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Donnerstag, 26. Mai 2011

Staats- und Marktversagen sind Erfolgsfaktoren von Glencore

Glencore ist unglaublich erfolgreich. Wieso? Es handelt sich dabei um ein Marktversagen (Oligopol - zu wenig Konkurrenz) und Staatsversagen (in der Dritten Welt, was die Garantie wirtschaftlicher Rahmenbedingungen betrifft).
Wenige Gesellschaften kon­trollieren den Handel mit Rohwaren.

Geschürft, gefördert und angebaut werden die Rohstoffe vornehmlich in Schwellenländern, die es nicht fertigbringen, am Markt höhere Preise zu lösen. (...) Zwischenhändler wie Glencore vermögen ­einen wesentlichen Teil der Wertschöpfung für sich einzuheimsen und prägen so das Bild des für einen Hungerlohn schuftenden Minen­arbeiters mit, dessen korrupter Arbeit­geber (meist der Staat) nicht in der Lage ist, die Bodenschätze zum Wohl des eigenen Landes zu nutzen und selber zu vermarkten.

Markus Gisler in der WeWo19.11, Seite 23.

Donnerstag, 3. Februar 2011

Macht der Kapitalismus unsere Moral kaputt?

Wo immer der Kommunismus versucht wurde, endete es nicht nur bei Korruption und schlechten Produkten, sondern auch in Furcht, Apathie, Ignoranz, Unterdrückung und einem Grundmangel an Vertrauen. Die Sowjetunion und das China vor der Reform waren moralisch wie wirtschaftlich bankrott.
Ayaan Hirsi Ali

Für mein Verständnis ist das Ausmass von staatlichen Fürsorgeeinrichtungen in Westeuropa ausufernd und kontraproduktiv. Es lähmt wirtschaftliche Innovation und belohnt Abhängigkeit. Ein stark ausgebauter Sozialstaat kann Menschen geradezu ermutigen, vom Staat abhängig zu werden. In einer freien Marktwirtschaft dagegen, in der die Freiheit das oberste Gut ist, neigen die Leute dazu, kreativer und innovativer zu sein; in Sozialstaaten, deren Priorität bei der Gleichheit liegt, wird das natürliche Potenzial von Menschen pervertiert. Um erfolgreich zu werden, musst du eher lernen, «das System zu melken», als ein besseres Produkt zu entwickeln. Risiken werden vermieden, und der Verantwortung des Einzelnen wird entgegengearbeitet. Obwohl das System oberflächlich gerecht erscheinen mag, fördert es am Ende die Mittelmässigkeit und eine gewisse Opferhaltung.
Ayaan Hirsi Ali

Man muss sich nur das habgierige Verhalten jener staatlich geförderten Oligarchie ansehen, die heute über Russland herrscht. In so einem System muss die herrschende Clique sich nicht um ihren Ruf kümmern. Rohstoffreiche Länder wie Russland oder auch Saudiarabien generieren extremen Reichtum - ohne Rechenschaftspflicht gegenüber Mitarbeitern, Aktionären, Verbrauchern oder Wählern. Fast alle Nationen, die von den heutigen Rekord-Energiepreisen profitieren, nutzen ihren unverdient erworbenen Reichtum einzig, um ihre repressiven Regimes zu finanzieren. Diesen Nationen fehlen Anreize für moralisches Verhalten.
Garry Kasparow

Ja, der freie Markt kann den moralischen Charakter des Menschen beschädigen. Es liegt in unserer Natur, immer mehr zu wollen - und der freie Markt unterstützt dies. Er kümmert sich kaum um jene, die nicht mithalten können. Aber der Versuch zur Eindämmung dieser menschlichen Bedürfnisse und Wünsche führt zu noch grösseren Übeln.
Garry Kasparow

Die Charaktereigenschaften, die vom freien Markt am höchsten belohnt werden, sind unternehmerischer Mut, die Bereitschaft zu spekulieren und die Fähigkeit, Gelegenheiten zu ergreifen oder zu erschaffen. Es ist festzuhalten, dass das nicht die Eigenschaften sind, die konservative Moralisten am höchsten schätzen. Besonnenheit, Sparsamkeit und der Willen, in festgefahrenen Mustern weiterzumachen, mögen bewundernswerte Qualitäten sein, aber sie führen normalerweise nicht zu Erfolg im freien Markt. Tatsächlich können genau solche Eigenschaften bei volatilen Märkten den Ruin bedeuten.
John Gray

