Erwin Beyeler führt nach dem Prinzip "Wer nichts macht, macht nichts falsch."
Die Bundesanwaltschaft hat zu viele Leute, und diese Leute haben zu viel Zeit.
Ein Mitarbeiter
Juristen sind sich einig, dass es kein Aufstieg ist, dorthin zu kommen. Man hat eher das Gefühl, dass Leute dorthin abgeschoben werden, die nicht wahnsinnig begabt sind.
ein Anwalt
Gerade im Bereich der Wirtschaftskriminalität sind Staatsanwälte gefordert, die wirtschaftlich versiert und strafrechtlich kompetent sind - doch wer über diese Qualifikation verfügt, findet attraktivere und besser bezahlte Stellen in der Privatwirtschaft. Tatsache ist, dass es Erwin Beyeler nicht fertiggebracht hat, hoch qualifiziertes Personal zu akquirieren. Das zeigt sich auch darin, dass kompetente Staatsanwälte etwa in der Wirtschaftskriminalität oder der Rechtshilfe - zum Beispiel aus Zürich oder Genf - nicht in die Bundesanwaltschaft gewechselt haben. Stattdessen arbeiten bei der Bundesanwaltschaft auffällig viele Staatsanwälte aus dem Kanton Freiburg, drei als Leiter wichtiger Abteilungen. Zwei von ihnen waren in die Freiburger Justizaffäre der neunziger Jahre involviert; gegen einen wurde ein Administrativverfahren geführt.
Christine Brand und Lukas Häuptli in der NZZaS vom 13. März 2011, Seite 22f.
Mittwoch, 16. März 2011
lahme Staatsanwälte
Euro-Versagen mit Geldhaufen verdecken
Die [EU-]Staatschefs haben sich geeinigt, den 440 Mrd. € schweren Krisenfonds EFSF zur Stützung verschuldeter Staaten umzubauen. (...) Der dauerhafte Stützungsfonds ESM, der ab 2013 bestehen soll, wird einen Umfang von 500 Mrd. € haben. Darüber hinaus segneten die Regierungschefs den von Merkel geforderten «Pakt für den Euro» ab, der die Wirtschaftspolitik in der EU vereinheitlichen soll.
«Kein überstrapazierter Schuldner lässt sich kreditwürdiger oder solventer machen, indem man ihm mehr Geld leiht», bekräftigte die New Yorker Analysefirma High Frequency Economics diese Woche.
Sebastian Bräuer in der NZZaS vom 13.03.2011, Seite 29.
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Überlegenheit von Alkoholgesellschaften
Stellen Sie sich ein Lagerfeuer ohne Whisky vor. Ein Abendessen mit Freunden ohne Rotwein. Eine Fussball-WM ohne Bier. Oder stellen Sie sich Whisky und Wein ohne den wundersamen Wirkstoff vor, der das Herz wärmt und die Seele streichelt. Stellen Sie sich also Trinken ohne Rausch vor. Wie das wäre? So vernünftig, so gesund, so klar. Mit anderen Worten: Ganz und gar nicht lustig.
Für die ersten Kulturen war das Bier eine Art Instant-Mahlzeit, nährend und berauschend zugleich. Und bis vor zweihundert Jahren kannte man das Konzept des klaren Kopfs gar nicht. Der Durst wurde mit Alkohol gelöscht, Wasser war kein sauberes da. Und man musste ja auch trinken, um Beschlüsse zu treffen oder Geschäfte abzuschliessen. Und so war Trunkenheit eben lange nicht Ausnahme, sondern Normalität. Dafür ist der Westen im Grunde ganz gut gediehen. Während die Menschen in den von Mohammed trockengelegten Ländern gerade um Werte wie Freiheit und Gleichheit kämpfen müssen, ist das den trinkfreudigen Ländern etwas völlig Selbstverständliches.
