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Sonntag, 8. April 2012

Deutschlands Beamte verleiten zu Steuerhinterziehung und verhindern deren Behebung

Ausgangslage
Deutschland kämpft wie die meisten Staaten der EU mit einem riesigen Schuldenproblem. 2000 Milliarden Euro türmen sich, spätere Rentenverpflichtungen noch nicht eingerechnet. ­Anstatt den Haushalt zu sanieren, bewirtschaftet die Politik die Einnahmeseite durch Enteignung. Man erfindet neue Steuern, erhöht die alten.
Deutschlands Qualifikation für eine vorbildliche Fiskal- und Steuerpolitik 
Deutsche Entrüstungspolitiker übersehen und verdrängen: Ihr Staat hat in den letzten hundert Jahren dreimal Konkurs gemacht. Grös­senwahnsinnige Regierungen, die sich im Verbund mit höchsten moralischen Idealen wähnten, trieben das Land auf Kosten der Bürger mehrfach in den Ruin. Zwei Weltkriege und ­eine Hyperinflation löschten wiederholt das hart erarbeitete Volksvermögen aus.
Ursache ist schwindendes Vertrauen in den Beamtenapparat
Steuerflucht ist immer ein Beweis für Missstände und schwindendes politisches Vertrauen in den Staat. Es ist wie in allen verkrachten Beziehungen: Wenn sich der Mann schlecht benimmt, dann geht die Frau und umgekehrt. Es spielt eine Rolle, wie sich die Politik anfühlt. Die Schweiz hat eine hohe Steuermoral, weil die Leute selber darüber entscheiden, wie viel Geld sie dem Staat überlassen wollen. In Deutschland entscheidet der Staat, wie viel Geld er den Bürgern wegnimmt. Das ist der wesentliche Unterschied. 
Erfahrungswerte 
Die Deutschen sind nicht dumm, im Gegenteil. Sie haben längst gemerkt, dass auch das jüngste Prestigeprojekt ihrer Elite an die Wand zu fahren droht: Sie sehen ihre Ersparnisse verschwinden in den schwarzen Löchern wirkungsloser Euro-Schirme. Sie wurden nie gefragt, ob sie die Einheitswährung wollen, deren Erhaltung sie heute mit Milliarden bezahlen müssen.
Lösung und Verhinderer (Beamte)
Wenn die Deutschen es nicht ­fertigbringen, dass sich ihre Bürger an die Steuergesetze halten, können sie das Problem nicht lösen, indem sie anderen ihre Gesetze aufnötigen.

Die deutschen Politiker können die Kapitalflucht selber stoppen, ohne Übergriffe. Sie müssen nur zu Hause die Anreize der Steuervermeidung beseitigen. Repräsentative Demokratien neigen zur Verschwendung. Vielleicht ist das Beispiel direktdemokratischer Kostenkontrolle hilfreich. Allerdings: Die deutschen Parlamentarier leben vom Staat. Ihr Kreuzzug gegen die Steuerflucht ist immer auch ein Kampf fürs eigene Portemonnaie. Ihr Interesse, die Lasten zu verringern, hält sich naturgemäss in Grenzen.

Roger Köppel in der WeWo14.12, Seite 5.

Samstag, 16. Juli 2011

Enormes Riechvermögen eines Hundes

Schäferhund hat 250 Millionen Sinneszellen auf der Riechschleimhaut (vgl. Mensch: 20 Mio.)
So besitzt der Geruchssinn des Hundes ein ausgezeichnetes Auflösungsvermögen, welches das menschliche um das Hundert- bis Tausendfache, möglicherweise um das Millionenfache übersteigt. Die Spur des Menschen beispielsweise kann ein Hund noch nach Tagen aufnehmen. Trifft er senkrecht auf die Fährte, riecht er an der sich zeitlich verändernden Geruchsintensität, ob die Person von rechts nach links oder umgekehrt lief. Einem Betäubungsmittelsuchhund genügen Drogenrückstände auf einem Fingerabdruck, um Alarm zu schlagen. Und ein Leichensuchhund vermag von einem fahrenden Boot aus einen Toten in zehn Metern Wassertiefe zu erschnüffeln.

Andrea Six in der NZZaS vom 10.7.11, Seite 52f.

