Pro Haushalt bezahlt der Schweizer verglichen mit dem Österreicher jährlich 3000 Franken zu viel für landwirtschaftliche Produkte. Die hohen Preise und Zölle bestrafen Haushalte mit kleinem und mittlerem Einkommen. Im Tirol ist die Landschaft besser gepflegt als in der Schweiz, die Bauern sind beweglicher und glücklicher.
Wir haben eine Million Hektar in der Schweiz. Diese müssen endlich effizient und umweltfreundlich bewirtschaftet werden. 4000 Franken Direktzahlungen im Durchschnitt sind genug. Das gibt für einen 50-Hektar-Betrieb 200‘000 Franken pro Jahr. Nicht schlecht. 20‘000 Betriebe reichen aus. Wie viele Bauern es am Schluss sein werden, soll der Markt entscheiden, nicht die Politik.
Die Schweizer Landwirtschaft muss produktiver werden. Ein Teil der jungen Bauern käme problemlos in anderen Branchen unter. Das würde die von der SVP befürchtete Zuwanderung etwas bremsen. Und wir hätten weniger unterbeschäftigte Bauern im Nationalrat.
Peter Bodenmann im Blick am Abend vom 14.08.2012, Seite 2.
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Mittwoch, 15. August 2012
Strukturwandel in CH-Landwirtschaft notwendig
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Dienstag, 15. November 2011
Fälliger Agrarpotektionismus wird von Bauern aufrecht erhalten
Die Grenzen gehen so oder so auf.Fritz Rothen, Geschäftsführer IP SuisseDie Abschottung ist mittelfristig nicht haltbar.Ruedi Hadorn, Direktor des Schweizer FleischfachverbandsDie Schweizer Bauern müssen exportfähig werden.Martin Schläpfer, Migros-VertreterDie meisten Bauernfunktionäre stecken den Kopf in den Sand. Es ist bedenklich, dass rückwärtsgerichtete landwirtschaftliche Kreise jede Form von Marktöffnung bekämpfen, dabei ist diese nicht mehr zu verhindern.Jürg Niklaus, Geschäftsführer von IgasBauernlobby ist
- gegen den freien Import von Lebensmitteln (Cassis-de-Dijon-Prinzip), Volksinitiative pendent
- für den Abbruch der Verhandlungen über ein Agrarabkommen mit der EU
- Widerstand gegen ein Freihenadeslabkommen mit China
Wir sehen einen grundsätzlich anderen Lösungsweg. Gute Qualität zu guten Preisen. Bei einer völligen Grenzöffnung können Schweizer Bauern nur noch Spezialitäten wie Käse und Wein für Reiche auf der Welt produzieren. Die Schweizer dagegen müssen schlechtere Ware auf dem Weltmarkt kaufen.Sandra Helfenstein, Sprecherin des BauernverbandsBenjamin Trommer in der NZZaS vom 13.11.11, Seite 14.
Die Argumentation des Bauernverbands
- Verstösst gegen die Prinzipien des freien Markts
- Schränkt das Angebot ein, welches Schweizern unterbreitet werden könnte
- zwingt den Schweizern hohe Preise auf (keine Wahlmöglichkeit)
Donnerstag, 13. Oktober 2011
Verwöhnte Bauern erden
- Budget 2012/2013 für die Landwirtschaft: 6,858 bnCHF, davon 5,626 bnCHF Direktzahlungen. Damit ist das Schutzniveau der Landwirtschaft im internationalen extrem hoch.
- Bauern werden zusätzlich zu den Direktzahlungen immer noch über Preisstützungen unterstützt.
- 2009 betrug das landwirtschaftliche Einkommen je Betrieb 60‘300 CHF.
- Heute gibt es 60‘000 Bauernhöfe. 25‘000 würden reichen.
Bauern kriegen heute mit 2,5 bnCHF fast so viel
Direktzahlungen vom Bund, wie die Sozialhilfeausgaben betragen.
Der Vergleich ist gut. Der Staat verwendet in beiden
Fällen Steuergelder, um Personen zu helfen, die selber nicht genug verdienen.
Doch die Direktzahlungen für Bauern sind vermehrt an Leistungen – etwa in die
Landschaftspflege – geknüpft.
Experten schlagen vor, Subventionen an Jungbauern zu
streichen. Sind Sie einverstanden?
