 31. Dezember 2011 noch 5,1 Millionen Franken wert.

Quelle: FINews

Effizienz der CS-Regionen und der Managing Directors

  • Anteil am globalen Personalaufwand
  • Beitrag zu globalem Ertrag (total 26.2bnCHF)
  • Dichte an Managing Directors (global=100%)
Schweiz
Aufwand: 25%
Ertrag: 33%
MDR: 23%

Americas
Aufwand: 34%
Ertrag: 33%
MDR: 39%

EMEA
Aufwand: 28%
Ertrag: 26%
MDR: 26%

APAC
Aufwand: 13%
Ertrag: 11%
MDR: 12%

Quelle: FINews

Dienstag, 1. November 2011

Kennzahlen der Alternativen Bank Schweiz

  • Vor 20 Jahren idealistisch gestartet
  • keine Boni, jedoch bezahlte Überstunden
  • 6 Wochen Vaterschaftsurlaub
  • 40 Stundenwoche
  • 1'059 mCHF Bilanzsumme
  • 481'029 CHF Jahresergebnis 2010
  • 849 mCHF Benutzbare Kredite, welche allesamt öffentlich publiziert werden
  • 80 Mitarbeiter
  • 4'455 Aktionäre
  • 25'942 Kunden
  • 52% Frauen in Führungspositionen
  • 4'307 CHF niedrigster Bruttolohn
  • 15'133 CHF höchster Bruttolohn
  • 1:3.5 Verhältnis Tiefst-/Höchstlohn
Markus Städeli in der NZZaS vom 30.10.2011, Seite 38f.

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Die Politik hat's verbockt - nicht die Banken

Vor drei Jahren krachten infolge der Subprime-Crisis einige Banken zusammen. Heute sind wir mit dem Problem hochverschuldeter Staaten konfrontiert. Und jetzt heisst es "Occupy Wall Street"? Die Banken sind zum Prügelknaben geworden. Man spielt die Banken gegen die Wirtschaft aus, die von den Banken finanziert wird. Die Schweiz verdankt grosse Teile ihres Wohlstands der Finanzindustrie.

Die meisten Vorwürfe sind falsch. Nicht die Banken haben die Welt in eine Finanzkrise geritten. Am Ursprung der US-Finanzkrise stand der Wunsch der amerikanischen Regierung, alle Amerikaner, ungeachtet ihres Vermögens und Einkommens, in die Lage zu versetzen, ein Haus zu kaufen. Die Immobilienhausse war politisch gewollt und wurde mit billigem Geld befeuert. Hinter den grössten US-Hypothekarbanken stand der Staat. Anerkannte Ra­ting­agenturen beurteilten die aus den Hauskrediten abgeleiteten Finanzanlagen als sicher, da am Ende das mächtige Washington für die Immobilienkredite bürgte.

Nicht die Marktwirtschaft ist krank. Die Politik hat durch falsche Eingriffe die Grundlagen der Marktwirtschaft zerstört. Marktwirtschaft heisst: Unternehmen investieren in Produkte oder Dienstleistungen. Wenn sie es gut machen, werden sie reich und erfolgreich. Wenn sie es schlecht ­machen, müssen sie untergehen, sterben. Vom Markt verschwinden.

Was geschah während der Finanzkrise? Banken, die sich aufgrund staatlicher Kreditgarantien im Immobilienmarkt verspekuliert hatten, wurden gerettet. Risiko ohne Haftung. Am Ende zahlt der Staat, zahlen die Bürger, ohne dass man sie gefragt hätte. Das ist nicht Marktwirtschaft, sondern Planwirtschaft, also das Gegenteil von Marktwirtschaft. Die Prinzipien der Marktwirtschaft – Unternehmer haften mit ihrer Existenz für ihre Risiken – sind heute so richtig wie vor hundert Jahren. Es gibt keine «Krise des Kapitalismus». Es gibt eine fatale Rückkehr der Planwirtschaft, deren Folgen von Politikern und Journalisten irrig der Marktwirtschaft zugeschrieben werden.

