Man ist heute schnell einmal Opfer. Vor allem die SP produziert gerne Opfer. Man kann dann etwas fordern, Geld in der Regel, und man kann sich als Helfer profilieren und sich damit den Lebensunterhalt verdienen. Es gibt Opfer der Krise, Opfer der Arbeitslosigkeit, Opfer patriarchalischer Strukturen, Opfer sexistischer Bemerkungen, Opfer kapitalistischer Strukturen, Mobbing-Opfer, Opfer unserer Leistungsgesellschaft, und so weiter. Das Wort hat irgendwie seinen Schrecken verloren und ist selber in manchen Fällen schon so etwas wie ein Witz.
Daniela Niederberger auf Weltwoche online, 13.07.2010
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Donnerstag, 28. April 2011
Heute sind alle Opfer
Samstag, 9. Oktober 2010
Ursache-Wirkung, Wille-Schuld und Zufall
Alles heute beruht auf der Erkenntnis des Kausalen: Jede Ursache hat eine Wirkung, jede Wirkung eine Ursache.
Unsere ganze Gesellschaft beruhe auf der Hypothese des freien Willens...Ohne freien Willen gäbe es keine Schuld und ohne Schuld kein Strafrecht.
Während man früher sagte, sie hat Pech mit Männern, sagt man heute, sie sucht sich immer die Falschen. Und sterbe eine Hundertjährige an einer Lungenentzündung, sagt Hampe, äussere bestimmt irgendjemand den Verdacht, dass das nicht passiert wäre, hätte man rechtzeitig ein Antibiotikum gegeben.
Wie war es, wenn der Mann früher fremdging? Die Frau hatte nicht das Gefühl, sie müsste ihren Mann in der Liebe glücklich machen, sie musste allenfalls willig sein. Heute muss Sex jedes Mal ein Rausch sein. Und wenn sich der Mann eine andere nimmt, zieht die Frau den Schluss, sie ist nicht sexy genug.
Erica Meier, Psychoanalytikerin
Ich kann den Modebegriff Mobbing nicht ausstehen. Er suggeriert zu oft, die andern sind schuld. Selbst wenn jemand in einer Situation Opfer ist, kann eine Veränderung angestrebt werden. Auch ein Opfer hat eine Wahl.
Erica Meier, Psychologin
Sie sagt, sie sei enttäuscht. Ständig das Später vorgehalten zu kriegen, alles planen zu sollen, nehme ihr die Lebensfreude und das Gefühl, frei zu sein.
«Ich will mich lieber mit offenem Herzen und Auge, wie ein Kind, durch die Welt bewegen. Alles wie ein Puzzle lassen, nichts festkleben, anstatt mir die populären Bilder in den Kopf hämmern lassen.»
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Sonntag, 20. Januar 2008
Endlich: Stocker auch von Linken kritisiert
Hahaha: Die Unia kommt wegen mobbing vor Gericht und im Zürcher Sozialamt ist auch die Hölle los! Da können die Linken noch viel lernen von der von ihnen oft geforderten "Good Corporate Governance" :-D
Alex Baur hat gegen Ende 2006 begonnen, die Schweizer Sozialämter genauer zu betrachten. Dabei fixierte er sich in den kommenden Monaten - bis jetzt - zunehmend auf das Zürcher Sozialamt unter Leitung der Grünen Monika Stocker. Die Kritik am Vollzug der Sozialhilfe besteht seitens der Weltwoche also schon seit fast 1 1/2 Jahren.
Viele wollten es nicht wahrhaben - so auch einige Sozialdemokraten heute noch nicht, welche kategorisch/ideologisch Stellung ergreifen. Eine rühmliche Ausnahme welche eine notwendigen objektive Distanz erhoffen lässt, ist Thomas Marthaler, SP:
Aus dem Tagi (!):
Keine Kritikfähigkeit
Vorwurf Amtsgeheimnisverletzung:
Alex Baur hat gegen Ende 2006 begonnen, die Schweizer Sozialämter genauer zu betrachten. Dabei fixierte er sich in den kommenden Monaten - bis jetzt - zunehmend auf das Zürcher Sozialamt unter Leitung der Grünen Monika Stocker. Die Kritik am Vollzug der Sozialhilfe besteht seitens der Weltwoche also schon seit fast 1 1/2 Jahren.