Ich glaube, dass man die in einem staatlichen
Unterstützungssystem gross gewordenen Bauern nicht einfach fallen lassen kann.
Jungbauern sollte man aber klar signalisieren, dass sie langfristig nicht damit
rechnen können, zwei Drittel ihres Einkommens vom Staat und über staatlich
erhöhte Preise zu erhalten.
Streichen sollte man direkt nach der Ausbildung die
reinen Transfers – man erhält Subventionen, weil man Bauer ist – und die
Produktionsunterstützungen.
Das bedeutete, dass viele zu Sozial- bzw. IV-Fällen
würden.
Nein. Unternehmerisch denkende Jungbauern in
grösseren Betrieben werden ihre Chance sehen und dem Staat kaum zur Last
fallen. Andere steigen erst gar nicht ein.
Rolf Weder, Professor für Aussenwirtschaft und
Europäische Integration an der Uni Basel, im Interview von Elisabeth Rizzi in
20min vom 25. Januar 2011, Seite 12
Samstag, 3. September 2011
Bauernfinanzierung: Einzonungsgewinne erübrigen Direktzahlungen
Die Auswüchse der protektionistischen SVP-Bauernflügels führen zu jährlichen Direktzahlungen an die Bauern in Milliardenhöhe. Was bei der Finanzierung der teuren Bauern vergessen wird, sind die Grundstückgewinne, welche die Einzonung von Agrarland bringen: über 2 Mrd. CHF. Ich fordere die Abschaffung der Direktzahlungen unter dem Verweis auf diese Gewinne.
NZZaS vom 28.8.11, Seite 13.
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Montag, 8. August 2011
Hoffen auf zunehmendes Bauernsterbern
Betriebsaufgaben bedeuten, dass die Betriebe von anderen übernommen werden und zu grösseren Konglomeraten zusammengeschlossen werden. Damit einher geht eine Modernisierung, der Betrieb wird effizienter und ökologischer, wovon Nutztiere und Umwelt profitieren.
Bauernhofpopulation
- CH (2011): -1.6%
- CH (90er): -2.7%
- D (2011): -2.6%
- F (2011): -3.5%
In der Schweiz geben nicht zu viele Landwirte ihre Höfe auf, sondern zu wenige.
bto in der NZZaS vom 07.08.2011, Seite 15.
Mittwoch, 25. Mai 2011
unverschämt teure Bauern
Die Revision des Direktzahlungssystems für die Landwirtschaft sollte ein grosser Wurf werden. Herausgekommen ist eine Zementierung des derzeitigen Systems. Die Schweizer Bauern werden auch in Zukunft aus dem Subventionstopf schöpfen wie keine andere Berufsgruppe.
Subventionskatalog des Bundesamts für Landwirtschaft: Kaum ein bäuerlicher Handgriff, der nicht abgegolten wird.
Für drei Prozent der Bevölkerung, die direkt mit der Landwirtschaft verbunden sind (die Wirtschaftsleistung der Branche liegt bei einem Prozent), bezahlt der Bund jedes Jahr rund 2,8 Milliarden Franken an Direktzahlungen für sogenannte gemeinwirtschaftliche Leistungen.
Kein Wunder, waren die Verantwortlichen in der Gemeinde Hofstetten im Kanton Zürich überrascht, als letztes Jahr vier Landwirte ein Beitragsgesuch für 1050 Bäume einreichten. Da die Gemeinde fünfzig Franken pro gepflanzten Hochstammobstbaum bezahlt, forderten die Bauern 52 500 Franken, zehn Prozent des Gemeindesteueraufkommens.
Im Durchschnitt kassiert heute ein Schweizer Landwirtschaftsbetrieb jährlich rund 50 000 Franken an Direktzahlungen. Im Berggebiet sind es 60 000. Spitzenreiter ist eine Betriebsgemeinschaft mit mehreren Familien, die 500 000 Franken an Direktzahlungen bezieht, wie die NZZ am Sonntag kürzlich publik machte. International ist die Schweiz bereits heute Weltmeister, was die Subventionierung der Landwirtschaft betrifft. Gemäss einem OECD-Bericht aus dem Jahr 2009 liegt sie mit Subventionen in der Höhe von 61 Prozent des bäuerlichen Einkommens weltweit an dritter Stelle, abgehängt nur von Ländern wie Korea und Norwegen. Zum Vergleich: Neuseeland subventioniert das Einkommen seiner Bauern mit einem Prozent, die USA das ihrer Farmer mit zehn und Kanada seines mit achtzehn Prozent.
