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Dienstag, 1. November 2011

Kennzahlen der Alternativen Bank Schweiz

  • Vor 20 Jahren idealistisch gestartet
  • keine Boni, jedoch bezahlte Überstunden
  • 6 Wochen Vaterschaftsurlaub
  • 40 Stundenwoche
  • 1'059 mCHF Bilanzsumme
  • 481'029 CHF Jahresergebnis 2010
  • 849 mCHF Benutzbare Kredite, welche allesamt öffentlich publiziert werden
  • 80 Mitarbeiter
  • 4'455 Aktionäre
  • 25'942 Kunden
  • 52% Frauen in Führungspositionen
  • 4'307 CHF niedrigster Bruttolohn
  • 15'133 CHF höchster Bruttolohn
  • 1:3.5 Verhältnis Tiefst-/Höchstlohn
Markus Städeli in der NZZaS vom 30.10.2011, Seite 38f.

Mittwoch, 16. März 2011

lahme Staatsanwälte

Erwin Beyeler führt nach dem Prinzip "Wer nichts macht, macht nichts falsch."

Die Bundesanwaltschaft hat zu viele Leute, und diese Leute haben zu viel Zeit.
Ein Mitarbeiter

Juristen sind sich einig, dass es kein Aufstieg ist, dorthin zu kommen. Man hat eher das Gefühl, dass Leute dorthin abgeschoben werden, die nicht wahnsinnig begabt sind.
ein Anwalt

Gerade im Bereich der Wirtschaftskriminalität sind Staatsanwälte gefordert, die wirtschaftlich versiert und strafrechtlich kompetent sind - doch wer über diese Qualifikation verfügt, findet attraktivere und besser bezahlte Stellen in der Privatwirtschaft. Tatsache ist, dass es Erwin Beyeler nicht fertiggebracht hat, hoch qualifiziertes Personal zu akquirieren. Das zeigt sich auch darin, dass kompetente Staatsanwälte etwa in der Wirtschaftskriminalität oder der Rechtshilfe - zum Beispiel aus Zürich oder Genf - nicht in die Bundesanwaltschaft gewechselt haben. Stattdessen arbeiten bei der Bundesanwaltschaft auffällig viele Staatsanwälte aus dem Kanton Freiburg, drei als Leiter wichtiger Abteilungen. Zwei von ihnen waren in die Freiburger Justizaffäre der neunziger Jahre involviert; gegen einen wurde ein Administrativverfahren geführt.

Christine Brand und Lukas Häuptli in der NZZaS vom 13. März 2011, Seite 22f.

Sonntag, 26. September 2010

EU-Funktionäre fehlbarer als Marktkräfte

Die EU schafft eine neue Superbehörde für Finanzaufsicht, welche sich...
schwerpunktmässig mit Banken, mit Versicherungen und mit Wertpapierhandel befasst.
Wir sind mehr als sekptisch, ob sich die hochfliegenden Erwartungen erfüllen werden. Ist aus der Geschichte auch nur ein Beispiel bekannt, wo Funktionäre und Beamte ein relevantes wirtschaftliches Risiko früher gesehen haben? Der Glaube daran, der Staat werde Managementfehler erschweren oder gar verunmöglichen, ist auch logisch falsch. Wenn es so wäre, müsste der Staat die Kontrolle über die Wirtschaft gleich vollständig an sich ziehen. Die Schweiz sollte sich hüten, diesem Vorbild nachzueifern.
Roger Köppel in der WeWo36.10, Seite 5.

Freitag, 23. April 2010

Weshalb die militärische Ausbildung der zivilen überlegen ist

Mitarbeitergespräche führen, Sitzungen leiten, Informationen weitergeben usw. sind alltägliche Führungsanforderungen im unteren und mittleren Kader in zivilen Organisationen wie auch in der Armee.

