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Samstag, 19. Mai 2012

Illegale europäische Entscheidungsautonomie

Markus C. Kerber klagte gegen den Euro-Rettungsschirm, mit dem verschuldeten Ländern der Euro-Zone unter die Arme gegriffen wurde. Das deutsche Bundesverfassungsgericht ging nicht darauf ein.

Am Europäischen Gerichtshof reichte er zusammen mit rund fünfzig Persönlichkeiten Klage gegen die Europäische Zentralbank (EZB) ein:
Was die EZB heute tut, hat mit dem Vertrag von Maastricht nichts mehr zu tun.

Die Staatsanleihenkäufe und die Ausdehnung der Geldmenge bergen unkalkulierbare ­Risiken für das Eigentum der Bürger. Das im ­Vertrag festgeschriebene Verbot von Anleihenkäufen durch die EZB wird seit Jahren missachtet.
In Anlehnung an Florian Schwab in der WeWo20.12, Seite 34.

Dienstag, 2. August 2011

Slutwalks: Kampf gegen freiwillige Entscheide?

Von meiner Tochter weiß ich z.B., dass in Ihrer Altersstufe die Mädchen meistens viel besser in naturwissenschaftlichen Fächern abschneiden als Jungs. Solange es um die Pflichtfächer geht. Wenn man aber zu den Wahlfächern kommt, dann werden naturwissenschaftliche Fächer von den meisten Mädels ganz schnell abgewählt... stattdessen wird für etwas „unkompliziert weibliches“ entschieden. Freiwillig! Die sexuell aufreizende Kleidung wird aber spätestens ab dem 12.Lebensjahr getragen. Ebenso freiwillig!

Wo bleibt die wahre Emanzipation? Solange meine Tochter als etwas Exotisches betrachtet wird, weil sie sich für naturwissenschaftliche Fächern entscheidet, solange sie in einigen Kursen als einziges Mädchen mit zwanzig Jungs zusammen sitzt, braucht mir keine SlutWalkerin zu erzählen, dass sie für weibliche Emanzipation kämpft.

Fahrenheit 451 auf der Freitag

Freitag, 29. April 2011

Freier Wille vs. biologische Determiniation

Das naturgeschichtlich gewachsene Erbprogramm steuert das menschliche Verhalten. Die menschliche Vernunft hat wenig Chancen dagegen.
Professor Eckart Voland

Biologischer Determinismus führt ­nirgends hin. Wenn man denkt, man habe ­einen freien Willen, hat man einen freien ­Willen.
Baroness Susan Greenfield, britische Hirnforscherin
Nun ein persönliches Beispiel: Ich trinke gerne Bier und esse gerne Cordon-Bleu. Wenn ich dies aber zu häufig tue, schmeckt es mir zwar immer noch, es hat aber unerwünschte gesundheitliche Nebenwirkungen (dick). Also nutze ich meinen freien Willen um mein inneres Bedürfnis zu überwinden, auf das schmackhafte Mahl zu verzichten und ab und zu einen Salat runter zu würgen. Dies macht jedoch unglücklich und führt zu einer seelischern Unausgeglichenheit. Das Verlangen nach Bier und Cordon-Bleu bleibt trotzdem bestehen.

Aktuell sehe ich folgende mögliche Lösungen
- Neurolinguistische (Um-)Programmierung
- Neugestaltung des Unterbewusstseins durch Hypnose
- Selbstverleugnung: Sich selbst so lange einreden, dass es anders ist, bis man es selbst glaubt.
Wobei die bessere Hälfte jeweils auf eine natürliche Lösung hofft: Sie nennt sie "Reife"...
Menschliche Entscheidungen gegen die biologischen Impulse des Gehirns sind nicht nur möglich, sondern alltäglich. Man nennt es Zivilisierung, und man muss es tun. Ich glaube, es hilft, wenn man weiss, welches die Impulse sind, die man niederzuhalten versucht. Aber wenn ein Mann Frau und Kinder hat, ist es völlig egal, welches die Ausstattung seiner Rezeptoren-Gene ist. Er trägt der Familie gegenüber Verantwortung. Aber möglicherweise ist es nützlich, zu wissen, dass er wegen seiner Gene härter arbeiten muss, um treu zu sein. Genau so, wie es nützlich ist, zu wissen, dass man gefährdeter ist als andere, Diabetes oder einen Schlaganfall zu bekommen.
Neuropsychiaterin und Berkeley-Professorin Louann Brizendine
Aus einem Artikel von Beatrice Schlag in der WeWo12.11.

