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Donnerstag, 4. August 2011

Eckdaten Finanzplatz Schweiz

  • Offshore-Banking, grenzüberschreitendes Bankgeschäft: In der Schweiz werden 2'000 Mrd. USD an offshore-Kundengeldern verwaltet. Das entspricht 27% des globalen Volumens. Die Schweiz ist damit weltweiter Leader.
  • Die Vermögensverwalter und Banken bezahlten in den letzten 10 Jahren rund 14.4 Mrd. CHF an Steuergeldern jährlich, was ca. 14% der gesamten jährlichen Steuereinnahmen bedeutet.
  • Die durchschnittliche Wertschöpfung aller Branchen in der Schweiz liegt bei 73 CHF/h. Jene in der Finanzindustrie beträgt 145 CHF/h, also eine äusserst hohe Arbeitsproduktivität.
  • Der Finanzsektor bezahlt den rund 237'000 Erwerbstätigen in der Branche (ca. 5% aller Erwerbstätigen) rund 33 Mrd. Löhne und Gehälter, was 9.4% der gesamtwirtschaftlichen Lohnsumme entspricht.
In Anlehung an Philipp Heumann in der WeWo30/31.11, Seite 79ff.

Sonntag, 27. Februar 2011

Pilotenlöhne

Jetzt wollen die Cockpit-Mannschaften zu weniger anstrengenden Arbeitsplänen und höheren Gehältern zurückkehren. Dabei orientieren sie sich nicht an anderen kleineren Schweizer Fluggesellschaften, die ihre Piloten deutlich schlechter halten, sondern an den Anstellungsbedingungen der Lufthansa-Kollegen. Die sind wohl europaweit die bestbezahlten Damen und Herren in Uniform mit Einstiegsgehältern für einen Co-Piloten ab rund 85 000 Fr. bis zum Höchstgehalt eines altgedienten Captains bei 360 000 Fr.

Elemente des gültigen GAV

Gehälter:
First Officer, 1. Jahr: 67 700 Fr.
Kapitän, 1. Jahr: 101 081 Fr.
Kapitän 10. Jahr: 134 085 Fr.
Senior Captain, ab 27. Jahr: 200 000 Fr.

Ferienansprüche:
38 Tage,
zuzüglich je nach Seniorität
10 bis 12 Tage

Erfolgsbeteiligung:
ja

Gewinnbeteiligung:
ja

Pensionskasse:
wird vom Arbeitgeber getragen
Pensionierungsalter:
freiwillig ab 58

Corps-Bestand:
920 Piloten

Birgit Voigt in der NZZaS vom 23.02.2011, Seite 31.

Montag, 26. Juli 2010

Boni in Abhängigkeit operativer Kennzahlen

Herkömmliche Bonuspläne hingegen zahlten in wirtschaftlichen Aufschwüngen zu viel und in Abschwüngen zu wenig, weil der ökonomische Zyklus mitvergütet wird.
Hermann J. Stern, Chef Odermatt in einem Artikel von Gabriela Weiss in der NZZaS vom 25. Juli 2010, Seite 25.
Sein Vorschlag: Die Bonuszahlungen sollen nicht wie bisher vom Aktienkurs sondern von operativen Kennzahlen abhängig gemacht werden.

Dienstag, 11. November 2008

Wieso hohe Boni bezahlt werden

Auch Vermögends- und Investmentbanken weisen partnerschaftlichen Charakter auf. Durch den PC hat jeder Spezialist dort mit Bösrenzugang, Informationen und Kundendossiers so viel Macht, wie früher nur ganze Banken hatten. Daher werden, trotz allen Regelungen, die Kader der dritten oder vierten Ebenen weiterhin mit hohen Boni gebunden, sonst machen sie eine eigene Firma auf. Und deshalb sind Grossbanken heute eigentlich Partnerschaften der Kader, die zusammen mehr Gewinn abräumen, als sie den Aktionären zugestehen.
Beat Kappeler in der NZZaS vom 9.11.08, Seite 39.
Ich bin trotzdem für eine Stärkung der Aktionärsrechte, u.a. für einen Einfluss der GV auf die Entlöhnung des VR und GL.

Montag, 26. November 2007

Schwächen des Aktienrechts

  • Wie bereits erwähnt, nimmt das schweizerische Aktienrecht zu wenig Rücksicht auf die "Staats- und Versorgungssicherheit eines Landes" und schützt Unternehmen welche "schwer ersetzbare Versorgungsleistungen erbringen" zu wenig. Dies ist wegen den zunehmenden Vermögen relevant, welche in absehbarer Zeit in die Schweiz investiert werden. Hier wäre laut Konrad Hummler eine "Liste dieser Sonderfälle" zu erstellen, bei welchen der Bundesrat gegen entscheidende Veränderungen im Aktionariat intervenieren kann.
  • Dominique Bidermann, Ethos-Direktor, schlägt Lösungen gegen übertriebene Lohnsysteme vor (WW47.07, Seite 10). Mehr Transparenz ist lediglich die halbe Lösung. Die Aktionäre sollen eine Kontrolle über die Cheflöhne haben, z.B. in Form eines Lohnvorschlages, welches von den Aktionären abgesegnet werden muss. Damit müssen hohe Löhne detailliert und einleuchtend begründet werden können.
  • Zu viele Aktionärsrechte können eine Unternehmung aber auch lähmen. So geschehen bei Spiegel-Chef Stefan Aust. Seine Unterstellten, die Mitarbeiter, besitzen 50.5 Prozent. Entsprechend äusserten seine Mitarbeiter ihren Unmut über ihren Chef an der GV und wählten ihn ab. Ausgerechnet in einem Jahr mit einer zweistelligen Umsatzrendite (Erich Wiedemann in der WW47.07, Seite 9). Hier treffen unterschiedliche Absichten/Motivationen problematisch aufeinander.