Zur Marktwirtschaft gehört auch: Wer zahlt, befiehlt. Der Eigentümer haftet. Das ist in überschaubaren Familienunternehmen nach wie vor der Fall. In börsenkotierten Konzernen wird es schwieriger. Hier haben die Manager und Verwaltungsräte in der Regel mehr Macht als die Aktionäre. Die Finanzkrise offenbarte auch hier, dass die Grundprinzipien der Marktwirtschaft durch den Staat nicht ausreichend geschützt werden. (…) Der Staat ist der oberste Hüter des Privateigentums, aber er lässt es zu, dass die Eigentümer durch ihre Angestellten wegen eines falschen Aktienrechts enteignet werden.

Die Politiker freuen sich am Banken-Bashing, weil dann nicht über ihre Fehler geschrieben wird.

Es stimmt nicht, dass die Staatsverschuldung durch die Bankenrettung zustande kam. Schon vorher waren die Schuldenberge gigantisch. Das ­im Quervergleich hochsolide Deutschland hatte bereits vor der Finanzkrise Gesamtschulden von 1,65 Billionen, heute 2 Billionen Euro, nicht eingerechnet die aus­stehenden Rentenverpflichtungen, die ein Vielfaches des Defizits ausmachen. Es stimmt zwar, dass die Banken fahrläs­sige Risiken eingegangen sind durch den Kauf von Euro-Staatsanleihen. (…) Sie kauften sie deshalb, weil Staatsanleihen in der EU staatlich gefördert wurden. Staatsanleihen galten als sicher. Banken mussten kein höheres Eigenkapital unterlegen. Die Rückzahlung wurde durch politische Willenserklärungen untermauert. (…) Der Gedanke an mögliche Schuldenkrisen oder an eine Euro-Schwäche wurde bis vor kurzem als Vorstufe zur Gotteslästerung taxiert.

Man muss nicht Mitleid haben mit Banken, die ernsthaft daran geglaubt haben, dass die Griechen jemals ihre Schulden zurückzahlen. Aber man muss darauf hinweisen, dass auch die jüngste Finanzkrise nicht von den Banken ausging, obwohl sie den Versprechen der EU auf den Leim krochen. Das Schlamassel wurde von der Politik angerichtet, die wie bei der US-Immobilienblase durch falsche ­Garantien und ungedeckte Versprechen Investitionen auslöste, über die sich die Politik heute so heuchlerisch beklagt.

Banken sind notwendige Säulen unserer Wirtschaft und unseres Wohlstands. Die Protestler sollten ihre Biwaks vor dem Bundeshaus aufschlagen, um für mehr, nicht weniger Marktwirtschaft zu demonstrieren.

Roger Köppel in der WeWo42.11, Seite 18f.

Mittwoch, 20. Juli 2011

Sex als Bonus: 83tEUR Hamburg-Mannheimer

Die siebzig fleissigsten Vertreter der Hamburg-Mannheimer-Versicherung (heute Ergo) erhielten 2007 eine besondere Belohnung: Sie wurden nach Budapest in ein historisches Thermalbad eingeladen, das zu einem grossen Freiluftbordell umfunktioniert worden war. Die Prostituierten trugen ein Armbändchen, jene mit einem roten Bändchen standen allen anwesenden Mitarbeitern zur Verfügung, jene mit den weissen Bändchen blieben den besten Verkäufern und den Chefs vorbehalten. Nach jedem Treffen erhielten die Damen einen Stempel auf ihren Unterarm, das vereinfachte die spätere Abrechnung.

…ein ganzes Team wie bei der Hamburg-Mannheimer für eine Sexparty ins Ausland…

Aus Diskretionsgründen ist dies durchaus sinnvoll. Den Reiz eines solchen Firmenausflugs liegt nicht bloss im sexuellen Abenteuer. Man teilt ein Geheimnis, wird zu einem verschworenen Grüppchen, das hat eine verbindende Wirkung. Mir kommt das vor wie ein Pfadiausflug für Erwachsene.

Valentin Landmann, Zürcher Milieuanwalt

Rico Bandle in der WeWo22.11, Seite 42.

Donnerstag, 23. Juni 2011

normale Banker-Löhne!



