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Mittwoch, 23. November 2011

Steuersituation der UBS


Die UBS verfügt in der Schweiz wegen früherer Verluste noch über Steuerguthaben von 4,7 Mrd. Fr. Wann werden Sie wieder Steuern zahlen? 
Die UBS bezahlt heute schon Steuern in der Schweiz. Wenn Sie alles einbeziehen, also Gewerbe-, Kapital-, Immobilien-, Stempel- und Mitarbeitersteuern, fliessen der Schweiz in diesem Jahr ungefähr 1 Mrd. Fr. Steuern zu. 
Und Gewinnsteuern? 
Die steuerlichen Verlustvorträge haben in der Schweiz eine Fälligkeit, und die läuft 2016 aus. Spätestens dann müssen wir die Gewinnsteuer wieder zu 100% entrichten. Ich hoffe, dass die UBS in der Schweiz genügend profitabel sein wird, um die Steuerguthaben von 4,7 Mrd. Fr. schon vor 2016 einlösen zu können. Wenn wir das früher schaffen, sind wir alle zufrieden. Dann werden wir auch gerne Gewinnsteuern bezahlen. 
Wie ist die Lage im Ausland? 
Die UBS hat weltweit latente Steuerguthaben aus früheren Verlusten von rund 26 Mrd. Fr., davon sind erst 8,2 Mrd. Fr. in unseren Büchern aktiviert. Da schlummert noch ein grosses Potenzial für die nächsten Jahre. 
Sergio Ermotti im Interview von Daniel Hug, Markus Städeli in der NZZaS vom 20. November 2011, Seite 33.

Donnerstag, 13. Oktober 2011

10 Regeln für institutionelle Anleger


  1. Investieren Sie nur aufgrund von künftigen, langfristigen Dividenden-Strömen.
  2. Schichten Sie jährlich maximal 30 Prozent Ihres Portfolios um.
  3. Verstehen Sie, dass die Theorie der effizienten Märkte heute diskreditiert ist.
  4. Setzen Sie auf stabile Benchmarks wie das Wirtschaftswachstum.
  5. Zahlen Sie Vermögensverwaltern keine Provisionen, deren Höhe von der Performance abhängt.
  6. Investieren Sie nicht in alternative Anlagen wie Hedge-Funds oder Rohstoffe.
  7. Mandatierte Vermögensverwalter müssen ihre Strategie transparent machen.
  8. Investieren Sie nur in Produkte, die an öffentlichen Börsen gehandelt werden.
  9. Stellen Sie sicher, dass Bank- und Transaktionsgebühren offengelegt werden.
  10. Informieren Sie öffentlich darüber, dass Sie diesen Regeln folgen.

 Paul Woolley, Stifter des Instituts zur Erforschung dysfunktionalen Kapitalmärkten an der London School of Economics.
  • Absage an kurzfristige Kursgewinne, langfristiger Anlagehorizont
  • Zurückhaltung bei Derivaten
  • Wenige Umschichtungen bei Kostentransparenz.




Freitag, 16. September 2011

Illegal Swiss Banking

Das Verhalten mancher Banker gereicht immer mehr zur Schande für die Schweiz. UBS und CS haben durch ein Geschäftsgebaren das im rechtlichen Graubereich liegt oder teilweise rundweg illegal ist, der Reputation unseres Landes Schaden zugefügt. Unsere Vertrauenswürdigkeit und der gute Ruf wurden langjährig und systematisch missbraucht, um gewinnbringende Geschäfte zu tätigen. Zwar war daran vermutlich nur ein kleiner Teil der Belegschaft beteiligt, doch sind die internen Kontrollen zu lasch oder man hat auf der Führungsetage weggesehen. — Allzu lange haben auch Öffentlichkeit und Politik beide Augen zugedrückt. Schliesslich waren die Banken gute Steuerzahler, wichtige Arbeitgeber und nicht zuletzt gute Lobbyisten.
Doch was wäre geschehen, wenn sich die Risiken ausgezahlt hätten und hohe Gewinne resultierten? Hätte man die Händler dann wegen des illegalen Vorgehens gerügt? Wäre ein Verfahren eingeleitet worden? Hätte die Öffentlichkeit je davon erfahren?

