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Montag, 4. Juli 2011

Fussball ist v.a. viel inszeniertes herumgeliege

Beim Fussballspiel wird nur während durchschnittlich 62 Prozent der Zeit wirklich Fussball gespielt. In der übrigen Zeit wird ausgewechselt, gejubelt, oder simuliert. Die Länge dieser Unterbrechungen ist bei Männern deutlich länger als bei Frauen, melden Forscher der Technischen Universität München. Nach einer Analyse von 56 Fussballspielen fanden sie, dass das Auswechseln und der Torjubel bei Männern länger dauern. Zudem bleiben sie bei Verletzungen länger am Boden liegen. Bei Männern ist der Gedanke an die Inszenierung stärker ausgeprägt, so die Forscher.
tlu. in der NZZaS vom 03.07.2011, Seite 47.

Freitag, 12. November 2010

Die soziale Botschaft des sportlich Aktiven

Bewegung, frische Luft, Askese, Disziplin: Zwei von drei Schweizerinnen und Schweizern treiben mindestens einmal pro Woche Sport, vierzig Prozent dreimal wöchentlich.
gesund, gesund bleiben, sozial, macht Spass,
vs.
übergrosse Bewegungsdrang kann auch mit Eitelkeit, Frust und blankem Kampfwille zu tun haben kann


Der Langstreckenläufer:
Erst nach «Kilometer 35» setzt das Hirn Endorphine frei, die dem Langstreckenläufer jene Glücksgefühle vermitteln, die er im übrigen Leben offenbar nur schwer findet.

Die Spasskultur ist ihm zuwider, von anderen Oberflächlichkeiten hat er sich längst befreit. Er braucht keine Jacht, kein Pferd, keine Golfausrüstung, um seinen Status zu zelebrieren, denn er weiss: Nicht in der Sportart, sondern im Sportverhalten spiegeln sich soziale Unterschiede am deutlichsten. Gewohnt, Widerständen die Stirn zu bieten, stellt der Langstreckenläufer hohe Ansprüche an sich selbst. Er liebt es, auch in der Freizeit über sich selbst – und alle anderen – hinauszuwachsen.

Je höher die Bildung und das Einkommen sind, desto mehr Sport wird in der Deutschschweiz getrieben. Während Bauern, Akkordarbeiter und Fabrikarbeiterinnen nach Feierabend selten das Bedürfnis nach einem Wald- lauf verspüren, geben rund 47 Prozent der- jenigen, die monatlich über 8000 Franken verdienen, an, pro Woche mehrmals und mehr als drei Stunden Sport in der freien Natur zu treiben. Die höchste Kadenz ist in den Kategorien «Jogging», «Laufen» und «andere Ausdauersportarten» zu finden.

Franziska K. Müller in der WeWo39.10, Seite 50ff.

Samstag, 26. Juni 2010

Rugby vs. Fussball

Fussball: Simulanten, Spielverzögerung, melodramatische Diven wie Cristiano Ronaldo oder die gesamte italienische Mannschaft: Sie schaden dem, was man gerne als Sport bezeichnen würde.

Während der Fussball bald an obszönen Lohnsummen verdarb, hielt sich die Rugby-Familie mit einem Pint bei Laune. So hoffte man, unter sich zu bleiben.

scrum, "Gedränge": Würde sich einer der Männer aus dem Klammergriff lösen, um sich nach Fussballerart auf dem Boden zu wälzen oder das Haar zu richten, das Gedränge würde zusammensacken wie ein Käse-Soufflé. Es wäre mit krachenden Muskeln zu rechnen, vielleicht auch mit brechenden Knochen. Im Gedränge zeigt sich, dass ein Team sein Ziel nur gemeinschaftlich erreicht.

Martin Helg in der NZZaS vom 6.6.10, Seite 71.

Freitag, 11. Juni 2010

Fussballschwächlinge

Nein, dieser Sport ist definitiv zu hart für mich. Ich hatte auch nicht die körperliche Voraussetzung dazu - ich war ein eher schwächlicher Junge.
Scott Chipperfield im "Sonntag" auf die Frage, ob er es in seiner Jugend auch einmal mit Australian Football versucht habe, zitiert im 20min vom 7.06.2010, Seite 3.

