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Sonntag, 8. Januar 2012

Ärztepraxen gruppieren


Ärzte sind für die Hälfte dessen, was sie tun, zu gut ausgebildet.
Urs Lütolf, ärztlicher Direktor des Universitätsspitals Zürich
Wenn die Ärzte das täten, wofür sie ausgebildet sind, nämlich Patienten beurteilen und anspruchsvolle Behandlungen durchführen, dann gäbe es keinen Ärztemangel. 
Dass die Nachfrage nach Ärzten steigt, liegt zum einen daran, dass die Schweizer Bevölkerung älter und kränker wird. Dadurch steigt der Pflegebedarf. Zudem sinkt die Arbeitszeit der Ärzte. Dahinter steht einerseits die Feminisierung des Berufs: Schon heute sind über 60 Prozent der Studierenden Frauen. Diese arbeiten mehr Teilzeit, weil sie sich um ihre Kinder kümmern. Aber auch männliche Kollegen wollen nicht mehr fast rund um die Uhr arbeiten.
 Gruppenpraxen könnten dieses Dilemma lösen:
Zentren könnten viel breitere medizinische Dienstleistungen vom Arzt bis zur Fusspflege anbieten. Die Öffnungszeiten werden kundenfreundlicher. Für das Medizinpersonal bietet sich die Möglichkeit von Teilzeitarbeit und die Konzentration auf sein eigentliches Können. Nachteil: Vielleicht gibt es nicht mehr in jedem Dorf eine Arztpraxis, aber in jedem zweiten.
 Benjamin Tommer in der NZZaS vom 27.11.11, Seite 29.


Mittwoch, 24. Oktober 2007

Wahlstrategie um zentristische Wechselwähler

Die klassische Lehre besagt, dass Wahlen jeweils durch eine kleine Gruppe von Wechselwählern in der politischen Mitte entschieden werden, weshalb es gilt, diese mit spezifischen Botschaften "abzuholen".

[Karl Rove, der Wahlberater von George W. Bush] umwarb das Zentrum nicht, sondern war bestrebt, die Stammwählerschaft des eigenen Lagers möglichst vollständig zu mobilisieren und gleichzeitig das Reservoir von Wechselwählern im Zentrum zu verkleinern. Dieses Ziel erreichte er, indem er jeweils einen scharf polarisierenden Wahlkampf führte, der die Welt in Schwarz und Weiss teilte...
Felix E. Müller in der NZZaS vom14. Oktober 2007, Seite 21.
Die SVP schlug dieselbe Strategie ein - Emotionalisierung und Polarisierung - und gewann. Doch Müller denkt, dass das Volk nun genug davon hat. Die Wahlen in den USA würden 2008 im Zentrum entschieden, gleiches beweisen grosse Koalitionen im Ausland, wie z.B. Deutschland.

Wer weiss? Zugunsten einer hoffentlich wieder erblühenden, konstruktiven Mitte, würde ich diese Prognose sehr schätzen.