In Nordeuropa nahmen die Gewerkschaften und die einzelnen Arbeitnehmer die notwendigen Umstellungen an, hielten mit dem Lohn zurück und steigerten die Leistung. Heute liegen ihre Einkommen deutlich höher als im Süden. Dieser Orientierung an Produktivität widersprachen die Südeuropäer. Die Doktrin der Gewerkschaftsführer beschwor und beschwört ein Nullsummendenken - was der Firma nützt, schadet dem Arbeiter. Sodann ist Arbeit sowieso eine Last, und da die Arbeit ausgeht, muss die Arbeitszeit verkürzt werden. Ebenso sind Überzeit, Flexibilität sowie Kündigungen zu verbieten.
Beat Kappeler in der NZZaS vom 1.04.12, Seite 33
Donnerstag, 5. April 2012
Totale Verrechtlichung südeuropäischer Arbeit
Sonntag, 4. März 2012
Regulierungen senken Produktivität
...Garage oder im Schopf. Was darüber hinaus ausgestattet wird, mindert die Produktivität dieses Kapitals. Eine wohlig geheizte Halle, ein kleines Büro daneben, ein repräsentativer Lieferwagen kosten bereits ein Vielfaches. Wenn die Gemeinde noch Parkplätze davor vorschreibt, kosten in städtischen Verhältnissen allein diese mehr als die ganze Produktionsanlage mit Halle. So sinkt der Ertrag pro eingesetzten Franken rapide. Ökonomisch gesagt: Die Grenzproduktivität fällt ab. (...) Die Vorschriften für Lüftungen, Parkplätze, WCs, Raumgrössen und Abstände kosten oft mehr, als für die produktiven Anlagen an sich notwendig war. (...) Während der bezahlende Klein- oder Grossunternehmer jeden Posten rechnet, hantiert die Behörde mit Regeln und Pflichtenheften. Kostenüberlegungen macht sie keine, die Kosten fallen bei den Überwachten an. Die gleiche Verteuerung wird soeben auch im Banksystem und bei Vermögensverwaltern eingeführt. Die Vorschriften für unproduktives Kapital zum Schutz gegen alles und jedes werden zur immer höheren Hürde für die Gründer neuer Arbeitsplätze. Es braucht dagegen wieder mehr Freiräume, wie sie die Gründer in kalifornischen Garagen genossen, wo Microsoft, Apple und Hewlett-Packard entstanden. Die Kunden und die Arbeitenden sollen selbst entscheiden, ob Zigarettenrauch, Gerüche, engere Gänge, wenig Parkplätze ihnen zusagen oder nicht.
Beat Kappeler in der NZZaS vom 26.2.12, Seite 36.
Donnerstag, 10. November 2011
Schulden sind eine Mentalitätsfrage
Italien hatte seine Staatsfinanzen noch nie im Griff. Das Gleiche gilt für Griechenland, welches in den letzten zweihundert Jahren fünfmal bankrott gegangen ist.
Der Konkurs ist eine Konstante in den Siesta-Staaten. Es ist naiv zu glauben, durch den Wechsel einiger Politiker, welche die neuen Vertärge in Brüssel unterzeichnen werden, dass damit die jahrhunderte alte, vielleicht fast jahrtausend alte Mentalität des Bankrott-gehens, des Verschulden, der Abwertung der eigenen Währung, dass das alles irgendwie weggezaubert wird.
Es wird alles unternommen werden, um Italien zu halten. Eine kurzfristige Stabilisierung dürfte erreicht werden. Aber langfristitg laufen wir mit der EU gegen die Realität an. Man kann aus Italien und Griechenland keine deutsche Kraft- und Kampfmaschine machen, in wirtschaftlicher Hinsicht.
Roger Köppel in der Morgenkolume aur Radio1.
Der Politologe Nikiforos Diamandouros wies schon vor Jahren auf die Kluft zwischen den modernen Säkularen und dem orthodox geprägten, klientelistischen und vordemokratischen Milieu hin. Aber das Verrückte ist: In Gesprächen, Berichten und Blogs sehe ich, dass diese rückständige Gesinnung bei den 20- bis 30-Jährigen leider stärker ist denn je. Sie geht auch einher mit einer egoistischen, defensiven Haltung. Es ist eben einfach - aber unverantwortlich - zu sagen: Wir zahlen die Schulden nicht zurück, das geht uns alles nichts an.
