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Montag, 26. Juli 2010

3-Klassen-Gesellschaft

Platons Vision vom "Idealen Staat":
1. Philosophen: Aufgabe: denken.
2. Wächter: Aufgabe: Durchsetzung und Überwachung der von der oberen Kaste vorgegebenen Richtlinien.
3. arbeitendes Volk, der Pöbel.

George Orwells 1984: Gesellschaft von Ozeanien
1. Innere Partei: 2% der Bevölkerung: Oberschicht, führende Positionen
2. Äussere Partei: 13% der Bevölkerung: Mittelschicht, ausführend, stark überwacht
3. Proles (Proletarier): 85% der Bevölkerung: arm, dumm, passiv. Die Proles werden nur vereinzelt überwacht, da sie nicht als Menschen und ihre Ansichten als bedeutungslos angesehen werden.
Dazu produziert der Staat ständig billige Schnulzenlieder, Groschenromane, Pornofilme und anderes, die ausschließlich von den Proles konsumiert werden dürfen. Ebenfalls organisiert der Staat eine Lotterie, bei der die Großgewinner fiktiv sind – aber doch sind die Proles, mangels anderer Beschäftigung, von diesen einfältigen Tätigkeiten hingerissen. Sie haben keine Zeit oder keine Ambition, den Staat zu kritisieren, aber dennoch ist diese Kaste die einzige, die in der Lage wäre, einen Umsturz herbeizuführen.
http://de.wikipedia.org/wiki/1984_(Roman)

Sonntag, 31. Januar 2010

Leuenbergers Zeit ist schon lange abgelaufen

Mir ist aufgefallen, dass er immer dünner wird. Vielleicht tritt Leuenberger gar nicht zurück, sondern verschwindet einfach.
Christian Levrat, Präsident SP

Das war 2008. Heute ist der Verkehrsminister, mit 15 Jahren Amtszeit das dienstälteste Regierungsmitglied Westeuropas, noch immer da.
Peter Keller in der WeWo3.10, Seite 16.

Bundesräte sollten selber merken, wenn sie amtsmüde werden, und bloggen statt regieren.
Stefan Brupbacher, Generalsekretär FDP
Auch wegen diesem "Leuenberger-Phänomen" braucht es eine Amtszeitbeschränkung für Bundesräte und deren Volkswahl.

Samstag, 4. Oktober 2008

Der "freie Bürger" in der Demokratie

John Adams wünschte, dass das Land von einer anerkannten aristokratischen Klasse regiert werde.

Sein Kontrahent Thomas Jefferson glaubte, dass man nicht einer besonderen, auserwählten Klasse angehören müsse, um "politische Tugend und Fähigkeit zum Regieren" zu haben. Jefferson traute dem "gewöhnlichen Bürger" zu, in seinen Mitbürgern diese politische Tugend und Fähigkeit zum Regieren zu erkennen: "Überlasst dem freien Bürger die Wahl und die Trennung der Aristoi [natürlich Aristokraten] von den Pseudo-Aristoi, die Trennung des Spreu vom Weizne. Im Allgemeinen wird er die wirklich Guten und Weisen wählen."
Hanspeter Born in der WW38.08, Seite 36
Richtig, "im Allgemeinen", im Idealfall, doch nicht in der gegenwärtigen Realität. Das Volk ist dumm und lässt sich manipulieren. Nicht jeder mit Stimmrecht ist in Jeffersons Sinne "ein freier Bürger". Viele sind verschuldet, unselbsständig oder Sozialhilfeempfänger. Deren Stimme dürfte nicht zählen. Es lebe das Zensuswahlrecht - auch in einer Demokratie.

PS: War der Wahlerfolg von Jefferson der Anfang der Demokratie? Wäre es da anders gelaufen...
Der Sozialstaat in Dimensionen der Entmündung geführt, gegen die sich meine liberalen Grundeinstellungen sträuben. Die Gefahr, dass wir den sozialen Untertanen erzeugen, sehe ich im Rückblick auf die letzten Jahrzehnte ganz deutlich. Bei Umfragen kommt raus, dass Kinder auf die Frage "Was willst du mal werden?" antworten: "Hartz IV."
Hans-Ulrich Wehler im Interview Philipp Gut und Peer Teuwsen in der WW38.08, Seite 54ff.