Homo homini lupus - der Mensch ist des Menschen Wolf - war die Regel und Altruismus die Ausnahme. Unter diesen Bedingungen ging es den Menschen mit dem am meisten ausgeprägten Überlebenswillen und den wenigsten moralischen Skrupeln am besten. Kein wirtschaftliches System kann jeden Aspekt moralischen Charakters fördern. Alle basieren zu einem gewissen Ausmass auf Motiven, die moralisch fragwürdig sind. Geiz und Neid mögen Laster sein, aber sie sind auch wirtschaftliche Stimulanzien.
John Gray

Aus dem Tagi-Magi vom 07.11.2008

Freitag, 12. November 2010

Schiefergas krempelt den globalen Klimaschutz um

Neu kann man Schiefergas fördern - und zwar zweieinhalb mal soviel wie die vermuteten Vorräte an konventionellem Gas.
Die Schiefergas-Revolution könnte den erneuerbaren Energien den Todesstoss versetzen. Bei sinkenden Energiepreisen dank billigem Gas lohnen sich Investitionen in Wind, Sonne und Erdwärme noch weniger als heute. Kommt dazu, dass sich die Gasproduzenten selber als Klimaschützer sehen, da Gas der fossile Brennstoff mit der geringsten CO2-Belastung ist. Tatsächlich wäre für den Klimaschutz wohl mehr erreicht, wenn man möglichst viel Öl und Kohle durch Gas ersetzen würde, statt den Ausbau ineffizienter erneuerbarer Energien voranzutreiben.

Schiefergas bietet aber auch Chancen, die weit über den Energiemarkt hinausgehen. «Es wird die Weltpolitik verändern», schrieb Energieexpertin Amy Jaffe. Wenn sich osteuro- päische Staaten wie Polen oder die Ukraine selber mit Gas versorgen und weniger russische Lieferungen benötigen, sind sie nicht mehr gezwungen, Moskau politisch zu dienen. Auch der Einfluss von ölexportierenden Ländern würde schwinden, wenn billiges Gas dominiert. Freiheitliche Staaten wären dank eigenem Gas oder Importen aus den USA nicht mehr gezwungen, mit ihren Öleinkäufen zwielichtige Regimes am Leben zu erhalten. Gegenüber Problemstaaten wie Venezuela oder Iran könnte der Westen politisch härter und kompromissloser auftreten.
Alex Reichmuth in der WeWo40.10, Seite 44.
Beeindruckend, wie eine neue wissenschaftliche Entdeckung, eine neue Art der Rohstoffförderung, die Weltpolitik beeinflussen kann.

Montag, 2. März 2009

Wann welche Anlageklasse?

  • Aufschwung: Aktien
  • Boom: Rohstoffe
  • Abschwung: Bargeld
  • Rezession: Obligationen
Hinder Asset Management AG aus der NZZaS vom 1.3.09, Seite 43

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Glencore International AG

(2007)
  • Umsatz: 142.3 Mrd. USD
  • Gewinn (EBITDA): 6.3 Mrd. USD
  • 60'000 Mitarbeiter
Man erfährt mehr über das Unternehmen auf Wikipedia als auf der eigenen Seite.

Mittwoch, 9. Juli 2008

nachhaltig die Inflation bekämpfen

  • durch den Fall der Mauer im Osten und die Öffnung Chinas wurden 1,5 Milliarden Menschen an die westliche Marktwirtschaft angedockt --> billige Arbeitskräfte --> deflationärer Schock
  • Boom der Schwellenländer (Nachfrage nach Stahl, Kupfer, Öl, Weizen): 2,5 Milliarden Menschen versuchen sich heute, auf den den westlichen Lebensstandard zu schrauben --> Die Preise steigen weltweit und zeigen damit zunehmende Knappheiten an.
Die Nationalbank kann wenig dagegen tun, weil der Grund für die Inflation nicht in der übermässigen Ausdehnung der Geldmenge liegt. Diese Inflation muss anders gezähmt werden: indem sich die Wirtschaft abkühlt, indem wir Rohstoffe sparsamer einsetzen, neue Technologien entwickeln. Und uns von der fossilen Energie verabschieden.
Daniel Hug in der NZZaS vom 6.7.08, Seite 19.