Die Jugendlichen sind in diesem System des Klientelismus aufgewachsen.Sie haben anders als ihre Elterngeneration kaum mehr Ideologien. Ob gut oder schlecht, eine Generation früher gab es wenigstens eine Vorstellung von politischen Alternativen. Viele Jugendliche in Griechenland bestehen auf den Annehmlichkeiten des kapitalistischen Systems - und lehnen gleichzeitig den Kapitalismus ab. Viele Griechen denken immer noch, sie könnten einfach den Atem anhalten, sich nicht mehr bewegen - und warten, bis die Krise vorbei ist. Aber das Schlimmste ist: Der überaus harte Sparkurs, den Griechenland befolgen muss, würgt nicht nur die Wirtschaft ab, er fördert auch diese passive und defensive Haltung, die aus dem klientelistischen Geist geboren wurde.
Anna Triandafyllidou, griechische Soziologieprofessorin in Florenz, im Interview mit Thomas Isler in der NZZaS vom 06.11.11
Donnerstag, 3. November 2011
Renminbi abwerten?
Die USA verlangen von China seit Jahren, die eigene Währung aufzuwerten. Zu Recht?
Mich erinnert das an die achtziger Jahre, als die Amerikaner enormen Druck auf Japan ausgeübt haben, seine Geldpolitik zu lockern. Die Japaner haben nachgegeben, was ihnen bekannterweise einen grossen Schaden eingebrockt hat. Die Chinesen wissen das natürlich auch.
Harold James, Historiker in Princeton, im Interview von Sebastian Bräuer in der NZZaS vom 30.10.2011, Seite 33.
Dienstag, 13. September 2011
Behebung des Fehlers Euro
Seien wir doch ehrlich: Der Euro ist in seiner jetzigen Form am Ende.
Das Auftreten der Verantwortlichen in der Öffentlichkeit ist nicht wahrhaftig, da wird gelogen, weil man zu feige ist, uns reinen Wein einzuschenken.
Daher ist meine Prognose: In der jetzigen Form wird es den Euro spätestens in zwei Jahren nicht mehr geben.
Es wird eine Art Nord-Euro geben von Ländern, die bei etwa gleicher Produktivität bereit sind, ihre Steuersätze, sprich ihre Fiskalpolitik anzugleichen. Man müsste die Südländer - also Griechenland, Spanien, Portugal und womöglich auch Italien - überzeugen, dass es ihnen helfen würde, zunächst aus der Währungsunion auszutreten: und dies zu ihrem eigenen Vorteil. Man könnte ihnen dann direkt helfen. Das Problem ist doch, dass man bei der Unterzeichnung der Verträge noch nicht einmal eine Ausschlussklausel aus der Eurozone vereinbart hat.
Natürlich wird es Europa auch weiterhin geben. Und es wäre schön, wenn wir irgendwann so etwas wie die Vereinten Staaten von Europa bekämen. Erst einmal muss man heute aber erkennen, welche Fehler in der Vergangenheit begangen wurden, und sie korrigieren. Das fing schon mit der Erweiterung an: Da wurden Länder aufgenommen, ohne dass man konkrete Regeln festgelegt hätte, unter welchen Bedingungen man sich zusammenschließt. Ein Kardinalfehler. Dann hat man weitere Fehler gemacht, indem man die Währungsunion beschloss, ohne entsprechende Vereinheitlichungsmaßnahmen zu vereinbaren.
Wenn sie in Zukunft die Voraussetzungen auf den Gebieten Fiskalpolitik, Produktivität, Bekämpfung von Korruption und Bürokratie erfüllen, können [die Südländer] gerne wieder eintreten. Unter den heutigen Umständen aber darf kein Geld mehr fließen. Die Euro-Bonds halte ich ohnehin für Unsinn. Und der geplante Rettungsschirm ist nichts als „wasting money“.
Peter Krämer im Interview von Marion Kraske auf Cicero.
Mittwoch, 25. Mai 2011
Energieverteuerung schadet der Wirtschaft und damit der Schweiz
Die Qualität der parlamentarischen Arbeit nimmt fortwährend ab (...) Der Fahrlässigkeit die Krone aufgesetzt hat aber der Ständerat mit seinem Entscheid, die CO2-Emissionen um 20 Prozent bis 2020 zu reduzieren, und zwar ohne Kompensationen im Ausland. Wie eine massive Energieverteuerung in einer exportlastigen Volkswirtschaft netto Arbeitsplätze schaffen soll, ist für einen Ökonomen, der in Zusammenhängen denkt, absolut schleierhaft. Natürlich schaffen Haussanierungen, Solarinstallationen oder Windradproduktionen direkt zusätzliche Arbeit. Aber die massive Verteuerung des Produktionsfaktors Energie vernichtet indirekt mehr Arbeitsplätze anderswo. Stellen wir uns nur vor, was mit unseren Tankstellen geschieht, wenn Benzin und Diesel in den umliegenden Ländern deutlich billiger werden als bei uns. Energieintensive Bereiche werden allenfalls ins Ausland verlagert oder schrumpfen sich zu Hause krank. Wenn wir billige Energie durch teure Arbeit ersetzen, dann sinken Produktivität und Einkommen.
