In Tunesien ist die Prostitution gesetzlich erlaubt - eine Ausnahme in der arabisch-islamischen Welt. Die Bordelle sind seit 1942 etabliert. Sie unterstehen offiziell den Diensten des Gesundheitsministeriums und der Kontrolle durch das Innenministerium, das den Preis pro Anschaffung festlegt. Gegenwärtig sind es 10 Dinare (6 Schweizer Franken). Die 238 offiziell registrierten Prostituierten haben ein Anrecht auf regelmässige Arztbesuche und besitzen einen Gesundheitsausweis.Die Unruhen in Nordafrika sind keine Demokratiebewegungen. Sie verhelfen u.a. auch den islamistischen Extremisten Vorschub. So bedrohen diese die Prostituierten und wollen Bordelle in Brand setzen. Skuril: Die arabischen Feministinnen schlagen sich auf die Seite der Prostituierten :-)
zzs in der NZZaS vom 17.7.11, Seite 4.
Sonntag, 17. Juli 2011
Prostitution staatlich geregelt in Tunesien
Obedient Wives Clubs
In Jordanien, Indonesien oder Malaysia müsste man leben. Da nämlich soll es bald schon gar keine sozialen Missstände mehr geben. Nur noch Frieden, Glückseligkeit, ja Ekstase gar. Wie in Tausendundeiner Nacht. Dank Frauen, die immer willig sind. Und in muslimischen «Obedient Wives Clubs» lernen, wie das mit dem Bedienen männlicher Bedürfnisse richtig geht. Also wie sie «eine gute Hure für den Ehemann» sein können, so die internationale Vizepräsidentin Rohaya Mohamad. Ein Beispiel: Hat er Lust, sie aber keine? Nicht einfach hinhalten! Sondern rein in die Spitze, vielleicht eine Bauchtanz-Nummer hinlegen, nett mit dem Po wackeln, weg mit dem Fummel, und hopp. So ähnlich meinen die Klub-Frauen, nicht nur die eigene Ehe, nein, Gesellschaften als Ganzes gar in ein Idyll verwandeln zu können. Weil, so die Logik, nichts anderes als weiblicher Ungehorsam der Ursprung allen Übels sei. Wo aber die Frau dem Mann alles recht mache, seien Probleme wie häusliche Gewalt, Prostitution oder Menschenhandel, schwupps, gelöst. Wie in einem Märchen, in dem am Ende alle glücklich sind. Also alle Männer, auf Erden und im Himmel oben.Carole Koch in der NZZaS vom 17.7.2011, Seite 63.
Samstag, 16. Juli 2011
Armeebeförderungen nur für kämpfende Truppen – und sicher nicht für Frauen
Je grösser die Wahrscheinlichkeit, dass eine Waffengattung, Abteilung oder Einheit in den Kampf zieht, desto geringer ist der Frauenanteil.
Es ist schon immer so gewesen: Wo Frauen sind, wird nicht geschossen, und wo geschossen wird, sind so gut wie keine Frauen.
US-ArmeeMit anderen Worten, Männer waren achtmal gefährdeter als Frauen, die die gleiche Uniform trugen und denselben Status genossen. Die Verluste bei den privaten Sicherheitsfirmen, die praktisch ausnahmslos Männer beschäftigen, sind hier noch gar nicht mitgezählt.
- 16% Frauenanteil
- 7% Frauenanteil bei den im Irak stationierten amerikanischen Truppen (2003-2010)
- 2% Frauenanteil bei den Gefallenen
Israelische ArmeeIm Ernstfall, das heisst im Gefecht, leisten Soldatinnen ihren Beitrag nicht.
- 26% Frauenanteil
- Da sehr wenige Frauen Reservedienst leisten, sinkt dieser Anteil im Kriegsfall.
- Unter den rund 130 israelischen Soldaten, die 2006 im zweiten Libanonkrieg getötet wurden, war nur eine Soldatin.
Seit der Zeit, als die Römer tapfere Kämpfer zu Zenturionen ernannten, sind solche Beförderungen fast immer denjenigen zuteilgeworden, die sich im Kampf hervorgetan haben. Man ging davon aus, dass nur derjenige, der selbst sein Leben eingesetzt hat, das Recht haben solle, andere auf dem Schlachtfeld zu befehligen.