Vermutlich nicht. So entstand in der Bankenwelt ein Lernprozess, der in ein simples Motto mündet: Mach was Du willst, aber lass Dich nicht erwischen! Wenn Du Verluste machst, gehe noch höhere Risiken ein, um die Verluste zu decken. — Dieses Verhalten kennen wir aus dem Casino.
Hieraus folgt letztlich auch, dass wir wohl nie erfahren werden, welcher Anteil der ausgewiesenen Bankgewinne aus illegalen Aktivitäten — sei es beim Handel oder bei der Verwaltung von Kundengeldern — stammt. Denn auch für die Banken gilt: Nur wer sich erwischen lässt, wird bestraft.

Tilman Slembeck

Montag, 28. März 2011

IB-Gehälter: cost-revenue-ratio

Hier der Pro-Kopf-Personalaufwand im Verhältnis zum Pro-Kopf-Gewinn:
  • UBS Investmentbank: 3,1 zu 1
  • Credit Suisse Investmentbank: 2,3 zu 1
  • Goldman Sachs: 1,8 zu 1
  • JP Morgan Investmentbank: 1,4 zu 1
  • BarCap: 1,2 zu 1
  • Deutsche Bank Investmentbank: 0,9 zu 1
  • RBS Investmentbank: 0,8 zu 1.
Der Durchschnitt lag bei 1,4 zu 1.

Mittwoch, 26. Mai 2010

Ärzte kassieren bei Medikamentenverkauf

Gesamthaft verkaufen laut der Studie rund 4300 Schweizer Ärzte mit eigener Praxis Medikamente direkt; das entspricht einem Drittel. Sie erzielten damit Gesamteinnahmen von 1.33 Milliarden Franken. Davon blieb ihnen summiert ein Reingewinn von 250 Millionen Franken.
Benjamin Tommer zitiert eine Studie des Krankenversicherers Helsana in der NZZaS vom 23.05.2010, Seite 13.

Donnerstag, 18. Juni 2009

UBS-Staatsanteil zurückkaufen

Der Staat soll vorderhand weder wandeln noch verkaufen. Der Bund muss der UBS dringend raten, sich auf den Finanzmärkten durch eine Aktienemission sechs Milliarden Franken zu beschaffen. Mit den sechs Milliarden kann die Bank dem Bund ihre Pflichtwandelanleihe abkaufen und umgehend vernichten. Damit lassen sich vier Fliegen mit einer Klappe schlagen

  1. Die UBS steht wieder auf eigenen Beinen.
  2. Durch den Rückkauf der Anleihe entfällt der Wucherzins für die restlichen 24 Monate.
  3. Ohne die Zinslast des Bundes verbessert sich die Erfolgsrechnung der Bank in zwei Jahren um 1,5 Milliarden Franken. Das ist eine echte Stärkung.
  4. Der Staat erhält sein Ursprungskapital zurück, aber nicht nur das. Zu den bereits kassierten 375 Millionen Franken Zinsen kommen pro Tag noch zwei Millionen Franken Zinsen dazu, bis die Bank den Rückkauf der Anleihe realisiert.

Roger Köppel in der WW25.09

Freitag, 17. April 2009

Banken-Resultate 1Q2009

  • Goldman Sachs: 1.66 Mrd. USD Gewinn
  • JP Morgan Chase: 21, Mrd. USD Gewinn
  • UBS: knapp 2 Mrd. CHF Verlust