Silvio Borner in der WeWo11/11, Seite 20.
Mittwoch, 10. November 2010
Rückständiger Osten - immer noch
Die Arbeitsproduktivität in den neuen Bundesländern stagniert, wie die Löhne, bei etwa 75 Prozent der Leistung im alten Westen. Jeder dritte Euro, der im Osten ausgegeben wird, wurde nicht dort erwirtschaftet, stammt aus Transferleistungen. Die Arbeitslosigkeit und die Zahl der Hartz-IV-Empfänger sind etwa doppelt so hoch wie im Westen.
Und dennoch blieben begründete Zweifel, ob die ostdeutschen Bundesländer ganz ohne Hilfen auskommen könnten. Vieles spricht dafür, dass sie durch die lange Förderzeit dauerhaft an den Tropf gewöhnt worden sind. Diese Einsicht will gegenwärtig niemand den Deutschen zumuten.
Die Vereinigung hat zunächst die Staatsgläubigkeit gestärkt, hat in beiden Landesteilen nostalgische Stimmungen befördert und eine Kultur der gegenseitigen Schuldzuweisungen hervorgebracht. Entweder war der arrogante Wessi schuld, oder der faule Ossi begriff wieder einmal nichts – Hauptsache, man konnte weiterjammern und mit dem Finger auf andere zeigen.
Jens Bisky in der WeWo40.10, Seite 52f.
Samstag, 6. November 2010
unproduktive Italiener
Laut CEO Sergio Marchionne wäre Fiat ohne Italien besser dran: Nicht ein Euro Gewinn komme aus Italien. Grund: geringe Arbeitsproduktivität. Die Gewerkschaften reagieren empört.Das ist schon seit einem Jahr bekannt.
Blick am Abend vom 25.10.2010, Seite 8.
Dienstag, 1. Dezember 2009
Fiat Produktion
- 22'000 Sizilianer produzieren jährlich 645'000 Fiats (Fiate, oder wie lautet der Plural)
- 5'800 Polen produzieren jährlich 600'000 Fiats
- 8'700 Brasilianer produzieren jährlich 700'000 Fiats
Ronny Wittenwiler im Blick am Abend vom 1.12.09, Seite 8.Noch Fragen zur italienischen Arbeitsmentalität und den wirtschaftlichen Konsequenzen der Siesta und dem „Dolce far niente“?
Samstag, 24. Oktober 2009
Profitabität und hoher Frauenanteil
Die Pepperdine-Universität in Kalifornien hat im Auftrag der EU in einer umfassenden, sich über 19 Jahre hinziehenden Studie festgestellt, dass es bei den 215 weltweit umsatzstärksten Firmen (Fortune-500-Unternehmen) eine starke positive Korrelation gibt zwischen der Frauenförderung und einer hohen Profitabilität: Jene 25 Firmen, die besonders erfolgreich Frauen in höchste Positionen befördert hatten, waren zwischen 18% und 69% profitabler als der Median in der entsprechenden Industrie.Wie herum genau ist die Korrelation?
Charlotte Jacquemart in der NZZaS vom 18.10.09, Seite 43.
Durch viele Frauen wird man produktiver oder wenn man erst mal produktiv ist, kann man sich auch viele Frauen leisten? Sind Frauen bei Turn-around-Firmen / -Aktionen eher über oder untervertreten?
Mittwoch, 14. Oktober 2009
Hoffnungslose neue Bundesländer
Die Produktivität der neuen Bundesländer (Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen) beträgt 60% derjenigen der alten Bundesländer.
Die Steuereinnahmen betragen im Durchschnitt sogar nur 40 Prozent des Wertes im Westen.
Deutlich wird das an einem direkten Städtevergleich: Obwohl in Hamburg mit 1,7 Millionen Einwohnern nur halb so viele Menschen leben wie in der Hauptstadt Berlin, lag das Bruttoinlandprodukt der Hansestadt 2008 mit fast 90 Milliarden Euro um zwei Milliarden über dem Berlins. Gleichwohl ist die Infrastruktur im Osten meist in einem wesentlich besseren Zustand als in der alten Bundesrepublik.