Carmen Gasser in der WeWo10.11
Das System der Direktzahlungen trägt dazu bei den Strukturwandel zu verlangsamen. Man muss sich fragen, was man will: Eine soziale Landwirtschaft oder eine effiziente.
Bernard Lehmann, Professor für Agrarwirtschaft an der ETH im Artikel von Carmen Gasser in der WeWo10.11
Durchschnittlich rund 40 Prozent der landwirtschaftlichen Wertschöpfung in den EU-Staaten machen Subventionen aus. In der Schweiz sind es zirka 57 Prozent – weniger als im topografisch und kulturell vergleichbaren Österreich (60 Prozent).Ich halte fest:
Peter Keller in der WeWo11.11, Seite 38.
Rein wirtschaftlich betrachtet, wäre es für die Schweiz sinnvoller, sämtliche Rohstoffe und Lebensmittel aus dem Ausland zu importieren.
Hansjörg Walter in der WeWo11.11, Seite 39.
- Wirtschaftlich machen die Schweizer Bauern nicht viel Sinn, im Gegenteil. Ist uns dieser Unsinn, bzw. Investition in Tradition und Lifestyle jährlich mehrere Milliarden wert? Das Argument des verschönerten Landschaftsbildes ist hinfällig, hat die unberührten Natur doch auch ihren Reiz, für 0 CHF.
- Die Bauern lieben die Komplexität des jahrzehntelang erstellten Bezugssystems ihrer Zuwendungen, da sie damit einen Grossteil ihrer potentiellen Kritiker ausschalten können.
- Nebst der sonst schon teuren Schweiz, sind ihre Bauern noch teurer. Als Anführer dieser Rangliste erschwert die Schweizer Landwirtschaft den globalen Handel besonders und schadet damit der Landwirtschaft auch in der Dritten Welt. Durch die Reduktion von Subventionen würden Produkte aus Entwicklungsländern auch hier marktfähig und grosse Teile der Entwicklungshilfe würden überflüssig.
Umzonung von Landwirtschaftszonen soll Subventionen ersetzen/reduzieren
Selbst die «Subventionen», die man nicht sieht, bleiben weiterhin erhalten. So sacken die Bauern Jahr für Jahr Bauland-Profite ein und erzielen damit astronomische Gewinne. Jedes Jahr, so berechnete Daniel Müller-Jentsch, Ökonom bei Avenir Suisse, wird durch Neueinzonungen von Landwirtschafts- in Bauland ein Wert von rund zwei Milliarden Franken geschaffen. Wie schnell und wie viele Bauern zu Millionären werden können, zeigt sich am Beispiel des Kantons Zug. Dort wurden zwischen dem Jahr 2005 und 2010 (nachdem in den Jahren zuvor kaum Einzonungen gemacht worden waren) Flächen im Wert von rund 1,5 Milliarden Franken eingezont. Mit einem magistralen Handgriff sozusagen hatten zig Bauern für immer ausgesorgt. Lag der Wert eines Quadratmeters zuvor gemäss bäuerlichem Bodenrecht zwischen zehn und zwanzig Franken, so stieg dieser nach der Einzonung auf durchschnittlich 1500 bis maximal 3000 Franken. Zwischen fünfzehn und dreissig Millionen konnte ein Bauer einstreichen, der einen Hektar verkaufte, und für immer Urlaub in der Karibik machen. Doch selbst dieser Bauer hätte gemäss dem neuen Revisionsgesetz Anspruch auf leistungsbezogene Direktzahlungen, sollte er wieder ins Heimatland zurückkehren.
Carmen Gasser in der WeWo10.11, Seite
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Dienstag, 3. Mai 2011
Lokal und global schädlicher Agrarprotektionismus
3,5 Milliarden Franken Direktzahlungen pro Jahr schaden dem schweizerischen Steuerzahler und behindern mit durchschnittlich 50 000 Franken pro Jahr und Betrieb den Strukturwandel.