Entscheidnede Kompetenzen dazu:
  • Selbstkompetenz: Selbstkenntnis, Verantwortungsbewusstsein, Durchsetzungsfähigkeit, psychische und physische Belastbarkeit
  • Sozialkompetenz: Kommunikation,Teamfähigkeit, Konfliktbewältigung
  • Methodenkompetenz: Auftragserteilung, Arbeitstechnik, Sitzungstechnik, Prioritätensetzung

Weshalb die militärische Ausbildung der zivilen überlegen ist:
Flexible Lerngelegenheiten: Absolventen der oben erwähnten militärischen Kaderschulen sind in der Regel 20 bis 25 Jahre alt, das heisst sie sind noch flexibel genug für das Lernen von neuen Verhaltensweisen. In vergleichbaren zivilen Kursen liegt das Durchschnittsalter der Teilnehmenden zwischen 30 und 40 Jahren. Bei diesen Absolventen müssen oft zuerst alte Verhaltensmuster hinterfragt und eventuell eliminiert werden, bevor neue integriert werden können.

Lange Ausbildungszeiten (Wochen) sind zwar wegen der langen Arbeitsplatzabwesenheiten hinderlich. Für die Nachhaltigkeit des Lernerfolges sind sie aber entscheidend: Sie erlauben viele kleine Schritte und immer wieder das Üben, Kontrollieren und Verbessern.

Dadurch geschieht die Ausbildung prozesshaft, was gerade für das Aneignen von Verhaltenskompetenzen unabdingbar ist. Belastbarkeit oder Teamfähigkeit lassen sich kaum in einem Dreitageseminar trainieren. In der Armee wird das Gelernte unmittelbar in die Praxis integriert. Es müssen nicht wie in zivilen Ausbildungen künstliche Situationen in Form von Rollenspielen oder Fallstudien geschaffen werden, um den Lernstoff zu vertiefen. Das Lernen in der Armee wird dadurch sehr konkret und anschaulich.

Die Umsetzungskontrolle erfolgt in der Armee durch Instruktoren und Vorgesetzte unmittelbar und permanent. Sie funktionieren als Coaches. In zivilen Kursen Ausgebildete müssen allzu oft sich selber genügen und wissen nicht, wo sie bezüglich der Umsetzung des Gelernten stehen. Ihre

Vorgesetzten beschränken sich oft auf die Unterzeichnung der Kursbewilligung. «Die Führungskraft als Coach» wird in zivilen Betrieben zwar immer wieder propagiert, in der praktischen Umsetzung sieht es allerdings, wie Umfragen zeigen, nicht so gut aus.

Schliesslich findet die militärische Ausbildung aufgrund der zu lösenden Aufgaben und der zeitlichen Rahmenbedingungen unter permanenter Belastung statt. Während der Rhythmus in zivilen Ausbildungen sich eher den Bedürfnissen der Teilnehmenden anpasst.

Armee und zivile Betriebe benötigen Kader mit ähnlichen Führungskompetenzen. Diese Kompetenzen werden in der Armee wie auch in zivilen Ausbildungen vermittelt.

Das in der Armee angeeignete Wissen wird aber unmittelbar in Handlungskompetenz überführt, es wird immer wieder trainiert, oft auch in krisenähnlichen Situationen. Deshalb sind in der Armee erlernte Führungseigenschaften tiefer verankert und wirken nachhaltiger. Führungsausbildung in der Armee bietet somit einen hohen Mehrwert gegenüber in zivilen Kursen erworbenen Fähigkeiten.

Andreas Meyer, Selbstständiger Unternehmensberater, mypro Management Development, Oberstlt i Gst, ehemaliger Instruktionsoffizier, 7320 Sargans in ASMZ 6/2007, Seite 20f.