Bis heute werden in allen modernen Steitkräften (mit Ausnahme der Schweizer Armee, die in den letzten zwei Jahrhunderten kaum einen Schuss abgegeben hat) vorzugsweise Angehörige der kämpfenden Truppe befördert. Diese Praxis erscheint sinnvoll und moralisch gerechtfertigt. Schliesslich sollte kein Kommandeur seinen Untergebenen etwas befehlen, was er nicht schon viele Male selbst getan hat.
Die Präsenz von Frauen in modernen Armeen, so eindrucksvoll sie auch jenen erscheinen mag, die mit der militärischen Realität nicht vertraut sind, ist im Grunde genommen eine Farce.
Frauen geniessen unerhörte Privilegien.
Martin van Creveld, Militärhistoriker, in der WeWo27.11, Seite 46f.
Fehlende Gewaltenteilung im Gesundheitswesen
Warum geht die Entwicklung in Richtung mehr Staat?
Weil die Kantone einerseits Spitäler besitzen und betreiben, anderseits aber auch die Spielregeln vorgeben. Das ist eine Rollenvermischung, die nicht gut gehen kann.
Was würde Abhilfe schaffen?
Die Kantone dürften keine Spitäler mehr betreiben.
Was heisst das? Alle Spitäler privatisieren?
Grundsätzlich ja. Sicher nicht alle, aber zumindest sollte man damit beginnen. Denn der Einfluss der Kantone muss zurückgedrängt werden. Der Staat hat lediglich zu garantieren, dass jeder Bürger Zugang zur medizinischen Versorgung hat und dass es nicht zu Fehlentwicklungen kommt – mehr nicht.
Sollten auch Universitätskliniken privatisiert werden?
Warum nicht? Es geht doch darum, den effizientesten Weg zu finden, die bestmögliche medizinische Versorgung zu gewährleisten. Viele der weltweit führenden Kliniken sind privatwirtschaftlich geführt.
Olve Wiesinger, Chef der Hirslanden Spitalgruppe im Interview von Pierre Heumann und Alex Reichmuth in der WeWo28.11, Seite 46ff.
Vergleichbarkeit des Holocaust
Bis Ende 1938 hatten die Sowjets etwa tausendmal so viele Menschen ermordet wie die Nationalsozialisten.
Timothy Snyder in Bloodlands – Europa zwischen Hitler und Stalin.
Die Tatsache, dass dieses Ausmass überrascht, hat nicht allein mit der einseitigen Fokussierug auf das Naziregime zu tun.
Snyder provozierte mit seinem Buch einen Skandal, indem er die Einmaligkeit des Holocaust in Frage stelle.
Urs Gehriger in der WeWo28.11, Seite 54ff.
Enormes Riechvermögen eines Hundes
So besitzt der Geruchssinn des Hundes ein ausgezeichnetes Auflösungsvermögen, welches das menschliche um das Hundert- bis Tausendfache, möglicherweise um das Millionenfache übersteigt. Die Spur des Menschen beispielsweise kann ein Hund noch nach Tagen aufnehmen. Trifft er senkrecht auf die Fährte, riecht er an der sich zeitlich verändernden Geruchsintensität, ob die Person von rechts nach links oder umgekehrt lief. Einem Betäubungsmittelsuchhund genügen Drogenrückstände auf einem Fingerabdruck, um Alarm zu schlagen. Und ein Leichensuchhund vermag von einem fahrenden Boot aus einen Toten in zehn Metern Wassertiefe zu erschnüffeln.
Andrea Six in der NZZaS vom 10.7.11, Seite 52f.
Mittwoch, 13. Juli 2011
Bereuen, Eltern zu sein?
Neulich erzählte mir eine Freundin vom letzten Tabu beim Thema Mutterschaft. Anlass war eine Diskussion auf Mums.net. Dort schildert eine Frau mit einem zweijährigen Sohn, wie sehr sie ihr altes Leben vermisst und wie sehr sie es bereut, sich für Kinder entschieden zu haben.
Es fühlt sich so hohl an. Ich hasse es, im Park zu spielen, ich will eine Galerie besuchen. Ich hasse es, ‹Peppa Pig› zu schauen, ich will einen Roman lesen. Ich hasse Spielgruppen, ich will mit meinen Freunden zum Lunch. Ich liebe meinen Sohn, aber die Mutterschaft gibt mir das Gefühl, als würde ich aus dem Leben gedrängt. Kennt jemand anders auch solche Gefühle?Michele Binswanger im Mamablog
Freitag, 8. Juli 2011
Afrikaflüchtlinge: Exodus des gesellschaftlichen Abschaums
Die meisten tunesischen Emigranten, mit denen wir sprachen, waren jung, ungebildet und arbeitslos. Sie stammten aus Tunesiens ärmsten und an Bildung rückständigsten Gegenden und sozialen Klassen.