Carole Koch in der NZZaS vom 13.03.2011, Seite 72 über das Buch von Peter Richter: Über das Trinken. Goldmann-Verlag. 224 S., Fr. 21.90
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Strukturelle Gründe für glass ceiling
Dass Frauen beziehungsweise Mütter in der Schweiz nach wie vor weniger aufsteigen als ihre männlichen Kollegen, führt er in erster Linie auf strukturelle Effekte zurück. Wenn man davon ausgeht, dass in einem Unternehmen 1000 Männer und 110 Frauen (11%) auf der untersten Stufe stehen, 10% von ihnen auf die nächsthöhere Ebene befördert werden, verbleiben 100 Männer und 11 Frauen. Bei der nächsten Beförderung sind es noch 10 Männer und 1 Frau. «Dass diese einzige Frau gegenüber 10 Männern geringe Chancen hat, nochmals befördert zu werden, liegt auf der Hand», sagt der Profi.
Charlotte Jacquemart in der NZZaS vom 13.03.2011, Seite 31.
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Montag, 7. März 2011
Guttenberg entlarft den akademischen Dadaismus
Man mag seinen Umgang mit der Krise kritisieren, seine Salamitaktik der Entschuldigungen war wohl falsch, aber Hand aufs Herz: Ein Freiherr aus uraltem Geschlecht, der sich selber zum Denkmal der Ehrlichkeit und der Glaubwürdigkeit erklärt hat, kann nicht einfach hinstehen und den Leuten sagen, er habe seine Doktorarbeit flächendeckend abgeschrieben. Viel zu gut weg kamen bisher die deutschen Professoren, die sich wortreich über den Flunkerbaron empören durften. Zur Erinnerung: Sie gaben Guttenberg die Höchstnote «summa cum laude» für eine Dissertation, die nach dem Urteil der Süddeutschen Zeitung schwer lesbar ist und keine fassbare These formuliert. Die angeblich unbestechliche Wissenschaft liess sich von dem geborenen Strahlemann genauso blenden wie seine Fans. Auch das ist erfreulich: Künftig werden die von Titeln so leicht beeindruckbaren Deutschen mit helvetischer Nüchternheit auf ihre Doktoren und auf ihre Adeligen blicken. Guttenberg hat vielen Leuten die Augen geöffnet.
Roger Köppel in der WeWo9.11
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SBB-Frauenquote - aber nur für die Teppichetage
Ziel SBB: Frauenanteil von 14.5% --> 18% (+1000 Frauen)
Wir sind mit dieser Frauenquoten-Doktrin sowas von auf dem Holzweg. Verlorene Jahrzehnte der Männerdiskriminierung...
Die Vorgabe ist, dass bei jeder Neubesetzung eine Frau in die Schlussrunde kommt. Wenn dies nicht gelingt, müssen dies die Personalverantwortlichen plausibel begründen.
Markus Jordi, SBB-Konzernleitungsmitglied
Die Regelung gilt bereits auf Kaderstufe. Derzeit sind die SBB daran, dies auf weitere Funktionen auszudehnen. Die Bundesbahnen prüfen, wo eine solche Massnahme Sinn machen würde. Bei diversen Berufsgruppen der SBB, wie etwa bei Rangierarbeitern, ist dies jedoch ausgeschlossen.Aha - das verstehen wir heute also unter Gleichberechtigung: Quoten für die Teppichetagen, aber sicher nicht bei den Büezern...
Yves Demuth in Der Sonntag vom 06.03.2011
Wir sind mit dieser Frauenquoten-Doktrin sowas von auf dem Holzweg. Verlorene Jahrzehnte der Männerdiskriminierung...
Das Versagen wird auch bei de Performance der PK deutlich: Das Parlament hat heute beschlossen mit 1'148 Mio. CHF die Sanierung zu unterstützen - diese Pfeiffen.
drogensüchtige Ärzte
Ab etwa der Hälfte des Studiums lernen die Studenten den Umgang mit Medikamenten und erhalten einen Ausweis, mit dem sie alle Medikamente ausser Betäubungsmittel problemlos und ohne Registrierung kaufen können. Und im Studium lernen sie auch, dass zum Beispiel drei Gläser Wein pro Tag gesund sind. Das geht später an Kongressen weiter, wo ähnlich viel getrunken wird wie im Militär. Und im Arztalltag, sind Medikamente/Drogen sowieso omnipräsent.
Wenn jemand viele Pillen nimmt, ist er in den Augen von Normalbürgern ein Süchtiger. Ärzte nennen das Behandlung. Sie neigen auch dazu, sich selbst zu behandeln. Pillen schlucken kann so zur Gewohnheit werden, der Gang zur Apotheke oder die Bestellung von Medikamenten ist für Ärzte ohnehin Routine. Und sie kriegen sogar Medikamenten-Müsterchen.