Samstag, 25. Dezember 2010

GB: Sozialhilfe nur fuer Beduerftige

Kinderbeiträge für jene, die sie nicht brauchen, sind kontraproduktiv.
Arbeitslosenunterstützung für Arbeitsunwillige ebenso.

Fairness bedeutet, den Leuten zu geben, was ihnen zusteht. Was ihnen zusteht, kann davon abhängen, wie sie sich verhalten. Wenn du wirklich nicht arbeiten kannst, werden wir für dich sorgen. Wenn du aber arbeiten kannst und die Arbeit verweigerst, werden wir es nicht zulassen, dass du von der harten Arbeit anderer leben kannst.
David Camerons zentrales Credo der «big society»

Ein wohl vernünftiger und finanzpolitisch sinnvoller Grundsatz, doch historisch gesehen ein Rückschritt: Im Viktorianischen Zeitalter war der Begriff «deserving poor» geläufig. Wer will entscheiden, welche Bedürftigen Unterstützung verdienen und welche nicht? Man fand eine automatische Lösung – das Giesskannenprinzip. Man goss die staatlichen Wohltaten über alle aus. So konnte man sich um die Entscheidung drücken.
Hansrudolf Kamer in der WeWo41.10. Seite 22

Sonntag, 14. November 2010

"working poor" aufgrund privater Entscheide

Die Erhebung des Bundesamts für Statistik zu den "working poor" hebt die Ursachen hervor:
Es sind nicht schlechte Löhne, die zur Armut führen, wie man meist vermutet. Sondern es sind oft private Entscheide. Arm werden die bloss Teilzeitarbeitenden, Alleinerziehende, kinderreiche Familien und, unvermutet, kleine Selbstständige. Deren Armutsrisiko ist gross. Und in der Schweiz wie anderswo fallen arme Haushalte und Tieflohn-Bezüger nicht zusammen.
Beat Kappeler in der NZZaS vom 14.11.2010, Seite 41.

Sonntag, 24. Mai 2009

volle Verantwortung mit beschränkter Haftung?

Investitionen werden umso sorgfältiger gemacht, je mehr der Verantwortliche für diese Investitionen haftet.
Walter Eucken

Gerade in der persönlichen Verhaftung der Theilnehmer liege ein wirksames Mittel, dem Hange zum Aktienspiele entgegen zu wirken und die Interessenten zu veranlassen, das Unterehmen im Voraus gehörig zu überlegen.
Ein deutscher Minister, 1843, anlässlich den Beratungen zum ersten deutschen Aktiengesetztes und zur Schaffung von Gesellschaftsformen mit beschränkter Haftung.

Heute partizipieren Kapitalgeber zwar gerne unbegrenzt an den Gewinnen, die mit erfolgreichen Unternehmen erwirtschaftet werden, aber sie sind nicht bereit, auch unbegrenzt für deren Verluste einzustehen.

Der Eigentümer einer Firma, der mit seinem persönlichen Vermögen für ein Unternehmen haftet, wird dessen Führung kaum an ihn unbekannte Dritte übergeben. Dank der Haftungsbeschränkung wurde die bis heute andauernde Entwicklung weg vom aktiven Unternehmer hin zum passiven Eigentümer in Gang gesetzt.
Mathias Binswanger in der WW19.09, Seite 23.