Mohamed Jouili, tunesischer Soziologe
Manche klagten die tunesischen Behörden an, die Massen illegaler tunesischer Flüchtlnige absichtlich zu übersehen – vor allem in den ersten Wochen nach der Revolution -, um so viele Arbeitslose und Kriminelle wie möglich loszuwerden.
Die kaum geschulte Mehrheit der tunesischen Einwanderer verlangten politisches Asyl, obwohl sie mit Politik nichts zu tun hatten und nie verfolgt worden waren.
Die ungebildeten und sozial wenig gewandten Einwanderer wurden agressiv und kriminell.Mourad Teyeb in der WeWo26.11, Seite 22.
Kindheit - ein soziales Konstrukt
Nicht nur waren bis vor ein paar Hundert Jahren Zwölfjährige alt genug, um in den Krieg zu ziehen. Im Mittelalter galt man generell als viel früher erwachsen – und somit geschlechtsreif. Mädchen waren mit 12 Jahren heiratsfähig, Jungen mit 14. Vor allem in adligen Kreisen wurde die Ehe schon in diesem Alter praktiziert – und gültig war sie erst nach vollzogenem Beischlaf. Was uns heute unvorstellbar ist, war damals normal.
Kinder waren bis ungefähr zum siebten Lebensjahr von ihren Eltern abhängig, danach wurden sie als eigenständige Mitglieder der Erwachsenengesellschaft anerkannt, schreibt der berühmte französische Sozialhistoriker Philippe Aries in seiner «Geschichte der Kindheit». Der Übergang von der Kindheit zum Erwachsenenalter begann für die Menschen im Mittelalter viel früher als heute – eben weil Kindheit nicht einfach eine biologische Phase beschreibt, sondern immer auch ein soziales Konstrukt, eine Konvention ist. Die Kindheit, wie wir sie meinen, der erste Lebensabschnitt als möglichst beschützte Entwicklungsphase, gibt es erst seit dem Zeitalter der Aufklärung; das ist bekannt.
Michael Marti im Mamablog
Brüssel: nichtgewählte, gesichtslose Bürokraten
Das Allerwichtigste war die Rettung des Euro.
Niemand will zugeben, dass es ein Fehler war, Länder mit völlig unterschiedlichen ökonomischen Strukturen und Bedürfnissen in eine Einheitswährung zu zwingen.
Die Brüsseler Bande ist Teil der globalen technokratischen Elite - die Dominique Strauss-Kahns, wie ich sie nenne -, arrogante Besserwisser, die das eine sagen und etwas anderes tun, die hohe Stuern und viel Staat fordern und einen Kontinent beherrschen wollen, was weder Napoleon noch Hitler gelungen ist. Ihr Ziel ist ein grenzenloser Superstaat, ersonnen von Technokraten und regiert von nichtgewählten gesichtslosen Bürokraten.
Panayiotis Taki Theodoracopulos in der WeWo26.11, Seite 33.
Donnerstag, 7. Juli 2011
Windrad in Oberhelfenschwil SG
Projekt "Energietal Toggenburg"
- Kosten: 120'000 CHF
- Leistung: 6000 kWh Strom pro Jahr = Marktwert 450 CHF.
- Betriebsjahre um Baukosten einzuspielen: 267 Jhare.
Urs Paul Engeler in der WeWo24.11, Seite 20.
Frauenquoten sollen "Diskriminierung nach Leistung" verhindern
Wäre es so, dass die Männer zu hohe Löhne kassieren, müssten alle Manager entlassen werden, die den Männern ungerecht hohe Löhne genehmigt haben. Umgekehrt wären alle Unternehmer dumm, die statt Männern nicht zu tieferen Löhnen Frauen beschäftigen, denn in der Wirtschaft geht es darum, Kosten und Erträge in ein möglichst gutes Verhältnis zu bringen. Was die Kapitalismusabschaffer nicht begriffen haben: Der Markt diskriminiert nicht nach Geschlecht, Haarfarbe, Herkunft oder Konfession. Er diskriminiert nach Leistung. Wer es gut macht, verdient mehr, wer es schlecht macht, verdient weniger. Wer das Gefühl hat, er werde schlecht bezahlt, soll sich einen neuen Arbeitgeber suchen. Keine Frau, die in der Schweiz arbeitet, ist gezwungen worden, ihren Arbeitsvertrag zu unterschreiben. Wenn sie einen tieferen Lohn akzeptiert hat als der Mann, der für die gleiche Arbeit mehr kassiert, braucht sie keine Lohnpolizei, sondern eine bessere Verhandlungstechnik.