Die Lohnschere ist 2010 wieder auseinander gegangen, klagt der Gewerkschaftsdachverband Travailsuisse. Er hat diese Woche zum siebten Mal die Lohnunterschiede in Schweizer Konzernen publiziert. Und wen wunderts: Gleich 31 der 46 Topmanager, die mehr als 100 Mal mehr verdienen als gewöhnliche Mitarbeiter, finden sich bei den Grossbanken.

Doch das ist nur die eine Seite. Die andere Seite findet ihr Gesicht etwa in Martina Fritz*. Sie wird sauer, wenn das Gespräch auf das Abzockerimage der Banker kommt. Martina Fritz ist 45 Jahre alt und arbeitet im Backoffice einer Grossbank. Sie hat die Abendhandelsschule absolviert und ist mit Unterbrüchen seit mehr als 15 Jahren für ihre Arbeitgeberin tätig. Inzwischen ist sie zur Handlungsbevollmächtigten aufgestiegen. Ihr Jahreslohn: 83 000 Franken. «Den höchsten Bonus, den ich je bekommen habe, waren 6000 Franken» sagt sie.

Normale Löhne am Paradeplatz

Auch Barbara Marti* sagt bekommt immer wieder zu hören, als Bankerin habe sie doch ein schönes Leben und könne ohne Sorge Geld verprassen: In der Tat ist ihr Arbeitsplatz traumhaft gelegen; mitten in Zürich am Paradeplatz. Vom prasselnden Geldregen an der Unternehmensspitze kriegt sie jedoch nicht viel mit. Die Dreissigjährige hat an der Fachhochschule einen Bachelor-Titel in Wirtschaft erworben und arbeitet als Assistentin im Private Banking. Ihr Jahreslohn: 75 000 Franken plus ein Bonus von etwa 10 000 Franken. Damit verdient sie ungefähr gleich viel wie ihr Kollege, ein indischer Fund Manager mit Bachelor-Abschluss, der ebenfalls am Paradeplatz arbeitet. KV-Absolvent Peter Braun* in der Ostschweiz ist dagegen noch weit weg von solchen Zahlen. Der 21-Jährige kommt auf nur knapp auf den für Banken empfohlenen Mindestlohn von 50 000 Franken jährlich. Er kriegte neulich einen Bonus von 1000 Franken.

Wille zur Weiterbildung nötig

Martina Fritz und Barbara Marti stehen für die grosse Mehrheit der Bankangestellten in der Schweiz. Sie mögen zwar über dem schweizweiten Mittelwert (Median) von 5823 Franken brutto monatlich liegen. Aber die beiden Frauen und erst recht Peter Braun kennen die fetten Boni und Millionensaläre der Teppichetage nur vom Hörensagen.

Nur 24 Prozent aller Bankangestellten im Land verdienen mehr als 120 000 Franken. Und Millionen von Franken kassieren gerade mal zwei Dutzend Manager unter den gut 45 000 Angestellten der Grossbanken in der Schweiz. Ein gutes Drittel der Banker verdient dagegen laut der Lohnumfrage des Schweizerischen Bankpersonalverbandes (umgerechnet auf 100-Prozent-Stellen) zwischen 60 000 und 90 000 Franken im Jahr. Bei gut 10 Prozent aller Bankangestellten liegt der Lohn unter 60 000 Franken.

In der Lohnbefragung von 350 000 Teilnehmenden (über alle Branchen) bei Lohncheck.ch resultiert ein Durchschnittsbruttolohn von 91 000 Franken für männliche und 72 000 Franken für weibliche Bankangestellte.

«Auf der Bank sind die Einstiegslöhne tatsächlich tiefer als bei gewissen handwerklichen Berufen», bestätigt Balz Stückelberger, Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Banken. Im Bauhauptgewerbe verdienen Lehrabgänger gemäss dem Baumeisterverband beispielsweise 64 800 Franken pro Jahr.

«Die Banken bieten jedoch attraktive Karrierechancen, die auch zu einem raschen Saläranstieg führen», so Stückelberger. In anderen Berufen seien dagegen die Aufstiegschancen beschränkt. «Aber», so der Arbeitgebervertreter, «für eine Karriere im Banking muss man auch bereit sein, sich ständig weiterzubilden und auch eine höhere Ausbildung zu absolvieren.»

