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Samstag, 19. Mai 2012

Merkmale einer Weltstadt

War in Madrid, die 3. grösste Stadt Europas mit gut 3 Mio. Einwohnern. Fazit: Madrid ist eine Weltstadt, Zürich ist keine. Was macht den Unterschied?

  • riesige Parkanlagen
  • Trinkwasser nur in Flaschen
  • rücksichtslos schliessende Metrotüren
  • geringere Lebenserwartung für Radfahrer
  • Sportstadion für mehr als 50'000 Zuschauer
  • mehr als 1 Mio. Einwohner
  • tägliche Müllabfuhr

Was sonst noch?

Sonntag, 25. September 2011

Ursprüngliches Investmentbanking

Die traditionellen Investmentbankenb waren Partnerschaften eigenwilliger Patrons, die gewaltige Finanzierungen für Firmen, Börsengänge oder Staaten abwickelten und sich oft nach 30 Jahren auf ihre Landgüter zurückgezogen und Kunst sammelten.
Beat Kappeler in der NZZaS vom 25. September 2011, Seite 37.

Samstag, 11. September 2010

to big to fail-problem

1990 entsprach die Bilanzsumme der Schweizerischen Bankgesellschaft, der damals grössten Bank des Landes, 71 Prozent des schweizerischen Bruttoinlandsproduktes. Ende 2008 waren es im Fall der UBS 376 Prozent, Credit Suisse kam auf 218. In Grossbritannien entsprach die Bilanzsumme des gesamten inländischen Bankensektors bis Ende der Siebzigerjahre weniger als 100 Prozent des BIP. Heute bringen die Bilanzen der britischen Banken mehr als das Fünffache des heimischen BIP auf die Waage.

Goldman Sachs, eine der qualitativ besten Investmentbanken, wies 1998 eine Bilanzsumme von 280 Milliarden Dollar aus. Zehn Jahre später waren es 1100 Milliarden. Es gibt keinen Beweis, der darauf hindeutet, dass Goldman 2008 effizienter funktionierte und der Wirtschaft einen grösseren Dienst erwies als 1998. Der volkswirtschaftliche Nutzen der Bilanzausdehnung der Grossbanken ist gleich null, die potenziellen Kosten dagegen sind horrend.»
Im Finanzsystem sind die Risiken endogen, sie werden von den Akteuren selbst erschaffen. Das Finanzsystem strebt nicht in ein natürliches Gleichgewicht, sondern es sei inhärent instabil und teste dauernd seine Grenzen.
Ein britischer Notenbanker knüpft mit dieser These an die Arbeit von Ökonomen wie John Maynard Keynes und Hyman Minsky an.
Das ist auch eine Erklärung, weshalb grosse Verwerfungen an den Finanzmärkten viel öfter auftreten, als erwartet. Allein in der Zeit zwischen 1980 und 2010 ereigneten sich gemäss einer Untersuchung des US-Vermögensverwalters Pimco mindestens elf global spürbare Finanzkrisen mit Preisverwerfungen, die, vom Standpunkt der statistischen Normalverteilung betrachtet, nicht einmal alle hundert Jahre hätten eintreten dürfen.

Notenbanker Haldane kommt deshalb zum Schluss, dass Grossbanken externe Kosten verursachen, in Form versteckter Subventionen und in Form der Belastung, die sich der Staat aufbürdet, wenn er tatsächlich eine TBTF-Bank retten muss.

Vorschläge zur Behebung der TBTF-Problematik:

1.eine dickere Eigenkapitaldecke. Dies wird von Notenbankern wie Hildebrand und Haldane vehement gefordert.

2. Fremdkapital, das im Notfall automatisch, ohne kompliziertes Insolvenzverfahren, in Eigenkapital umgewandelt werden kann - die sogenannten CoCo-Bonds. Diese Kapitalschicht müsste genügend dick sein, denn sie dient dazu, aufgezehrtes Eigenkapital zu ersetzen. Es liegt auf der Hand, dass Investoren für CoCo-Bonds einen deutlich höheren Zins verlangen als für normale Obligationen, denn sie würden im Sanierungsfall als Erste einen Verlust erleiden.