Sehen wir uns kurz einen Preisvergleich auf Produzentenstufe mit dem
vergleichbaren Nachbarland Österreich an. Zwischen 50 und 100 Prozent mehr gibt
es in der Schweiz für Milch, Rind, Kalb und Schwein. Bei Getreide liegen unsere
Preise eher 200 Prozent höher, und beim Gemüse kann es auch dreimal so hoch
sein. Mit Freihandel würden diese Preisunterschiede natürlich weitestgehend – nach unten – eingeebnet. Das hohe Preisniveau in der Schweiz ist nur dank der nach wie vor starken Marktabschottung zu halten, wobei aufgrund von ausländischem Druck die Mengenbeschränkungen durch prohibitive Zölle abgelöst werden mussten.
Der Agrarprotektionismus ist ein massives Hindernis für Schwellen- und Entwicklungsländer. Diese pochen denn auch laut und deutlich auf die Liberalisierung, wogegen sich unsere Bauernlobby erfolgreich zur Wehr setzt.
Ernährungssouveränität ist ein besonders übles Konzept. Wenn jedes Land sich selber versorgen müsste, würden Unterernährung und Hunger in weiten Teilen
der Welt dramatisch ansteigen. Und was auf meinen Teller kommt, möchte ich vorderhand schon noch selber bestimmen.
Wenn wir die stark wachsende Weltbevölkerung besser ernähren wollen, brauchen wir einen möglichst globalen Agrarfreihandel. Darüber hinaus benötigt dies aber auch viel «Chemie», eine Industrialisierung und – jawohl – auch gentechnisch veränderte resistentere Pflanzen, die mit viel weniger Wasser und Pestiziden auskommen oder kein erosionsförderndes, die Biodiversität zerstörendes und CO2-freisetzendes Umpflügen mehr erfordern.
Silvio Borner in der WeWo17.11, Seite 21.
Dienstag, 26. April 2011
Umschichtung der Direktzahlungen macht teure Bauern noch fauler
Die 2.8 bnCHF Direktzahlungen an Schweizer Bauern werden offiziell wegen folgenden Gründen ausgeschüttet:
Grundleistugnen
- Versorgungssicherheit der Schweiz
- Erhalt des Kulturlandes
spezifische Leistungen
- Förderung der Biodiversität
- Landschaftspflege
- Tierwohl
Der erste Punkt (Versorgungssicherheit) macht bereits 1 bnCHF aus und wird für die Bewirtschaftung des Hofes ausgegeben, also den Bauern bezahlt fürs Bauern sein. Jetzt wollen die Bauern diesen Anteil erhöhen, noch mehr Geld fürs Sein als aufgrund von Leistungen.
In Anlehnung an Stefan Bühler in der NZZaS vom 24.04.2011, Seite 12.
Absolute Fehlentwicklungen auf einem krankhaft hohen Niveau. Drastische Reduktion der Direktzahlugnen, bspw. auf einen Zehntel: 250 mCHF/Jahr.
Freitag, 4. März 2011
masslose Direktzahlungen

Quelle: NZZaS
Zwar ist bekannt, dass der Bund jedes Jahr 2,8 Milliarden Franken Direktzahlungen ausrichtet, im Durchschnitt 51 400 Franken pro Betrieb. Doch diese Höchstbeträge sind sogar Insidern neu. SVP-Nationalrat Hansjörg Walter, Präsident des Bauernverbandes (SBV), weiss nur, dass einzelne Betriebe «über 100 000 Franken» erhalten.
So liegt mit 94 000 Franken Direktzahlungen pro Betrieb der Kanton Jura an der nationalen Spitze (vgl. Grafik) - just jener Kanton also, wo Landwirtschaftsministerin Doris Leuthard einst von protestierenden Bauern mit Gummistiefeln beworfen wurde. Das Wallis mit den kleinsten Betrieben hat derweil die durchschnittlich tiefsten Beträge. Das macht deutlich: Der wichtigste Faktor für die Höhe der Direktzahlungen sind die Flächenbeiträge. Nur der kleinere Teil der 2,8 Milliarden des Bundes wird heute hingegen für besondere Leistungen ausbezahlt.
Stefan Bühler in der NZZaS vom 27.02.2011, Seite 13.
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Bauern in Diva-Position
Je mehr der Durchschnittsschweizer sein Geld im harten Wettbewerb mit einer weltweiten Konkurrenz verdient, desto weniger wird er bereit sein, (...) deutlich mehr als EU-Nachbarn für landwirtschaftliche Produkte zu bezahlen.