Elisabeth Rizzi auf 20min.ch

Montag, 4. April 2011

Boni für Politiker

Warum also sollten ähnliche Bedingungen bei der Vergütung, wie es im Zuge der Finanzkrise von Politikern für Banker gefordert wurde, nicht auch für Politiker gelten?
Eine Verschärfung der Schuldenwirtschaft in PIIGS-Ländern und der gigantische europäische Rettungsschirm wären damit vermeidbar gewesen.
Das Gehalt eines Parlamentariers könnte sich gemäss dem Bonus-Malus-System zum Beispiel so zusammensetzen: 80% des Einkommens würde in bar ausbezahlt und 20% in Staatsanleihen, die für drei Jahre gesperrt wären. Die variable Vergütung würde voll ausbezahlt werden, wenn die Maastricht-Defizitgrenze (jährliche Neuverschuldung bis 3% in Relation zum BIP) eingehalten wird. Ein zusätzlicher Bonus könnte sogar entrichtet werden, wenn die Defizitgrenze weit unterschritten wird, oder aber der Haushaltsetat einen Überschuss ausweist. Der Malus würde aktiviert werden, wenn die Defizitgrenze überschritten wird. Man könnte z.B. eine gestaffelte Rückforderungsklausel einführen, die besagt, dass pro Prozentpunkt mit dem die Defizitgrenze von 3% in Relation zum BIP überschritten wird, ein Drittel vom Bonus weggenommen wird. Demnach würde die gesamte variable Vergütung eines Parlamentariers eingezogen, wenn die jährliche Neuverschuldung bei oder über 6% in Relation zum BIP liegt. (...) Zudem sollte erwähnt werden, dass bei Politikern natürlich noch ein übergeordneter Bonus bzw. Malus existiert: die Wiederwahl. Matthias W. Uhl auf Ökonomenstimme

Montag, 26. Juli 2010

Boni in Abhängigkeit operativer Kennzahlen

Herkömmliche Bonuspläne hingegen zahlten in wirtschaftlichen Aufschwüngen zu viel und in Abschwüngen zu wenig, weil der ökonomische Zyklus mitvergütet wird.
Hermann J. Stern, Chef Odermatt in einem Artikel von Gabriela Weiss in der NZZaS vom 25. Juli 2010, Seite 25.
Sein Vorschlag: Die Bonuszahlungen sollen nicht wie bisher vom Aktienkurs sondern von operativen Kennzahlen abhängig gemacht werden.

Freitag, 23. Juli 2010

Israel: profitable Opferrolle

Gemessen an seinem Bruttoinlandprodukt pro Kopf, rangiert Israel gleich hinter Spanien, vor Südkorea, Tschechien, Portugal. Nach Kriterien der Weltbank ist es ein Land mit hohem Einkommen. In der Welthandelsorganisation hat sich Israel aber selbst als Entwicklungsland eingestuft - unter Nutzung aller Vorteile, die ihm daraus erwachsen.
Marlène Schnieper in der SonntagsZeitung vom 11.07.2010, Seite 12.
Nicht nur die Hinterbliebenen und "entfernten" Verwandten der Holocaust-Opfer haben die profitable Opferrolle entdeckt. Israel ist zu 72% jüdisch. Das wird auch in diesen "Entwicklungsland-Forderungen" ersichtlich.

Donnerstag, 13. Mai 2010

Boni der Grossbanken

In London werden Boni ab 25'000GBP mit 50% besteuert. Die internationalen Grossbanken stellen Reserven bereit:
  • Deutsche Bank: 225 mEUR
  • Bank of America: 465 mUSD
  • Goldman Sachs: 600 mUSD
  • Citigroup: 400 mUSD
Quelle: NZZaS

Mittwoch, 14. April 2010

Minder-Initiative

  • Über was soll der Aktionär abstimmen dürfen?
    über die Summe der Entschädiungen vom Verwaltungsrat (VR)
    über die Summe der Entschädiungen von der Geschäftsleitung (GL)
    Aktuell beaufsichtigt der VR die GL und damit auch deren Entschädigung.
  • Abstimmung über Bonuspool bei Finanzdienstleister?
    Über sämtliche variablen Lohnbestandteile?
  • Sollen sich Verwaltungsräte jedes Jahr zur Wahl stellen müssen?
    (--> kurzfristiges Denken, kurzfristige Finanzinvestoren? Kontinuität?)
  • Stimmrechtsvertretung: Abschaffung des Depotstimmrechts.?
  • Stimmzwang für Pensionskassen?
Gabriele Weiss und Daniel Hug in der NZZaS vom 14.2.10, Seite 38f.