Oft ist es ein Teufelskreis, der ganz harmlos beginnen kann: Ein Arzt hat Schlafstörungen, geht in die Apotheke und kauft ein «kleines Helferlein». Hat er dazu noch Eheprobleme, nimmt er am Tag Antidepressiva. Wenn dieses nicht mehr ausreicht, greift er zu Beruhigungspillen. Oft werden die Medikamente mit Alkohol kombiniert. So beruhigt sich der Arzt am Abend. Und um am Morgen trotz Kater wieder fit zu werden, nimmt er weitere Pillen. Das ergibt beispielsweise den Kreislauf: Morgens Ritalin, Mittags Antidepressiva, am Abend Alkohol und Valium. Lange geht das gut, doch irgendwann bricht die Sucht aus wie ein Vulkan.
Menschliches Versagen und der grosse Druck führen zu weitaus mehr Fehlern, als Drogen. Wir müssen uns aber nichts vormachen: Es besteht eine Gefahr, wenn ein süchtiger Arzt beispielsweise starke Konzentrationsstörungen hat. Diese kann er aber auch wegen einer Depression haben. Man kann auch fragen: Wollen Sie sich lieber von einem Arzt behandeln lassen, der keine Pillen nimmt und bei dem die Gedanken ständig um seine Probleme kreisen oder von einem, der deswegen Medikamente schluckt? Mit Valium hat ein Chirurg vielleicht sogar eine ruhigere Hand. Und mit Ritalin kann er sich möglicherweise besser konzentrieren. Das soll aber kein Aufruf an die Ärzte sein, dass sie nun Drogen nehmen sollen.
Wie bei allen Süchtigen gilt: Abstinenz ist nicht in jedem Fall oberstes Ziel. Das ist überholt, die Behandlungsziele werden individuell erarbeitet. Wichtig ist, dass der Süchtige seinen Konsum unter Kontrolle bekommt, so dass der moderate Konsum keine Auswirkungen auf die Arbeit hat.
Andreas Moldovanyi, Leitender Arzt im stadtärztlichen Dienst Zürich und ärztlicher Leiter der Entzugsklinik Frankental und der Polikliniken Crossline und Lifeline der Stadt Zürich im Interview von Lorenz Hanselmann im 20min vom 7.3.11, Seite 8.
Samstag, 5. März 2011
Gründe nörgelnder Frauen
- Körperliche Überlegenheit der Männer: Was Kraft für einen Mann, ist Nörgeln für eine Frau.
- Schlechtes Gewissen erzeugen: einmal ausgelöst, wirkt dieses wie eine elektronische Fussfessel. Es braucht die Wärterin, die den mann davon erlöst: Nur Sie kann die Absolution erteilen.
- Ausdruck eigener Unzufriedenheit, verbunden mit Langeweile: Dampf ablassen vom unzufriedenen Gemüt, Ablenkung.
Männern bleibt nichts anders übrig, als Prellbock zu spielen. Im Moment des Nörgelns sucht Ihre Partnerin nämlich keinen Gentleman, sondern eine Grenze - einen Fels in der Brandung.Rainer Grunert im Blick am Abend vom 18.2.11, Seite 13.
Freitag, 4. März 2011
klammheimliche Zweckänderung des IMF
[Der IMF] soll nun auch Staatsbudgets Europas stützt anstatt Währungen. Das enorme Hilfspaket an Euro-Land, welches die Schweiz mit 16 Milliarden freiwillig garantiert, kommt ebenfalls dazu.
Es geht um eine Zweckänderung des Weltwährungsfonds und eine Verlängerung der Euro-Krise mit Hilfspaketen. Und dies nur, weil die Euro-Politiker das Scheitern nicht zugeben wollen. Die Schweizer aber haben ein Interesse daran, die Euro-Krise nicht zu verlängern und die Südeuropäer nicht deswegen verarmen zu lassen, sondern sie zum Austritt zu bringen und damit den restlichen Euro zu stärken. Das hilft der EU und unserem Export.
Beat Kappeler in der NZZaS vom 27.02.2011, Seite 41.