Benjamin Tommer in der NZZaS vom 27.02.2011, Seite 21.
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Samstag, 14. November 2009
Landwirtschaft: auf Premiumprodukte setzen
Da wir mehrheitlich qualitativ hochstehenden, teuren Käse ausführen, ist die Handelsbilanz klar positiv. Entscheidend ist die Wertschöpfung, nicht die Menge.
Wer Brotgetreide produziert, hat zum Biespiel durchaus eine Chance, und bei Gemüse können sich die Bauern über die Frische und Bioproduktion von der Massenware abheben.
Wichtig ist zudem, die Kosten zu reduzieren. Etliche Bauern haben nach wie vor einen eigenen, teuren, oft schlecht ausgelasteten Maschinenpark. Darauf kann der Bund hinweisen. Er will den Bauern aber nicht alles diktieren.
Doris Leuthard im Interview mit Stefan Bühler und Markus Häfliger in der NZZaS vom 1.11.09, Seite 12.
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Samstag, 24. Oktober 2009
Milch in der Schweiz
Gab eine gute Kuh in den sechziger Jahren 10 bis 12 Liter Milch am Tag, liegt der Wert heute bei 25 bis 30 Litern. Spitzentiere geben gar über 40 Liter Milch. Zum Vergleich: 1960 gab es in der Schweiz 940'000 Milchkühe, die im Jahr 2,3 Millionen Tonnen Milch produzierten. 2008 wurden bei 730'000 Tieren 3,4 Millionen Tonnen Milch gemolken.
- Zäher Knochenbau, grosses Euter, das sehr viel Milch produziert!
- Prachtexemplare
- perfektionierte Zucht
- Die Kühe haben Euter, so gross und schwer, dass sie einen Menschen erschlagen könnten.
- Der Kenner hebt der Kuh den Schwanz, um sich freie Sicht auf das enorme Milchproduktions-Organ zu verschaffen
137'380 Milchproduzenten gab es um 1950 in der Schweiz. Im Jahr 2000 waren es noch 39'890. Letztes Jahr wurden 27'196 Milch-Betriebe gezählt.
Christine Brand in der NZZaS vom 11.10.09, Seite 22.
Montag, 8. Juni 2009
Schweizerischer Bauernverband (SBV)
Der Schweizerische Bauernverband (SBV) ist ein Zusammenschluss aus 25 Kantonalverbänden und vertritt die Interessen der 62'000 Bauernfamilien in der Schweiz. Die Schweizer Bauern erwirtschaften hauptsächlich mit Vieh- und Acker-Produktion einen Jahresumsatz von 10 Mrd. CHF, wobei rund ein Drittel in Form von Direktzahlungen und verschiedenen Stützungsmassnahmen in die Kassen der Bauern fliesst. Der Beitrag der Landwirtschaft zum BIP beträgt 0.8% zusammen mit den vor- und nachgelagerten Betrieben und den bäuerlichen Investitionen rund 8% (Schätzung des Verbandes).Zum Vergleich:
Daniel Puntas Bernet in der NZZaS vom 7.6.09, Seite 41.
Im Finanzsektor arbeiten gut 4mal mehr Leute und erwirtschaften rund 15mal mehr Wertschöpfung (0.8% des BIP vs. 12% des BIPs). Banken bezahl(t)en jährlich 10 bis 15 Mrd. Steuern, wobei die Bauern von 10 "erwirtschafteten" Mrd. knapp 4 vom Staat geschenkt bekommen.
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Mittwoch, 25. Februar 2009
Steuern auf Ressourcen
Ich habe schon einmal erwähnt, dass es unfair ist, auf Arbeit und Leistung eine Steuer zu erheben. Damit betraft man jene, die sich eigentlich vorbildlich benehmen und faule Profiteure werden damit indirekt belohnt. Steuern, im Sinne eines anreizbeeinflussenden Maluses, sind dort zu erheben, wo sie von "schlechtem" Handeln abhalten sollten.