Dienstag, 11. November 2008

Peter Voser

Ab Sommer 2009 ist ein Schweizer der Chef des drittgrössten Konzerns der Welt
Royal Dutch Shell
hinter Wal-Mart und Exxon Mobile
  • 104'000 Angestellten in 110 Ländern
  • Umsatz 2007: 356 Mrd. USD
  • Gewinn 2008 bis September: 30 Mrd. USD.
Der Argauer schaffte es vom KV-Stift zum Topmanager - er hat eine Abneigung gegen zuviel Theorie (die HWV bildete nach dem KV das Ende der Fahnenstange).
Mich bringen Sie nie in eines dieser Manager-Kürsli!
Der Finanzspezialist bewährte sich als Krisenmanager bei der ABB, die er zusammen mit Jürgen Dormann vor dem Schiffbruch bewahrte.
Krisen ziehen mich an. Ich brauche turbulente Zeiten, um mich zu entfalten.
"Ich bin ein positiv denkender Mensch und schaue immer nach vorne," sagt Voser. Passierte Fehler seien "water under the bridge", Schnee von gestern. Seine Management-Methode heisst Vollgas geradeaus und, wenn nötig, korrigieren: "Lieber treffen meine Mitarbeiter Entscheidungen und liegen falsch, als dass sie gar nicht entscheiden.
Daniel Puntas Bernet in der NZZaS vom 9.11.08, Seite 35

Donnerstag, 6. November 2008

Stereotyp Amerikaner

In den entscheidenden Swingstates dominiert die amerikanische Hinterland-Idylle, wie man sie aus Filmen kennt.Trotz den überwiegend negativen Seiten, reizt es mich irgendwie, einmal entsprechen Ferien zu machen - die Route 66, von Imbiss zu Imbiss, in Lederstiefeln und Flannelhemd, mit grosser Gürtelschnalle, Baseballcap und Schnauz:
Die Kundschaft bestand fast nur aus Fernfahrern, die alle paar Minuten unter lautem Gähnen ihren Rücken durchstreckten. Wer ihnen zuschaute, begriff, in welchem Masse harte Arbeit, wenig Schlaf und ungesundes Essen den Körper eines Menschen verändern können. Die Leiber dieser tafelnden Könige der Strassen waren breit wie Fässer, ihre Gesässe, auf die Gasthausbänke gepfercht, nahmen gut und gern einen Meter ein. Wurstfinger schaufelten Gabel um Gabel Schinken, Pasteten und Kartoffelsalat in die mampfenden Wangen. Hinuntergespült wurde alles mit langen Zügen aus weissen Pappbechern, in welchen Eiswürfeln klirrten, wobei die Feuchtigkeit sogleich auf Backe und Braue wieder heraustrat.

Viele der Appalachen-Bewohner schienen ins gängige Bild vom «primitiven» Amerikaner zu passen. Es waren jene Leute, die Truman Capote als patriotische, gottesfürchtige, hart arbeitende, ehrliche Familienmenschen bezeichnete, die sonntags in die Kirche gehen und das Dankgebet vor dem Essen sprechen. Städter bezeichnen sie abschätzig als «white trash». Und Obama bemerkte über sie abfällig, sie würden sich aus Frust über die miserable Wirtschaftslage an ihre Religion und ihre Gewehre «klammern».
Urs Gehriger in der WW 44.08, Seite 46ff.