Montag, 6. April 2009

Lichtgestalt Obama

Er wirkt mehr als Projektionsfläche für Wunschphantasien denn als Projektleiter.
Axel Veiel in der NZZaS vom 5.4.09, Seite 5.
Ich liess mich anfänglich auch von ihm blenden. Doch die weitreichenden Konsequenzen der demokratischen Tatsache, dass eher man jemanden gewählt wird, der sich gut darstellen kann als jemand der auch wirklich gut ist (nicht dass Obama schlecht wäre, jedoch schlechter als die Hoffnungen, die er im Wähler geweckt hat), kann man nicht Obama in die Schuhe schieben. Es liegt am politischen System, dass manipulierbare Bürger wählen dürfen. Und da es von denen sehr viele gibt und jeder Bürger, egal wie manipulierbar, gleich viel politisches Gewicht hat, führt dies zu diesem unbefriedigenden Ergebnis.
Wir wollen nicht der Vorgesetzte Europas sein, sondern der Partner, deswegen sähen wir es gern, wenn Europa grössere Verteidigungskapazitätenhätte.
Barack Obama
"Verteidigung"?! Die USA leiden an den Folgen der "präventiven Erstschlag"-Dioktrin und führen einen Angriffskrieg, nichts da mit "Verteidigung". Der Vergleich militärischer Stärke ist überholt.

Montag, 10. November 2008

Armee-Probleme

Das VBS listet auf neun Seiten in kleiner Druckschrift die aktuellen 7 Probleme der Armee auf:
  1. Finanzen (das Budget sollte weniger für Investitionen, mehr für die Betriebsausgaben verwendet werden)
  2. zu starke Reduktion der Logistik - nicht mehr in der Lage ihre Aufgabe zu erfüllen
  3. geringe Arbeitszufriedenheit der Berufsmilitärs
  4. zu wenig effektive und effiziente Führungsstruktur sowie
  5. nicht kompatible Computersysteme (diese beiden Punkte allerdings gestützt lediglich auf eine Armeestabsübung, Stabilo 07)
weiter noch - was ich nicht wirklich nachvollziehen kann und auf eine falsche Selektion seitens der Armee zurück führe:
6. Milizkader: Pro Jahr lassen sich nur rund 1000 Leutnants rekrutieren, nötig wären 1240. Bei Kommandanten und Stabsoffizieren sind es 300 statt 450.
7. Friedensförderung: Eine Mehrheit des Parlaments wünscht mehr Friedenstruppen, doch dafür gibt es weder genügend Berufsmilitärs noch ausreichend freiwillige Milizangehörige.
Markus Häfliger in der NZZaS vom 9.11.08, Seite 12.

Mittwoch, 5. November 2008

10 Tipps für Unternehmen gegen die Krise

  1. Beschütze dein Bargeld: Mögliche Ausgaben verschieben, auf den Cashflow fokussieren und das Management des Arbeitskapitals verbessern
  2. Schütze deine Bilanz: Verschuldungsgrad reduzieren, Aktienrückkaufprogramme stoppen und zusätzliche Finanzierungsquelen evaluieren.
  3. Verbessere dein Risikomanagement: Mit Szenarien arbeiten, mögliche Marktentwicklungen durchspielen und so die Anfälligkeit reduzieren.
  4. Lanciere jetzt das Kostenspar-Programm: Der richtige Moment, um Überkapazitäten abzubauen und ineffiziente Strukturen zu reorganiseren.
  5. Binde deine Kunden an dich: Die Marketing-Ausgaben noch konsenquenter auf Kunden konzentrieren, welche die meiseten Einnahmen generieren.
  6. Passe das Produkteportfolio und die Preise an: Nicht wensentliche Produktekategorien zurückfahren., Konsumenten Finanzierungshilfen bieten.
  7. Stosse ab, was nicht zum Kerngeschäft gehört: Das Investiontionsprogramm bremsen und trotz tiefen Preisen unrentable Assets verkaufen.
  8. Investiere trotz der Krise: Von günstigeren Infrastrukturkosten und dder abhehmenden Konkurrenz um Arbeitnehmer profitieren.
  9. Übernehmedeinen Konkurrenten: Schwäche der Mitbewerber und tiefe Aktienkurse eröffnen erstklassige Möglichkeiten der Akqquisition.
  10. Überdenke Dein Geschäftsmodell: Antizipieren von neuen staatlichen Strukturen und verändertem Verhalten der Marktteilnehmer.
by Boston Consulting Group via Daniel Puntas in der NZZaS vom 2.11.08, Seite37
So lassen sich eigentlich die BWL-lastigen Fächern eines BWL-Studium zusammenfassen. Einfach diese Liste verinnerlichen und man kann sich all die Kurse schenken: Strategisches Management 1-3, International Management, Marketing Management, Operations Management, etc.

