Ich war (...) von Anfang an Euro-Skeptiker. Ich fand die Euro-Einführung falsch. (...) Ich fand es falsch, so unterschiedliche Staaten mit einer Einheitswährung zusammenzubinden. Die Erfolgschancen einer gemeinsamen Geldpolitik für einen so heterogenen Verbund erschienen mir gering. Noch grösser aber war meine Sorge, dass die Euro-Einführung eine Vergemeinschaftung von Schulden und eine Verwischung der finanzpolitischen Verantwortungen bewirken würde. Mit anderen Worten: Die soliden Staaten kommen für die Schulden der Schlendrianstaaten auf. Genau das beobachten wir heute. Ich fürchte, dass aus dieser Entwicklung hin zur Transferunion politische Spannungen erwachsen, an denen die EU zerbrechen könnte.
Die grösste Gefahr sehe ich darin, dass die EU jetzt die Weichen falsch stellt und zur Transferunion wird, die Schulden vergemeinschaftet und weiter zentralisiert. Das wird die Situation kurzfristig beruhigen, aber langfristig zu politischer Instabilität führen.
Ernst Baltensperger im Interview von Roger Köppel in der WeWo 44.11, Seite 48ff.
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Donnerstag, 10. November 2011
Transferunion wird EU sprengen
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Donnerstag, 3. November 2011
Portugal folgt auf Griechenland
Die in Portugal im Umlauf befindliche Geldmenge (M1) ist laut Europäischer Zentralbank in diesem Jahr bereits um 21% gesunken. Im September beschleunigte sich die Entwicklung. In aller Regel ist ein derartiger Einbruch der Vorbote einer scharfen Rezession: Wenn Bürger und Unternehmen aus Angst vor der Zukunft nicht mehr investieren, sondern ihr Geld in illiquidere Vermögenswerte umschichten oder gar ins Ausland transferieren, wird die Wirtschaft abgewürgt.
Sebastian Bräuer in der NZZaS vom 30.10.2011, Seite 33.
In Portugal werden exakt die gleichen Fehler gemacht wie in Griechenland. Die Alternative ist auch in diesem Land ein Schuldenschnitt.
Charles Wyplosz, französische Ökonom
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Renminbi abwerten?
Die USA verlangen von China seit Jahren, die eigene Währung aufzuwerten. Zu Recht?
Mich erinnert das an die achtziger Jahre, als die Amerikaner enormen Druck auf Japan ausgeübt haben, seine Geldpolitik zu lockern. Die Japaner haben nachgegeben, was ihnen bekannterweise einen grossen Schaden eingebrockt hat. Die Chinesen wissen das natürlich auch.
Harold James, Historiker in Princeton, im Interview von Sebastian Bräuer in der NZZaS vom 30.10.2011, Seite 33.
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Donnerstag, 13. Oktober 2011
Konsumschwäche mit Geldpolitik beheben führt zu Staatsanleihenblase
Die Geschichte zeigt, dass die Monetarisierung der Staatsschulden in die Inflation führt. Inflation ist wie Doping. Die Zentralbanken haben seit 20 Jahren eine Blase nach der anderen unterfüttert. Dadurch haben sich die Produktionsstrukturen verzerrt, weil ein negativer Realzins dazu führt, dass Investitionen getätigt werden, die nicht rentabel sind. Die Wirkung der Arznei der Zentralbanken lässt jetzt nach, und sie erhöhen verzweifelt die Dosis. Die Zentralbanken tun so, als ob es darum ginge, eine massive Konsumschwäche mit der Geldpolitik auszugleichen, und merken nicht, dass sie dadurch eine erneute Fehlallokation der Ressourcen und neue Blasen befördern. Die neuste Blase ist die Staatsanleihenblase.Joachim Strabatty im Interview von Pierre Heumann und Florian Schwab in der WeWo38.11, Seite 30.