Montag, 14. September 2009

künftige Unternehmensführung

Sicher ist die Finanzkrise zu einem guten Teil auf die Philosophie vieler Manager, rücksichtslos und mit allen Mitteln maximale Gewinne zugunsten des eigenen Prestiges und eines hohen Bonus zu erarbeiten, zurückzuführen.

Die Zeiten einer Unternehmungsführung, die nur auf kurzfristige Gewinnmaximierung ausgerichtet ist, sind endgültig vorbei. Anzustreben ist ein langfristiger Gewinn unter Nebenbedingungen, das heisst, man ist bei allen Tätigkeiten immer wieder bestrebt, den vielseitigen Ansprüchen aller Anspruchsgruppen zu genügen und alle Tätigkeiten in der Öffentlichkeit zu legitimieren.

Rolf Dubs in der NZZaS vom 06.09.09, Seite 23.

Montag, 17. November 2008

neues UBS-Bonusmodell

  • UBS-Aktien erhalten die Topmanager erst nach drei Jahren
  • bei der variablen Barvergütung wird zunächst maximal ein Drittel ausbezahlt.
  • Der grössere Anteil der variablen Barvergütung werde in einem Sperrkonto einbehalten und bleibe den künftigen Geschäftsrisiken ausgesetzt,
  • Den Aktionären wird aber ab 2009 eine Konsultativabstimmung über die Grundlagen des Vergütungsmodells in Aussicht gestellt.
  • Ab 2009 erhält der Verwaltungsratspräsident keine variable Vergütung mehr. Er erhält stattdessen ein fixes Honorar in bar und eine fixe Zahl an Aktien, die über vier Jahre gesperrt sind.

UBS-Präsident Peter Kurer schätzt, dass zwei bis drei Prozent aller UBS-Mitarbeiter vom neuen Bonus-Malus-System betroffen sein werden.
swissinfo

Ist das die Zukunft und droht in den nächsten Jahren sämtlichen MNE?

Die Exzesse an der Spitze sind teilweise schon extrem. Doch sind sie so schwierig zu bekämpfen, wie Steuererhöhungen für die 5% reichsten US-Amerikaner durchzusetzten waren: Doch so einige träumen davon, auch mal in dieser Position sein zu können...

Mittwoch, 2. April 2008

Finanzkrise

Was ist passiert?
Politik des billigen Geldes: Liquiditätsspritzen, Zinssenkungen
--> Geldmenge steigt
--> Inflation, Konjunkturabkühlung oder sogar Rezession.
Oder ist die Inflation gar nicht so schlimm, bzw. in Kauf zu nehmen?
Ein Prozent Inflation ist volkswirtschaftlich weniger dramatisch als ein Absturz des globalen Bankensystems.
Rudolf Strahm, Preisüberwacher, SP
Warum?
Die Subprime-Krise ist nur die Folge davon, dass viele Amerikaner jahrelang über ihre Verhältnisse gelebt haben. Selbst die Regierung gab mehr aus, als ihr zustand. (Roubini)
Warren Buffet verdeutlichte vor vier Jahren in seiner Parabel "Squanderville [Verprasserstadt)] versus Thriftville [Sparerstadt]" die Rolle der USA seit den siebziger Jahren: "Aus einem vermögenden Nettoinvestor sei sein Land zu einem armen Schlucker geworden."