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Exportversager inszenieren Opferrolle
Amerikaner möchten Chinesen an den Pranger stellen. Die Franzosen die Deutschen.
Überschuss der Ertragsbilanz: So viel wird druch Exporte netto im Ausland dazuverdient
Das Versagen und die Schuldzuweisung sind eigentlich klar. Jedoch hört man sozialistische Töne von den Versager-Staaten:
Überschuss der Ertragsbilanz: So viel wird druch Exporte netto im Ausland dazuverdient
- Schweiz: 12% (sogar die Finanzierung der UBS-Krise ist dadurch ohne einen Franken aus dem Ausland möglich.)
- USA: -3.8%
- Frankreich: -2.5%
- Italien: -3.5%
Das Versagen und die Schuldzuweisung sind eigentlich klar. Jedoch hört man sozialistische Töne von den Versager-Staaten:
Der Leistungsfähige wird getadelt und soll geschröpft werden, der nicht Leistungsfähige oder nicht Leistungswillige hingegen ist bloss das arme Opfer.
Beat Kappeler in der NZZaS vom 27.02.2011, Seite 41.
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masslose Direktzahlungen

Quelle: NZZaS
Zwar ist bekannt, dass der Bund jedes Jahr 2,8 Milliarden Franken Direktzahlungen ausrichtet, im Durchschnitt 51 400 Franken pro Betrieb. Doch diese Höchstbeträge sind sogar Insidern neu. SVP-Nationalrat Hansjörg Walter, Präsident des Bauernverbandes (SBV), weiss nur, dass einzelne Betriebe «über 100 000 Franken» erhalten.
So liegt mit 94 000 Franken Direktzahlungen pro Betrieb der Kanton Jura an der nationalen Spitze (vgl. Grafik) - just jener Kanton also, wo Landwirtschaftsministerin Doris Leuthard einst von protestierenden Bauern mit Gummistiefeln beworfen wurde. Das Wallis mit den kleinsten Betrieben hat derweil die durchschnittlich tiefsten Beträge. Das macht deutlich: Der wichtigste Faktor für die Höhe der Direktzahlungen sind die Flächenbeiträge. Nur der kleinere Teil der 2,8 Milliarden des Bundes wird heute hingegen für besondere Leistungen ausbezahlt.
Stefan Bühler in der NZZaS vom 27.02.2011, Seite 13.
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zu mächtige Bauern
Konferenz der bäuerlichen Parlamentarier ist immer früh dran und bestimmt vor den Kommissionssitzungen genau, was sie will, damit sie sich den besten Platz am staatlichen Futtertrog sichert.
- > 1% Anteil an der Wirtschaftsleistung (BIP)
- 6% Anteil an den Bundesausgaben
- 13% Anteil im eidgenössischen Parlament
Dazu kommen befreundete Agronomen und Vertreter der Lebensmittelindustrie
- politisch überdurchschnittlich aktiv
- profiterien seit Jahrzehnten vom öffentlichen Geld
- riesiges Verbandswesen mit Heerscharen gut informierter Lobbyisten
- Gang durch die Institutionen: An den Schalthebeln für Landwirtschaft etwa sitzen auffallend viele ehemalige Mitarbeiter des Bauernverbandes.
Benjamin Tommer in der NZZaS vom 27.02.2011, Seite 28.
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Bauern in Diva-Position
Je mehr der Durchschnittsschweizer sein Geld im harten Wettbewerb mit einer weltweiten Konkurrenz verdient, desto weniger wird er bereit sein, (...) deutlich mehr als EU-Nachbarn für landwirtschaftliche Produkte zu bezahlen.
Benjamin Tommer in der NZZaS vom 27.02.2011, Seite 21.
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junge Araber haben keine Ahnung von Demokratie
Junge Leute, die behaupten, für Demokratie zu sein. In Wahrheit lehnen sie jedoch den Status quo ab. Für sie ist "Demokratie" ein anderes Wort für: "Mubarak soll verschwinden!" Die Demonstration wissen jedoch kaum, was Demokratie bedeutet, und sie haben wenig Erfahrung damit, wie man ein so kompliziertes System, wie es Demokratie ist, betreibt.
