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Samstag, 6. November 2010

reich - aber nicht durch Leistung


Der einfache Millionär zählt in der Schweiz längst nicht mehr zu den Reichen, sondern zur obern Mittelschicht. Zu den «echten» Reichen gehört man erst ab 30 Millionen Franken. Als «superreich» gelten Wohlhabende mit 100 Millionen Franken und mehr.
Die Hälfte der 300 reichsten Schweizer sind durch Erbschaften reich geworden. (...) Es ist für untere Schichten entmutigend, wenn sie sehen, dass Leistung in den obersten Schichten nicht zählt, sondern Manager abzocken und Reiche erben.

Gordana Mijuk und Christine Brand in der NZZaS vom 31.10.2010, Seite 24f über das Buch von Ueli Mäder, Ganga Jey Aratnam, Sarah Schillinger: Wie Reiche denken und lenken. Reichtum in der Schweiz: Geschichte, Fakten, Gespräche. Rotpunktverlag.

Donnerstag, 13. August 2009

Reichsfluchtsteuer

1931, zu Zeiten der demokratischen Weimarer Republik, beschloss der Reichstag die Reichsfluchtsteuer: «Eine Reihe von wohlhabenden Deutschen», hiess es in der amtlichen Verlautbarung zur Notverordnung, «hat im Jahr 1931 die deutsche Heimat verlassen, um sich im benachbarten Ausland anzusiedeln. Meist war für diesen Entschluss die hohe steuerliche Belastung in Deutschland massgebend. Es ist beobachtet worden, dass diese Personen nach ihrer Wohnsitzverlegung keineswegs die Beziehung zu Deutschland aufgegeben haben oder aufgeben wollen; sie halten sich auch nach Aufgabe ihres Wohnsitzes vielfach im Inland auf. Ein derartiges Verhalten bedeutet Verrat an der deutschen Volksgemeinschaft.» Nach der Machtergreifung Hitlers diente das Gesetz den Nazis zur Ausplünderung der jüdischen Auswanderer. Es wurde 1953 aufgehoben.
Markus Somm in der WW26.09, Seite 10f.

Mittwoch, 4. März 2009

Hochsteuerpolitik

Das deutsche Finanzamt rechnet aufgrund von Steuerflucht mit einem Schaden von über 15 Milliarden Euro pro Jahr.

Etwa 400 bis 500 Milliarden Euro (ca. 600 bis 800 Milliarden Franken) haben Deutsche im Ausland parkiert, schätzen deutsche Finanzspezialisten - vier Fünftel davon sollen auf Schweizer Bankkonten liegen.

Deshalb hat die Europäische Gemeinschaft am 26. Oktober 2004 ein Zinsbesteuerungsabkommen mit der Schweiz unterzeichnet. Diese Quellsteuer wird auf Zinserträgen erhoben und beträgt:

  • vom 1.7.05 bis 30.6.08: 15%
  • vom 1.6.08 bis 30.6.11: 20%
  • ab 1.5.11: 35%

Im Jahre 2007 gingen insgesamt 489 Millionen Franken an die EU-Länder. Deutschland erhielt davon zum Beispiel 130 Millionen, Frankreich 61 Millionen, Italien 125 Millionen. (…) Gemessen an den Milliarden, welche an den Steuerbehörden der EU-Länder vorbei ausser Landes geschafft werden, sind die Quellensteuern, die in diese Länder zurückfliessen Peanuts.
Hubert Mooser im Tagi

Die Folgen der deutschen Hochsteuerpolitik machen sich im zunehmenden Abfluss der Vermögen der Reichen und schlussendlich im abnehmenden Total der Steuereinnahmen bemerkbar. --> Laffer!

Montag, 26. Januar 2009

Pauschalbesteuerung

gut daran ist:
- einfach zu erheben (Lebenskosten (5xJahresmiete) werden besteuert)
- "tief" für ein Einzelnen (nicht tiefe, sondern hohe Steuern müssen gerechtfertigt und sonst abgeschafft werden)
- viel für die Kantone (teilweise 2% der kantonalen Steuereinnahmen bei total gut 4000 Zahlenden; 2006: 4146 Pauschalbesteuerte bezahlen 392 Mio. CHF Steuern (95'000 pro Kopf)
- zieht Reiche in die Schweiz, welche hier mit ihren Steuern den Staatshaushalt finanzieren

schlecht:
- Ungleichbehandlung von Ausländern und Inländern, von Reichen und Armen - so wie auch die kalte Progression bei der Besteuerung der Reichen dieselbe Ungleichheit darstellt.



Wieso besteuert man eigentlich das Einkommen? Damit wird Arbeiten doch bestraft - was im Gegenteil - eigentlich belohnt werden müsste.

Die Antwort: Man holt es sich von denen die es haben. Doch dies dürfte höchstens die zweite Stossrichtung zur Steuereintreibung darstellen. In erster Linie müsste man das Geld von jenen holen, die auch viel Steuern bezahlen wollen, d.b. jene für mehr Staatsausgaben votieren und ihn unverantwortlich damit in Schulden stürzen. Und jene, die jeweils für Steuererhöhungen stimmen. Diese WOLLEN ja mehr bezahlen - das sollen sie auch tun dürfen.

Mittwoch, 5. September 2007

Reiche und Unternehmen finanzieren die Schweiz

Insgesamt finanzieren die Unternehmen und das obere Fünftel der Bevölkerung 60 Prozent der Staatsausgaben, die übrigen 80 Prozent der Privatpersonen tragen 40 Prozent bei.

Bei der direkten Bundessteuer kommen 9 Prozent der Steuerpflichtigen mit einem Reineinkommen von über 115 000 Franken für 70 Prozent der Einnahmen auf. Bei den juristischen Personen, also den Unternehmen, sind die Verhältnisse noch drastischer: Lediglich 2 Prozent von ihnen sorgen für 90 Prozent der Steuereinnahmen.

Besonders hoch ist die ungleiche Belastung bei der Vermögenssteuer: Beinahe 90 Prozent werden von weniger als einem Zehntel der Steuerpflichtigen bezahlt. Die rund 70 Prozent der Normalbürger mit einem Reinvermögen unter 100 000 Franken tragen pratkisch nichts zum Ertrag der Vermögenssteuer bei.
Philipp Gut in der Weltwoche 34.07, Seite 12.

Es findet in diesem Land keine Umverteilung von Wohlstand von unten nach oben statt. Im Gegenteil.
Roger Köppel in der Weltwoche 34.07, Seite 66.