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Samstag, 16. Oktober 2010

wirre, realitätsfremde Linke

Inzwischen wissen auch Linke, dass sie mit den Ideen des Sozialismus nicht mehr punkten können. Deshalb haben sie ihre Rhetorik den neuen Gegebenheiten angepasst. Geblieben ist die Vorliebe, in erster Linie über Werte und Ideen zu diskutieren. Die Probleme, die sich für Wirtschaft und Gesellschaft bei der Umsetzung der propagierten Ideen ergeben, werden ausgeklammert. Politiker und Medienschaffende lieben solche von der Realität losgelösten Wertediskussionen. Mit wenig intellektuellem Aufwand kann man sich als Anhänger neuer, sozialer und gerechter Gesellschaftsmodelle profilieren. Gleichzeitig können die Zweifler mit einem Verweis auf die übergeordnete Stellung der Werte und Ideen als unsozial diskreditiert werden.
Kurt Schiltknecht in der WeWo 40.10, Seite 22.

Mittwoch, 28. April 2010

realitätsfernes Rentensystem in Griechenland

Pavo Prskalo im Blick am Abend vom 27.04.10, Seite 11.

Für die desolate Lage sind somit ausschliesslich griechische Politiker verantwortlich. Die griechische Schuldenquote, gemessen am BIP, ist mit 125 Prozent mehr als doppelt so hoch wie die schweizerische. In den letzten zehn Jahren haben sich die Lohnkosten im Land praktisch verdoppelt. Kein Wunder, dass die Wettbewerbsfähigkeit litt und die Importquote auf ein Drittel anstieg. Die Renten betragen über 110 Prozent des letzten Nettoverdienstes in der aktiven Zeit. Und dies nach sage und schreibe fünfzehn Jahren Erwerbstätigkeit.
Silvio Borner in der WeWo16.10, Seite 22.
Realitätsferne ist für mich gleichzusetzen mit Links. Man träumt von einer besseren Welt fernab von tatsächlichen Gegebenheiten. Doch weiss ich jetzt nicht wie die Regierung zusammengesetzt ist...

Ein anderes Problem liegt in der Demokratie: Derjenige Politiker, der am meisten verspricht - oder Hoffnung macht (Obama) wird gewählt. Nicht jener mit der besten Politik. Das Volk ist zu dumm - auch - oder vor allem - in seiner ganzen Breite. Nicht realistische Lösungen werden gewählt, sondern gut klingende Versprechen.

Mittwoch, 9. Juli 2008

Überbewertung der Universitäten

Stellung der Universitäten und Bologna
Die Bologna-Reform bringt eine Akademisierung.
Der akademische Weg wird überbewertet.
Bei Universitäten fehlt der Bezug zum realen Leben und zur Arbeitswelt oft.
Es gibt nichts Arbeitsmarktferneres als die Universitäten.

Die Ausbildung an den Universitäten muss praxisnaher werden. Bei vielen Uni-Abgängern fehlt schlicht die employability - die Arbeitsmarktfähigkeit.

Es findet eine Anpassung an das Bildungssystem von Ländern statt, die mit ihrer Ausrichtung auf den Arbeitsmarkt ziemlich versagt haben.

Viele glauben, die Wertschöpfung käme allein von Universitätsabgängern. Doch wenn die Universitäten massgebend wären, hätten uns Länder wie Frankreich oder England schon längst überholt. (...) Wir sind berufspraktisch besser ausgebildet als andere - das ist der Kern unseres Reichtums.
Kosten
Das Berufsbildungssystem ist aber sicher das kostengünstigste und effizienteste. Ein Lehrling kostet den Staat jährlich etwa 8000 Franken, den Rest bezahlen er und sein Betrieb selber. Ein Gymnasiast dagegen kostet den Staat durchschnittlich 20 000 Franken pro Jahr.

Rudolf Strahm im Interview mit Philipp Gut und Andreas Kunz in der WW27.08, Seite 46ff