Sonntag, 24. Januar 2010

Fussball: gähn

  • 13'500 Karten kann der Schweizerische Fussballverband für die drei Vorrundenspiele des Nationalteams an der WM in Südafrika verkaufen.
  • 706 Tickets sind bisher verkauft.

  • Global: 3 Millionen Karten
  • 675'000 Karten sind bereits verkauft.

Mal abgesehen davon, dass Fussball grösstenteils eine langweilige Sportart ist, ist es auch ein Irrtum, mit solchen Events in der Dritten Welt etwas anzukurbeln. Ist zwar gut gemeint, doch das wird ein Desaster: Unfälle im Stadion, Ausschreitungen, Kriminalität, etc.

Mittwoch, 24. Juni 2009

Vive le sport

Von den zehn letzten Siegern der Tour de France starben acht vor ihrem sechzigsten Geburtstag. Meist ist es Krebs, hervorgerufen durch Cortisonbehandlung. Bis 1939 wurden die Sieger noch bis zu 74 Jahre alt, heute sind sie glücklich, werden sie noch 60 Jahre alt.
Stoehlker

Donnerstag, 15. Mai 2008

Extreme Erfahrungen

Ich liebe die wilde und menschenfeindliche Natur, weil sie mir schnelle Lernprozesse aufzwingt. Sie zwingt mich, schnelle, der Situation angepasst, korrekte und ehrliche Entscheide zu fällen, sie lehrt mich, Verantwortung zu tragen. Damit erweitere ich meine Komfortzone ungemein. Das heisst, wenn in schwierigen Situationen im Alltag viele Menschen bereits am Anschlag laufen, wärme ich mich erst auf... ;-)
Evelyne Binsack in SORECOtoday, April 08, Seite 6. Sie war zu Fuss, auf dem Velo oder mit Skiern unterwegs von der Schweiz zum Südpol, 28'000km.

Latino Emanzipation

Die Bedrohung durch das männliche Geschlecht, und das sage ich nur ungern, war in ganz Mexiko, in Zentralamerika, in Ecuador, Peru und Argentinien allgegenwärtig. Diese Bedrohung hat mich zu noch mehr Entschlossenheit und auch zu einer gewissen Kaltblütigkeit gezwungen. Dies war meine sicherste Waffe.
Evelyne Binsack in SORECOtoday, April 08, Seite 6. Sie war zu Fuss, auf dem Velo oder mit Skiern unterwegs von der Schweiz zum Südpol, 28'000km.

Dienstag, 1. April 2008

"wohltätige" Uefa

Einnahmen Uefa an der EM08 (in Mio. CHF):
Medienrechte: 1'250
Sponsoring and Merchandising: 400
Billetverkäufe an Unternehmen: 180
Billetverkäufe an Private: 140
+div.____________________
budgetierte Einnahmen: 2'200 Mio. CHF
Sie brauchen aber bei weitem nicht soviele Mittel um die EM durchführen zu können. Denn letztes Jahr wurde bereits etwa eine Milliarde an flüssigen Mitteln angehäuft. Weiter verfügt die Uefa über 350 Mio. Finanzanlagen und der "Prunkpalast am Genfersee" ist bereits auf 0 abgeschrieben. Es ist also Geld vorhanden bis zum Abwinken.
Der wohltätige Uefa-Verein rechnet mit einem Gewinn von mehr als einer Milliarde.
Und trotzdem soll der Schweizer Staat nochmals 200 Mio. an die Uefa bezahlen?! Als ob 800 Mio. Gewinn nicht genug wären. Die Uefa kann dies fordern, aufgrund der zu starken Verhandlungsmacht. Doch es bringt der Schweiz nicht wirklich etwas:
  1. volkswirtschaftlicher Zusatznutzen: unter dem Strich =0, weil diese Ausgaben andere verdrängen.
  2. Verkehrs- und Stadioninfrastruktur: Stadien werden in Zukunft zu gross sein
  3. Bekanntheitsgrad: In welchen belgischen und holländischen Städten fand im Jahre 2000 die Euro statt? Weiss niemand mehr.
Wir wissen aus zahlreichen Studien, dass einmalige Grossanlässe volkswirtschaftlich keine messbaren Spuren hinterlassen.
Silvio Borner in der WW12.08, Seite 18.
Na super! Ich hasse die Uefa - und die Zickereien um den Markenschutz macht sie gerade doppelt unsympathisch. Meine Schlussfolgerung: Ich bin froh, dass ich in dieser Zeit gerade Prüfungen habe. Ich versuche so wenig Uefa-Bier wie möglich zu trinken und werde mich grösstenteils selbst verpflegen.