Samstag, 14. Mai 2011

Erkennbarkeit von Wirtschaftsflüchtlingen

Mohammed Ali streckt das rechte Bein durch, winkelt das linke an und sucht mit dem Fuss Halt an der Hausmauer. In Tunesien stand der Mann auch schon so da. Die typische Pose junger Arbeitsloser war das auf Djerba gewesen. Langeweile und Lässigkeit signalisierte sie. Hier in Paris wollte der 24-Jährige die Pose eigentlich aufgeben.

Jacken, in denen der Staub einer dreimonatigen Odyssee hängt, und an Kartons, die als Matratze herhalten müssen und des Nachts unter Brücken oder Bäumen ausgebreitet werden.

Axel Veiel in der NZZaS vom 08.05.2011, Seite 9.

Sonntag, 10. Januar 2010

Deutscher Neokommunismus

Seit dem Mauerfall hat sich die BRD mindestens genauso stark der DDR angenähert wie umgekehrt. Es entsteht ein Neokommunismus, getragen v.a. von der Linken und der SPD mit ihren Vorstellungen eines Umverteilungsstaates. Davor flüchtet nicht nur das Kapital, sondern auch Menschen in Scharen. Die Leistungswilligen und Fähigen verlassen das Land, die trägen, leistungsschwachen Profiteure der Umverteilung bleiben Deutschland erhalten. Dieses Modell hat keine Zukunft. Gute Nacht!

Donnerstag, 20. August 2009

weltfremde Versprechen deutscher Politiker

Im deutschen Wahlkampf überbieten sich die Parteien mit leeren Versprechungen und weltfremden Szenarien. Noch vor vier Jahren, mitten in der Hochkonjunktur, wurden die Bürger ehrlich auf Verzicht und geringere Erwartungen eingeschworen. Heute, im Jammertal der Wirtschaftskrise, versprechen die Politiker Geld, das sie nicht haben. Die SPD will in den nächsten zehn Jahren mit Subventionen die Arbeitslosigkeit zudecken. FDP und Union versprechen Steuersenkungen, die nicht durch Ausgabenkürzungen gedeckt sind. Die gute Nachricht für die Eidgenossen lautet: Wenn die BRD so weitermacht, drängen noch mehr hochqualifizierte Deutsche in die Schweiz. Es herrscht keine Politikverdrossenheit in Deutschland. Die Leute stimmen ab – mit ihren Füssen.
Roger Köppel in der 34/09.

Sollte die Linke im Herbst in einer Bundesregierung vertreten sein, käme es zu einer Massenauswanderung aus Deutschland.
Hans-Werner Sinn im Interview von Markus Somm in der WW26.09, SEite 34f.

Donnerstag, 13. August 2009

Reichsfluchtsteuer

1931, zu Zeiten der demokratischen Weimarer Republik, beschloss der Reichstag die Reichsfluchtsteuer: «Eine Reihe von wohlhabenden Deutschen», hiess es in der amtlichen Verlautbarung zur Notverordnung, «hat im Jahr 1931 die deutsche Heimat verlassen, um sich im benachbarten Ausland anzusiedeln. Meist war für diesen Entschluss die hohe steuerliche Belastung in Deutschland massgebend. Es ist beobachtet worden, dass diese Personen nach ihrer Wohnsitzverlegung keineswegs die Beziehung zu Deutschland aufgegeben haben oder aufgeben wollen; sie halten sich auch nach Aufgabe ihres Wohnsitzes vielfach im Inland auf. Ein derartiges Verhalten bedeutet Verrat an der deutschen Volksgemeinschaft.» Nach der Machtergreifung Hitlers diente das Gesetz den Nazis zur Ausplünderung der jüdischen Auswanderer. Es wurde 1953 aufgehoben.
Markus Somm in der WW26.09, Seite 10f.

Sonntag, 24. Mai 2009

Abnehmendes Vertrauen in den deutschen Wohlfahrtsstaat

[In Deutschland] haben sogar die Sozialdemokraten erkannt, dass ihr Wohlfahrtsstaat nicht mehr finanzierbar ist. [Der Glaube daran schwindet, das Vertrauen in die Regierung sinkt. Es sollte als Alarmzeichen erkannt werden], wenn jährlich noch immer bis zu 30'000 gut bis hervorragend qualifizierte Deutsche in die liberaler organisierte Schweiz abwandern.
Roger Köppel in der WW19.09, Seite 5.