3. Es existiert, zusätzlich zu schärferen Kapitalvorschriften, noch ein dritter Weg, um das «Too big to fail»-Problem zu lösen: Die Banken müssen kleiner werden. Ökonomen wie Johnson, der an der New York University lehrende Nouriel Roubini oder Notenbanker wie Richard Fisher fordern staatlich verordnete Grössenbeschränkungen für systemrelevante Megabanken, inklusive die Trennung von Investment- und Geschäftsbanken.



Banken, die «too big to fail» sind, geniessen dank ihrer Staatsgarantie einen unfairen Wettbewerbsvorteil. Das schafft falsche Anreize und pervertiert das System. Mit Kapitalismus hat das nichts mehr zu tun. Das Thema «too big to fail» muss verschwinden. Grossbanken sollten 40 bis 50 Prozent ihrer Bilanzsumme als Eigenkapital halten. Die Aktionäre sollen die Gewinne haben, aber sie sollen auch die vollen Verluste tragen.
Eugene Fama, 71-jähriger Finanzprofessor an der erzliberalen University of Chicago, Apostel des Laisser-faire und einer der Väter der Hypothese der effizienten Finanzmärkte, im Juni im TV-Sender CNBC

Am Tag vor dem Bankrott besass Lehman eine Tier-1-Eigenkapitalquote von 11,6 Prozent und hätte die gegenwärtig im Basler Komitee diskutierten Eckwerte spielend erfüllt. Um von einem sichereren Finanzsystem zu sprechen, müssten Banken eine Eigenkapitaldecke von 20 bis 25 Prozent der gesamten Bilanzsumme halten.
Simon Johnson, MIT-Professor

Der freie Markt in der Bankenbranche spielt nicht mehr. Es ist jungen Banken nahezu unmöglich, gegen die TBTF-Kolosse zu konkurrieren. Doch genau das wäre nötig. Die Welt braucht neue, innovative, agile Banken.
Eine Trennung von Investment- und Geschäftsbanking ist zu begrüssen. Die Verkleinerung soll über marktwirtschaftliche Anreize erreicht werden soll. Genügend scharfe Kapitalvorschriften werden die Finanzierungskosten der Banken auf ein den Risiken entsprechendes Niveau anheben, die externen Kosten der Staatssubvention werden dadurch internalisiert. Das wiederum könnte die Grossbanken von selbst zum Entscheid bringen, sich in kleinere, schlagkräftige Einheiten mit unterschiedlichem Risikoprofil aufzuteilen. Es muss teuer werden, gross zu sein. Dann lösen sich diese Monster von selbst auf.
Niall Ferguson, Historiker

Das ist Humbug. Es ist keine Frage zwischen rechter und linker Ideologie, wie das -Dilemma gelöst werden soll. Die Megabanken sind nicht nur zu gross, politisch zu einflussreich und für die Volkswirtschaft zu gefährlich. Sie verzerren dank ihrer Subvention den Markt und schreiben abnormal hohe Gewinne auf Kosten der restlichen Wirtschaft. Der Wettbewerb spielt nicht mehr.
MIT-Professor Johnson



UBS und Credit Suisse. Beide haben seit 2008 ihre Bilanzen zwar um rund 30 Prozent geschrumpft, aber ihre kombinierte Bilanzsumme übersteigt immer noch das Vierfache des schweizerischen BIP. Zum Vergleich: Die Bilanzsumme der Deutschen Bank entspricht rund 80 Prozent der jährlichen deutschen Wirtschaftsleistung, Société Générale bringt 55 Prozent des französischen BIP auf die Waage, und die Bilanzsumme von Bank of America, der grössten Bank der USA, macht gerade mal 16 Prozent des BIP der Vereinigten Staaten aus.