Wäre die Uefa wirklich wohltätig, gäbe es an der ganzen EM Freibier. Wahrscheinlich wird aber eh nicht für eine Milliarde gesoffen, also hätten Sie - wohl auch ohne Staatssubventionen - immer noch einen unverschämt hohen Gewinn.

Samstag, 26. Januar 2008

Tod durch Krebs

Er wohne weit weg von einer Grossstadt, atme saubere Luft ein, jogge täglich und esse kein Fleisch. Der Arzt erwiderte: "Du wirst an Krebs sterben." Sein Gegenüber, fassungslos: "Was, wieso?" "Nun", so der Onkologe, "du lebst derart gesund, dass du kaum je Herzprobleme haben wirst. Also bringt dich die zweithäufigste Todesursache um."
Eric Baumann in DAS MAGAZIN 04-2008, Seite 9.

Montag, 12. November 2007

Martinka Hingisova

*30.09.1980 in der ostslovakischen Industriestadt Kosice, ein Opfer ihrer Mutter wobei sie sich durch ihre Mutter nicht ausserordentlich gezwungen fühlte. Ihre Mutter war tschechische Profi-Tennisspielerin und ist immer noch stark fixiert auf das Tennisgeschäft. Weiter ist sie - wie so manche mittellose Ostblock-Menschen - ziemlich geldgläubig.

Hingis fand ich noch nie schön. Erst durch Kournikova wird sie ansehlich.
Mit 14 ging sie von der Schule ab, um Tennisprofi zu werden. "Was hat sie in der Schule verloren?", fragte ihre Mutter. "Wenn man genug Geld hat, kann man alles nachholen."
Wenn ich ihrer Interviews lausche, habe ich den Eindruck - wie bei so einigen Sportlern, dass sie hier etwas nicht mehr Aufzuholendes verpasst hat :-P.

Entsprechend aber machte sie ziemlich Kohle: Bis zu ihrem ersten offiziellen Rücktritt im Oktober 2002 gewann sie 40 Turniere und erspielte 20 Millionen Preisgeld. Das Forbes schätzte ihr Vermögen auf 60 Millionen Franken.
Walter De Gregorio und Beatrice Schlag in der WW45.07, Seite 28ff.

Sonntag, 28. Oktober 2007

Tatort: Satisfaktion

Ich halte nichts von Krimis und "Tatort" habe ich noch nie geschaut. Doch heute habe ich etwas verpasst und habe nur den Schluss mitbekommen: Tatort mit der Folge "Satisfaktion":

Muss unbedingt die Wiederholung sehen! War schön blutig und den Comment hat man auch nicht schlecht mitbekommen. Ich hoffe, dass ich irgendwann noch eine Wiederholung aufzeichnen kann und ein Best of auf Youtube stellen kann. Wer zuviel Zeit hat und sich weiter in dem Thema vertiefen möchte, wendet sich an den Arbeitskreis der Studentenhistoriker.

Dienstag, 2. Oktober 2007

miserabler Frauenfussball

Wenn es noch etwas schlechteres als Fussball gibt, dann wohl Frauenfussball. Sogar auf Weltniveau bringen die es auf keinen grünen Zweig - miserabel.



Wenn schon Frauenfussball, dann bitte so:

Donnerstag, 20. September 2007

Rugby ist besser als Fussball

Ein Rugbyspieler würde nie so tief sinken, dass er sich wie viele gefoulte Fussballstars theatralisch am Boden windet.
Exhibitionismus und Narzissmus, wie sie im Fussball grassieren, sind im Rugby verpönt. Scort ein Spieler, lässt er sich von den Kameraden auf die Schulter klopfen. Keine kollektive Abknutscherei, keine eitlen Tänze, kein Promenieren vor den Fans.
Rugbyspieler sind weise. Sie begreifen, dass ein fast tierisch brutaler Sport durch feste Regeln gezähmt werden muss. Deshalb akzeptieren sie klaglos auch Entscheide des Schiedsrichters, die ihnen falsch scheinen. Im Fussball quittieren Spieler missliebige Pfiffe des Refs mit ungläubigem Augenrollen, verächtlichen Gesten oder abschätzigen Bemerkungen.