Viele wollten es nicht wahrhaben - so auch einige Sozialdemokraten heute noch nicht, welche kategorisch/ideologisch Stellung ergreifen. Eine rühmliche Ausnahme welche eine notwendigen objektive Distanz erhoffen lässt, ist Thomas Marthaler, SP:
"Im Vollzug der Sozialhilfe ist [Anm: Frau Stocker] nicht besonders offen für Kritik." Dies schade über kurz oder lang der Akzeptanz der Sozialhilfe in der Bevölkerung. (...) Stocker müsse ihre "Betriebsblindheit" schleunigst ablegen und ein Kontroll- und Qualitätssicherungssystem ausarbeiten. (Tagi)In der Tat: Bei mir ist der Zug schon lange abgefahren. Anstatt das Sozialwesen zu reformieren, würde ich es eher begrüssen. Das ganze System aufzulösen und von Grund auf neu aufzubauen.
Stocker wirke "extrem ausgepowert" und "verbraucht", heisst es, die Betriebskultur im Sozialamt sei "schwierig". Die Rede ist von einem "Matriarchat", in dem oftmals "wenig fähige Vorgesetzte" schalten und walten würden (Tagi).Ich dachte immer, wenn man ein paar gleichgesinnte Linke unter staatlichem Schutz arbeiten lässt, dann ist dies zwar höchst ineffizient, doch sie kämen trotzdem noch miteinander aus. Das scheint jetzt aber doch nicht so: Grün ist im Innern Rot (Köppel). Und staatlich geschütztes Rot bleibt sehr problematisch.
Bei einem Drittel aller Fälle in der Sozialhilfe könnten die Zahlungen eingestellt werden - falls genauer kontrolliert würde.Das Versagen der Sozialhilfe ist systematisch. Dies wurde alles durch Stellungsnahmen im Tagesanzeiger (Res Strehle und Stefan Hohler am 19.1.08, Seite 15) und in der Weltwoche (Alex Bauer ;-) Nr. 3.08) ersichtlich. Auskunft gaben Esther Wyler und Margrit Zopfi.
Aus dem Tagi (!):
Keine Kritikfähigkeit
Ich akzepterie nicht, dass einige von uns fordern, die Sozialhilfe einzustellen, bis die Leute sich an die Regeln halten. (Stocker)Keine Kontrollen
Frau Stocker hat kritische Stimmen am heutigen System immer als Kritik an der Institution Sozialhilfe interpretiert und sie zum Schweigen gebracht. (Wyler)
Wenn wir einen Fehler feststellten und dies dem Vorgesetzten meldeten, hat niemand nachgeprüft, ob die Korrekturen gemacht wurden. (Wyler)Sozialmissbrauch, bzw. -gebrauch --> Enorme Kosten
Offiziell heisst es immer, dass die Missbrauchsquote bei vier Prozent liegt. Wie man darauf kommt, weiss ich nicht. Aber ich hatte intensiven und vollständigen Einblick in viele Fälle und kann sagen, dass diese Zahl viel zu tief ist. Meines Erachtens liegt die Zahl eher zwischen zehn und zwanzig Prozent. (Zopfi)ideologisch/kategorisch
Ich gehe davon aus, dass rund ein Drittel aller von mir kontrollierten Fälle von den Mitarbeitern des Sozialdepartements schlecht geführt wurden. (Zopfi)
Wenn man jeden Fall genau und auch vor Ort anschauen, könnte man, so schätze ich, die Zahlungen in rund einem Drittel der Fälle einstellen. (Zopfi)
Wenn man sagte, dass viele Ausländer die Sozialhilfe ausnutzen oder missbräuchlich benutzen, hiess es rasch "Geh doch zur SVP", oder man wurde als Ausländerhasser tituliert. Da wurde man immer wieder gefragt: "Warum reitest du eigentlich so auf diesen Fällen herum? In den Chefetagen wird doch viel mehr abgezockt." (Wyler)Fazit:
Das sind Systemmängel, interne Schwachstellen, die zu einem Missbrauch führen. (Wyler)
Vorwurf Amtsgeheimnisverletzung:
Ich bewundere Leute, die den Mut und die Zivilcourage haben, die Öffentlichkeit zu informieren, wenn so gravierende Fehler gemacht werden, und die dabei ihren Arbeitsplatz gefährden und ein Strafverfahren riskieren. (Zopfi)Ich auch! Ein Muss, wenn die interne Kritik aussichtslos ist.
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