Man setzt auf Quantität statt auf Qualität. Dabei wird verdrängt, dass aus Sicht der Gesellschaft eine hohe Zahl Studierender noch keinen besonderen Wert darstellt. Viel mehr interessiert, ob die Steuergelder dafür sinnvoll eingesetzt werden. Und hier sind Zweifel angebracht. Heute verlassen rund 30 Prozent der Studierenden die Hochschule ohne Abschluss. Zudem sind in der Schweiz gemäss OECD 23 Prozent der 25- bis 29-jährigen mit einem Hochschulabschluss nicht ausbildungsadäquat beschäftigt. Fast die Hälfte der jungen Erwachsenen, die ein Studium beginnen, kommen also nicht bei ihrem ursprünglichen Berufsziel an.
Die im internationalen Vergleich hohe Qualität unseres tertiären Bildungssystems kann angesichts dieser Fehlanreize nicht über zusätzliche Subventionen, sondern nur mit einer grundlegenden Reform der Finanzierung gesichert werden. Wir brauchen eine Finanzierung, die Qualität und nicht Quantität belohnt, einen sinnvollen Wettbewerb zwischen staatlichen und privaten Anbietern fördert und sich an den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes orientiert. Der Weg dazu führt über die Einführung einer nachlaufenden Studiengebühr. Dies bedeutet, dass die Absolventen einer Hochschule nach dem Abschluss oder Abbruch ihres Studiums eine Abgabe bezahlen, deren Höhe sich nach der Anzahl der absolvierten Semester bemisst.
Kurt Weigelt in der NZZaS vom 27.11.11., Seite 21.
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Sonntag, 8. Januar 2012
Nachlaufende Studiengebühren setzen neue Anreize
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Sonntag, 14. Februar 2010
Schweizer Finanzplatz, 2005
Schweizer Finanzplatz weltweit führend in Bezug auf Innovation (strukturierte Produkte, alternative Anlagen, Hedge Funds) und in der Qualität der unterstützenden Dienstleistungen (Back Office)
In der Schweiz erwirtschaften die Banken mit rund 3 % der Arbeitsplätze 11 % des Bruttoinlandproduktes.
Bei Banken: seit 1990 im Inland mehr als 20'000 Stellen oder fast 20 % abgebaut. Gleichzeitig hat die Zahl der Mitarbeiter in ausländischen Geschäftsstellen um 5'500 oder 70 % zugenommen.
Kosten der Bankenregulierung
(gemäss einer Studie des Zürcher Instituts für Schweizerisches Bankwesen)
Gesamtschulden der öffentlichen Haushalte:
Ausgaben für die soziale Sicherheit
In der Schweiz erwirtschaften die Banken mit rund 3 % der Arbeitsplätze 11 % des Bruttoinlandproduktes.
Bei Banken: seit 1990 im Inland mehr als 20'000 Stellen oder fast 20 % abgebaut. Gleichzeitig hat die Zahl der Mitarbeiter in ausländischen Geschäftsstellen um 5'500 oder 70 % zugenommen.
Kosten der Bankenregulierung
(gemäss einer Studie des Zürcher Instituts für Schweizerisches Bankwesen)
- für Grossbanken auf 4,1 % ihrer Gesamtkosten
- für Vermögensverwaltungsbanken auf 4,5 %
- für die kleineren Institute sogar auf 9,8 & der Gesamtkosten.
Gesamtschulden der öffentlichen Haushalte:
- 1990: 98 Milliarden CHF, 30% des BIP
- 2004: 253 Milliarden CHF. 56% des BIP
Ausgaben für die soziale Sicherheit
- Schweiz 2003: 130 Mrd. CHF, ca. 30% des BIP
- OECD-Durchschnitt: ca. 22%
- Durchschnitt der 15 alten EU-Staaten: ca. 24 %.
- Schweiz 1990: 63 Mrd. CHF, 19,3%
- Schweiz 1970: 10,8 Mrd CHF, 11 %
Samstag, 16. Januar 2010
Ausbleibender muslimischer Boykott
Weil Tagesschwankungen des Dollarkurses grössere Auswirkungen haben als Sanktionen aus dem islamischen Raum. Weil muslimische Kunden wie alle vernunftbegabten Wesen nicht ins religiöse Bekenntnis der Geschäftspartner investieren, sondern in die Qualität von Produkten und Dienstleistungen. Und weil kein einziger muslimischer Tourist in die Schweiz fliegt, um Minarette zu besichtigen.
Christoph Mörgeli in der WeWo1.10, Seite 20.