Sonntag, 2. März 2008

weniger Milizoffiziere im Generalstab

Nur noch 15% der Absolventen, also 4 von 27, arbeiten in der Privatwirtschaft. Das ist ein historischer Tiefpunkt. Im Jahre 2005 waren es noch 50%. Diese sinkende Milizquote kann für die Armee in Bezug auf die Verankerung in der Bevölkerung und Wirtschaft ein Problem darstellen, so Endrich Miesch in der NZZaS vom 2.3.08, Seite 9.
Labor omnia vincit improbus - und mit diesem Leitsatz ist auch erklärt, weshalb das für mich keine Option gewesen wäre :-)

Die "T
ugenden des Generalstabsoffiziers" bleiben beeindruckend:
Wie ihre Vorgänger werden auch die heute beförderten Offiziere einen unermüdlichen Beitrag zur Aufgabenerfüllung ihrer Vorgesetzten leisten. Unter hohem Zeitdruck werden sie Problemstellungen und Situationen im Detail analysieren, um daraus umsetzbare und erfolgversprechende Lösungen zu entwickeln. (admin)

Dienstag, 26. Februar 2008

2 Bücher

Seit in meinem letzten 2. Semester in Makro der studentische Trade-Off zwischen Bücherkaufen und Bierkonsum verdeutlicht wurde, habe ich mich eigentlich für eine Seite entschieden. Doch nun habe ich tatsächlich wieder mal ein Buch für die Schule gekauft, sogar zwei:
  • A Guide to the Project Management Body of Knowledge: Dritte Ausgabe
  • Cambridge Preparation for the TOEFL Test with CD-ROM
Beides Zertifikationslehrgänge, die man nebst der ordentlichen Modulendprüfung auch noch mit einem internationalen Papier abschliessen kann.

Vielleicht kommt noch ein weiteres Zertifikat, resultierend aus einem ZHW-Kurs, dabei heraus: Reuters 3000 Xtra...

Mittwoch, 20. Februar 2008

Stockers Führungsdefizite

Kontrolle ist Teil der Führung
Monika Stocker ist eine Meisterin der Ankündigung und der Verdrängung von Misserfolgen. Gut gemeint war für sie und ihre Entourage stets gleichbedeutend mit gut, eine seriöse Erfolgskontrolle ein lästiges Hindernis.
Mitarbeiterselektion nach Gesinnung und nicht nach Fähigkeit
Ins Bild einer Gesinnungspolitikerin, die sich von der Realität nicht beirren lässt, passt auch Stockers Personalpolitik. Schlüsselpositionen hat sie nach den Kriterien Geschlecht (weiblich) und Weltanschauung (links) besetzt. Eine Grundausbildung im Sozialen reichte als Qualifikation, Manager oder gar Finanzspezialisten waren nicht gefragt. So hat sie der wortkargen Rosann Waldvogel, einer Sozialarbeiterin bar jeder Management-Erfahrung, die Führung der Sozialen Dienste mit Hunderten von Mitarbeitern anvertraut.
Kritikfähigkeit
Stockers Problem waren nicht die Fehler – sondern ihre Weigerung, aus den Fehlern zu lernen.

Alex Baur in der WW7.08, Seite 9.

Mittwoch, 13. Februar 2008

Uem-OS-Grundsätze

Ein paar Führungsgrundsätze und Checklisten aus der Uem OS:



ich werds noch ein bisschen weiterentwickeln / konkretisieren und auf Alltagstauglichkeit adaptieren...

Sonntag, 20. Januar 2008

Endlich: Stocker auch von Linken kritisiert

Hahaha: Die Unia kommt wegen mobbing vor Gericht und im Zürcher Sozialamt ist auch die Hölle los! Da können die Linken noch viel lernen von der von ihnen oft geforderten "Good Corporate Governance" :-D

Alex Baur hat gegen Ende 2006 begonnen, die Schweizer Sozialämter genauer zu betrachten. Dabei fixierte er sich in den kommenden Monaten - bis jetzt - zunehmend auf das Zürcher Sozialamt unter Leitung der Grünen Monika Stocker. Die Kritik am Vollzug der Sozialhilfe besteht seitens der Weltwoche also schon seit fast 1 1/2 Jahren.