Joachim Riecker in der NZZaS vom 13.09.09, Seite 22f.
Montag, 8. Juni 2009
Rechtsruck bei den EU-Wahlen
Erfreuliches weiss die NZZ zu berichten:
- Grossbritannien: Schwere Wahlschlappe für Labour
- Frankreich: Sarkozy-Partei deutlicher Sieger
- Deutschland: Debakel der SPD
- Österreich: Wahldebakel für Sozialdemokraten
- Italien: Berlusconi deutlich vorn
- Spanien: Sieg der Konservativen
- Ungarn: Sozialisten stürzen ab
- Polen: Bürgerplattform siegt
- Bulgarien: Konservative im Aufwind
Die Zukunft gehört grossen Staatengemeinschaften. Nur gemeinsam im Verbund mit gefallenen Grenzen kann die Produktivität weiter erhöht werden. Der unüberlegten, linken Euphorie für Europa wurde nun aber Einhalt geboten. Die EU weist erhebliche Defizite auf. Die Währungs- und Wirtschaftspolitik begeht den Weg der fulminanten Verschuldung und dem nachhaltigen Defizit, anstatt dass sich die Wirtschaft durch die Strukturbereinigung stärkt. Bevor die EU ein ernsthaftes, verlässliches Gefäss für die europäischen Staaten bildet, müssen diese Probleme gelöst werden. Dank dem Gewinn der kritischen Bürgerlichen könnte man nun diese Probleme endlich angehen.
Dienstag, 14. April 2009
geringe Produktivität bestimmter "Ethnien"
Afrika ist der Kontinent mit der höchsten Entwicklungshilfe pro Kopf der Bevölkerung im Jahr: 31 Dollar gegenüber durchschnittlich 11 Dollar in der gesamten Dritten Welt – insgesamt circa 300 Milliarden Dollar seit der Entkolonialisierung Schwarzafrikas, 580 Milliarden gar errechnete die südafrikanische Brenthurst Foundation.
Nigeria wie Hongkong erhöhten im Zeitraum 1960 bis 1985 ihre Investitionen in Maschinen etc. pro Arbeiter um über 250 Prozent. Die Produktivität der nigerianischen Arbeiter wuchs dabei um 12 Prozent, die Hongkongs um 328 Prozent; im selben Zeitraum erhöhten Gambia und Japan die genannten Investitionen gar um 500 Prozent – die Produktivität pro Arbeiter wuchs in Japan um 260 Prozent, in Gambia um 2 Prozent. Algerien investierte circa 100 Milliarden Dollar in seine Industrialisierung – eine konkurrenzfähige algerische Industrie gibt es auch heute noch nicht. Die Produktivität der Menschen in unterschiedlichen Regionen der Welt ist offenbar sehr unterschiedlich, und der geographische Ort ist keine ausreichende Erklärung dafür. Die Bevölkerung der islamischen Länder macht zum Beispiel circa 20 Prozent der Weltbevölkerung aus, produziert aber nur einen Anteil von 6 Prozent am Weltprodukt."Kultur" sei hier verstanden als etwas bewußt oder unbewußt Erlerntes, als ein unsystematisches und wandelbares – wenn auch oft erstaunlich langlebiges – Ganzes von Angewohnheiten und Anschauungen, Werten und Abneigungen, Denkweisen und Annahmen über die Welt. Kultur beinhaltet also ein Weltbild, "das bestimmte Arten der Wahrnehmung gestattet (oder begünstigt), andere verhindert (oder erschwert), die Individuen mit spezifischen Eigenschaften ausstattet, während es ihnen andere vorenthält und die Aufmerksamkeit der Menschen auf bestimmte Sachverhalte lenkt und von anderen abzieht" – so der Soziologe und Entwicklungsexperte Uwe Simson.
Die ungelernten chinesischen Arbeiter auf den Kautschukplantagen des kolonialen Malaysia waren doppelt so produktiv wie die einheimischen Arbeiter und verdienten auch mehr als das Doppelte; hundert Jahre später berichtet die französische Zeitung Libération aus Gabun, daß dort chinesische Arbeiter und Ingenieure die großen Bauprojekte der Regierung realisieren. Die etwa 100 chinesischen Arbeiter, die aus China herantransportiert werden und untergebracht werden müssen, was zusätzliche Kosten verursacht, erhalten einen mehr als doppelt so hohen Lohn wie die etwa 50 afrikanischen Arbeiter. Warum? Weil sie dreimal so schnell und außerdem zuverlässiger arbeiten, erklärt eine Chinesin.