Roger Köppel in der WeWo24.11, Seite 5.
Immigration: Nur 4% sind "hochqualifizierte Führungskräfte"
Der Wirtschaftsinformationsdienst Moneyhouse legt interessante Zahlen zur Personenfreizügigkeit vor. Sie relativieren den von staatlichen Stellen genährten Jubel, es würden nur Hochqualifizierte und Kaderleute in die Schweiz einwandern. Die Fakten: Seit Inkrafttreten der Freizügigkeit sind 15 500 Führungskräfte aus Europa in die Schweiz gekommen, das sind nur 4 Prozent von insgesamt 400 000 Personen. Die restlichen 95 Prozent sind keine Kaderleute. Gemäss Moneyhouse wurden die meisten europäischen Führungskräfte in der Finanzbranche absorbiert. Auf die Frage, ob man diese Leute auch ohne Personenfreizügigkeit bekommen hätte, antwortet der Informationsdienst: «Wahrscheinlich schon.»
Roger Köppel in der WeWo24.11, Seite 5.
Immigration: Hausse: Arbeitsmarkt, Baisse: Sozialwerke
Die Unternehmer können günstige Ausländer einstellen in guten Zeiten. Wenn es schlecht läuft, werden die Ausländer in den Sozialstaat abgeschoben. Sobald die Konjunktur wieder anzieht, werden neue Leute aus dem Ausland geholt, beim nächsten Abschwung lagert man sie neuerlich bei der Arbeitslosenkasse ab. Für Unternehmer und Manager ist die Personenfreizügigkeit ein Segen, weil sie aus einem fast unerschöpflichen Reservoir billiger Fremdarbeiter schöpfen können. Für die Schweiz ist die Personenfreizügigkeit mittelfristig schlecht, weil sie zwingend die Sozialwerke überfordert, die Staatsquote hochtreibt und die Steuerlast verstärkt.
Roger Köppel in der WeWo24.11, Seite 5.
Mittwoch, 6. Juli 2011
NFA: Bern - unverschämter Abzocker
Wieviel Wert hat ein Schweizer Bürger - je nach Kanton?
Ein Zuger bringt der Schweiz über 2500 CHF, ein Schwyzer über 700, ein Zürcher über 300. Währenddem ein Berner die Schweiz 1000 CHF kostet und ein Jurasse kostet sogar über 2000 CHF.
Sexsomnia - was für eine Krankheit...
Ein Brite ist einer Verurteilung wegen Vergewaltigung entkommen, weil er an der Schlafkrankheit Sexsomnia leidet, bei der die Betroffenen im Tiefschlaf unbewusst sexuelle Handlungen vornehmen. Vor der entsprechenden Entscheidung eines Gerichts in Swansea in Schottland hatten die Richter unter anderem die Ehefrau und die Ex- Lebensgefährtin des 43-Jährigen befragt. Beide gaben an, dass er Sex mit ihnen hatte, ohne jedoch zu Bewusstsein zu kommen. Am nächsten Morgen habe er sich nie an die nächtlichen Aktivitäten erinnern können. Dem Mann war vorgeworfen worden, eine 16-Jährige vergewaltigt zu haben, die für eine Nacht bei der Familie zu Besuch war. Am Morgen danach war der 43-Jährige überrascht gewesen, dass das Mädchen nicht mehr da war.
In Indien ist Homosexualität noch eine Krankheit
Der indische Gesundheitsminister Ghulam Nabi Azad hat bei einer Aids-Konferenz Homosexualität als Krankheit und unnatürlich bezeichnet und damit einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Männer sollten keinen Sex mit Männern haben, sagte Azad vor Delegierten einer HIV/Aids-Konferenz in Neu Delhi. Homosexualität sei außerdem aus anderen Staaten nach Indien gekommen und würde sich nun im ganzen Land verbreiten.