Zbigniew Brzezinski im Interview von Andreas Mink in der NZZaS vom 27.02.2011, Seite 26
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Sonntag, 27. Februar 2011
Flüchtlinge oder junge, männliche Arbeitslose?
Was von den Fernsehsprechern unkritisch als «Flüchtlingsströme» bezeichnet wurde, machte stutzig: Man sah weder Familien noch Kinder, keine Alten und keine Frauen, sondern junge Männer, die vor den Mikrofonen erzählten, dass sie keinen Job mehr hätten. Ein Flüchtling ist ein Mensch, der in seinem Heimatland an Leib und Leben bedroht ist und daraus einen Anspruch auf Asyl ableiten darf. Die jungen Tunesier, die in den Hafen von Lampedusa und von dort in Sommarugas Unterkünfte drängen, sind keine Flüchtlinge, sondern Arbeitslose, die ihr Glück in Europa suchen. Dank der neuen Justizministerin wird sich bald auch die Schweiz mit ihnen beschäftigen müssen.
Roger Köppel in der WeWo7.11, Seite 5.
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Steuermoral
Aus Steueruntertanen müssen wieder Bürger werden.
Peter Sloterdijk
Die Steuermoral hängt wesentlich davon ab, wie sinnvoll die Bürgerinnen und Bürger die Verwendung der Mittel durch den Staat finden.
In Deutschland, noch mehr in Italien und anderen Ländern wird der Staat vor allem als Zwangsinstitution wahrgenommen; in der Schweiz hingegen besteht die Auffassung: «Wir selbst sind der Staat.»
Bruno S. Frey in der WeWo7.11, Seite 19.
Mitbestimmungsrechte <-- direkte Demokratie und Föderalismus
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Bedingungen für "nur Freunde" zwischen Mann und Frau
- Eine Frau und ein Mann, die sich einst körperlich attraktiv fanden, jedoch den richtigen Zeitpunkt für eine Beziehung verpasst haben. (Oft, weil einer der beiden in einer Beziehung war.) Denn ist ein bestimmtes Mass an Vertrautheit erreicht, nimmt das erotische Prickeln in der Regel ab.
- Freunde, die gegengeschlechtliche Rollen einnehmen: Der Mann verhält sich eher weiblich, die Frau männlich.
- Freunde, die sich zwar durchaus gegenseitig angezogen fühlen, aber sich bewusst sind, dass durch eine Affäre die Freundschaft verloren ginge - was sich unter dem Strich nicht rechnen würde.
- Freunde, die aus moralischen Überlegungen ihre Gefühle unterdrücken (weil der Freund zum Beispiel eine Familie hat).
- Eine Frau und ein Mann, die einst kurz etwas miteinander hatten, doch der Sex war so schlecht, dass sich eine Wiederholung des Experiments ausschliesst. (Weiter müsste geklärt werden, ob eine Affäre generell den Boden für eine Freundschaft ebnen kann. Gehen nicht gerade Männer entspannter mit Frauen um, denen sie sexuell nichts mehr beweisen müssen?).
Philippe Zweifel im Tagi vom 22.02.2011
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Frauenfreundschaften
Für Frauenfreundschaften ist deshalb nicht nur die innige Verbundenheit typisch, sondern auch das oftmals unerwartete Ende aus heiterem Himmel. Auch das hat fast jede Frau schon einmal erlebt. Es kann eine unbedachte Bemerkung sein, eine falsche Reaktion und plötzlich ist Sense mit Friede, Freude, Eierkuchen. Die Beziehung zerbricht, immer schmerzhaft, meistens unerwartet, oft unverstanden. Dies auch deshalb, weil viele Frauen den Bruch nicht kommunizieren, sondern sich irgendwie aus der Beziehung davonstehlen, sich verweigern, verleugnen lassen.