Wenn wie in England 61 Prozent der dort lebenden Bangladeschis und 40 Prozent der Pakistanis arbeitslos sind oder nicht am Arbeitsleben teilnehmen, kann man vermuten, daß dies der Fall ist. (Die durchschnittliche Arbeitslosigkeit unter den ethnischen Minoritäten beträgt 41 Prozent.) Mehr als vier Fünftel der Familieneinkommen der dortigen Pakistaner und Bangladeschis sind um mehr als die Hälfte niedriger als der nationale Durchschnitt. Das Einkommen der Inder dagegen liegt noch über dem der weißen Engländer. Übrigens hatten 48 Prozent der Pakistanis und 60 Prozent der Bangladeschis entweder keine Schulbildung oder eine auf dem niedrigsten Schulabschlußniveau. Ein Vergleich mit anderen Einwanderergruppen zeigt, daß die Muslime generell geringere schulische Leistungen aufweisen als andere Gruppen, vor allem die Chinesen und Inder. (Für die EU insgesamt gilt, daß 87 Prozent der Einwanderer eine schlechte oder gar keine Schulausbildung vorweisen können; die "bildungsfernsten" Einwanderer finden sich in Deutschland.)
Die Beschäftigungsquote in Schweden beträgt 74 Prozent. Aber bei den türkischen Immigranten sind es nur 42 Prozent, 31 bei den Libanesen, bei den Irakern 21 und den Somalis 12 Prozent. Das heißt 58 Prozent der Türken und 88 Prozent der Somalis stehen in keinem vertraglich geregelten Arbeitsverhältnis.
Ob die mexikanischen Immigranten den Staat mehr kosten, als sie ihm an Steuern zukommen lassen, ist umstritten. Lawrence Harrison faßt die Ergebnisse so zusammen: "Das Steueraufkommen der meisten Immigranten deckt nicht die Kosten für die von ihnen in Anspruch genommenen Leistungen, vor allem dann nicht, wenn man den Ausbildungsbereich berücksichtigt."
Die Mehrzahl der in Deutschland lebenden außereuropäischen Einwanderer sind Muslime, kommen aus der islamischen Welt und teilen einige der für diese Kulturen spezifischen Merkmale. Hinzu kommt, daß die meisten von ihnen nicht der Mittel-, sondern der Unterschicht entstammen, speziell der konservativen ländlichen Unterschicht.
[Mischehen und die Integration der Frau in den heimischen Arbeitsmarkt wären Schlüsselfaktoren, welche durch muslimische Vorstellungen oft versprerrt bleiben. Weiter problematisch: Islam verlangt ein Religionsmonopol, andere Kulturen werden als unrein abgelehnt, Familie geniesst Vorrang vor Gesetz, geringe Lernbereitschaft (kulturelle Arroganz), mangelndes Hinterfragen von Autoritäten]
Laut Datenreport des Integrationsbeauftragten sind 37,9 Prozent der Ausländer in Berlin arbeitslos, gegenüber 17,4 Prozent der Deutschen. Fast 15 Prozent der Ausländer über 65 Jahre beziehen Sozialhilfe, aber nur 1,5 Prozent der Deutschen.
"Erstaunlich ist jedenfalls, wie lange die auf der Hand liegende Erkenntnis, daß die Verschiedenheit der Kulturen sich auch auf ihre wirtschaftliche 'performance' erstreckt, von Ideologen bestritten beziehungsweise außer acht gelassen werden konnte." (Uwe Simson)
Die Kulturanthropologie oder Ethnologie wurde zur Leitwissenschaft dieses Paradigmas, und wie ein Botaniker keine nützlichen oder schädlichen Pflanzen kennt, so waren auch die Kulturen vor Gott und den Ethnologen alle gleich: gleichen Werts. Aber während es der Agrarwissenschaft gestattet war, aus ihrer Nutzenperspektive heraus Pflanzen als nützlich oder schädlich einzustufen, war es im Bereich der Kulturen nicht möglich, pragmatisch nach deren größerer oder geringerer Eignung für wirtschaftliche Entwicklung oder Menschenrechte zu fragen. Zu sehr schien das der kolonialistischen und rassistischen Verachtung fremder Kulturen zu ähneln.
Siegfried Kohlhammer auf eurozine, publiziert am 2.11.06
wirkungslose Investitionen in die Dritte Welt
Korruption, Vetternwirtschaft, Unfähigkeit, geringe Produktivität, keine Gewährung des Rechtsstaates, sich bereichernde Eliten, etc. - kein Umfeld, das zu Investitionen anregt - auch keines, das eine Wirkung von Entwicklungshilfe erhoffen lässt.