Viele wollten es nicht wahrhaben - so auch einige Sozialdemokraten heute noch nicht, welche kategorisch/ideologisch Stellung ergreifen. Eine rühmliche Ausnahme welche eine notwendigen objektive Distanz erhoffen lässt, ist Thomas Marthaler, SP:
"Im Vollzug der Sozialhilfe ist [Anm: Frau Stocker] nicht besonders offen für Kritik." Dies schade über kurz oder lang der Akzeptanz der Sozialhilfe in der Bevölkerung. (...) Stocker müsse ihre "Betriebsblindheit" schleunigst ablegen und ein Kontroll- und Qualitätssicherungssystem ausarbeiten. (Tagi)
In der Tat: Bei mir ist der Zug schon lange abgefahren. Anstatt das Sozialwesen zu reformieren, würde ich es eher begrüssen. Das ganze System aufzulösen und von Grund auf neu aufzubauen.
Stocker wirke "extrem ausgepowert" und "verbraucht", heisst es, die Betriebskultur im Sozialamt sei "schwierig". Die Rede ist von einem "Matriarchat", in dem oftmals "wenig fähige Vorgesetzte" schalten und walten würden (Tagi).
Ich dachte immer, wenn man ein paar gleichgesinnte Linke unter staatlichem Schutz arbeiten lässt, dann ist dies zwar höchst ineffizient, doch sie kämen trotzdem noch miteinander aus. Das scheint jetzt aber doch nicht so: Grün ist im Innern Rot (Köppel). Und staatlich geschütztes Rot bleibt sehr problematisch.
Bei einem Drittel aller Fälle in der Sozialhilfe könnten die Zahlungen eingestellt werden - falls genauer kontrolliert würde.
Das Versagen der Sozialhilfe ist systematisch. Dies wurde alles durch Stellungsnahmen im Tagesanzeiger (Res Strehle und Stefan Hohler am 19.1.08, Seite 15) und in der Weltwoche (Alex Bauer ;-) Nr. 3.08) ersichtlich. Auskunft gaben Esther Wyler und Margrit Zopfi.

Aus dem Tagi (!):

Keine Kritikfähigkeit
Ich akzepterie nicht, dass einige von uns fordern, die Sozialhilfe einzustellen, bis die Leute sich an die Regeln halten. (Stocker)
Frau Stocker hat kritische Stimmen am heutigen System immer als Kritik an der Institution Sozialhilfe interpretiert und sie zum Schweigen gebracht. (Wyler)
Keine Kontrollen
Wenn wir einen Fehler feststellten und dies dem Vorgesetzten meldeten, hat niemand nachgeprüft, ob die Korrekturen gemacht wurden. (Wyler)
Sozialmissbrauch, bzw. -gebrauch --> Enorme Kosten
Offiziell heisst es immer, dass die Missbrauchsquote bei vier Prozent liegt. Wie man darauf kommt, weiss ich nicht. Aber ich hatte intensiven und vollständigen Einblick in viele Fälle und kann sagen, dass diese Zahl viel zu tief ist. Meines Erachtens liegt die Zahl eher zwischen zehn und zwanzig Prozent. (Zopfi)
Ich gehe davon aus, dass rund ein Drittel aller von mir kontrollierten Fälle von den Mitarbeitern des Sozialdepartements schlecht geführt wurden. (Zopfi)
Wenn man jeden Fall genau und auch vor Ort anschauen, könnte man, so schätze ich, die Zahlungen in rund einem Drittel der Fälle einstellen. (Zopfi)
ideologisch/kategorisch
Wenn man sagte, dass viele Ausländer die Sozialhilfe ausnutzen oder missbräuchlich benutzen, hiess es rasch "Geh doch zur SVP", oder man wurde als Ausländerhasser tituliert. Da wurde man immer wieder gefragt: "Warum reitest du eigentlich so auf diesen Fällen herum? In den Chefetagen wird doch viel mehr abgezockt." (Wyler)
Fazit:
Das sind Systemmängel, interne Schwachstellen, die zu einem Missbrauch führen. (Wyler)

Vorwurf Amtsgeheimnisverletzung:
Ich bewundere Leute, die den Mut und die Zivilcourage haben, die Öffentlichkeit zu informieren, wenn so gravierende Fehler gemacht werden, und die dabei ihren Arbeitsplatz gefährden und ein Strafverfahren riskieren. (Zopfi)
Ich auch! Ein Muss, wenn die interne Kritik aussichtslos ist.