Dienstag, 28. April 2009
Ursachen der Krise
Kern der Misere ist die amerikanische Kreditkrise. Diese wurde ausgelöst durch Greenspans Geldpolitik, durch Bushs Steuersenkungen und durch das sozialpolitische Programm, ärmeren Schichten in den USA den Zugang zu Immobilien zu ermöglichen. Dem Marktversagen ging ein Politikversagen voraus.
Guido Mingels und Martin Beglinger im Tagimagi
Dienstag, 10. März 2009
2 Folgen eines UBS-Lizenzentzugs in den USA
- Soeben hat das Arbeitsministerium die höchste Arbeitslosenquote seit 25 Jahren publik gemacht. Die UBS beschäftigt in den USA 25'000 Mitarbeiter.
- Über die "Primary Dealers" setzt das FED die Geldpolitik um. 1980 gab es noch 46 solcher Institute, welche besonders kreditwürdig und solide waren um an diesem zinssatzbestimmenden Handel mitzubieten. Jetzt sind es noch deren 16 und die Regierung muss befürchten, dass dieser Markt nicht mehr so rund läuft und damit die Zinssätze in der Rezession zusätzlich zu steigen beginnen.
Für die USA wäre es schmerzhafter als für die UBS selbst, wenn diese zur Aufgabe ihreres US-Geschäfts gezwungen würde.
David Mitchell, Experte für Steuersysteme beim konservativen Wirtschaftsforschungsinstituts Cato in der NZZaS vom 8.3.09, Seite 31.
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Mittwoch, 24. Oktober 2007
EUR überholt CHF
Nicht nur, dass der USD immer schwächer wird, der EUR wird auch immer stärker.
Klar, es gehen immer noch einige Schweizer nach Deutschland einkaufen - und die Aldis und Lidls in der Schweiz finden ihre Kundschaft, doch macht sich auch das Gegenteil bemerkbar:
Klar, es gehen immer noch einige Schweizer nach Deutschland einkaufen - und die Aldis und Lidls in der Schweiz finden ihre Kundschaft, doch macht sich auch das Gegenteil bemerkbar:Die Deutschen kommen am Nudelsonntag. So nennt man in der Ostschweiz seit Jahren die katholischen Feiertage, an denen süddeutsche Einkaufstouristen in die reformierten Schweizer Grenzgemeinden fahren, um sich mit Kaffee, Gewürzen, Beutelsuppen und eben Nudeln einzudecken. Laut Coop und Migros sind Schweizer Eierteigwaren vielen deutschen Konsumenten lieber als deutsche Discounter-Pasta.Der starke Euro lähmt aber die Exporte von Europa in den Rest der Welt, weshalb die stabile und sichere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank auch kritisiert wird. Doch:
David Hesse in der NZZaS vom 21. Oktober 2007, Seite 31.
Die britische Zeitschrift "The Economist" titelt in der jüngsten Ausgabe, an die Adresse Europas gerichtet, "Schätze, was du hast" und schriebt, die schädlichen Auswirkungen einer starken Währung würden stets überbewertet, die nützlichen dagegen fast immer übersehen.Der Schweizer Franken geht langsam aber sicher neben dem Euro unter. Die Preisniveaus gleichen sich an. Fertig mit dem "Spezialfall Schweiz", der "Blume im Kuhfladen":
Thomas Isler in der NZZaS vom 21. Oktober 2007, Seite 30.
Die Schweizer Konsumenten empfinden Wohlstand als Teil der nationalen Identität und den teuren Euro als Demütigung. Während mehr Touristen denn je sich Ferien in der Schweiz leisten können, klagen die Eidgenossen über zu teure Restaurants am Mittelmeer. Die Gewissheit, in fast jedem Land reicher als der Rest zu sein, kommt abhanden. Egal, wie kaufkräftig und hochbezahlt man hier noch immer ist: Der Vorsprung schrumpft...
David Hesse in der NZZaS vom 21. Oktober 2007, Seite 31.
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