Nach Ansicht des MIT-Professors Simon Johnson stellen UBS und CS im globalen Vergleich einzigartig grosse Klumpenrisiken für die Schweiz dar.


Angesichts der Grösse der Schweizer Grossbanken hat die faktische Staatsgarantie des Bundes einen Umfang erreicht, der auf längere Sicht das finanzielle Gleichgewicht der Eidgenossenschaft, die politische Stabilität des Landes und damit auch den Wirtschaftsstandort und Finanzplatz Schweiz gefährdet.
Birchler

Es ist enorm wichtig, dass wir in der Schweiz vorbehaltlos nicht nur über den Nutzen, sondern auch über die Kosten der beiden Grossbanken diskutieren.
Boris Zürcher, Avenir-Suisse-Ökonom

Quelle: Tagi-Magi

Mittwoch, 10. März 2010

Spesen für Parlamentarier >40'p.a.

Die Reisespesen für Mitglieder der Eidgenössischen Räte solle Linknicht auf 40'000 Franken im Jahr beschränkt werden. Mit 111 zu 72 verwarf der Nationalrat einen entsprechenden Vorstoss von Walter Wobmann (SVP).
20min vom 10.03.10
Dagegen war sicher Andreas Gross. Wir haben nun ähnliche Tendenzen wie in Deutschland, wo sich eine Politelite selbst bedient, d.b. über die eigenen Entschädigungen bestimmt und dabei keine Grenzen kennt.

Montag, 24. November 2008

Autobranche

Ein Kollaps der Detroiter Autoindustrie hätte dramatische Folgen für die Wirtschaft. Sollten die taumelnden drei Giganten ausfallen, gingen nächstes Jahr fast drei Millionen Arbeitsplätze verloren, schätzt David Cole vom Center of Automotive Research. Der Experte berücksichtigt dabei auch die Folgepleiten zahlreicher Zulieferer. Selbst die Liquidierung eines einzigen Unternehmens würde laut Cole 2.5 Millionen Arbeitsplätze kosten. Im Gliedstaat Michigan wären die Folgen verheerend. Wie keine andere ist die Region um Detroit von der Autoindustrie abhängig. Die Arbeitslosigkeit liegt mit 8,7% schon jetzt weit über dem Landesmittel. Auch für Washington hätte eine Isolvenz unangenehme Folgen. Der Ökonom Behravesh beziffert die Kosten bei einem Kollaps von GM auf mindestens 200 Mrd. USD. "Der Staat müsste bei Pensionsplänen und Krankenversicherungen einspringen, ausserdem wären Hilfen für Michigan unausweichlich"
Sebastian Bräuer in der NZZaS vom 23.11.08, Seite 37.

Die Automobilindustrie ist Deutschlands wichtigste Branche, die gut 10% der gesamten Wirtschaftsleistung erbringt. 2007 setzten die Autohersteller 290 Mrd. EUR um, 7% mehr als 2006. Dazu kamen 76 Mrd. EUR Umsätze bei Zulieferern sowie 12 Mrd. EUR in verwandten Industrien. Im August 2008 zählte die Branche 763'000 Beschäftigte, rund 40% davon bei Zulieferern. Direkt oder indirekt hängt jeder 7. deutsche Arbeitsplatz vom Automobilbau ab.
Susanne Ziegert in der NZZaS vom 23.11.08, Seite 37.

Mittwoch, 24. Oktober 2007

weltgrösste Partei: Kommunistische Partei China

Alle fünf Jahre wählt die mit 73 Millionen Mitgliedern weltgrösste Partei eine neue Führung. Es werden 2217 Abgeordnete erwartet, 350 werden ins Zentralkomitee gewählt, das ein 25-köpfiges Politbüro ernennt. Dessen Ständiger Ausschuss mit acht Mitgliedern ist Chinas Machtzentrale.
Bernhard Bartsch in der NZZaS vom 14. Oktober 2007, Seite 5.