Freitag, 4. Januar 2008

misstrauische Demokratie

Die Schweiz beruht auf der Staatsform des institutionalisierten Misstrauens. Das Volk misstraut seinen Regierenden, die Regierenden misstrauen dem Volk, das Volk misstraut sich selber. Was das Volk in Parlamentswahlen erzwingt, kann im Parlament korrigiert werden. Was Parlamente beschliessen, beseitigt bei Bedarf das Volk. Die Bundesräte verkörpern den Willen einer Bevölkerung, die keine starken Chefs will. Das politische Führungsprinzip der Schweiz ist der Verzicht auf Führung, die sich hierzulande in Verwaltung auflöst.
Roger Köppel in der Weltwoche 1.08, Seite 4

Mittwoch, 21. November 2007

Tele Blocher

Seit knapp drei Monaten ist Blocher nun wöchentlich online mit "Tele Blocher", update jeweils samstags um 14 Uhr. Eine vorbildliche Transparenz - so transparent, dass sogar ein Gericht über dessen Legalität befinden musste.Jedoch lässt die technische Umsetzung (Produktion: Schaffhauser Fernsehen) zu wünschen übrig: 1. Der Ton, welcher nicht konstant ist und zweitens die Homepage, welche sogar ein Student mit CMS-Kenntnissen besser hin bekäme. Mal schauen, ob ich denen eine Offerte unterbreiten soll...

Weiter stört mich die Titulierung "Das Blocher-Prinzip". Ja, ich habe das Buch gelesen. Es gibt Aufschluss über das Denken und den Führungstil von Blocher - und ich teile überhaupt nicht alle seine Ansichten. Doch dass sich die Sendung danach benennt ist unpassend. "Blochers Wochenschau" würde es besser treffen. Oder "Informationen des Justizministers", "Newschannel", etc. Jeno.

Mittwoch, 24. Oktober 2007

unwirksame Wirtschaftssanktionen

[Wirtschaftliche Sanktionen sind] entweder eine emotionale Reaktion auf geschehendes Unrecht oder sind Ausdruck von Hilflosigkeit, wenn politischer Druck nicht zum Ziel führt.

[Die Machthaber versuchen oft], ihre Schwäche durch zunehmende Repression und Gewalt gegen die eigene Bevölkerung zu kaschieren. Angesichts des eigenen Untergangs ist das Wohl des Volkes von geringer Bedeutung.

Die Führungsclique findet stets Wege, um selbst in Wohlstand zu leben; mit Hilfe des Militärs und der eigenen Notenbank.

[Heute kann es sich kein Land leisten, nicht mit China zu wirtschaften.] Wegen den immer stärkeren Wirtschaftsbeziehungen verbessern sich auch die politischen Beziehungen und die innere Repression nimmt ab.

Frieden und Menschenrechte kommen besser voran, wenn die Wirtschaft floriert und immer grössere Bevölkerungsteile der Armut entkommen.

Tilman Slembeck in der NZZaS vom 14. Oktober 2007, Seite 23.

Montag, 10. September 2007

Fehlentscheid

Ein Fehlentscheid hat drei wesentliche Merkmale:
  • Er führt zu einem Ergebnis, das den ursprünglichen Absichten völlig entgegenläuft.
  • Er muss schon zu seiner Zeit, nicht erst im Nachhinein, als kontraproduktiv erkannt worden sein.
  • Es muss eine praktikable Handlungsalternative gegeben haben.
Peter Häusermann in der SonntagsZeitung vom 9. September 2007, Seite 21.