Wie weiter?
  • Weitere teure, staatliche Liquiditätsspritzen und so Banken entgegen den Marktprinzipien künstlich aufrecht erhalten?
  • Exporthilfe (Vorschlag Buffet)
  • Oder wie in Schweden in den 70ern: Der Staat kauft die Banken auf anstatt faule Kredite, von denen niemand weiss, was sie wert sind. Wenn es den Banken einmal wieder besser geht, kann sie der Staat immerhin abstossen und Geld daraus machen. (Roubini)

Denn so geht es sicher nicht:
Von den Gewinnen haben die Banker masslos profitiert, während die Verluste von den Banken, sprich von den Aktionären und in letzter Konsequenz sogar von den Steuerzahlern, getragen wurden. (Roubini)

Dass der Staat und damit der Steuerzahler für die Sünden der bonusgetriebenen Bankiers geradestehen müssen, sei verheerend, lautete der Tenor, und der Schweizer Ökonom Thomas Straubhaar brachte es in deutschen Medien plakativ auf den Punkt: "Damit sollen Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert werden.
Claude Baumann und Lukas Hässig in der Weltwoche 13.08 und im Interview mit Nouriel Roubini, Seite 48ff.

Montag, 11. Februar 2008

Sperrfrist im CS-Bonussystem


Einst war die UBS der unbestrittene Platzhirsch. Nun stellt sich die Credit Suisse geschickter an: Sie sperrt die Boni der Mitarbeiter für zwei Jahre. Dies korrigiert die bisher falsch gesetzten Anreize. Weg vom kurzfristigen, risikoreichen Geld scheffeln hin zum nachhaltigen und verantwortungsvollen Handeln. Kritiker meinen, dass die Sperrzeit 5 Jahre betragen sollte (wohl in Anlehung an Konjunkturzyklen), doch so entscheidend finde ich das nicht.

Bravo Credit Suisse!

UBS a.o. GV vom 27. Feb. 08

Das Risikomanagement hat eigentlich zum Ziel, der Bank genügend Eigenmittel zu sichern, damit diese in Zeiten, in denen ein Schadensfall eintritt, nicht bankrott geht. Wenn jedoch diese Mittel dann im gegebenen Fall ausgeschüttet werden müssen, entsteht trotzdem ein Loch und eine Unsicherheit auf dem Markt.

Nun plant der Verwaltungsrat der UBS, dieses Loch mit Geldern aus Singapur und dem Nahen Osten zu füllen, eine Quasi-Staatsgarantie. Eine ziemlich billige "Lösung" und eines Bankers nicht würdig, vergleichbar mit den Schreien nach Liquiditätsspritzen von Nationalbanken am Anfang der Subprime-Krise.

Doch dieses "niedere" Vorgehen mit dem Streichen sämtlicher Boni abzustrafen wäre falsch:
Eine Bonuszahlung hängt ab von der eigenen Leistung, von der Leistung der Sparte und vom Unternehmenserfolg. In diesem Fall könnte man für die ersten beiden Bereiche etwas bezahlen. Doch der Unternehmenserfolg war negativ, also müsste diese Null sein.
Andreas Keller, AAM Privatbank, im Cash-TV vom 10.2.08 auf SF2.

Montag, 21. Januar 2008

aoGV der UBS

Am 27. Februar 2008 wird die UBS eine ausserordentliche GV im Hallenstadion durchführen. Sie braucht 5 bis 8 Milliarden frisches Kapital für mutmassliche weitere Abschreiber infolge der Immobilienkrise.

Dazu möchte sie das Kapital erhöhen. Damit öffnet sie die Türe für die neuen Investoren aus dem Nahen und Fernen Osten. Sie besässen nach der geplanten Kapitalerhöhung 10 Prozent der UBS und der Einfluss der bisherigen Eigentümer würde auf 90 Prozent reduziert.

Würde die GV die Kapitalerhöhung ablehnen, würde das Kreditrating der UBS herabgestuft, weil die von der EBK geforderte Kernkapitalquote von 8 Prozent unterschritten würde (vgl. meine Bachelorarbeit :-)) Ein Kurssturz wäre die Folge.

Die Alternative, welche jetzt ins Gespräch kommt:
Die UBS-Banker haben 2006 Bonusleistungen von rund 10 Milliarden Franken zugesprochen erhalten. Würde das Geld nicht ausbezahlt, hätte die Bank genügend Kapital. Sie könnte sogar einen weiteren Abschreiber verkraften.
Beat Schmid in der SonntagsZeitung vom 20.1.08, Seite 59.

Mittwoch, 5. Dezember 2007

UBS Banker protestieren!

Um gegen die erwarteten Bonuskürzungen 2007 zu protestieren, haben Investment Banker der UBS den Eingang des Hauptsitzes in Opfikon ZH versperrt.