Zeitschinden gilt als unwürdig. Dass man sich am Schluss die Hand gibt, ist selbstverständlich. (...) Nachher sitzt man beim Bier zusammen.
Hanspeter Born in der Weltwoche 36.07, Seite 60f.
Da muss man eigentlich nicht mehr viel anfügen: Die englische Trinkkultur ist der südländischen Macho-Kultur bei weitem überlegen :-P!

Dienstag, 18. September 2007

Entsexualisierung der Gesellschaft

Ich habe das Problem ja schon einmal angedeutet. Es lässt sich unter "oversexed but underfucked" zusammenfassen. Nun geht die aktuelle Presse noch einen Schritt weiter und spricht von der damit eingetroffenen Sättigung. Man kann es nicht mehr hören. Der einst mächtigste Trieb, auf den v.a. Marketingexperten lange zählen konnten, hat ausgedient. Er ist tot.
"Sex ist eigentlich nicht so mein Ding. Sex ist eigentlich ziemlich blöde. Menschen beim Sex sehen unwürdig aus und benehmen sich unzivilisiert bis bescheuert." (2)
Gründe für die Sättigung:
- Drastik: Sexuelle Darstellungen, auch drastische, hatten einmal eine ernst zu nehmende Funktion im Kulturkampf gegen überkommende Moralvorstellungen und Prüderie.(1) Dieser Kampf ist abgeschlossen. Die Drastik wurde bedeutungslos.
- Tabubruch: Die Tabus wurden alle aufgebrochen.
- Leistungssport: Der Flirt zwischen Pop und Pornographie hat sich zum lasziven Imperativ ausgewachsen, dem nur die erotisch Fittesten noch folgen können. (...) Was 1969 (...) spielderisch begann, ist heute zum Wettbewerb der simulierten Orgasmen und des künstlichen Gestöhns geworden... Popkultur als sexueller Leistungssport.(1)
- Körpernorm: Die Differenz, die wahre Würze der Sinnlichkeit, ist am Schwinden.(1)

Die Pornographisierung des Alltags, die Kommerzialisierung der Liebe, Sexualneid und Leistungsdruck, die Angst vor dem ersten Mal, die inzwischen an eine ADSL-Verbindung gekoppelte Erektionsfähigkeit des Mannes...(2)
Robert Menasse beschreibt in seinem Buch (3) die kritisch-komische Geschichte eines 68ers, der den gesellschaftlichen Wandel hautnah miterlebt hat:
Von der Utopie der befreiten Sexualität zum zwanghaften Antispiessertum.
"Ich hatte nie ein so exzessives Sexualleben wie jetzt, wo Sex mich langweilt", seufzt Nathan. "Es gibt wahrscheinlich keinen Antrieb, der so gewaltig ist wie der, der in einem Mann zu glühen beginnt, wenn er die Lust verloren hat in einer Gesellschaft, die nicht einmal einen Liter Mineralwasser verkaufen kann, ohne die Ware erotisch zu besetzen."

"Was wir für Befriedigung halten, ist nur körperliche Erschöpfung", schlimmer noch: Leistungssport und Lüge der Konsumgesellschaft.
(1) Sven Boedecker, Eva Hess, Christian Hubschmid und Matthias Lerf in der SonntagsZeitung vom 16. September, Seite 49ff.

(2) Helmut Ziegler in der SonntagsZeitung vom 16. September 2007, Seite 51 über das Buch von F. Moldenhauer & T. Uebel (Hg.): "Sex ist eigentlich nicht so mein Ding". Eichborn, 246 S., 28,90 CHF.

(3) Martin Halter im Tagesanzeiger vom 17. September 2007, Seite 45 über das Buch von Robert Menasse: Don Juan de la Mancha oder Die Erziehung der Lust. Roman. Suhrkamp, Frankfurt 2007, 276 S., 33 CHF.

Montag, 17. September 2007

KPT Einzeltraining

Eine super Sache - und eine neue Dimension von Krankenkassenphilosophie: Die KPT stellt einen Gesundheits- und Fitnessexperten an, der mit möglichst grosser Breitenwirkung die Kondition der potentiell Versicherten fördert. Wenn ich nicht so bequem wäre, würde ich auch mitmachen - und mit Elton laufen gehen.