Dienstag, 1. Juli 2008

Prüderie im Islam

  • eine Frau darf nicht alleine im selben Raum sein wie ein Mann
  • sie reicht nicht die Hand zur Begrüssung
  • sie hat verschleiert zu sein
  • nichts figurbetontes tragen
  • jungfräulich in die Ehe
  • etc.
All diese Vorschriften machen Sinn, in einer steinzeitlichen Gesellschaft: Zwei fundamental verschiedene Fortpflanzungsstrategien: "Männer möchten möglichst viele Blumen bestäuben, Frauen suchen den besten Staub und Bestäuber". Die muslimischen Regeln berücksichtigen dieses Verhalten. Wenn sich eigentlich hübsche Damen als verwahrloste Kleiderhaufen präsentieren, kommt der Mann nicht in Versuchung. Die Frau zeigt sich erst in der Ehe. Das ist der einzige Ort, wo der Mann was zu sehen bekommt. Das macht die Ehe einzigartig und unverzichtbar - und dürfte wohl auch länger halten. Und die Frau bekommt DEN einen Typen, den sie sucht und der bereit ist, allen anderen zu entsagen, um sich ihr zu widmen.

Macht Sinn!

Problem: Wir leben in einer freien Gesellschaft, sogar in einer Optionsgesellschaft. Dies verträgt sich nicht, mit dieser "eine Erfahrung für den Rest des Lebens"-Haltung. In einer modernen Gesellschaft darf man verschiedene Möglichkeiten testen. Eine Entscheidung ist niemals definitiv, höchstens etwas längerfrisitiger. Man muss sich immer wieder aufs neue bewähren und unter Beweis stellen, dass man das auch wirklich verdient, was man hat --> periodische Revidierung. Damit werden auch die fetten verheirateten Frauen verhindert (natürlich auch Männer :-) und es findet ein Wettbewerb um die Attraktivität statt, was die ganze Gesellschaft verbessert (Marktkräfte).

Donnerstag, 15. Mai 2008

Extreme Erfahrungen

Ich liebe die wilde und menschenfeindliche Natur, weil sie mir schnelle Lernprozesse aufzwingt. Sie zwingt mich, schnelle, der Situation angepasst, korrekte und ehrliche Entscheide zu fällen, sie lehrt mich, Verantwortung zu tragen. Damit erweitere ich meine Komfortzone ungemein. Das heisst, wenn in schwierigen Situationen im Alltag viele Menschen bereits am Anschlag laufen, wärme ich mich erst auf... ;-)
Evelyne Binsack in SORECOtoday, April 08, Seite 6. Sie war zu Fuss, auf dem Velo oder mit Skiern unterwegs von der Schweiz zum Südpol, 28'000km.

Mittwoch, 12. Dezember 2007

linke CVP

Die CVP erfreute sich heute, nach jahrelangem Misserfolg endlich wieder einmal daran, im Scheinwerferlicht zu stehen. Sie war das Zünglein an der Waage und damit so mächtig, wie schon lange nicht mehr. Das gefällt ihr. Man sieht es auch am Grinsen von Christophe Darbellay. Doch es ist ihr nicht klar, was sie mit ihrer Entscheidung bewirkt hat.

Sie wählt den Inbegriff eines bürgerlichen Politikers ab, hört auf den Vorschlag eines Kommunisten (Josef Zisyadis, Theologe, geboren in Istanbul) und behauptet nicht links, sondern bürgerlich zu sein. FALSCH, und ich sage das schon seit fünf Jahren: Die CVP ist links und nicht zu gebrauchen für bürgerliche Anliegen.

Weiter war es ein Fe
hler, Verena Diener in den Ständerat zu wählen. Sie ist eine der Sprengkandidaten, welche Blocher stürzten. Dabei liess sie sich von den "Liberalen" in Zürich wählen. Köppel hat recht: Grün ist im Innern rot.

Montag, 10. September 2007

Fehlentscheid

Ein Fehlentscheid hat drei wesentliche Merkmale:
  • Er führt zu einem Ergebnis, das den ursprünglichen Absichten völlig entgegenläuft.
  • Er muss schon zu seiner Zeit, nicht erst im Nachhinein, als kontraproduktiv erkannt worden sein.
  • Es muss eine praktikable Handlungsalternative gegeben haben.
Peter Häusermann in der SonntagsZeitung vom 9. September 2007, Seite 21.