Da nun aber schwierig die Arbeitslosen besteuert werden können und die Arbeitssamen steuerfrei leben dürfen, empfiehlt es sich bei den Ressourcen anzusetzten. Jener, der mehr Ressourcen verbraucht, zahlt mehr Steuern. Das wäre ein super Ansatz. Die Arbeitenden zu besteuern war keine durchdachte Idee. Wären Ressourcen steuerpflichtig, wären die richtigen Anreize geschafft, nachhaltig und bewusst zu leben. btw: Bauern dürften dann mal ordentlich abdrücken und Banken wären auf einen Schlag fast steuerfrei :-)
Da nun aber schwierig die Arbeitslosen besteuert werden können und die Arbeitssamen steuerfrei leben dürfen, empfiehlt es sich bei den Ressourcen anzusetzten. Jener, der mehr Ressourcen verbraucht, zahlt mehr Steuern. Das wäre ein super Ansatz. Die Arbeitenden zu besteuern war keine durchdachte Idee. Wären Ressourcen steuerpflichtig, wären die richtigen Anreize geschafft, nachhaltig und bewusst zu leben. btw: Bauern dürften dann mal ordentlich abdrücken und Banken wären auf einen Schlag fast steuerfrei :-)
Dienstag, 28. Oktober 2008
Landwirtschaftskosten
Das traurigste Beispiel für die Wirkung einer staatlich gelenkten Ökonomie ist die Landwirtschaft, die sich mit Hilfe der Politik jahrzehntelang gegen die Schaffung optimaler Strukturen gewehrt hat. Die konstante Weigerung, die Gesetze des Marktes anzuerkennen, kostet den Steuerzahler derzeit über 4 Milliarden Franken jährlich; dazu kommen überhöhte Preise für die Konsumenten, die etwas weniger präzis erfasst werden können. Überschlagsmässig gerechnet, hat die schweizerische Staatslandwirtschaft in den letzten zwanzig Jahren Kosten von gegen 150 Milliarden Franken verursacht. Erschreckender als die Riesensumme ist der langfristige Effekt: Die Staatshilfen (von den klassischen Subventionen über den Grenzschutz bis zu den Direktzahlungen) haben die Branche nicht etwa gestärkt, sondern immer weiter vom internationalen Wettbewerb entfernt, von der Politik abhängig gemacht, also nachhaltig geschwächt.Also wenn die Weltwoche ein SVP-Blatt ist, dann aber keines des Bauernflügels - und das ist ja das Abstossendste an der SVP... :-)
Urs Paul Engeler, Andreas Kunz und Markus Somm in der WW43.08, Seite 12ff.
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Dienstag, 10. Juni 2008
Agronationalismus
Die Landwirtschaft soll nicht mehr Marktgesetzen unterstehen:
Eine Reihe von aufgeregten dringlichen Interpellationen aus den sozialdemokratischen und grünen Fraktionen verlangen unter diesem Titel ein Moratorium der WTO-Verhandlungen und zielen gar darauf, «dass der Landwirtschaftsbereich der WTO entzogen und an die Uno übertragen wird», dass also, mit klareren Worten, die Landwirtschaft nicht länger ökonomischen Gesetzen zu folgen habe, sondern nach politischen, planwirtschaftlichen Zwängen organisiert werden müsse.Die Neue Bauernkoordination Schweiz (NBKS) fordert deshalb:
Der Milchpreis soll in die Hände der Bauern kommen, so dass die Bevölkerung insgesamt wieder Ernährungssouveränität erlangt.Sich dabei auf die Ernährungssouveränität zu berufen ist lächerlich. Der Plan Wahlen konnte im Zweiten Weltkrieg unter grössten Anstrengungen knapp 4,2 Mio. Einwohner versorgen. Heute beträgt der Selbstversorgungsgrad der Schweiz 55 Prozent. Die NBKS sieht die "Vergewaltigung der nationalen Souveränität" bei 60 Prozent wieder überwunden. Ja genau!
Urs Paul Engeler in der WW23.08, Seite 12f.
Dienstag, 29. April 2008
zu teure CH-Bauern
2001 wurde in Dauha (Katar) ein Bestreben lanciert, welches den Welthandel zugunsten der Entwicklungsländer liberalisieren will. In einem Vorschlag vom 8. Februar 2008 sollen die Agrarzölle weltweit durchschnittlich um 54 Prozent sinken. Weil die Schutzzölle in der Schweiz "überdurchschnittlich hoch" (Walter) sind müssten diese sogar um 73 Prozent sinken.