Mittwoch, 12. November 2008

Papier- und Unternehmer-Aktionäre

Man muss zwischen Papier-Aktionären und Unternehmer-Aktionären unterscheiden. In den USA werden jährlich neunzig Prozent der Aktien umgeschichtet. Diese «Investoren» sind nicht Share-Holder, sondern Share-Turner. Man sollte Papier-Investoren das Stimmrecht entziehen. Wenn man an der Bestellung des Verwaltungsrats mitwirken will, soll man die Aktien für die Amtsdauer halten müssen. Wer aber seine Aktien sofort verkaufen will, was ja erlaubt sein soll, sollte nicht mitwirken dürfen bei der Bestellung der Organe. Papier-Investoren sind Leute, die Aktien kaufen, weil sie an die Performance des Papiers glauben, nicht an das Unternehmen. Das sind zwei verschiedene Dinge. Ein wirklicher Aktionär ist Eigentümer, der genau dann bleibt, wenn es dem Unternehmen schlechtgeht.
Fredmund Malik im Interview mit Carmen Gasser in der WW45.08, Seite 54ff.

Montag, 5. Mai 2008

UEFA sucks!

Die UEFA wird mit 180 Mio. CHF aus der Staatskasse unterstützt, budgetiert einen Gewinn von 1,1 Mrd. CHF und bezahlt keine Steuern, aufgrund ihrer gemeinnützigen Konstitution.

Mittwoch, 16. April 2008

Konzernleitungslohn / Unternehmensgewinn

Quelle: Charlotte Jacquemart in der NZZaS vom 13.4.08, Seite 37.

Dienstag, 8. April 2008

Träger des Erfolgs

Es fällt auf, dass heutzutage unternehmerischer Gewinn und Verlust von unterschiedlichen Gruppen getragen wird:

Bei Banken erfreuen sich die Banker umfangreicher Boni, wenn das Geschäft gut läuft. Läuft es schlecht, springt die Notenbank ein (--> Geldspritze, tiefere Zinsen, Inflation, Teuerung, welche schlussendlich den Konsumenten treffen).
"Damit sollen Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert werden."
Das Gegenteil bei der Post, der SBB und der Swisscom. Diese Staats- bzw. gemischtwirtschaftlichen Betriebe werden durch gesetzliche Monopole vor dem Wettbewerb geschützt. Läuft das Geschäft gut, darf das Management einen erfreulichen Gewinn ausweisen (als ob dies auf ihr besseres Wirtschaften zurückzuführen sei...). Erreichen diese Betriebe nicht die schwarze Null, springt der Staat (bzw. der Steuerzahler) ein.

Von den Kantonalbanken, welche sich aufgrund ihres Wesens auf eine Staatsgarantie verlassen können, hört man höchst selten solche Ansprüche. Die Staatsgarantie wirkt heute in unterschiedlich starker Ausprägung an anderen Orten.

Freitag, 4. Januar 2008

Goldman Sachs

  • Broad Street 85, New York, 35'000 Mitarbeiter
  • gegründet 1869 durch den deutschen Einwanderer Marcus Goldman
  • Grundtugenden: Verschwiegenheit und Bescheidenheit
  • Chef: Lloyd Blankfein, 53, blitzte beim ersten Bewerbungsgespräch ab, trotz zweier Harvard-Abschlüsse, verdiente letztes Jahr knapp 70 Mio USD.
  • Gefragt sind: schnelle Denker, leistungsorientierte Pragmatiker, unauffällige Unternehmertypen
  • Strategie: Gezielt setzt Goldman Sachs auf ehrgeizige, auch rauhbeinige Aufsteiger - eben auf die "underdogs". Von ihnen verspricht sich die Firma den entscheidenden unternehmerischen Mehrwert.
  • "Wenn jemand um halb sieben abends nach Hause ging, hiess es: Arbeitest du heute halbtags?"

Gewinn 2007: 11 Milliarden USD! (?) Goldman Sachs ging bereits 2006 auf Distanz zum Subprime-Markt. Sie verkaufte ihre CDO langsam und unbemerkt, damit nicht die anderen eigenen Papiere mit heruntergezogen wurden und bauten massiv Absicherungen gegen den Zusammenbruch der Subprime-Kredite auf. Das machte sie zum Sieger von letztem Jahr.
In Anlehnung an Claude Baumann in der Weltwoche 1.08, Seite 44f.