Samstag, 14. November 2009
Landwirtschaft: auf Premiumprodukte setzen
Da wir mehrheitlich qualitativ hochstehenden, teuren Käse ausführen, ist die Handelsbilanz klar positiv. Entscheidend ist die Wertschöpfung, nicht die Menge.
Wer Brotgetreide produziert, hat zum Biespiel durchaus eine Chance, und bei Gemüse können sich die Bauern über die Frische und Bioproduktion von der Massenware abheben.
Wichtig ist zudem, die Kosten zu reduzieren. Etliche Bauern haben nach wie vor einen eigenen, teuren, oft schlecht ausgelasteten Maschinenpark. Darauf kann der Bund hinweisen. Er will den Bauern aber nicht alles diktieren.
Doris Leuthard im Interview mit Stefan Bühler und Markus Häfliger in der NZZaS vom 1.11.09, Seite 12.
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Donnerstag, 15. Januar 2009
Zuwanderung, Qualität und Wohlstand
Ist die Personenfreizügigkeit wirklich im Schweizer Interesse, braucht es keine Drohungen [seitens der EU].
Ungebremste Zuwanderung verwässert die Qualität.
Als reiches Land wird [die Schweiz] eine unkontrollierte Zuwanderung mit Wohlstandsverlusten bezahlen.
Roger Köppel in der WW2/09, Seite 5.
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Mittwoch, 15. Oktober 2008
Counterfeits and Piracy
Fälschungen aus den Ferien mit nach Hause zu nehmen ist seit dem 1. Juli 2008 sogar für den kleinen Eigengebrauch verboten. Die Behörden verweisen auf mögliche Gesundheitsschäden bei Kopien, v.a. bei Medikamenten. Klar, Medis sollte man vielleicht schon nicht aus unsicheren Quellen beschaffen. Doch das liegt in der Eigenverantwortung. Wenn ich gerne möchte, darf ich doch zu mir nehmen, was ich will! Immer mehr Produkte aus dem Ostblock oder aus China dürfen offiziell importiert werden, obwohl die Ostblock-Europa-Qualität nicht unbedingt viel besser sein muss.
Unverständnis habe ich bei Kopien von Uhren oder Bekleidung. Ich finde es legitim, ein Produkt günstig zu produzieren und entsprechend auf dem Markt anzubieten. Allerdings unterstütze ich träge Grossunternehmen nicht, die sich faul auf ihren Patenten ausruhen und so Milliarden scheffeln. Wieviel des Gewinns von Novartis/Nike, etc. gehen auf ihre Marktfähigkeit zurück und wieviel profitieren sie von gesetzlichen Restriktionen wie Patenten? Damit werden sie zu einer staatlich geschützten Industrie und die Planwirtschaft hat gezeigt, wie kompetitiv diese sind.
Unverständnis habe ich bei Kopien von Uhren oder Bekleidung. Ich finde es legitim, ein Produkt günstig zu produzieren und entsprechend auf dem Markt anzubieten. Allerdings unterstütze ich träge Grossunternehmen nicht, die sich faul auf ihren Patenten ausruhen und so Milliarden scheffeln. Wieviel des Gewinns von Novartis/Nike, etc. gehen auf ihre Marktfähigkeit zurück und wieviel profitieren sie von gesetzlichen Restriktionen wie Patenten? Damit werden sie zu einer staatlich geschützten Industrie und die Planwirtschaft hat gezeigt, wie kompetitiv diese sind.
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Dienstag, 10. Juni 2008
moderne Kunst
Kunst ist ein selbstreferenzielles System. Wie Religion, die Psychoanalyse oder der Aktienmarkt. Die Definitionsmacht der Kunst liegt bei Galeristen, Kunsthändlern, Auktionatoren und Art-Consultants, wie sie die Art-Banking-Abteilung der UBS beschäftigt. Sie sorgen dafür, dass aus Kunstwert Geldwert wird. Natürlich lassen sie sich beraten. Von Art-Consultants, Auktionatoren, Kunsthändlern, Galeristen - ein hermetisch geschlossenes System. Dieses hat in den letzten Jahren Kunst zum ultimativen Luxusprodukt veredelt. Rauschkaufen ist das Gesellschaftsspiel der Happy Few geworden und Kunst die Mätresse des Kapitals.
Von der Art Basel eine Qualitätsdebatte zu erwarten, ist ähnlich naiv, wie den Papst zu bitten, in der Öffentlichkeit über sein Sexleben zu sprechen.
Daniele Muscionico in der WW23.08, Seite 40.
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