Psychologen ohne Medizinstudium sollen ab nächstem Jahr Psychotherapien selbst bei der obligatorischen Grundversicherung abrechnen dürfen. Bis heute geht das nur, wenn sie als Angestellte und unter Aufsicht eines Arztes arbeiten. Sonst müssen die Patienten die Therapie selbst bezahlen oder eine Zusatzversicherung abschliessen.Ich wäre dafür, dass jeder selbst und unabhängig von Ärzten oder wem auch immer gesundheitliche Dienstleitungen anbieten darf. Ebenso dürfen diese beliebig versichert werden. Was nicht geht ist, dass jemand, der diese Dienstleistungen nicht konsumieren will, dafür zahlen muss. Sprich, dass solche Dienstleistungen in eine obligatorische Grundversicherung reingepackt werden.
Diese Fesseln will der Bundesrat nun lockern. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) bereitet die Grundlagen dafür vor.
Fabian Fellmann in der NZZaS vom 19.02.2012, Seite 10f.
Mehr Psychotherapeuten erhöhen die Kosten im Gesundheitswesen. Das gilt für jeden neuen Leistungserbringer, der mit staatlich garantierten Preisen ohne Mengenbeschränkungen zulasten der Grundversicherung abrechnen darf.
Felix Schneuwly, Comparis
Es liegt auf der Hand, dass ein erheblicher Kostenanstieg die Folge wäre.
Silvia Schütz, Santésuisse
Frühere Studien schätzen die Mehrkosten je nach Modell auf 100 bis 500 Millionen Franken jährlich.
Jährlich fliessen ausserhalb der Grundversicherung über 200 Millionen Franken für Psychotherapie.
Hochrechnung des Bundesamtes für Statistik
Wir gehen davon aus, dass die Neuregelung nicht zu höheren Kosten führt.
Verena Schwander, Föderation der Psychologinnen und Psychologen
Wir haben Angst, dass die Kosten für Psychotherapie explodieren.
Christian Bernath, Schweizerische Ärztegesellschaft für delegierte Psychotherapie
Eine mögliche Folge wäre, dass die Psychotherapie unter politischem Druck ganz aus der Grundversicherung gekippt würde – und hinter den heutigen Standard zurückfiele.
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Dienstag, 21. Februar 2012
Psychos aus der Grundversicherung
Samstag, 19. Februar 2011
Kinder führen zum Verlust der individuellen Freiheit
Heutzutage wollten alle möglichst viele Freiheiten, wobei die Kinder als Vervollständigung des persönlichen Lebensglücks verstanden würden. Sind sie dann mal da, müssen wir erschreckt erkennen, dass diese Kinder uns in unserer Freiheit einschränken.
…vor dem Hintergrund des westlichen Anspruchs, alles planen und kontrollieren und sich selbst optimal verwirklichen und Spass haben zu können, gibt es keine vernünftigen Argumente dafür, Kinder in die Welt zu stellen.
Warum kriegen wir sie dann trotzdem? Weil wir den diffusen Wunsch haben, zu lieben und gebraucht zu werden.
Die Frage ist, wie wir reagieren, wenn die Kinder einmal da sind. Denn persönliche Freiheit ist schön und gut, aber erst mal weg, wenn man Kinder hat. Und dabei geht es nicht in erster Linie um die Zeit, die man für Kinder aufbringen muss, es geht um etwas Tieferes. Um Verantwortungsgefühl, Bindung, Vepflichtung. Man kann versuchen, sich davon zu emanzipieren, um wieder zu seinem alten leben zurückzukehren.
Der Westen regelt gesellschaftliche Dinge immer über Rechte anstatt über Pflichten. Genau darum ist wahrscheinlich auch die Familie im Westen ein Auslaufmodell: Weil jeder nur zu seinem eigenen Recht kommen will und ganz vergisst, dass es vielleicht auch Pflichten gibt.
Kurt Haerri im «Club»
Ist es denn unser aller Pflicht, Kinder in die Welt zu setzen?
Die Persönliche Freiheit kann warten.Muss sie sogar?
Michèle Binswanger im Mamablog
Samstag, 6. November 2010
systematische Diskriminierung der Männer
[Der heutige Feminismus] will nicht nur die Gleichberechtigung, sondern alle Vorteile von damals behalten. Sei es das AHV-Rentenalter, die Militärdienstverweigerung oder gerade die Vorrechte auf Kinder.
Gerichte und Behörden drängen Vater häufig aus der Erziehungsverantwortung. In der Schweiz werden Kinder als das Eigentum ihrer Mütter betrachtet. Väter sind nur zum Zahlen da. Fast alle Länder Europas kennen gemeinsame Elternverantwortung nach einer Trennung, auser die Schweiz.
Michael de Luigi von der Organisation Mannschaft im Interview mit Désirée Pomper in 20min vom 1.11.2010, Seite 6.
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Samstag, 16. Januar 2010
Tauglichkeitsquoten
Es stellt sich eine Stabilisierung bei den Tauglichkeitsquoten für die Schweizer Armee ein:
35 bis 40 % sind untauglich. Einige können immer noch in den Zivilschutz, somit sind 15 bis 20% komplett untauglich.
Mittelfristig rechne ich hier mit einem leichten Anstieg. Das hängt mit den Entwicklungen der Gesellschaft zusammen. Die Jugend bewegt sich viel weniger als früher – die Sprungkraft in der virtuellen Realität überträgt sich lediglich auf die Fingerfertigkeit beim Bedienen der Spielkonsole. Es gibt eine erschreckende Zunahme der übergewichtigen Jugendlichen. Auch Allergien nehmen stark zu und haben immer häufiger UT-Entscheide zur Folge. Die zunehmende „Broken home“-Situationen führen zudem für viele Jugendliche zu einer verminderten psychischen und sozialen Belastbarkeit. Hinzu kommt, dass Individualismus und Hedonismus sich negativ auswirken auf die Bereitschaft, Militärdienst zu leisten.
Die Demonstration des Wehrwillens ist ein wichtiger Faktor für die Sicherheit unseres Landes. Wenn aber der Entsolidarisierung in der Gesellschaft entgegengewirkt werden soll, müssen Wege gesucht werden, die die Schweizer gegenüber den Ausländern beruflich nicht benachteiligen, wenn sie Dienst leisten – Wege, die auch die über 50 Prozent Schweizer Frauen mit einbinden.
Andreas Stettbacher, Oberfeldarzt der Schweizer Armee im Interview von Heidi Gmür in der NZZaS vom 10.01.10, Seite 11.
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Samstag, 4. Oktober 2008
Kaufmann- vs. Handwerkerkultur
Die amerikanische Finanzkultur ist anders gepolt als die europäische. Die Geschäftsphilosophie in den USA beruht auf einer "Kaufmannskultur", die sich stark auf den Einzelfall, den "Deal" richtet im Gegensatz zur europäischen "Handwerkerkultur", wo der Handwerker nach fachlicher Perfektion strebt und sich als Mitgestalter versteht. Er übt nicht einen Job aus, sondern einen Beruf - öfters gar eine Berufung -, den er mit entsprechendem Pflichtgefühl erfüllt. Unterschiedlich ist dadurch die Wahrnehmung der volkswirtschaftlichen Rolle eines Unternehmens. In Europa gelten Firmen weniger als Anlageziele und Gewinnproduzenten, sondern als Hersteller von Gütern und Dienstleistungen sowie als Arbeitgeber.
Peter Hossli und Claude Baumann in der WW38.08, Seite 14f.
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