Dienstag, 15. April 2008

Biotreibstoff-Wahn

Die Nahrungsmittelknappheit entwickelt sich zu einer Sicherheitsfrage für die ganze Welt.
Michel Barnier, Landwirtschaftsminister Frankreich.

Ziel der EU: Anteil von Biosprit an den in Europa verwendeten Treibstoffen bis 2020 auf zehn Prozent zu steigern. (tagi)

Wenn man 20% des steigenden Erdölbedarfs mit Biotreibstoffen decken will, wie das geplant ist, dann gibt's nichts mehr zu essen. Das ist politischer Wahnsinn.
Peter Brabeck, Nestlé-Chef im Interview mit Charlotte Jacquemart und Daniel Hug in der NZZaS vom 23.3.08, Seite 37.

Solange dieser Treibstoff aus essbarem Rohstoff gewonnen wird, ist sein Einsatz höchst fragwürdig; von seiner Subventionierung gar nicht zu reden.
enn. in der NZZaS vom 13.4.08, Seite 23

Die Herstellung von Biosprit aus Nahrungsmitteln ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Ein Minister aus dem Entwicklungsausschuss des IWF und der Weltbank.
Und wer setzte sich immer für Biotreibstoffe ein? Mich würde mal ein Essay von Bastien Girod über Biospirt interessieren - und zwar basierend auf eigenen, frühereren Aussagen...

Dienstag, 23. Oktober 2007

Jim Rogers International Commodities

Jim Rogers legte den Grundstein für seinen Ruf und seinen Reichtum in den siebziger Jahren. Damals führte er gemeinsam mit dem Spekulanten George Soros einen Fonds, der in dieser Zeit eine Rendite von 4200 Prozent abwarf, während der Standard&Poors-500-Index nicht mal 50 Prozent schaffte. 1980 ließ Rogers sich auszahlen und ging fortan seinen eigenen Weg. Im Sommer 1998, als die meisten an der Wall Street dem Internethype erlagen, legte er einen Rohstoff-Fonds auf-genau zum richtigen Zeitpunkt, wie man heute weiß.
[aus Der Neue Kalte Krieg von Erich Follath/Alexander Jung(Hg.)] /(wiki)
Jim Rogers ist also DIE Grösse im Rohstoffhandel, vielleicht nebst Marc Rich, doch das wäre dann noch eine andere Geschichte...

Zuerst einmal sind Investitionen in Indizes oft rentabler als in einzelne Titel:
...die wenigsten Leute sind gut darin, den richtigen Rohstoff zur rechten Zeit auszuwählen. Das gilt auch für Aktien. Jahr für Jahr ist gemäss Untersuchungen die Performance von Indizes 70 bis 80% besser als aktives Fondsmanagement.
Zum anderen glaubt er an die grosse Zukunft der Rohstoffe:
Einerseits das unwiderstehliche Wachstum Asiens und anderseits die mangelnden Investitionen in die Rohstoffförderung und die Vernichtung von Anlagewerten. Beides evidente Gründe für steigende Preise.
insbesondere Öl:
Angesichts der Tatsache, dass der Pro-Kopf-Verbrauch von Rohöl in China einen Zehntel und in Indien einen Zwanigstel des Verbrauchs von Japan oder Südkorea ausmacht, liegt ein Ölpreis von 150 $ oder gar 200 $ durchaus im Bereich des Möglichen.
Jim Rogers im Interview mit Daniel Puntas Bernet in der NZZaS vom 21. Oktober 2007, Seite 47.
Also hier der immer aktuelle Investment-Tipp:
Market Access Jim Rogers International Commodity Index® Fund
LU0249326488 / 2503175 / MRIC