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Freitag, 6. Januar 2012

Durchleuchtung der Behörden als wichtigste Kritik

Der Staat ist als Monopol legitimer Gewaltanwendung die mächtigste Institution im Land. Seine Organe sind nicht dem Wettbewerb und der Konkurrenz ausgesetzt, was sie anfällig macht für Missstände bis hin zur Korruption.
Roger Köppel in der WeWo1.12, Seite 5.

Donnerstag, 3. Februar 2011

SRG SRF

durch Zwangsgebühren finanzierter Staatsrundfunk - Monopol - beisst nicht in die Hand die ihn füttert
unabhängig? kritischer Journalismus?

Helmut Hubacher forderte von der SRG, dass sie lediglich eine Infrastruktur zur Verfügung stellt.
Die Feststellung löste in der neuen SRG-Führung offenbar allergische Reaktionen aus, aber Hubacher sieht es richtig: Der staatliche Rundfunk ist kein Zensursystem, das aus allen politischen Äusserungen die den SRG-Journalisten genehmen herausfiltert. Stattdessen hat die SRG die einmalige Gelegenheit, eine Plattform zu bieten für den echten Streit ums beste Argument.

Roger Köppel in der WeWo3.11, Seite 5.

Samstag, 6. Februar 2010

Pensionskasse der Post und SBB

Versagt die Pensionkassenverwaltung, tragen die Versicherten die Last in der Form von höheren Beiträgen oder gekürzten Leistungen. So möchte es die Unabhängigkeit.

Nicht so bei den Pensionskassen der Post und der SBB, wo das operative Ergebnis der Post und der SBB dazu benötigt wird, um der Pensionskasse unter die Armee zu greifen. Dies wäre an sich noch nicht soo schlimm. Doch dadurch, dass der Bund und damit der Steuerzahler massiv an der Finanzierung des Erfolgs dieser Betriebe beteiligt ist, ist auch dieser Ausgleich stossend.

Post an Post-PK
2004-2009 mind. 1.6 Mrd. CHF. Grund: Verbesserung der Leistung, Arbeitgeberreserven sowie Sanierung.

SBB an SBB-PK
2007: Sanierungsbeitrag von 1.5 Mrd. CHF
2010: eine knappe Mrd. Zur Sanierung der PK fordert die SBB eine weitere Milliarde.

Nebst den sehr grosszügigen Mrd.-Beiträgen des Bundes an die SBB, finanziert auch der Konsument der Post die entsprechenden Pensionskassen. Privatkunden und KMU bezahlen wegen der Monopolrente pro Jahr 300 Millionen Franen zuviel, hat der Postregulator vor zwei Jahren berechnet. (...) Die Post begründet die Hochpreisinsel mit Finanzierungsbedüfnissen der Pensionskasse.
Pierre Heumann in der WeWo4.10, Seite 33.

Samstag, 2. Februar 2008

Schweizer Telekommunikation

Die Chefs der grossen Schweizer Telekom-Firmen trafen sich zum Streitgespräch über Monopole, Technik und die Zukunft: Carsten Schloter (Swisscom), Christoph Brand (Sunrise) und Andreas Wetter (Orange).
Von Marc Kowalsky und Roger Köppel in der Weltwoche 3.08, Seite 46ff.
Oligopol mit starkem monopolistischem Hang
Es besteht kein politischer Wille, die Dominanz des Ex-Monopolisten zu brechen (Wetter).

Ich habe hier eine Liste von 44 Schritten, die die Swisscom seit dem Jahr 2000 unternommen hat, um Liberalisierungsfortschritte zu bremsen. Swisscom macht das im Interesse der Aktionäre: Der Bund als Eigner bremst die Forderungen des Parlaments nach mehr Wettbewerb (Brand)
künftiges Preisniveau
Das Preisniveau wird in fünf Jahren nur noch halb so hoch sein. Die Netze werden drei- bis viermal so leistungsfähig sein wie heute. Und es wird das Gleiche passieren wie in anderen Ländern nach der Entbündelung: Zunächst eine rasch aufblühende Vielfalt an Angeboten, dann, nach drei, vier Jahren, eine dramatische Konsolidierung der Branche (Schlotter).
Die Lösung:
Seit Jahren tobt der Streit um die Interkonnektion. Wäre eine Netzgesellschaft wie in England ein Ausweg? Dort ist das Telefonnetz des Ex-Monopolisten in eine eigene Gesellschaft ausgegliedert, die ihre Kosten transparent darlegen und allen Anbietern den Netzzugang zu gleichen Konditionen gewähren muss.
(Schlotter...)
Brand: Aber es wäre doch volkswirtschaftlich völliger Unsinn, das Kabel- und Kanalisationsnetz noch ein zweites, drittes, viertes Mal zu bauen. Wir haben ja auch nicht eigene Strassen für Postautos. Ausserdem sind es Infrastruktur-Investitionen mit Horizonten von 20, 30, 40 Jahren. Daher sagen wir: Lasst uns diese Firma separieren. Sie muss ja nicht verstaatlicht werden, sondern kann der Swisscom gehören. Es soll für alle transparent sein, welche Kosten anfallen und wie der Preis für die Nutzung entsteht. Die Gesellschaft muss allen den gleichen Zugang bieten zum gleichen Preis. Die endlosen Diskussionen um Diskriminierung, um die Berechnung der Preise und ihre Höhe wären ein für alle Mal vorbei. Diese Firma könnte sich vor Aufträgen zum Ausbau nicht mehr retten! Es wäre für alle interessant, zu investieren und etwa Glasfaserleitungen zu legen.

Wetter: Den Vorwurf, es würde dann nicht mehr investiert, können mir meine Kollegen in England wirklich nicht bestätigen, ganz im Gegenteil. Vermutlich besteht tatsächlich der einzig pragmatische Ansatz darin, die Swisscom aufzuteilen. Dann hätte man Transparenz, was die Investitionen, Kosten und Wiederverkaufspreise angeht.

Sonntag, 26. August 2007

Coop und Carrefour, bzw. die Weko

Coop hat Carrefour gekauft. Dies macht nicht sonderlich Sinn, denn von den 12 Läden kann Coop nur 4 wirklich übernehmen. Bei den anderen muss sich Coop einmieten. Coop kauft also Umsatz und nicht Substanz, könnte man meinen. Angesichts der mageren Margen im Detailhandel ist der Preis von 470 Mio. CHF für 1 Mrd. zusätzlichen Umsatz aber ziemlich teuer, denn Coops Nettomarge beträgt 2 Prozent. D.b. einen Mehrgewinn von 20 Mio, bei einem Übernahmepreis von bereits erwähnten 470 Mio. CHF. Da geht doch was nicht auf!

Coop-Chef Loosli soll zur Bedingung gemacht haben, dass diese Übernahmeentscheidung gefällt wird, bevor die Weko über den Kauf von Denner durch die Migros befindet. Coop wird mit Carrefour zum dominierenden Verkäufer von Markenartikeln. Diese faktische Monopolstellung darf die Weko nicht zulassen. Loosli hofft, dass damit auch die Denner-Übernahme durch die Migros scheitert. Mal kucken ob seine Strategie aufgeht...

Markus Gisler in der SonntagsZeitung vom 26. August 2007, Seite 57.