Ag./Red. auf Die Presse
EU: mehr Kosten als Nutzen
Es wäre einmal die Frage zu klären, ob Europa dank der EU stärker geworden ist oder nicht doch eher schwächer. Ist die EU mehr als die Summe ihrer Einzelteile – oder weniger?
Während sich Brüssel, Paris und Berlin an Griechenland die Zähne ausbeissen, hat der Pleitestaat Island, fast unbemerkt, rund zwei Milliarden Franken durch Investoren aufgetrieben, die sich mit 4,9 Prozent Zins zufriedengeben. Auch dieses Beispiel zeigt: Ausserhalb der Euro-Zwangsgemeinschaft lassen sich die Probleme schneller lösen.
Während sich die Kosten der Mitgliedschaft verdoppelt hätten, sei noch immer nicht ersichtlich, welchen Nutzen England aus der EU ziehe.
Die EU-Skeptiker drängen auf eine Neuverhandlung der Verträge und auf eine Reduktion der Zahlungen. Man fordert eine Stärkung der englischen Souveränität. Bedauert wird die bereits erfolgte Preisgabe von Hoheitsrechten nach Brüssel.
Roger Köppel in der WeWo 26/11, Seite 5.
Montag, 4. Juli 2011
Fussball ist v.a. viel inszeniertes herumgeliege
Beim Fussballspiel wird nur während durchschnittlich 62 Prozent der Zeit wirklich Fussball gespielt. In der übrigen Zeit wird ausgewechselt, gejubelt, oder simuliert. Die Länge dieser Unterbrechungen ist bei Männern deutlich länger als bei Frauen, melden Forscher der Technischen Universität München. Nach einer Analyse von 56 Fussballspielen fanden sie, dass das Auswechseln und der Torjubel bei Männern länger dauern. Zudem bleiben sie bei Verletzungen länger am Boden liegen. Bei Männern ist der Gedanke an die Inszenierung stärker ausgeprägt, so die Forscher.
tlu. in der NZZaS vom 03.07.2011, Seite 47.
Sexsucht gibt es nicht
...dass der Mensch sich punkto Sex selten so verhält, wie das moralische Empfinden es gern hätte? Der Verdacht liegt nahe, dass es sich bei der Diagnose Sexsucht um die Pathologisierung eines Verhaltens handelt, das bis vor kurzem noch als Charakterschwäche durchging. Und das hat Folgen: Psychologen spezialisieren sich, es werden Programme und Sprechstunden angeboten, Selbsthilfegruppen werden formiert, vielleicht werden unheilbare Sexsüchtige bald auch eine IV beziehen dürfen.
Vom Dampfschiff aus gesehen handelt es sich hier um einen klassischen moralistischen Fehlschluss, was bedeutet, dass von einem Soll- auf einen Sein-Zustand gedeutet wird. Im Falle der Sexsucht heisst das, dass das moralisch wünschenswerte Verhalten, nämlich sexuelle Treue zum normalen und gesunden Verhalten gedeutet wird und alles, was davon abweicht, als pathologisch verstanden wird. Wenn notorische Fremdgeher wie Golfmillionär Tiger Woods, sich nachdem er erwischt wurde umgehend in eine Suchtklinik einliefern lässt, entspricht das einem öffentlichen Bussritual – ähnlich wie die koksende Kate Moss, die beim koksen erwischt wird und gleich ihre Rehab bucht, um danach geläutert wieder bei den Werbekunden anklopfen zu dürfen. Die Katholiken hatten die Beichte, in unserer säkularen Gesellschaft erlangen wir Absolution durch die Medizin.
Auch in Fachkreisen stösst die Modediagnose auf Skepsis. In seinem Buch «America’s War on Sex» kritisiert der US-Therapeut Marty Klein die Diagnose als moralischen Feldzug gegen den ganz normalen Sextrieb, der das wünschenswerte als normal hinstellt und alles, was abweicht als krankhaft. Dabei seien «gieriges Verlangen nach sexuellem Genuss und dunkle Phantasien Teil einer normalen Sexualität.» Für ihn ist klar, dass hinter der Trenddiagnose Sexsucht Moralapostel stehen, die «aus einem Verhalten, das sich in aller Regel völlig im Rahmen einer normalen Sexualität bewegt, eine Krankheit machen.»
Michèle Binswanger im Mamablog