Das würde die Schweizer Bauern "extrem stark treffen", so Hansjörg Walter SVP-Nationalrat und Präsident des Bauernverbandes. Ja hoffentlich auch: bei extrem zu hohen Preisen muss auch eine extreme Massnahme ergriffen werden!
Mit der Marktöffnung könnten sich die Schweizer Bauern im europäischen Absatzmarkt profilieren.
Dass sich die Schweizer Bauern hier fernab jeglicher Realität bewegen bestätigt auch Remigi Winzap, Chef der Sektion WTO im Wirtschaftsdepartement:
Das würde die Schweizer Bauern "extrem stark treffen", so Hansjörg Walter SVP-Nationalrat und Präsident des Bauernverbandes. Ja hoffentlich auch: bei extrem zu hohen Preisen muss auch eine extreme Massnahme ergriffen werden!
Mit der Marktöffnung könnten sich die Schweizer Bauern im europäischen Absatzmarkt profilieren.
Wir haben nur in wenigen Bereichen eine Chance auf dem europäischen Markt: beim Käse, bei Milchprodukten oder Fleischspezialitäten. In andern Bereichen, etwas beim Gemüse, haben wir kaum eine Chance. (Walter)Schwache Schweizer Bauern! Kaum international konkurrenzfähig. Warum?
Die grössten Differenzen haben wir bei den Bauten, beim Personal und den Landpreisen. (Walter)
- Das Land gehört ja oft den Bauern und hat damit schon manchen zum Millionär gemacht.
- Die Bauten sind offensichtlich zu üppig.
- Der Lohn ist ebenfalls nicht gerechtfertigt, wenn er 2007 um 17 Prozent gestiegen ist im Vergleich zum Vorjahr und gleichzeitig zu mehr als 80% vom Staat finanziert wird.
Dass sich die Schweizer Bauern hier fernab jeglicher Realität bewegen bestätigt auch Remigi Winzap, Chef der Sektion WTO im Wirtschaftsdepartement:
Unsere Positionen sind zu weit von möglichen Kompromisslösungen entfernt.
Hansjörg Walter im Interview mit Stefan Bühler und Markus Häfliger in der NZZaS vom 27.4.08, Seite 14.
Samstag, 12. Januar 2008
Brunner neuer SVP-Präsident
Toni Brunner soll der neue SVP-Präsident werden. Das finde ich gut. Die Macht des Agrar- und des wertkonservativen Flügels relativiert wird sich, weil sich die SVP mit Toni Brunner wieder mehr auf ihre bäuerliche Basis besinnen wird. Das bedeutet, dass der Split mit dem Freisinn verdeutlicht wird. Der konstruktive Wirtschaftsflügel könnte wieder zur FDP zurück finden. Die SVP wäre wieder SVP, die FDP wieder FDP :-) Fast zu schön um wahr zu sein...
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Freitag, 4. Januar 2008
rechts-bürgerliche Staatsparasiten
Lehrer, Beamte, Verwaltungsangestellte: Sie alle verdanken dem Staat ihr täglich Brot. Entsprechend wählen sie staatsaufpauschende Linke Parteien. Ebenso die Sozialfälle, welche - stossenderweise immer noch - eine Stimme haben. Deren parasitären Eigennutz beim Wählen ist offensichtlich. Von der Linken kann man also keine selbsttragenden Lösungen erwarten. Sie sind dazu nicht fähig.
Doch auch auf der vermeintlich rechten Seite sind solche Gestalten anzutreffen:
Doch auch auf der vermeintlich rechten Seite sind solche Gestalten anzutreffen:
Im Nationalrat sitzen 15 SVP-Bauern (...) Sie alle leben zu mehr als 80 Prozent vom Staat und verdienen sich in parastaatlichen Organisationen die Butter auf ihr Brot. Vorsicht ist die Mutter ihrer Subventionen und Tantiemen.Das können - per definitionem - keine rechten Politiker sein. Es bestätigt meinen Zwiespalt mit der SVP. Die SVP ist hier nicht bürgerlich, sondern staatlich am Umverteilen. Das sind halt die Kosten, welche der rechte Freisinn damals in Kauf nehmen musste, damit seine Stimme in einer Demokratie erhört wird.
Peter Bodenmann in der Weltwoche 1.08, Seite 17
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