Psychologen haben zahlreiche Erklärungen für dieses Phänomen. Frauen definierten sich nicht über Sachthemen wie Männer, sondern über Beziehungen, wo sie wiederum Nähe, Vertrauen, Gemeinsamkeit, gegenseitige Bestätigung suchten. Weil sie so harmoniesüchtig sind und sich lieber gar nicht erst aus der Wohlfühlzone hinauswagen, wird Kritik möglichst vermieden. Was aber nicht bedeutet, dass es keine negativen Gefühle gebe, so sagen die Psychotherapeutinnen Luise Eichenbaum und Susie Orbach. Schliesslich beobachten Frauen andere Frauen sehr genau und empfinden nicht selten auch Neid, Rivalität und Eifersucht. Aber anstatt diese zuzulassen und dem auf den Grund zu gehen, werden solche Emotionen dem Frieden zuliebe heruntergeschluckt. Das köchelt dann und kann irgendwann auch wegen eines nichtigen Anlasses ausbrechen. Was lange gärt, wird endlich Wut.
Typisch ist allerdings auch, dass die Wut sich nicht Bahn schlägt, sondern dass Frauen den feigen Abgang durch die Hintertür bevorzugen. Statt offenem Schlagabtausch das grosse Schweigen. So kommunikativ Frauen im Allgemeinen sind, wenn es darum geht, miteinander Schluss zu machen, wird das offene Gespräch meist verweigert.
Es ist tatsächlich so, dass Frauen in Beziehungen zu Männern offener mit Kritik sind als mit einer Freundin und eher formulieren, was sie stört. Trotz der Innigkeit der Beziehung zur Freundin – oder vielleicht gerade deswegen.
Michèle Binswanger am 24.02.2011 im Mamablog des Tagesanzeigers
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Pilotenlöhne
Jetzt wollen die Cockpit-Mannschaften zu weniger anstrengenden Arbeitsplänen und höheren Gehältern zurückkehren. Dabei orientieren sie sich nicht an anderen kleineren Schweizer Fluggesellschaften, die ihre Piloten deutlich schlechter halten, sondern an den Anstellungsbedingungen der Lufthansa-Kollegen. Die sind wohl europaweit die bestbezahlten Damen und Herren in Uniform mit Einstiegsgehältern für einen Co-Piloten ab rund 85 000 Fr. bis zum Höchstgehalt eines altgedienten Captains bei 360 000 Fr.
Elemente des gültigen GAV
Gehälter:
First Officer, 1. Jahr: 67 700 Fr.
Kapitän, 1. Jahr: 101 081 Fr.
Kapitän 10. Jahr: 134 085 Fr.
Senior Captain, ab 27. Jahr: 200 000 Fr.
Ferienansprüche:
38 Tage,
zuzüglich je nach Seniorität
10 bis 12 Tage
Erfolgsbeteiligung:
ja
Gewinnbeteiligung:
ja
First Officer, 1. Jahr: 67 700 Fr.
Kapitän, 1. Jahr: 101 081 Fr.
Kapitän 10. Jahr: 134 085 Fr.
Senior Captain, ab 27. Jahr: 200 000 Fr.
Ferienansprüche:
38 Tage,
zuzüglich je nach Seniorität
10 bis 12 Tage
Erfolgsbeteiligung:
ja
Gewinnbeteiligung:
ja
Pensionskasse:
wird vom Arbeitgeber getragen
Pensionierungsalter:
freiwillig ab 58
Corps-Bestand:
920 Piloten
Birgit Voigt in der NZZaS vom 23.02.2011, Seite 31.
wird vom Arbeitgeber getragen
Pensionierungsalter:
freiwillig ab 58
Corps-Bestand:
920 Piloten
Birgit Voigt in der NZZaS vom 23.02.2011, Seite 31.
Dienstag, 22. Februar 2011
brave Jungs sind die verarschten
Emanzipierte Mütter mögen ihren Söhnen Sensibilität im Umgang mit dem anderen Geschlecht beibringen und sie lehren, Grenzen einzuhalten. In der Peer-Group erlebten diese dann aber oft, dass sie mit ihrem Softie-Getue weniger erfolgreich seien, als die Machos aus patriarchalen Familienverhältnissen – auch was den Erfolg bei Mädchen anbelangt. Das führt zu einer gewissen Frustration.
Vor allem wenn man bedenkt, dass es sexuelle Grenzüberschreitungen ja auch bei Mädchen gibt, wie Wermuth sagt. Diese äussere sich zwar anders, etwa dass Mädchen ihre körperlichen Reize einsetzten, um sich Vorteile zu verschaffen. Leidtragende sind die braven Jungs, die von allen Seiten überflügelt werden.
Michèle Binswanger im Mamablog
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